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Iris Schwarz 1980 in Hamburg verschwunden

573 Beiträge, Schlüsselwörter: Vermisst, Hamburg, 1980

Iris Schwarz 1980 in Hamburg verschwunden

01.05.2020 um 23:31
Hallo @sören42 ,

stimmt der Täter hat die Leiche nicht im Billbrook-Kanal abgelegt.
Aus Sicht der damals suchenden Polizisten war dies aber sicher naheliegend.
Als Ortsunkundiger kommt man allerdings gar nicht auf die Idee, dass sich an dieser Stelle - hinter Graben, Bahnschienen und Wall - ein Kanal mit Bootsanleger befinden könnte.
Ob sich dort wohl ein Zaun befindet (bzw. damals befand)?
Eine Ablage im Wasser scheidet, meiner Meinung nach, fast aus. Derart beseitigte Leichen tauchen doch in der Regel früher oder später wieder auf. Man denke nur an die in den letzten Jahren in Hamburg "spurlos verschwundenen" Männer, die man dann doch nach einiger Zeit aus der Elbe fischte.
Auch "ewig" vermisste wie Frauke Liebs, Peggy Knobloch, Tanja Gräff oder Lolita Briegel wurden schließlich doch noch gefunden.
Umso ungewöhnlicher ist das gemeinsame und paralle 40-jährige Verschwinden der jungen norddeutschen Frauen.
Schon damals vermutete man Iris könnte zu dieser Gruppe gehören. Obwohl sie erst wenige Wochen vermisst war. Dass man auch sie bis heute nicht gefunden hat, ist ein starkes Indiz dafür, dass sie dem gleichen Täter - oder sagen wir Phänomen - zum Opfer gefallen ist.
sören42 schrieb:Der war bei den Frauenmorden im Elbe-/Weserdreieck doch anders. Disco Bekanntschaften ("Kifferdiscos") oder Tramperinnen.
Meinem Verständnis nach lassen die Macher des XY-Filmchens auch diese Möglichkeit bewusst zu, indem sie diesen Disco-Abend mit dem aufdringlichen Verehrer mit aufgenomen haben.
Die Kennenlern bzw. Anbahn-Situation ist übrigens gar nicht so eindeutig Disco oder Tramp wie man meint.
Hier hatten wir uns mal für die "Große Serie" darüber Gedanken gemacht.
Diskussion: Frauenmorde in Münster und Heidelberg (Beitrag von GonzoX)

Auch ein aufwendiges stalking wäre durchaus denkbar und nicht untypisch.

Im vermeintlichen zeitlichen Rhythmus der Taten könnte der Iris-Fall tatsächlich eine Lücke füllen.
Optisch passt sie sehr gut zu den weiteren norddeutschen Fällen.

Diskussion: Frauenmorde im Elbe-/Weserraum (Beitrag von GonzoX)


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Iris Schwarz 1980 in Hamburg verschwunden

02.05.2020 um 10:23
Ich denke auch, ein wesentlicher Zusammenhang der einzelnen Fälle ist, dass die Mädchen weder lebend noch tot jemals wieder gefunden wurden. Dass andere Details dann ggf etwas abweichen und in jedem Fall etwas individuell sind, muss nichts heißen. Dass aber Wasser irgendwie in mehreren Fällen einen Zusammenhang darstellen könnte, finde ich schon sehr interessant. Wenn der oder die Täter tatsächlich Zugang zu Booten gehabt haben sollten (geklaut, geliehen, besessen, o.ä.) könnte das zumindest ein Merkmal in einigen der Fälle sein und schließt den Zusammenhang zu anderen Fällen dennoch nicht aus.

Es besteht die Möglichkeit, dass Iris den Täter gar nicht kannte und Zufallsopfer wurde. Es besteht ebenso die Möglichkeit, dass Iris den Täter kannte und dieser spontan/situativ die Chance nutzte oder sogar gezielt und geplant vorging. Wenn dieser Täter ein Serientäter ist und für alle/viele der norddeutschen/deutschen? Vermisstenfälle im Weser-Elbe-Raum verantwortlich ist, dann ist es sowohl möglich, dass er spontan eine sich auftuende Situationen nutzte oder eben gezielt auf der Jagd war oder gezielt ausgesuchte Opfer suchte und Situationen herbeiführte. Iris kann also auf der Straße überredet worden sein und genausogut überwältigt. Und dann ist es eben sehr gut möglich, dass Iris Opfer wurde, weil der norddeutsche Serientäter sie eben kannte und sie zufällig traf, überzeugte, freiwillig ins Auto zu steigen und er die Situation nutzte.

Und wenn dieser Täter dann Zugang zu einem Boot gehabt haben sollte, könnte sie auf diesem Wege tot oder lebendig weggeschafft worden sein. Und dann könnte sie sehr gut in die Reihe der Opfer passen, die seit Jahrzehnten vermisst werden.


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Iris Schwarz 1980 in Hamburg verschwunden

02.05.2020 um 11:40
darkstar69 schrieb:Es besteht die Möglichkeit, dass Iris den Täter gar nicht kannte und Zufallsopfer wurde.
@darkstar69
Aber mal im Ernst, wirklich plausibel wäre es nicht. Sie soll ihre Wohnung frühmorgens verlassen haben, um mit ÖPNV in die Bäckerei zu fahren. Die Zugriffsituationen bei den anderen Opfern waren sehr viel anders. Morgens in Hamburg sind jede Menge Leute unterwegs, aber niemand will sie gesehen haben. Sie nahm gemäß Abendblatt immer den gleichen Bus zur gleichen Uhrzeit, usw.

Wir haben aus dem Abendblatt ein paar Informationen zu Iris' familiärem Umfeld: Beitrag von sören42, Seite 25
Eine "Discoverbindung" gibt es auch hier. Gleichwohl muss man aber auch betonen, dass das natürlich nicht in Verbindung zu den verschwundenen Personen, geschweige denn einem Mord, stehen muss. Das Abendblatt schien ja damals sehr offensiv in diese Richtung zu berichten.


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Iris Schwarz 1980 in Hamburg verschwunden

03.05.2020 um 02:06
@sören42
Klar. Es muss wenn eine Situation gegeben haben, die wenig auffallend war und in der der Täter großes Glück hatte. Richtig.
Dennoch gibt es auch andere Fälle, in denen Menschen einfach so auf offener Straße verschwanden und niemand bekam etwas davon mit. Z.B. ist Adelina (wenn sie denn nicht im Wohnhaus selber entführt wurde) auf wenigen Metern am hellichten Tag auf einer Hauptverkehrsstraße in einem sehr belebten Viertel zwischen Hochhäusern verschwunden. Da werden hunderte von Menschen anwesend gewesen sein.

