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Iris Schwarz 1980 in Hamburg verschwunden

573 Beiträge, Schlüsselwörter: Vermisst, Hamburg, 1980

Iris Schwarz 1980 in Hamburg verschwunden

12.03.2020 um 12:08
@sooma hatte den Fundort Iris' Kleidung, Handtasche etc. an der Ecke Zinkhüttenweg / Liebigtraße verortet - genauso sagt es auch die bei XY eingeblendete Karte aus.
Im Abendblatt von 1980 finden wir hingegen die Beschreibung "Ecke Berzeliusstraße / Liebigstraße, genau gegenüber der Obdachlosenunterkunft".
Es sind zwar nur 200 m Distanz, aber ich finde diese Orte doch deutlich unterschiedlich.
Ort 2 (Berze) wäre überhaupt kein gutes Versteck - und der Bezug zur Obdachlosenunterkunft wäre sehr deutlich.
Ort 1 wäre ein deutlich weniger einsehbarerer Ort - und der Bezug zur Berze ist nicht mehr so offensichtlich.

Was mich hier auch noch verblüfft, ist die unmittelbare Nähe zum Billbrookkanal und einem sich dort befindlichen Bootsanleger.

screenshot aus google maps
Bildschirmfoto 2020-03-12 um 12.03.58Original anzeigen (1,2 MB)


Derlei Örtlichkeiten haben auch schon mal in unserer Elbe-Weser-Diskussion eine Rolle gespielt.


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Iris Schwarz 1980 in Hamburg verschwunden

12.03.2020 um 12:21
Ja, da besteht eine deutliche Diskrepanz zwischen den Angaben zum genauen Fundort. Vielleicht waren die Sachen ja über eine gewisse Stecke verteilt (würde ggf. passieren, wenn man Sachen aus dem Auto wirft)?

Hier auch nochmal die Infos zu den XY-Sendungen (unter "Filmfälle"):
Laut einem Bericht der Hamburger Morgenpost vom 20. September 2019 könnte auch der Vermisstenfall der damals 17-jährigen Iris S. aus Hamburg von 1980, vorgestellt als FF 1 der Sendung vom 18.09.2019, mit weiteren ungeklärten Vermissten- und Mordfällen aus dem Bereich Bremen, Bremerhaven und Cuxhaven im Zusammenhang stehen. Auch der Hamburger Kriminalhauptkommissar Christian Meinke erwähnte in der Nachbesprechung, dass mögliche Zusammenhänge überprüft werden. XY berichtete von diesen weiteren Fällen in der Sendung vom 07.12.1979 (Vermisstenfälle Anja B., Angelika K. und Anke S.; Hilferuf auf Papierhandtuch) und im FF 2 der Sendung vom 20.01.2016 (Vermisstenfall Uta F.) stehen.

13 tote Mädchen im Norden: Schlug der „Disco-Mörder“ auch in Hamburg zu? Quelle: MOPO.de, Hamburger Morgenpost vom 20. September 2019.
Quelle: https://www.wikixy.de/Sendung_vom_07.12.1979


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Iris Schwarz 1980 in Hamburg verschwunden

12.03.2020 um 15:08
Hier gibt es noch ein paar tolle Luftaufnahmen von der Gegend Liebigstraße/Berzeliusstraße/Rote Brücke/Zinkhüttenweg zum Durchblättern:

http://www.bilderbuch-hamburg.de/Fotos/billbrook_berzeliusstr_luftbild_liebigstra%C3%9Fe_billbrookdeich_rote_br%C3%BCcke...

http://www.bilderbuch-hamburg.de/Fotos/billbrook_zinkh%C3%BCttenweg_luftbild_billbrookdeich_rote_br%C3%BCcke_liebigstra%...

u.v.m.

