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Iris Schwarz 1980 in Hamburg verschwunden

573 Beiträge, Schlüsselwörter: Vermisst, Hamburg, 1980

Iris Schwarz 1980 in Hamburg verschwunden

08.03.2020 um 14:44
waldkind7 schrieb:Was genau zutrifft weiß man nicht.
Diesem Artikel ist zu entnehmen, dass die sechs Kinder 1979 in drei verschiedene Haushalte zu Verwandten in Hamburg in Obhut gegeben wurden:
https://www.abendblatt.de/archive/1980/pdf/19800312.pdf/ASV_HAB_19800312_HA_004.pdf
Kurz vor ihrem Verschwinden bezog sie dann die eigene Wohnung:
waldkind7 schrieb:Hier wurde davon berichtet, dass sie bei einer Tante und einer Freundin wohnte, bis ihr Vater die Wohnung mietete.

https://www.abendblatt.de/archive/1980/pdf/19800308.pdf/ASV_HAB_19800308_HA_003.pdf
Dem ist auch noch eine Station der Familie zu entnehmen, die ich oben nicht angeführt hatte:

1963 - Geburt von Iris in Aktenessen (NRW)
1972 - Umzug von Gelsenkirchen (NRW) nach Brunsbüttel
1975 - Kauf des Hauses, Umzug nach Wilster
1979 - Unterbringung der Kinder bei Verwandten in HH
(Das Haus bleibt aber zunächst im Besitz von Udo Schwarz)

Bei Akte XY wurde angedeutet, dass Iris auch zeitweise in der Bäckerei übernachtete, bevor ihr Vater ihr ab Februar 1980 die Wohnung anmietete (und sich dort wohl auch aufhielt): Beitrag von PurePu, Seite 5 und folgende Beiträge.


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Iris Schwarz 1980 in Hamburg verschwunden

08.03.2020 um 17:15
sooma schrieb:Aktenessen
Nein, kein Behörden-Buffet, "Altenessen".
Dort wurde 1973 die letzte Zeche geschlossen:
https://www.essen.de/leben/stadtteile/altenessen_1/geschichte_altenessen.de.html

Würde aber gern nochmal auf den Namen zurückkommen:
otternase schrieb am 04.03.2020:"Udo" ist auch nicht gerade ein typischer Name aus dieser Volksgruppe, aber klar, das muss nichts aussagen
Wurde ja schon erwähnt: "Emil Weiss" klingt jetzt auch nicht gerade nach einem "Chef-Zigeuner" und sieht auch nicht aus wie das Klischee. Es gibt immer den bürgerlichen Namen (der im Ausweis steht) und den Familiennamen. Und auch Spitznamen. Gut möglich, dass er zum Teil gar nicht als "Udo" angesprochen wurde.

Hier liest man Nachnamen wie Franz, Frosch, Winderstein, Böhmer: http://www.gelsenzentrum.de/sinti_roma.htm

https://mobil.mopo.de/hamburg/-zigeuner-koenig--chef-der-groessten-hamburger-sinti-familie-ist-tot-30075384?originalRefe...
Daraus auch:
Die Familie ist weiter gewachsen, manche sind aus der Siedlung weggezogen und leben in der umliegenden Gegend, doch die Bande sind weiter stark. Geheiratet wird fast nur innerhalb der Volksgruppe, die Frauen erlernen meist keinen Beruf, sondern kümmern sich um die Kinder. Es ist ein Verbund, der oft in der alten Tradition verharrt.
Wenn es familiäre Verbindungen gegeben haben sollte, könnte es wohlmöglich auch Konflikte dahingehend gegeben haben.

Dazu könnte dann vielleicht sogar passen, dass sie einer Freundin erzählt haben soll, sie hätte "heftigen Streit mit ihrem Vater gehabt" und "außerdem mit ihrem Freund Schluss gemacht".
„Die Staatsanwaltschaft vermutet, dass der Täter aus dem direkten Umfeld der Vermissten stammt ...“
https://mobil.mopo.de/hamburg/1980-in-hamburg-verschwunden-iris--17---wo-hat-der-moerder-ihre-leiche-versteckt--33166514...

Also: Primär Familie, dann Freunde, Kollegen.