Wie eine fremde Person Iris auf offener Straße unbemerkt überwältigt oder überzeugt haben könnte, ist nicht klar. Richtig. Aber möglich ist es. Pistole oder Messer vor die Nase halten, reicht evtl schon.

Und wenn wir uns ein mögliches Szenario mit U.S. als Dosco-Mörder angucken, die Möglichkeiten dazu hatte er ja offenbar, dann wäre es sehr interessant zu erfahren, was die Polizei dazu ermitteln konnte. Welche Arbeitsaufträge hatte U.S. denn in den 70ern? Wo hat er sich aufgehalten? Sie wird seine Anstellungen und Einsätze doch relativ gut nachvollziehen können. War es ihm möglich mit Wohnmobil usw im Cuxland rumzucruisen in den besagten Zeiten? Die Polizei hat sich dazu nie konkreter geäußert, soweit ich weiß. Allerdings zeigt die Frage an die Bevölkerung, ob er dort gesehen wurde auch, dass er kein Alibi nachweisen konnte, woanders gewesen zu sein.

Und richtig, es ist weiterhin sehr interessant, dass die Tochter eines bekannten Sexualstraftäters, der eine entsprechend schwierige Beziehung zur Tochter führte, und der als Tatverdächtiger in einer Vermisstenserie gilt, ebenso spurlos über Jahrzehnte verschwindet.


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Iris Schwarz 1980 in Hamburg verschwunden

04.05.2020 um 21:18
GonzoX schrieb am 30.04.2020:Mich interessiert immer noch dieser Fundort Iris' Utensilien.
Und zwar nun Variante 2, also der bei AZXY gezeigte Ort, gegenüber dem Zinkhüttenweg, quasi unmittelbar am Billbrook-Kanal.
GonzoX schrieb am 30.04.2020:Was ich an diesem Ort aber noch besonders und erwähnenswert finde, ist dessen strategische Qualität für den oder die vermeintlichen Kidnapper.
Die Gedanken mit der Wasserlage bzw. unmittelbare Nähe zum Kanal finde ich auch sehr interessant.

Der Ablageort der Kleidung in direkter Näher zum Kanal könnte aus meiner Sicht auch auf irgendeinen Bezug des Täters zu Wasser hindeuten. In diesem Zusammenhang finde ich die geografische Nähe zum Wasser bei den anderen Opfern/vermissten Frauen: Elbeweser, Bremerhaven, Cuxhaven und schließlich Iris aus Hamburg (Elbe) schon sehr auffällig.
darkstar69 schrieb:Ich denke auch, ein wesentlicher Zusammenhang der einzelnen Fälle ist, dass die Mädchen weder lebend noch tot jemals wieder gefunden wurden. Dass andere Details dann ggf etwas abweichen und in jedem Fall etwas individuell sind, muss nichts heißen. Dass aber Wasser irgendwie in mehreren Fällen einen Zusammenhang darstellen könnte, finde ich schon sehr interessant. Wenn der oder die Täter tatsächlich Zugang zu Booten gehabt haben sollten (geklaut, geliehen, besessen, o.ä.) könnte das zumindest ein Merkmal in einigen der Fälle sein und schließt den Zusammenhang zu anderen Fällen dennoch nicht aus.
darkstar69 schrieb:Und wenn dieser Täter dann Zugang zu einem Boot gehabt haben sollte, könnte sie auf diesem Wege tot oder lebendig weggeschafft worden sein. Und dann könnte sie sehr gut in die Reihe der Opfer passen, die seit Jahrzehnten vermisst werden.
Wenn wir uns auch die zeitliche Abfolge der verschwundenen/getöteten Frauen ansehen, die Orte sowie das Alter und Aussehen der Frauen berücksichtigen, könnte man in meinen Augen schon ein gewisses Muster erkennen. Da einige Opfer bis heute verschwunden sind, wäre es mMn auch denkbar, dass der Täter die Opfer an einen nur ihm bekannten bzw. zugänglichen Ort verbrachte (evtl. noch lebend), wo er sie tötete und dann “verschwinden“ ließ.

Durch die kombinierte Nutzung von PKW und einem Boot wären die Distanzen im Dreieck (Elbeweser-Bremerhaven-Cuxhaven) und Hamburg überwindbar und dies wäre aus meiner Sicht auch taktisch klug. Wenn ich diesen Gedankenansatz weiterführe, könnte der Täter ein Boot besessen haben und ein mögliches Versteck in räumlicher Nähe oder gar direkt am Wasser gelegen haben. Es könnte z.B. ein Privatgrundstück mit Wasserzugang gewesen sein, wo er beispielsweise sein Boot(?) überwintern ließ (hier wären auch nochmal die zeitlichen "Pausen" interessant, die zwischen den Taten lagen). Damit hätte die Polizei nicht ohne weiteres Zutritt gehabt. Ein Objekt, wie z.B. ein Bootshaus, hätte ohne Pacht//Mietvertrag oder wenn es einem Bekannten gehörte und nur vom Täter genutzt wurde, nicht unbedingt in Zusammenhang mit ihm durch die Polizei gebracht werden können. Die Miete hätte auch in bar bezahlt werden können, sodass es keinen erkennbaren Zusammenhang zwischen Objekt/Grundstück und Täter gegeben hätte.

Wenn der Täter über ein Boot/Bootshaus verfügte, hätte er die Mädchen/Frauen z.B. dorthin zum “Chillen“ einladen können, wo es dann abschließend auch zur Tötung kam. Vorstellen könnte ich mir auch, dass er Drogen konsumierte oder gekifft hat, was u.U. den Zugang zu den Frauen erleichtet haben könnte. Ich finde, dass würde auch gut zur Strategie des “Discomörders“ passen: Den Mädchen auflauern und in ein Gespräch verwickeln, mit dem Ziel, sie mit zu sich zu nehmen. Bezüglich der Überlegung mit einem Bootshaus/Boot, wäre dieses an allen Orten möglich gewesen, mit seinem PKW hätte er die Opfer abgefangen und dann dorthin verbracht. Vielleicht hat jemand eine Idee, wie er das organisiert haben könnte.

Offen blieb auch die Frage, wie der Täter Iris am frühen Morgen hätte überreden können, in sein Auto zu steigen. Die “Chillen“ Masche hätte zu der Zeit sicher nicht funktioniert… Und da Iris als schüchtern galt, wäre sie vmtl. auch nicht freiwillig zu einem Fremden eingestiegen. Aber er könnte sie morgens in der Dunkelheit überwältigt und weggeschnappt haben.