Hier sind auch die Gleisanlagen eingezeichnet:
lageplan-5886-hamburg billbrookOriginal anzeigen (0,4 MB)
Karte von hier: https://mein.sh/ort-22113-hamburg+billbrook#karte

Und hier eine Karte der Kanäle:
800px-Bille-KanleOriginal anzeigen (0,5 MB)
Von hier: https://www.faltboot.org/wiki/index.php?title=Bille_Kanäle


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Iris Schwarz 1980 in Hamburg verschwunden

12.03.2020 um 20:54
GonzoX schrieb:Das eine schließt ja auch das andere nicht aus: die Polizei sucht offensichtlich nach einem Täter aus Iris' Umfeld, dem man gleichzeitig auch die Serie zutraut.
Ich würde nicht ausschließen, dass es hier Hinweise aus einer erweiterten DNA-Analyse gegeben hat.
So habe ich das auch verstanden.


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otternase
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Iris Schwarz 1980 in Hamburg verschwunden

13.03.2020 um 10:21
GonzoX schrieb:Über die Serie des "Disco-Mörders" wissen wir hingegen durchaus einiges. Und wenn es gelänge Iris' Fall hier einzuordnen, würde wieder eine neue Schnittmenge entstehen. Also könnten wir noch etwas mehr von dem Täter- (oder Täterkreis) erfahren.
bitte korrigiere mich, sofern ich hier falsch liegen sollte, aber meinem Verständnis nach war der entscheidende Bezugspunkt zwischen dem Fall Iris und der Disco-Mörder-Serie der Fakt, dass der Vater von Iris aufgrund anderer ihm nachgewiesener Sexualstraftaten gegen Minderjährige (siehe Zeitungsausschnitte) als Tatverdächtiger in der Disco-Mörder-Serie galt UND aufgrund der Randbedingungen des Verschwindens von Iris als Tatverdächtiger im Fall Iris galt.
Und dazu noch, dass Iris eben im gleichen Altersschema wie die Opfer der Disco-Morde lag.

Einen anderen Bezugspunkt zwischen diesen Fällen kann ich nicht erkennen.


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Iris Schwarz 1980 in Hamburg verschwunden

13.03.2020 um 11:39
waldkind7 schrieb am 07.03.2020:Wichtig wären Hinweise, die belegen, dass Iris persönlichen Kontakt nach Billbrook hatte.
GonzoX schrieb am 09.03.2020:ich halte das eigentlich nicht für nötig.
Hallo @GonzoX
Ich bezog mich auf einen möglichen Zusammenhang zwischen Iris Verschwinden und einem nationalsozialistischen Hintergrund. Für mich spielt die Frage, ob Iris persönliche Kontakte nach Billbrook und vor allem auch, ob sie sich dort aufgehalten hatte, eine wesentliche Rolle beim Gedankengang um ein mögliches Verbrechen an ihr mit einem rechtsradikal motivierten Hintergrund. Demzufolge kann ich es mir nicht vorstellen, dass sie rein zufällig von einem Neonazi (allein aufgrund ihre dunklen Haare) auf dem Weg zur Arbeit geschnappt und Opfer eines Tötungsdelikts geworden ist für sehr unrealistisch. Dies würde (aus meiner Sicht) mit der Ablage der Sachen in Billbrook auch nicht zusammenpassen.


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Iris Schwarz 1980 in Hamburg verschwunden

13.03.2020 um 12:16
GonzoX schrieb am 09.03.2020:Der Täter könnte sie durchaus auf dem Weg zur Arbeit gekidnappt haben.
Wenn ich diesen Gedankengang weiter verfolge, müsste Iris mind. ein Mitglied dieser Gruppe gekannt haben, denn dies würde aus meiner Sicht die Bedingung für einen Verfolgung oder
Tat durch diese Szene sein. Sie hätte sich dort (in Billbrook) aufgehalten haben müssen oder zumindest gesehen worden sein, um den Rechtsradikalen überhaupt aufzufallen. Hieraus stellt
sich mir insbesondere die Frage nach dem WIE sie konkret auf Iris hätten kommen sollen, da
ich es mir auch nicht so richtig vorstellen kann, dass Personen mit solche “Einstellungen“ sich
in diesem Umfeld aufhalten, welches sie verachten und ihrer Lebensphilosophie widerspricht.