Das hier finde ich allerdings auch eine interessante, weitere mögliche Verbindung aufgrund der Geständnisse von Udo S., die die obige Annahme der StA ja nicht unbedingt widerlegt:
sören42 schrieb:Möglicherweise hat der Fall noch weitere Komponenten, Stichwort "Discomörder". Diese mögliche Verbindung wurde im XY Beitrag erwähnt. Es gibt hier in Allmy ja auch einen Thread
Diskussion: Frauenmorde im Elbe-/Weserraum


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Iris Schwarz 1980 in Hamburg verschwunden

09.03.2020 um 20:56
sören42 schrieb:Vielleicht wollte sie Geld einzahlen. Der Erste des Monats ist oft der Zahltag. Für mich wirken die Gegenstände eher so wie "übrig geblieben und muss schnell verschwinden" (Schuhe, Mantel, Handtasche). Das sind genau die Sachen, die man in geschlossenen Räumen nicht trägt.
Stimmt - es sind sicher die naheliegendsten Schlüsse, die man ziehen könnte.
Falls der Vater diese Dinge dort hingelegt haben sollte, machte es aber beispielsweise wenig Sinn. In der Wandsbeker Wohnung hätten sie ja keinen Verdacht erregt.
Falls diese Dinge beispielsweise in Wilster liegengeblieben wären, hätte er zur Ablage auch nicht extra nach Billrook brausen müssen - um sie dann so offen zu präsentieren.

Es bleibt auch immer noch dieser Widerspruch zwischen sorgsamster Verbergung der Leiche und achtloser Ablage dieser Utensilien.
Deswegen tendiere ich immer noch dazu, diese Dinge als gelegte manipulierte Spur zu betrachten: die Klamotten schwimmend auf dem Graben - und dann wie mit einem Fähnchen markiert - Ausweis, Sparbuch und Monatskarte im trockenen daneben gelegt.
Interessant wäre es vielleicht darüber nachzudenken, in welche Richtung der Täter die Ermittler lenken wollte, mein Vorschlag:

- Ines wurde ermordet
- von den Leuten im Obdachlosenlager
- sie wurde in der Gegend in einem Kanal versenkt
- holt Eure Hunde, aktiviert die Hundertschaft, taucht in die dunklen Kanäle und heizt den Asozialen ein..

Falls es der Disco-Mörder gewesen sein sollte, könnte ich mir vorstellen, dass es ihm Freude bereitete, sein Spiel mit der Polizei und der Öffentlichkeit zu treiben.
Er genoss es, das Kopfkino in Gang zu setzen.

Hier hatten wir uns Gedanken über die Kommunikation des "Disco-Mörders" gemacht und ähnliche Schlüsse gezogen:

Diskussion: Frauenmorde im Elbe-/Weserraum (Beitrag von GonzoX)


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Iris Schwarz 1980 in Hamburg verschwunden

09.03.2020 um 21:35
waldkind7 schrieb:Wichtig wären Hinweise, die belegen, dass Iris persönlichen Kontakt nach Billbrook hatte.
Hallo @waldkind7 ,

ich halte das eigentlich nicht für nötig.
Der Täter könnte sie durchaus auf dem Weg zur Arbeit gekidnappt haben.
Sie brach gewöhnlich um 4:50 in Wandsbek auf. Da ist es stockdunkel und einsam. Der Berufsverkehr hat noch lange nicht eingesetzt.
Der Bäcker wird schon gewusst haben, warum er sich Sorgen machte und den Vater anrief.

Alternativ könnte ich mir vorstellen, dass sie tatsächlich jemanden kennengelernt hatte, der ihr ein besseres Leben versprach (vielleicht auch einen tollen Job) und sie in eine Falle lockte.
Für diese Variante "Neuanfang" würden die mitgeführten Ausweis und Sparbuch sprechen.


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Iris Schwarz 1980 in Hamburg verschwunden

09.03.2020 um 21:44
GonzoX schrieb:In der Wandsbeker Wohnung hätten sie ja keinen Verdacht erregt.
Doch, ziemlich sogar. Wenn die Sachen ansonsten in der Wandsbeker Wohnung verblieben wären (was wir keinesfalls wissen und was ich keinesfalls unterstellen will), wäre ziemlich deutlich, dass Iris die Wohnung möglicherweise nicht lebend verlassen hätte. Denn ohne ihre Schuhe und Jacke hätte sie die Wohnung Ende Februar keinesfalls verlassen. Und wenn sie die Wohnung gewöhnlich nicht ohne Handtasche verließ, dann auch nicht ohne Handtasche.
GonzoX schrieb:die Klamotten schwimmend auf dem Graben - und dann wie mit einem Fähnchen markiert - Ausweis, Sparbuch und Monatskarte im trockenen daneben gelegt.
War das denn genau so?