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Iris Schwarz 1980 in Hamburg verschwunden

05.05.2020 um 05:30
waldkind7 schrieb:Durch die kombinierte Nutzung von PKW und einem Boot wären die Distanzen im Dreieck (Elbeweser-Bremerhaven-Cuxhaven) und Hamburg überwindbar und dies wäre aus meiner Sicht auch taktisch klug. Wenn ich diesen Gedankenansatz weiterführe, könnte der Täter ein Boot besessen haben und ein mögliches Versteck in räumlicher Nähe oder gar direkt am Wasser gelegen haben. Es könnte z.B. ein Privatgrundstück mit Wasserzugang gewesen sein, wo er beispielsweise sein Boot(?) überwintern ließ (hier wären auch nochmal die zeitlichen "Pausen" interessant, die zwischen den Taten lagen).
Ja, es könnte ein einfaches Wochenendhaus mit Wasserzugang gewesen sein. Irgendwo an einem kleineren Flüsschen, von dem aus man aber auch an die größeren heranfahren konnte und anderswo an die Häfen Zugang erhielt. Und von wo aus man mit dem Auto im ganzen Weser-Elbe-Dreieck und umzu mit Auto problemlos herumfahren konnte. Es müsste gar nicht einmal sein, dass der/die Täter selber Eigentümer ist/sind. Ein regelmäßiger Zugang reicht ja vollkommen aus.

Und da in verschiedenen Fällen eben auch der Aspekt Drogen auftauchte, könnte man auch einen gewissen Drogenhandel mit Wasser, Auto, Boot, usw in Verbindung bringen.

Theoretisch wäre also denkbar, dass ein Boot regelmäßig von Holland nach Hamburg oder Bremerhaven fuhr usw und seinen "Standort" irgendwo in der Mitte hatte. So könnte auch Iris verschwunden sein. Inwiefern Iris oder ihr Vater konkreten Kontakt zu Kiffern oder Dealern hatte, wissen wir nicht, oder?


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Iris Schwarz 1980 in Hamburg verschwunden

07.05.2020 um 12:56
sören42 schrieb am 02.05.2020:Aber mal im Ernst, wirklich plausibel wäre es nicht. Sie soll ihre Wohnung frühmorgens verlassen haben, um mit ÖPNV in die Bäckerei zu fahren. Die Zugriffsituationen bei den anderen Opfern waren sehr viel anders.
Bei einigen Opfern war die Zugriffsituation aber durchaus derer Iris' ähnlich:

Uta Flemming wurde vermutlich an einem sonnigen Wochentag nachmittags vom Fahrrad gepflückt.
Irene Warnke war spätabends auf einem Fußweg (nachhause oder zu einer anderen Disco).

Gerade denke ich auch mal wieder über den Fall Swanhilt Starke nach, deren Fall hier auch einige interessante vergleichbare Aspekte enthält.
Sie wurde ebenfalls bei einer einsamen Nachtwanderung überfallen.


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Iris Schwarz 1980 in Hamburg verschwunden

07.05.2020 um 13:29
waldkind7 schrieb:Vorstellen könnte ich mir auch, dass er Drogen konsumierte oder gekifft hat, was u.U. den Zugang zu den Frauen erleichtet haben könnte. Ich finde, dass würde auch gut zur Strategie des “Discomörders“ passen: Den Mädchen auflauern und in ein Gespräch verwickeln, mit dem Ziel, sie mit zu sich zu nehmen.
darkstar69 schrieb am 02.05.2020:Es besteht ebenso die Möglichkeit, dass Iris den Täter kannte und dieser spontan/situativ die Chance nutzte oder sogar gezielt und geplant vorging.
Bei mir hat sich immer mehr das Bild gefestigt, den "Disco-Mörder" als charmanten, kommunikativen, vermutlich aber auch bestimmenden, KIFFENDEN Typen zu sehen, der auf diese Art und Weise auch vorsichtige junge Frauen in die Falle locken konnte.
Hierzu hatte ich mal einen sehr interessanten Austausch mit @FXDLR
Diskussion: Drei verschwundene Mädchen (1977,1978 und 1979) (Beitrag von FXDLR)

Ich halte es ebenfalls für möglich, dass er Iris doch recht verzweifelte häusliche Situation ausnutzte und ihr ein besseres Leben (inclusive schönem Job) versprach und sich dann das Verschwinden zunächst ganz ohne Gewalt abspielte.

Diese Art des Kidnappings erinnerte an den Fall Ingrid Sonnleitner (1983 in München).
Diskussion: Der Fall Ingrid Sonnleitner


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Iris Schwarz 1980 in Hamburg verschwunden

07.05.2020 um 13:51
waldkind7 schrieb:Der Ablageort der Kleidung in direkter Näher zum Kanal könnte aus meiner Sicht auch auf irgendeinen Bezug des Täters zu Wasser hindeuten. In diesem Zusammenhang finde ich die geografische Nähe zum Wasser bei den anderen Opfern/vermissten Frauen: Elbeweser, Bremerhaven, Cuxhaven und schließlich Iris aus Hamburg (Elbe) schon sehr auffällig.
Diese Assoziation habe ich auch.
Bei diesen alten Fällen begegnen einem ständig verschiedenste Gewässer:

- die Nähe zum offenen Meer (Nordsee)
- die Elbe und Weser
- der Hadelner Kanal (Fundort Irene) nebst dem benachbarten "Entengrützegraben" in dem man ihre Leiche fand
- der Billbrook-Kanal nebst dem kleinen "Moorfleetgraben" in dem man Iris' Handtasche etc. fand
- der Teich auf dem Truppenübungsplatz in dem man Uta F.s Fahrrad fand
- der Graben in dem man Swanhilt St.'s Leiche fand
- die versteckten, anonymen, sich ähnelnden Bootsanlegestellen (Irene + Iris)
- das offene Meer in dem man das explodierte Bootswrack fand, dessen vorherige Anlegestelle derer im Billbrook-Kanal ähnelte und benachbart war - und das zeitnah zum Verschwinden Christina B.s entwendet wurde
- die Gräben die in der Bremer "Moor-Mörder"-Serie als Leichen-Ablageort dienten
- der Rhein aus dem man 1976 Monika Pfeifer zog


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Iris Schwarz 1980 in Hamburg verschwunden

07.05.2020 um 19:50
GonzoX schrieb:Diese Assoziation habe ich auch.
Bei diesen alten Fällen begegnen einem ständig verschiedenste Gewässer:

