Anthurium schrieb:Wenn sie wirklich lebensrettende Hilfe benötigt hätten (es war ja bereits der 3. April), hätten sie eine Nachricht auf Englisch hinterlassen können. Miriams Tochter Yaileth sprach gut Englisch.
Die lebensrettende Hilfe wäre der Notruf gewesen. Im Prinzip hätten sie auch gar keine Sprache gebraucht, wäre ein Notruf oder eine Nachricht rausgegangen, hätte man sie orten können, dafür hätten ein paar sinnfreie Buchstaben gereicht.
Es ist sehr leicht, heute zu sagen, was sie alles hätten machen können, sie haben aber vieles davon gar nicht erst versucht, was für mich darauf hindeutet, dass sie das Handy einfach nicht mehr zu den potentiell lebensrettenden Hilfen gezählt haben. Vielleicht haben sie in Anbetracht der Tatsache, dass Lisannes Handy komplett leer war, einfach die Telefonnummer mit einem Stein in einen anderen Stein geritzt, um einen Hinweis zu geben, wer sie sind und wen Helfer kontaktieren müssen, wenn sie sie finden und sie nicht mehr in der Lage sind zu sprechen. Vielleicht haben sie an der NL einen ganzen Roman in einen Stein geritzt? Vielleicht haben sie sogar irgendwann Pfeile in Baumrinden geritzt um einen Rückweg zu haben oder nicht im kreis zu laufen? Vielleicht haben sie die roten Tüten in Fetzen gerissen, an Bäume geknotet und die restlichen an den Ast um sie nicht zu verlieren und sie weiter nutzen zu können? Was genau sie getan haben um aus der Situation zu finden, wissen wir nicht. Nichtmal ob sie überhaupt irgendwas getan haben oder was hätten tun können. Aber heute zu sagen, sie hätten das oder das tun müssen um erfolgreich gerettet werden zu können, ich weiß nicht, 12 Jahre später, 12 Jahre weiterentwickelte Technik, vom sicheren Zuhause aus, ich glaube nicht, dass das so viel bringt und das sich das auch nicht wirklich vergleichen lässt. In einer Notsituation wird es vermutlich darauf ankommen, wie man vorher gelebt hat. Welche Erfahrungen man gemacht hat und was man gelernt hat. Sie haben vorher recht viel über Handy und Internet kommuniziert, es gab aber kein Internet und auch kein Netz, die Handys waren somit nutzlos in ihrer Situation, vielleicht haben sie es doch mehr über analoge Möglichkeiten probiert.