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Iris Schwarz 1980 in Hamburg verschwunden

09.03.2020 um 22:04
@sooma + @otternase

Sehr interessant, der Exkurs in die Billbrooker Geschichte.

Hier habe ich noch eine Kamerafahrt entlang der Liebigstraße entdeckt.
Bei min. 0:20 geht es an der Unterkunft Berzeliusstraße vorbei. (Pavillon-Häuser).
Genau gegenüber an der einspurigen Güterbahnstrecke hatte ich den Ablageort vermutet.
Es gibt dort einen kleinen trockengelegten Graben. Ursprünglich war er sicher mit dem "Moorfleetgraben" verbunden.
(in Aktenzeichen XY ist allerdings eine andere Stelle auf der Karte gekennzeichnet)

Hamburg, Germany: Billbrook - Liebigstraße - 4K (UHD/2160p/60p) - Car Ride Video


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otternase
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Iris Schwarz 1980 in Hamburg verschwunden

09.03.2020 um 22:33
sören42 schrieb:Der Erste des Monats ist oft der Zahltag. Für mich wirken die Gegenstände eher so wie "übrig geblieben und muss schnell verschwinden" (Schuhe, Mantel, Handtasche). Das sind genau die Sachen, die man in geschlossenen Räumen nicht trägt.
1) die Zeiten der "Lohntüte" waren 1980 schon lange vorbei, zu der Zeit wurden Gehälter, auch für Lehrlinge, schon lange nur noch unbar ausgezahlt, das ist keine Erklärung für das Sparbuch

2) das mit den Sachen, die man nicht in geschlossenen Räumen trägt, stimmt, es deutet darauf hin, dass Iris nicht auf offener Straße, sondern in einer Wohnung getötet wurde und dort vermutlich auch noch freiwillig hingegangen und die Draußenkleidung selbst abgelegt hat. Wieder ein Hinweis auf eine Beziehungstat.
GonzoX schrieb:Falls der Vater diese Dinge dort hingelegt haben sollte, machte es aber beispielsweise wenig Sinn. In der Wandsbeker Wohnung hätten sie ja keinen Verdacht erregt.
Falls diese Dinge beispielsweise in Wilster liegengeblieben wären, hätte er zur Ablage auch nicht extra nach Billrook brausen müssen - um sie dann so offen zu präsentieren.
das ist halbwahr:
die Dinge wie Sparbuch, Konzertkarte usw. hätte der Vater natürlich problemlos in der Wandsbeker Wohnung liegen lassen können, ohne dass dies einen Verdacht erweckt hätte
die Draußen-Bekleidung wie Schuhe, Mantel, Handtasche und auch sowas wie Bus-Monatsticket hingegen hätte er unbedingt fortschaffen müssen, und zwar so, dass das weit entfernt von der Wohnung gefunden wird, um seine Behauptung, Iris sei pünktlich zur Arbeit aufgebrochen, zu stützen und daher den Verdacht auf einen Tatort fernab der Wohnung zu lenken
GonzoX schrieb:Interessant wäre es vielleicht darüber nachzudenken, in welche Richtung der Täter die Ermittler lenken wollte, mein Vorschlag:

- Ines wurde ermordet
- von den Leuten im Obdachlosenlager
- sie wurde in der Gegend in einem Kanal versenkt
- holt Eure Hunde, aktiviert die Hundertschaft, taucht in die dunklen Kanäle und heizt den Asozialen ein..
mir würde noch einfallen: Ablenkung von einem Tatort in Wandsbek oder in Wilster


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Iris Schwarz 1980 in Hamburg verschwunden

09.03.2020 um 23:57
@otternase
otternase schrieb:1) die Zeiten der "Lohntüte" waren 1980 schon lange vorbei, zu der Zeit wurden Gehälter, auch für Lehrlinge, schon lange nur noch unbar ausgezahlt
So meinte ich das auch nicht. Sondern so, dass sie womöglich Geld am Ersten abheben wollte, um es aufs Sparbuch einzuzahlen. Dafür musste sie das Sparbuch ja vorlegen.