- die Nähe zum offenen Meer (Nordsee)
- die Elbe und Weser
- der Hadelner Kanal (Fundort Irene) nebst dem benachbarten "Entengrützegraben" in dem man ihre Leiche fand
- der Billbrook-Kanal nebst dem kleinen "Moorfleetgraben" in dem man Iris' Handtasche etc. fand
- der Teich auf dem Truppenübungsplatz in dem man Uta F.s Fahrrad fand
- der Graben in dem man Swanhilt St.'s Leiche fand
- die versteckten, anonymen, sich ähnelnden Bootsanlegestellen (Irene + Iris)
- das offene Meer in dem man das explodierte Bootswrack fand, dessen vorherige Anlegestelle derer im Billbrook-Kanal ähnelte und benachbart war - und das zeitnah zum Verschwinden Christina B.s entwendet wurde
- die Gräben die in der Bremer "Moor-Mörder"-Serie als Leichen-Ablageort dienten
- der Rhein aus dem man 1976 Monika Pfeifer zog
Ich finde das auch sehr interessant. Allerdings würde ich gerne noch differenzieren zwischen den Fällen, wo ein Ablageort mit Wasser sehr praktisch war und da man sich in Nähe eines Flusses oder Moorgewässers befand, das nutzte. Und eben wo man das Wasser als Fahrtweg/Straße zur An- und Abfahrt und ggf als Fluchtweg und Verschleppungsweg, Entsorgungsweise nutzte/nutzen konnte. Und wo man eben ggf Wasserwege auch zum Schmuggel für Drogengeschäfte etc nutzen konnte.


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Iris Schwarz 1980 in Hamburg verschwunden

07.05.2020 um 22:28
darkstar69 schrieb:Ja, es könnte ein einfaches Wochenendhaus mit Wasserzugang gewesen sein. Irgendwo an einem kleineren Flüsschen, von dem aus man aber auch an die größeren heranfahren konnte und anderswo an die Häfen Zugang erhielt. Und von wo aus man mit dem Auto im ganzen Weser-Elbe-Dreieck und umzu mit Auto problemlos herumfahren konnte. Es müsste gar nicht einmal sein, dass der/die Täter selber Eigentümer ist/sind. Ein regelmäßiger Zugang reicht ja vollkommen aus.
Genau, aber meine Gedanken gehen eher dahin, dass derTäter auch eine Art “Aufgabe“ oder berufliche Tätigkeit bei seinen Fahrten zu erledigen hatte. Ich stelle es mir so vor, dass er eine Art Ware liefern oder abholen musste, evtl. Materialien, Bauteile etc., die gut per Boot zu transportieren sind. Vielleicht wäre es auch ein größeres Boot in Richtung Lastkahn, auf dem auch problemlos ein PKW mitgenommen werden kann. Er könnte auch bei seinem Arbeitgeber einen Liegeplatz (Firma im Industriegebiet am Kanal o.ä.) gehabt haben, wo er dann im Gebäude oder in der Kabine des Bootes übernachten/sich aufhalten konnte. Alles sehr spekulativ, aber irgendwie in die Richtung könnte ich es mir vorstellen.

@darkstar69
darkstar69 schrieb:Und da in verschiedenen Fällen eben auch der Aspekt Drogen auftauchte, könnte man auch einen gewissen Drogenhandel mit Wasser, Auto, Boot, usw in Verbindung bringen.

Theoretisch wäre also denkbar, dass ein Boot regelmäßig von Holland nach Hamburg oder Bremerhaven fuhr usw und seinen "Standort" irgendwo in der Mitte hatte
Hast du es so gemeint, dass der vermeintliche Täter evtl. eine Art Drogenkurier in großem Stil gewesen sein könnte, der seine Ware von der Nordsee in norddeutsche Häfen lieferte? – Sowas könnte er evtl. auch gewesen sein...
darkstar69 schrieb:Inwiefern Iris oder ihr Vater konkreten Kontakt zu Kiffern oder Dealern hatte, wissen wir nicht, oder?
Nein, dazu ist mir zumindest nichts bekannt.


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Iris Schwarz 1980 in Hamburg verschwunden

07.05.2020 um 23:02
GonzoX schrieb:Bei mir hat sich immer mehr das Bild gefestigt, den "Disco-Mörder" als charmanten, kommunikativen, vermutlich aber auch bestimmenden, KIFFENDEN Typen zu sehen, der auf diese Art und Weise auch vorsichtige junge Frauen in die Falle locken konnte.
Genauso stelle ich ihn mir auch vor. Irgendwie muss er auf die Frauen vertrauenswürdig und charmant gewirkt haben. Dies würde auch zu einem Täter passen, der vllt. auch ein gewisses Bildungsniveau aufweist und/oder sich gut verstellen/anpassen konnte.
GonzoX schrieb:Ich halte es ebenfalls für möglich, dass er Iris doch recht verzweifelte häusliche Situation ausnutzte und ihr ein besseres Leben (inclusive schönem Job) versprach und sich dann das Verschwinden zunächst ganz ohne Gewalt abspielte.
Ja, es wäre zumindest auf jeden Fall plausibler, wenn sie den Täter wenigstens vom Sehen her kannte und daher freiwillig mitgefahren wäre. Er könnte ihr z.B. angeboten haben sie zur Ausbildungsstätte zu fahren… Vielleicht hat es geregnet oder geschneit und es kam ihr daher
sehr gelegen. Das wäre auch eine Möglichkeit.
GonzoX schrieb:Diese Assoziation habe ich auch.
Bei diesen alten Fällen begegnen einem ständig verschiedenste Gewässer:

- die Nähe zum offenen Meer (Nordsee)
- die Elbe und Weser
- der Hadelner Kanal (Fundort Irene) nebst dem benachbarten "Entengrützegraben" in dem man ihre Leiche fand
- der Billbrook-Kanal nebst dem kleinen "Moorfleetgraben" in dem man Iris' Handtasche etc. fand
- der Teich auf dem Truppenübungsplatz in dem man Uta F.s Fahrrad fand
- der Graben in dem man Swanhilt St.'s Leiche fand
- die versteckten, anonymen, sich ähnelnden Bootsanlegestellen (Irene + Iris)
- das offene Meer in dem man das explodierte Bootswrack fand, dessen vorherige Anlegestelle derer im Billbrook-Kanal ähnelte und benachbart war - und das zeitnah zum Verschwinden Christina B.s entwendet wurde
- die Gräben die in der Bremer "Moor-Mörder"-Serie als Leichen-Ablageort dienten
- der Rhein aus dem man 1976 Monika Pfeifer zog
@GonzoX da mich diese auffallende “Nähe“ zu Wasser interessiert hat, habe ich mir in diesem Zusammenhang die möglichen Wasserwege/Strecken auf Maps genauer angeschaut und war echt verblüfft, wie unkompliziert es für einen Täter gewesen wäre diese Strecke nach Norden bzw. von Norden in Richtung Süden mit einen Boot zu fahren. Und auch von Norden/Nordsee weiter bis nach Hamburg. Wenn er ein Boot oder Schiff fuhr, dann hat er sicherlich auch diverse Liegeplätze gut gekannt. Auch solche, die besonders ruhig und abgelegen sind, wie es bei vielen Stellen in Billbrook der Fall ist.

Auf einige, der von dir aufgelisteten Kanäle bzw. Flüsse und deren Verbindungen zueinander bin ich auch gestoßen. Interessant, dass du dich auch bereits damit beschäftigt hast. Ich poste die Tage noch was dazu.

Hier geben Bootsfahrer Infos zu ihrer Tour von Hamburg nach Cuxhaven und Tipps über Liegeplätze, Strecke, etc. entlang der Elbe…
Die Unterelbe
Jürgen Straßburger am 05.02.2015
Vom Michel zur Alten Liebe: Auf der Elbe geht es Richtung Nordsee, von Hamburg bis nach Cuxhaven – mit Zwischenstopps in vielen gemütlichen „Löchern“.
https://www.boote-magazin.de/reviere/deutschland/die-unterelbe/a44675.html


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Iris Schwarz 1980 in Hamburg verschwunden

08.05.2020 um 12:56
waldkind7 schrieb:Hast du es so gemeint, dass der vermeintliche Täter evtl. eine Art Drogenkurier in großem Stil gewesen sein könnte, der seine Ware von der Nordsee in norddeutsche Häfen lieferte? – Sowas könnte er evtl. auch gewesen sein...
Wie groß, weiß ich natürlich nicht. Aber eben als Gedankengang, da in diesen Kontexten Drogen immer wieder ein Thema werden, als Option. Es ist eben denkbar, dass der/die Täter nebenberuflich, weil man eben die Möglichkeit besaß, oder gar hauptberuflich unter dem Deckmantel eines Hauptberufes/einer Scheinfirma Drogen oder andere illegale Dinge schmuggelte/n, veräußerte/n usw.

Mir erscheint es jedenfalls so, als sei die gesamte Vermisstenserie der Discofälle und der bekannten Morde stets irgendwie mit Drogen oder Gewässern im Elbe-Weser-Raum in Zusammenhang zu bringen. Demnach läge es nahe, dass der oder die Täter sich als Konsumenten oder gar Klein-/Groß-Dealer in der Drogenszene aufhalten. Wenn man das als Großdealer analysieren möchte, könnte man da Kreise zum organisierteren Verbrechen und Rotlichtmilieu ziehen.

Dann kann und sollte man Iris als mögliches Opfer einer größeren Serie ansehen. Dann stellen sich eben Fragen, ob ihr bekannte oder anverwandte Personen im Drogen-/Kiffermilieu oder gar Rotlichtmilieu oder organisiertem Verbrechen bekannt und aktiv waren und ob sie einen davon (zufällig) traf.
waldkind7 schrieb:Nein, dazu ist mir zumindest nichts bekannt.
Es ist vermutlich schwer, Beziehungen des Vaters zur Kifferszene oder gar Rotlichtszene usw heute herzustellen. Sicher ist, er war und ist Tatverdächtiger der Polizei. Vielleicht weiß die Polizei da mehr. Ein beruflich durch die Gegend reisender Mann mit Wohnmobil kann natürlich auch diverse Sachen schmuggeln und verteilen. Ein Mann mit pädophiler Vergangenheit könnte natürlich auch Beziehungen in die pädosexuelle Kriminalität/Szene besitzen oder ins Rotlichtmilieu oder in andere sexuell orientierte Szenen. Das wissen wir natürlich nicht und soll die Polizei recherchieren.

Es kann aber eben auch durchaus sein, dass ein anderer über Kontakte von Bekannten und Verwandten (z.B. aus der hamburger Szene) Iris bekannter Mann zufällig auf Iris traf. Und dass er eben über sein charmantes Auftreten und seine Erscheinung und Erfahrung Iris überzeugen konnte, ins Auto zu steigen. Da wären wir bei der Frage, kannte Iris den lieben Kurt - Werner W oder dessen Bruder H-J?
waldkind7 schrieb:@GonzoX da mich diese auffallende “Nähe“ zu Wasser interessiert hat, habe ich mir in diesem Zusammenhang die möglichen Wasserwege/Strecken auf Maps genauer angeschaut und war echt verblüfft, wie unkompliziert es für einen Täter gewesen wäre diese Strecke nach Norden bzw. von Norden in Richtung Süden mit einen Boot zu fahren. Und auch von Norden/Nordsee weiter bis nach Hamburg. Wenn er ein Boot oder Schiff fuhr, dann hat er sicherlich auch diverse Liegeplätze gut gekannt. Auch solche, die besonders ruhig und abgelegen sind, wie es bei vielen Stellen in Billbrook der Fall ist.
richtig, das hat der liebe @GonzoX sehr gut überblickt. Und wenn jemand, der irgendwie mit Booten und Wasser in Zusammenhang zu bringen ist, Zugang dazu hatte und sich etwas auskannte und der viel Zeit hatte und beruflich und privat viel mit Auto oder Boot rumcruiste, dann kann das ein wichtiger Hinweis sein.

Übrigens kann man über den Elbeseitenkanal auch gut nach Adendorf und Lüneburg per Boot.


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Iris Schwarz 1980 in Hamburg verschwunden

08.05.2020 um 23:28
darkstar69 schrieb:Ich finde das auch sehr interessant. Allerdings würde ich gerne noch differenzieren zwischen den Fällen, wo ein Ablageort mit Wasser sehr praktisch war und da man sich in Nähe eines Flusses oder Moorgewässers befand, das nutzte. Und eben wo man das Wasser als Fahrtweg/Straße zur An- und Abfahrt und ggf als Fluchtweg und Verschleppungsweg, Entsorgungsweise nutzte/nutzen konnte. Und wo man eben ggf Wasserwege auch zum Schmuggel für Drogengeschäfte etc nutzen konnte.
Stimmt...da wird es spannend.
Wir haben also (mindestens) vier Orte, bei denen man sich mit etwas Phantasie ein Drogenhandel- aber auch kidnapping-Szenario vorstellen könnte.

- dort wo der Billbrookkanal auf die Liebigstraße trifft (Iris)
- dort wo der Hadelner Kanal (bzw. Bederkesa-Geeste-Kanal) auf die L119-Brücke trifft (Irene)
- der Hamburger Holzhafen wo die "Luxus-Motoryacht" Maxi gestohlen wurde
- die Elbmündung wo das zersprengte Wrack der Maxi wieder aufgefunden wurde

https://www.abendblatt.de/archive/1982/pdf/19821004.pdf/ASV_HAB_19821004_HA_005.pdf

Der Maxi-Vorgang könnte dabei als missing-link zwischen den Cux-Fällen und Irene gesehen werden:
durch die räumliche Nähe Holzhafen / Billbrook-Kanal und durch die zeitliche und räumliche Nähe zum Verschwinden eines der Cux-Opfer Christina Bohle (1982)

Dieses Ereignis könnte man auch als Nachweis dafür werten, dass es tatsächlich damals im Norden einen Schwerkriminellen gab, der sich gut in Billbrook auskannte und in der Lage war eine Yacht zu knacken, kurzzuschließen und nachts durch die verzweigten Kanäle Hamburgs zu navigieren, elbabwärts bis ins offene Meer.
Dieser Herr (oder dessen Gruppe) konnte auch souverän mit Sprengstoff umgehen.
An der Elbmündung müsste er über eine Kontaktperson verfügt haben, die ihn dort nach getaner Arbeit am Ufer abholte (was ich mir aber schwierig vorstelle..)
Die für uns interessantere Variante allerdings wäre, dass er - allein oder in Begleitung - auf ein anderes Boot oder Schiff umgestiegen ist.