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Iris Schwarz 1980 in Hamburg verschwunden

10.03.2020 um 10:21
@GonzoX

Wir hatten gestern ja schon privat kurz geschrieben und nun möchte ich deine Fragen bezüglich ob sie eine Sinteza hätte sein können, ob es damals in den 60ern üblich war traditionelle Vornamen unter Sinti zu vergeben u.s.w. öffentlich nochmal beantworten.

Der Nachname Schwarz ist sowohl ein normaler deutscher Nachname sowie auch ein Nachname bei den Sinti´s. Ich persönlich kenne auch welche von Familie Schwarz bei Sinti´s.

In den 60ern war es auf jedenfall so, dass traditionelle Vornamen ausgesucht wurden, vor allem für den Ausweis. Genannt wurden und werden die meisten damals sowie heute anders und nicht mit dem Vornamen der im Ausweis steht. Es war damals bei meinem Opa und all seinen Geschwistern so, es ist bei meinem Vater auch so und auch bei sehr vielen anderen aus meiner Familie so üblich.

Ob sie typisch wie eine Sinteza aussah ist schwer zu beantworten, da es ein sehr altes Foto ist. Es könnte aber durchaus wirklich so sein. Die meisten haben natürlich schwarze bzw dunkle Haare, aber längst nicht alle. Bei uns in der Familie gibt es auch welche die total blond sind und wo man es auch nicht denken würde.


Ich möchte hierzu nun aber auch vermerken, dass ich absolut NICHT davon ausgehe, dass ihr deswegen etwas passiert ist. Ich bin mir ziemlich sicher, nachdem ich mir alles durchgelesen habe, wer der Täter ist. Ich habe meine ganz eigene Theorie dazu. Leider glaube ich kaum, dass dieser Fall noch aufgeklärt wird.

Die Sache mit dem Sparbuch würde ich mir eventuell so erklären, dass sie es grundsätzlich in ihrer Tasche mit sich trug, welche ja entsorgt wurde. Einfach aus dem Grund, weil diese Wohnung ja eben nicht ihr allein gehörte und der Vater vermutlich ständig zugang hatte und sie nicht wollte, dass er da bei geht. Wäre vielleicht auch eine Erklärung, aber man weiss es nicht und wird vermutlich auch nie mehr erfahren.


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Iris Schwarz 1980 in Hamburg verschwunden

10.03.2020 um 10:54
sören42 schrieb:So meinte ich das auch nicht. Sondern so, dass sie womöglich Geld am Ersten abheben wollte, um es aufs Sparbuch einzuzahlen. Dafür musste sie das Sparbuch ja vorlegen.
Vielleicht hatte sie es aber tatsächlich auch immer dabei, ich kann mir das auch gut so vorstellen, war auch mein Gedanke:
einfach-ich schrieb:Die Sache mit dem Sparbuch würde ich mir eventuell so erklären, dass sie es grundsätzlich in ihrer Tasche mit sich trug, welche ja entsorgt wurde. Einfach aus dem Grund, weil diese Wohnung ja eben nicht ihr allein gehörte und der Vater vermutlich ständig zugang hatte und sie nicht wollte, dass er da bei geht.
einfach-ich schrieb:Wäre vielleicht auch eine Erklärung, aber man weiss es nicht und wird vermutlich auch nie mehr erfahren.
Ist jetzt 40 Jahre her, mögliche Beteiligte sind inzwischen recht alt oder schon verstorben, bisher hat niemand etwas zur Aufklärung beitragen können oder wollen, trotz des neuerlichen Aufrufs - ja, das gibt leider wenig Hoffnung.


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Iris Schwarz 1980 in Hamburg verschwunden