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Iris Schwarz 1980 in Hamburg verschwunden

13.05.2020 um 23:42
waldkind7 schrieb am 04.05.2020:Durch die kombinierte Nutzung von PKW und einem Boot wären die Distanzen im Dreieck (Elbeweser-Bremerhaven-Cuxhaven) und Hamburg überwindbar und dies wäre aus meiner Sicht auch taktisch klug. Wenn ich diesen Gedankenansatz weiterführe, könnte der Täter ein Boot besessen haben und ein mögliches Versteck in räumlicher Nähe oder gar direkt am Wasser gelegen haben.
darkstar69 schrieb am 05.05.2020:Ja, es könnte ein einfaches Wochenendhaus mit Wasserzugang gewesen sein. Irgendwo an einem kleineren Flüsschen, von dem aus man aber auch an die größeren heranfahren konnte und anderswo an die Häfen Zugang erhielt. Und von wo aus man mit dem Auto im ganzen Weser-Elbe-Dreieck und umzu mit Auto problemlos herumfahren konnte.
Wenn man darüber nachdenkt, wie sich so eine Entführungsaktion wohl konkret abgespielt haben könnte, muss doch wohl einiges an Planung und Logistik dahinter vermutet werden.
Es bedürfte zunächst mindestens zweier handelnder Akteure: der eine kommt mit der gekidnappten Iris im Auto zur Liebigstraße angefahren, der zweite zeitgleich mit dem Boot den Billbrookkanal hinuntergeschippert.
Das alles wird sich nicht unmittelbar nach dem Kidnapping auf Iris' morgendlichem Weg zur Arbeit abgespielt haben, sondern eher ein paar Tage später. Es setzte dann also auch einen Rückzugsort in Hamburg voraus, an dem sie gefangengehalten wurde.
Wahrscheinlich erscheint, dass sogar noch eine dritte Person beteiligt war, um Iris im Auto und auf dem Boot unter Kontrolle zu halten.
Möglicherweise war der Fahrer von der gewaltsamen Situation etwas überfordert und schockiert. Als er bemerkte, dass einige Dinge (wie die Handtasche) in seinem Auto geblieben waren, geriet er in Panik, feuerte sie auf schnellstem Weg in den Graben und brauste davon.
Oder er dachte noch daran, dass es ganz clever wäre, diese Dinge hier abzulegen, um den Verdacht auf die Bewohner des sich in der Nähe befindlichen Lagers zu lenken.
Aus meiner Sicht macht es eigentlich wenig Sinn, dass die Kidnapper dann mit dem Boot in eine weitere Behausung schipperten. Dorthin wären sie doch wahrscheinlich direkt mit dem Auto gefahren und hätten sich all den Aufwand erspart.
Folgen wir aber dem Beispiel der geklauten Yacht aus dem Holzhafen, geht die Fahrt elbabwärts.
Hier könnten die Täter dann ihrer Routine als Drogenhändler-mit-Boot gefolgt sein.
Entweder ging dann die Reise nach Holland oder gar in ein noch viel entfernteres Ziel, z.B. in den arabischen Raum. Möglicherweise war man es einfach Leid (wie jeder Spediteur), eine so weite Reise zum Drogentransport zu unternehmen und dann auf der Rückfahrt eine Leerfahrt zu haben.

Folgt man aber wieder dem Vorbild Holzhafen-Yacht , welche in der Elbmündung zur Explosion gebracht wurde, erscheint mir nicht die weite Boots-Reise, sondern der Umstieg auf ein großes Schiff am naheliegendsten zu sein.
Wohin ginge dann wohl die Reise?


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Iris Schwarz 1980 in Hamburg verschwunden

13.05.2020 um 23:59
GonzoX schrieb:Möglicherweise war der Fahrer von der gewaltsamen Situation etwas überfordert und schockiert. Als er bemerkte, dass einige Dinge (wie die Handtasche) in seinem Auto geblieben waren, geriet er in Panik, feuerte sie auf schnellstem Weg in den Graben und brauste davon.
Und auch die Jacke war im Auto geblieben und die Turnschuhe? Für mich sieht das nach wie vor so aus, als ob das Dinge waren, die (in einer Wohnung) übrig geblieben waren, nachdem man die tote Iris S. irgendwo hin verbracht hat und dann feststellte, dass es noch Spuren gab, die auf sie zeigten.
GonzoX schrieb:Hier könnten die Täter dann ihrer Routine als Drogenhändler-mit-Boot gefolgt sein.
Entweder ging dann die Reise nach Holland oder gar in ein noch viel entfernteres Ziel, z.B. in den arabischen Raum. Möglicherweise war man es einfach Leid (wie jeder Spediteur), eine so weite Reise zum Drogentransport zu unternehmen und dann auf der Rückfahrt eine Leerfahrt zu haben.
Das erscheint mir abwegig - Drogen in Richtung Hamburg und dann retour eine Frau in den arabischen Raum entführt? Mit der gleichen Nussschale, die auf einem Kanal in Billbrook womöglich herumschipperte? Neee...
GonzoX schrieb:Wahrscheinlich erscheint, dass sogar noch eine dritte Person beteiligt war
Bisschen viele Mitwisser, dafür dass so rein gar nichts bekannt wurde...