10.03.2020 um 18:46
GonzoX schrieb:die Klamotten schwimmend auf dem Graben - und dann wie mit einem Fähnchen markiert - Ausweis, Sparbuch und Monatskarte im trockenen daneben gelegt.
Das Kalkül des Täters könnte auch gewesen sein, dass ein Kleinkrimineller (Gelegenheitsdieb), womöglich aus der Obdachlosenunterkunft, das Sparbuch und die Konzertkarte an sich nimmt und versucht, an das Geld auf dem Sparbuch zu kommen bzw. die Konzertkarte zu verkaufen. Das hätte die Polizei für eine Weile abgelenkt. Die Chancen dafür, dass so ein Kalkül aufgeht, hätten meiner Meinung nach nicht schlecht gestanden (mit der Milieustudie aus dem Spiegel https://www.spiegel.de/panorama/armut-in-deutschland-letzte-ausfahrt-billbrook-a-185472.html vor Augen), dass eine arme Seele das versucht - doch es kam, wie wir wissen, anders:
1988 schrieb am 15.09.2019:7 Tage nach ihrem Verschwinden, fanden am 07.03.1980 Arbeiter in einem Abwassergraben an der Liebigstraße/Berzeliusstraße die weißen Turnschuhe und die grüne Lodenjacke des Mädchens. Ihre braune Handtasche lag an einer Böschung unter einem Strauch.
In der Handtasche befand sich ihre Geldbörse, ihre Monatskarte, Sparbuch, Personalausweis, ein Notizbuch und eine Eintrittskarte für ein Howard Carpendale Konzert, dass sie mit einer Freundin besuchen wollte.


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otternase
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Iris Schwarz 1980 in Hamburg verschwunden

10.03.2020 um 19:02
@sören42
sehr guter Gedanke. Angesichts der Umstände dort war die Wahrscheinlichkeit hoch, dass ein Finder dieser Dinge die sich einsteckt und entweder die nie wieder auftauchen, oder verstreut und auf nicht nachvollziehbarem Wege viel später auftauchen, oder aber bei dem Finder auftauchen und den Verdacht auf diesen lenken. Eigentlich ist es fast überraschend, dass das nicht geschehen ist. Oder ist es vielleicht doch geschehen? Vielleicht hat der Täter dort mehr Dinge von Iris abgelegt, aber ein Teil davon war bereits von einem Anwohner eingesteckt worden...?


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Iris Schwarz 1980 in Hamburg verschwunden

10.03.2020 um 19:03
sören42 schrieb:Die Chancen dafür, dass so ein Kalkül aufgeht, hätten meiner Meinung nach nicht schlecht gestanden
1988 schrieb am 15.09.2019:7 Tage nach ihrem Verschwinden, fanden am 07.03.1980 Arbeiter in einem Abwassergraben an der Liebigstraße/Berzeliusstraße
Deswegen denke ich auch, dass es nicht unrealistisch wäre, dass die Sachen erst kurz vor dem Fund dort abgelegt oder hingeworfen wurden.

Wenn man von einer voll bekleideten Iris ausgeht, die das Haus verlassen hat (nach Aussage des Vaters) und diese Sachen nun abzieht, bleibt - eine Iris auf Socken. Entweder noch nicht voll bekleidet oder nicht mehr.


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Iris Schwarz 1980 in Hamburg verschwunden

10.03.2020 um 19:20
sooma schrieb:Wenn man von einer voll bekleideten Iris ausgeht, die das Haus verlassen hat (nach Aussage des Vaters) und diese Sachen nun abzieht, bleibt - eine Iris auf Socken.
...und ohne Jacke (Ende Februar) sowie ohne Handtasche. Andere Kleidungsstücke und Iris selbst bleiben aber verschwunden.
sooma schrieb:Deswegen denke ich auch, dass es nicht unrealistisch wäre, dass die Sachen erst kurz vor dem Fund dort abgelegt oder hingeworfen wurden.
Das ist sehr gut möglich, die Frage ist, wo die Gegenstände dann vorübergehend aufbewahrt wurden und weshalb sie nicht zusammen mit der Leiche verschwanden. Etwa, weil sie sich in geschlossenen Räumen aufhielt, als sie getötet wurde? Oder weil die Gegenstände nicht mehr mit in den Koffer passten (ausgehend von der Fragestellung nach dem gr. Koffer/Kiste in der XY Sendung)? Wohin könnte Iris verbracht worden sein? Ich vermute, in Wilster wird man jeden Stein auf dem Grundstück umgedreht haben.


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Iris Schwarz 1980 in Hamburg verschwunden

10.03.2020 um 20:33
Hallo @einfach-ich ,

vielen Dank für die Info und Deine Sicht der Dinge!