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Iris Schwarz 1980 in Hamburg verschwunden

15.05.2020 um 11:59
sören42 schrieb:Und auch die Jacke war im Auto geblieben und die Turnschuhe? Für mich sieht das nach wie vor so aus, als ob das Dinge waren, die (in einer Wohnung) übrig geblieben waren, nachdem man die tote Iris S. irgendwo hin verbracht hat und dann feststellte, dass es noch Spuren gab, die auf sie zeigten.
Hier hatten wir uns bemüht, aus dem Verhalten des Serientäters eine Kommunikation herauszulesen:

Diskussion: Frauenmorde im Elbe-/Weserraum (Beitrag von GonzoX)

Wenn es sich bei dem Spurenleger am Billbrookkanal um den selben Herren handeln sollte, würde ich dazu tendieren, dass diese Dinge nicht aus einer Panikreaktion heraus dort gelandet sind.
Auch hier in der Diskussion hatten wir ja schon darüber nachgedacht, ob es sich um eine gelegte Spur handeln könnte.
Es gab übrigens im Cuxland zeitnah zu den Fällen ähnliche "Installationen":

Diskussion: Frauenmorde im Elbe-/Weserraum (Beitrag von GonzoX)

23.06.79 Cuxhavener Nachrichten (Ausschnitt eines Artikels)
Bildschirmfoto 2020-05-15 um 11.31.41
sören42 schrieb:Das erscheint mir abwegig - Drogen in Richtung Hamburg und dann retour eine Frau in den arabischen Raum entführt? Mit der gleichen Nussschale, die auf einem Kanal in Billbrook womöglich herumschipperte? Neee...
Drogen in einer Yacht oder in einem Motorboot übers Meer zu schmuggeln ist nicht ungewöhnlich. Mit etwas Googelei stößt man auf mehrere Fälle:
https://www.yacht.de/aktuell/panorama/deutsche-segeln-haschisch-nach-europa/a93125.html

In diesem Zusammenhang denke ich auch an den ersten norddeutschen Fall Anja Beggers (1977).
Auf der renommierten internationalen Vermissten-Seite "the doe network" wird vermutet, sie sei nach ihrem Verschwinden nach Rotterdam "gereist":
http://www.doenetwork.org/cases-int/1286dfdeu.html

Auch wir in unserer Todesdreieck-Diskussion hatten ein mysteriöses holländisches Boot ermittelt:

Diskussion: Frauenmorde im Elbe-/Weserraum (Beitrag von GonzoX)

Existierte also damals eine "Rattenlinie" Niederlande-Norddeutschland?


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Iris Schwarz 1980 in Hamburg verschwunden

16.05.2020 um 00:31
darkstar69 schrieb am 08.05.2020:Wie groß, weiß ich natürlich nicht. Aber eben als Gedankengang, da in diesen Kontexten Drogen immer wieder ein Thema werden, als Option. Es ist eben denkbar, dass der/die Täter nebenberuflich, weil man eben die Möglichkeit besaß, oder gar hauptberuflich unter dem Deckmantel eines Hauptberufes/einer Scheinfirma Drogen oder andere illegale Dinge schmuggelte/n, veräußerte/n usw.

Mir erscheint es jedenfalls so, als sei die gesamte Vermisstenserie der Discofälle und der bekannten Morde stets irgendwie mit Drogen oder Gewässern im Elbe-Weser-Raum in Zusammenhang zu bringen. Demnach läge es nahe, dass der oder die Täter sich als Konsumenten oder gar Klein-/Groß-Dealer in der Drogenszene aufhalten. Wenn man das als Großdealer analysieren möchte, könnte man da Kreise zum organisierteren Verbrechen und Rotlichtmilieu ziehen.
darkstar69 schrieb am 08.05.2020:Und wenn jemand, der irgendwie mit Booten und Wasser in Zusammenhang zu bringen ist, Zugang dazu hatte und sich etwas auskannte und der viel Zeit hatte und beruflich und privat viel mit Auto oder Boot rumcruiste, dann kann das ein wichtiger Hinweis sein.
Ja, eine passende berufliche Aktivität mit Nutzung eines Bootes/Schiffes würde eine ideale Grundlage für anderweitige (verdeckte) Tätigkeiten schaffen. Zudem wäre er durch die ständigen Ortswechsel auch nur schwer zu fassen bzw. mit einem Geschehen in Verbindung zu bringen und durch die Fahrten in versch. Gewässern und dem Halt an unterschiedlichen Häfen hätte sich für den Täter automatisch die Möglichkeit mit völlig versch. Menschen in Kontakt zu treten ergeben.
Häfen sind auch Aufenthaltsorte für Menschen unterschiedlichster Milieus, es gibt Bars, evtl. Prostituierte,
Drogendealer usw. …

Bei vielen grausamen Delikten, die mir persönlich oft unvorstellbar vorkommen, frag ich mich jedes Mal, ob der Täter
nicht Drogen konsumiert hat, um die Hemmung, Angst, Prinzipien usw. zu überwinden. Ich würde mich daher nicht wundern, wenn der Täter von Iris neben einem ganz normalen Leben ein Doppelleben mit ganz anderem Lebensstil
geführt hätte.
Einer Person wie dem Discomörder würde ich schon Abgebrühtheit und die Fähigkeit zutrauen, seinem Umfeld über lange Zeit etwas vorzuspielen.
Ich denke, an so eine Seele kommt kein normaler Mensch mehr ran, sondern nur Psychologen oder ausgebildetes Fachpersonal. Ich kann mir nicht vorstellen, dass nach einer Tötung ein Täter das Geschehen aus eigener Kraft so verarbeiten kann, dass er wieder so sein kann, wie davor. So ein Ereignis stell ich mir hoch traumatisierend vor.

Ich kann es mir absolut nicht vorstellen, dass so ein Mensch in der Lage sein könnte eine Persönlichkeitsstörung langfristig nach außen hin ganz zu unterdrücken bzw. nicht sichtbar werden zu lassen. Irgendwas müsste mMn das Umfeld
(Freunde, Arbeitskollegen etc.) doch irgendwann wahrgenommen und geschwiegen haben, als sie entsprechende Details hätten erwähnen sollen. Vielleicht weil sie in enger “Beziehung“ zum Täter standen, vielleicht aus Feigheit oder aber auch
aus reiner Angst…

Jetzt, nachdem so viel Zeit vergangen ist, wäre es an der Zeit, damals wahrgenommene Ungereimtheiten (ggf.)
den Ermittlern anzuvertrauen. Noch könnte der Täter für seine Taten zu Rechenschaft gezogen werden.
Ich hoffe sehr, dass noch Zeugen einen entscheidenden Hinweis geben und der Täter sich für seine Tat verantworten muss.


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Iris Schwarz 1980 in Hamburg verschwunden

17.05.2020 um 02:39
GonzoX schrieb am 13.05.2020:Wenn man darüber nachdenkt, wie sich so eine Entführungsaktion wohl konkret abgespielt haben könnte, muss doch wohl einiges an Planung und Logistik dahinter vermutet werden.
Es bedürfte zunächst mindestens zweier handelnder Akteure: der eine kommt mit der gekidnappten Iris im Auto zur Liebigstraße angefahren, der zweite zeitgleich mit dem Boot den Billbrookkanal hinuntergeschippert.
Das alles wird sich nicht unmittelbar nach dem Kidnapping auf Iris' morgendlichem Weg zur Arbeit abgespielt haben, sondern eher ein paar Tage später.
GonzoX schrieb am 13.05.2020:Aus meiner Sicht macht es eigentlich wenig Sinn, dass die Kidnapper dann mit dem Boot in eine weitere Behausung schipperten. Dorthin wären sie doch wahrscheinlich direkt mit dem Auto gefahren und hätten sich all den Aufwand erspart.
Vermutlich wurden Fahrzeuge und Wohnorte von Tatverdächtigen überprüft aber wäre es vllt. möglich, dass der Besitz eines Bootes unentdeckt geblieben wäre? Wenn der Täter sein Boot zur richtigen Zeit am richtigen Ort liegen hatte, wären keinerlei weitere Logistik oder Mittäter notwendig gewesen. Er wäre sehr flexibel und könnte PKW und Boot je nach Gelegenheit und seinem Vorhaben passend nutzen.

Im Fall Iris könnte ich mir auch vorstellen, dass der Täter sie nach der Tötung erstmal auf dem Boot versteckt haben könnte, um Zeit zu gewinnen vllt. auch, um ein Alibi zu haben. Am nächsten Tag könnte er sie dann weiter weg von Billbrook verbracht haben.

Nach dem damaligen Zeitungsbericht schien die Polizei in Betracht zu ziehen, dass sie bereits am vorigen Abend/Nacht verschwand. Sie fragte daher die Öffentlichkeit wer Iris und ihren Vater nach 19.00 Uhr noch gesehen hat. Mir wäre daher wichtig zu wissen, wann Iris Feierabend hatte. Schade, dass nichts darüber zu finden ist.

Diesen damaligen Zeitungsartikel finde ich sehr interessant. Ich bin mir nicht sicher, ob der hier schon gepostet wurde…

Ich habe Auszüge des Berichts abgetippt, da das Zitieren bzw. Kopieren bei dem PDF nicht möglich war.

„Die Rolle, die Udo Schwarz im Vermißtenfall seiner Tochter Iris Spielt ist weiterhin unklar. Die Polizei hält es inzwischen für möglich, daß die 17 jährige schon in der Nacht zum Freitag den 29.Februar, verschwunden ist und nicht erst am Freitagmorgen auf dem Weg zur Arbeit. Es gibt nur einen Zeugen dafür, daß sie wie gewöhnlich um 4.30 Uhr die kleine Wohnung in der Lengerckerstraße10 (Wandsbek) verlassen hat: Ihren Vater. Aber sagt Udo S. die Wahrheit?“

“Die Mordkommission wendet sich an die Öffentlichkeit mit der Frage: Wer hat Udo Schwarz (38) und seine Tochter Iris (17) am Donnerstag, 28. Februar, nach 19 Uhr gesehen?“
„Besorgt rief Konditormeister Herbert Postel (26) morgens um 6 Uhr in der Wohnung des Mädchens an. Am Telefon meldete sich ihr Vater. Er versicherte, Iris sei pünktlich aus dem Haus gelangen. Weil die Auszubildende immer noch nicht gekommen war, riefen Hebert Postel und sein Kompagnon noch drei- bis viermal in der Wohnung an. Es meldete sich aber niemand mehr. Erst um 10 Uhr war Udo Schwarz wieder am Apparat. Er habe tief geschlafen und das Klingeln des Telefons in die ein-Zimmer-Wohnung nicht gehört, sagte er bei der Vernehmung.

Inzwischen hat er auch erklärt, daß er an diesem Freitagmittag in Billbrook war. Dort wurden - wie berichtet – sechs Tage später, am vergangenen Donnerstag, in einem Graben Jacke, Turnschuhe und Handtasche von Iris entdeckt. Udo Schwarz kennt sich in der Gegend gut aus. Bis zu seinem 12. Lebensjahr lebte er in dem Obdachlosenheim in der Berzeliusstraße. Die grauen Blocks stehen genau gegenüber der Stelle, an der die Sachen von Iris gefunden worden. Auch später war Udo noch öfter in Billbrook.

Die Mordkommission möchte jetzt genau wissen: Wann wurde Udo Schwarz zuletzt in dieser Gegend
gesehen?
Wer hat seit Donnerstag, 28. Februar, sein VW-Wohnmobil mit dem Kennzeichen YZ-KL 33 in Billbrook
gesehen? “.

Quelle: Hamburger Abendblatt Archive – Dienstag 11. März 1980
https://www.abendblatt.de/archive/1980/pdf/19800311.pdf/ASV_HAB_19800311_HA_004.pdf


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Iris Schwarz 1980 in Hamburg verschwunden

21.05.2020 um 20:50
waldkind7 schrieb am 17.05.2020:Vermutlich wurden Fahrzeuge und Wohnorte von Tatverdächtigen überprüft aber wäre es vllt. möglich, dass der Besitz eines Bootes unentdeckt geblieben wäre? Wenn der Täter sein Boot zur richtigen Zeit am richtigen Ort liegen hatte, wären keinerlei weitere Logistik oder Mittäter notwendig gewesen. Er wäre sehr flexibel und könnte PKW und Boot je nach Gelegenheit und seinem Vorhaben passend nutzen.
Hallo @waldkind7 ,

naheliegend wäre dann, dass es sich bei diesem Ort um dern Bootsanleger des "Wassersportverein Delphin v. 1979" handelte.
Dessen Steg und Bootshaus befindet sich direkt am Ende des Billbrookkanals (unweit des Fundortes Iris' Handtasche etc.).
https://www.wsvdelphin-hamburg.info/

Aber das wäre wohl zu unvorsichtig gewesen..
waldkind7 schrieb am 16.05.2020:Ja, eine passende berufliche Aktivität mit Nutzung eines Bootes/Schiffes würde eine ideale Grundlage für anderweitige (verdeckte) Tätigkeiten schaffen. Zudem wäre er durch die ständigen Ortswechsel auch nur schwer zu fassen bzw. mit einem Geschehen in Verbindung zu bringen und durch die Fahrten in versch. Gewässern und dem Halt an unterschiedlichen Häfen hätte sich für den Täter automatisch die Möglichkeit mit völlig versch. Menschen in Kontakt zu treten ergeben.
Häfen sind auch Aufenthaltsorte für Menschen unterschiedlichster Milieus, es gibt Bars, evtl. Prostituierte,
Drogendealer usw. …
Der Vermissten-Fall Andrea Welsch (1981, Ibiza) könnte hier als Muster dienen.
Er enthält viele dieser Elemente, die uns bei den norddeutschen Fällen immer wieder begegnen:
https://rp-online.de/panorama/deutschland/mutter-gegen-maedchenhaendler_aid-17344175

Eine Gruppe Schwerkrimineller (Drogen und Prostitution / Menschenhandel) MIT BOOT.


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