Es ist ja klar und sicher auch berechtigt, dass man damals und auch heute noch den Täter innerhalb der Familie sucht.
Andererseits konnte man auch damals schon derlei Beziehungstaten zu 90 % oder mehr aufklären. Vor allem dann wenn man so einen medialen Aufwand betrieb. Damals hat man dem Vater ja quasi ganz Hamburg auf den Hals gehetzt. Und nun hat er auch noch die XY-Fahndung überstanden.
Nun müsste man, meiner Meinung nach, auch anderen Möglichkeiten wie der, dass sie Opfer eines anonymen Serienkillers oder gar einer radikalen Organisation wurde (oder einem Serienkiller der gleichzeitig auch einer Organistation angehörte), etwas Raum geben.

Ich bin übrigens gar nicht so pessimistisch, dass man nicht diesen Fall doch noch aufklären kann.
Vieilleicht hat man ja auch eine interssante DNA-Spar an ihren abgelegten Dingen gefunden.


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Iris Schwarz 1980 in Hamburg verschwunden

10.03.2020 um 21:21
sören42 schrieb:Doch, ziemlich sogar. Wenn die Sachen ansonsten in der Wandsbeker Wohnung verblieben wären (was wir keinesfalls wissen und was ich keinesfalls unterstellen will), wäre ziemlich deutlich, dass Iris die Wohnung möglicherweise nicht lebend verlassen hätte. Denn ohne ihre Schuhe und Jacke hätte sie die Wohnung Ende Februar keinesfalls verlassen. Und wenn sie die Wohnung gewöhnlich nicht ohne Handtasche verließ, dann auch nicht ohne Handtasche.
Stimmt auch wieder...
Vielleicht hatte der Vater sich in der Vernehmung auf bestimmte Kleidungsstücke festgelegt und als die Vernehmer ihm immer mehr auf die Pelle rückten und die Wohnungsdurchsuchung drohte, musste er die Dinge schnell loswerden.

Was das Sparbuch und den Ausweis betrifft, kann ich mich erinnern, dass man weder das eine noch das andere eigentlich nie im Alltag (in den 80ern) mit sich rumgetragen hat.
Das Sparbuch hat man allerdings mit in den Auslands-Urlaub genommen, weil man damit auch dort ein paar mal Geld abheben konnte.
Ich halte es auch für fraglich, dass Iris ihren kargen Lehrlings-Lohn aufs Sparbuch eingezahlt hat. Am Monatsende war sie sicher pleite und brauchte das Geld für ihren täglichen Bedarf.
Da der Vater als Monteur in AKWs arbeite, hatte er sicher keine finanziellen Sorgen. Das magere Sparbuch war bei ihm wohl kaum in Gefahr.


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otternase
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Iris Schwarz 1980 in Hamburg verschwunden

11.03.2020 um 08:47
GonzoX schrieb:Es ist ja klar und sicher auch berechtigt, dass man damals und auch heute noch den Täter innerhalb der Familie sucht.
definitiv
GonzoX schrieb:Andererseits konnte man auch damals schon derlei Beziehungstaten zu 90 % oder mehr aufklären. Vor allem dann wenn man so einen medialen Aufwand betrieb. Damals hat man dem Vater ja quasi ganz Hamburg auf den Hals gehetzt. Und nun hat er auch noch die XY-Fahndung überstanden.
richtig
GonzoX schrieb:Nun müsste man, meiner Meinung nach, auch anderen Möglichkeiten wie der, dass sie Opfer eines anonymen Serienkillers oder gar einer radikalen Organisation wurde (oder einem Serienkiller der gleichzeitig auch einer Organistation angehörte), etwas Raum geben.
das ist meiner Ansicht nach ein zu großer, wilder Sprung. Ich denke, es ist sehr viel wahrscheinlicher, den Täter trotzdem im nahen Umfeld von Iris zu suchen. Leider wissen wir zu wenig über ihr Umfeld. Nicht einmal, ob sie einen Freund hatte und sich von ihm getrennt hatte (warum?), wie es in der Zeitung stand, oder ob sie gar keinen Freund hatte, wie es im AZ XY Film dargestellt wurde, ist klar. Noch viel weniger, wen sie in Wilster oder in Hamburg ausser der einen im Filmfall genannten Freundin noch kannte... Und auch über ihre Verwandtschaft abseits von Vater und Mutter und Geschwistern wissen wir wenig. Es gab offenbar noch eine Tante in Hamburg, aber schon über die wissen wir nichts.
Wenn sie wirklich Sinteza war, was ich zwar nicht glaube, aber nehmen wir mal an, es sei so, dann hätte sie doch sehr wahrscheinlich viele Verwandte gekannt, Familienbande wird in dieser Volksgruppe doch groß geschrieben und weit ausgelegt.
GonzoX schrieb:Vieilleicht hat man ja auch eine interssante DNA-Spar an ihren abgelegten Dingen gefunden.
das Problem bei einem Täter in der Familie oder im näheren, bekannten Freundeskreis, wäre, dass eine DNA Spur des Täters auf den abgelegten Dingen auch ganz harmlos erklärt werden kann. Dass sich zB. Spuren vom Vater auf den Dingen befinden, würde weder für noch gegen ihn sprechen.


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Iris Schwarz 1980 in Hamburg verschwunden

11.03.2020 um 09:16
otternase schrieb:Und auch über ihre Verwandtschaft abseits von Vater und Mutter und Geschwistern wissen wir wenig. Es gab offenbar noch eine Tante in Hamburg, aber schon über die wissen wir nichts.
Wir wissen zumindest, es gab mehr Anverwandte als die Tante, denn die Kinder wurden ja Ende 1979 getrennt (1978 verließ die Mutter die Familie, die Kinder kamen in Obhut des JA, im Mai wurde gegen den Vater ermittelt) an drei verschiedene Stellen zur Verwandtschaft gegeben:
https://www.abendblatt.de/archive/1980/pdf/19800312.pdf/ASV_HAB_19800312_HA_004.pdf

Iris wohl zur Tante, zwei Kinder nach Farmsen und einmal zwei und einmal eines nach Wandsbek:
https://www.abendblatt.de/archive/1980/pdf/19800308.pdf/ASV_HAB_19800308_HA_003.pdf

Im August 1979 hatte Iris ihre Lehre begonnen, trotz all der Umstände.


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Iris Schwarz 1980 in Hamburg verschwunden

12.03.2020 um 11:36
otternase schrieb:das ist meiner Ansicht nach ein zu großer, wilder Sprung. Ich denke, es ist sehr viel wahrscheinlicher, den Täter trotzdem im nahen Umfeld von Iris zu suchen. Leider wissen wir zu wenig über ihr Umfeld.
So ist es sicherlich und wird auch von den Ermittlern so gesehen.
Diese prüfen aber auch einen möglichen Bezug zu dem Serienkiller des Elbe-Weser-Raumes.
Mir ist übrigens schleierhaft, welche Fälle der Ermittler meint, wenn er von der "Serie des Disco-Mörders im Raum Bremen-Cuxhaven-Bremerhaven, 1971-1980 / 6 tote + 7 vermisste" spricht.
Vermutlich hat er sich in den Jahreszahlen vertan.
min. 19:47
https://www.dailymotion.com/video/x7lex06

Dieser Bezug und der lange vergebliche Versuch diese vermeintlichen Beziehungstaten aufzuklären (wozu ja auch ein Täter im Bekannten - oder Verwandtenkreis gehörte), lassen die Wahrscheinlichkeiten sich annähern.

Und es können ja auch durchaus mal unwahrscheinliche Dinge geschehen. Es gibt ja sogar Leute die 6-Richtige-im-Lotto tippen, obwohl das quasi unmöglich ist.

Wie Du auch schreibst, wissen wir nicht viel über ihren Vewandten- und Freundeskreis und können deswegen auch nicht besonders darüber diskutieren. Und das ist auch gut so...

Über die Serie des "Disco-Mörders" wissen wir hingegen durchaus einiges. Und wenn es gelänge Iris' Fall hier einzuordnen, würde wieder eine neue Schnittmenge entstehen. Also könnten wir noch etwas mehr von dem Täter- (oder Täterkreis) erfahren.

Das eine schließt ja auch das andere nicht aus: die Polizei sucht offensichtlich nach einem Täter aus Iris' Umfeld, dem man gleichzeitig auch die Serie zutraut.
Ich würde nicht ausschließen, dass es hier Hinweise aus einer erweiterten DNA-Analyse gegeben hat.


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Iris Schwarz 1980 in Hamburg verschwunden

12.03.2020 um 11:43
Dieser Bezug Iris / Elbe-Weser wurde übrigens schon damals 1980 vermutet.
Dass nun alle vermissten jungen Frauen gemeinsam seit 40 Jahren verschollen geblieben sind, ist eine deutliche starke Untermauerung dieser These.


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