Dass ihre Vater Kontakte dorthin hatte, muss aus meiner Sicht nicht unbedingt auch bedeuten, dass Iris auch Kontakte zu den Menschen dort hatte oder sich dort aufhielt.
GonzoX schrieb am 09.03.2020:Sie brach gewöhnlich um 4:50 in Wandsbek auf. Da ist es stockdunkel und einsam.
Genau. Es war Winter, Iris könnte durchaus auch eine Mütze oder Kapuze getragen haben…
Wie soll da ein völlig unbekannter Täter Iris Aussehen auffallen.
sooma schrieb:Deswegen denke ich auch, dass es nicht unrealistisch wäre, dass die Sachen erst kurz vor dem Fund dort abgelegt oder hingeworfen wurden.
sören42 schrieb:Das ist sehr gut möglich, die Frage ist, wo die Gegenstände dann vorübergehend aufbewahrt wurden und weshalb sie nicht zusammen mit der Leiche verschwanden. Etwa, weil sie sich in geschlossenen Räumen aufhielt, als sie getötet wurde? Oder weil die Gegenstände nicht mehr mit in den Koffer passten (ausgehend von der Fragestellung nach dem gr. Koffer/Kiste in der XY Sendung)? Wohin könnte Iris verbracht worden sein?
Ich vermute, dass Iris Leiche erst zwischengelagert und dann erst an einem Ort
(evtl. außerhalb von Hamburg) endgültig versteckt wurde. Die Ablage der Sachen in Billbrook
diente zur Ablenkung von der Leiche und vom Täter selbst und (wie schon von anderen
Usern vermutet) als falsche Spur, um die Ermittlungen auf Billbrook zu konzentrieren.
Vielleicht ging der Täter davon aus, dass die Polizei in der Umgebung wo die Sachen gefunden worden sind, auch nach ihr suchen würde, was auch geschah. Diese kriminelle Energie würde mMn für einen Täter sprechen, dem die Vorgehensweise der Polizei vertraut war.
GonzoX schrieb am 09.03.2020:Der Bäcker wird schon gewusst haben, warum er sich Sorgen machte und den Vater anrief.
Iris soll sich bei der Arbeit nie verspätet haben. Sie soll eine Fahrtzeit von 50 min. gehabt haben. Möglicherweise kannte der Konditor und Mitarbeiter den Fahrplan (Busplan) und wusste mit welchem Bus sie morgens ankam. Vielleicht war es so, dass er wusste, dass, wenn sie eine Busverbindung in Wandsbek verpasst, sie erst ca. eine Stunde später in der Konditorei ankommen würde. Das würde erklären, dass der Konditor lt. Bericht 3-4 Mal bei ihr in der Wohnung anrief.

> Anruf um 6.00 Uhr (Iris hätte in der Konditorei ankommen müssen). Vater nimmt das Telefon ab und erfährt, dass Iris nicht an der Arbeitsstelle ankam.

> Es folgten weitere drei Anrufe, der Vater sagte tief geschlafen zu haben und deshalb diese Anrufe nicht gehört habe. Es könnte passen. Drei Anrufe: Um 7.00, 8.00, 9.00.

> Der vierte Anruf erfolgte dann um 10.00 Uhr. Der Vater nahm das Telefon wieder ab.

https://www.abendblatt.de/archive/1980/pdf/19800308.pdf/ASV_HAB_19800308_HA_003.pdf
sören42 schrieb am 08.03.2020:Womöglich fehlt ein solcher Koffer, der zuvor noch von Zeugen in der Wohnung gesehen worden war.
Ob dieser Koffer zu Iris gehörte? Bei XY wurde die Wohnung sehr “lieblos“ und kaum möbliert dargestellt. Ob der Koffer als Ersatz für einen Kleiderschrank diente? Was mir so auffällt ist, dass nicht gesagt wurde, wem der Koffer gehörte. Auch nicht, dass ein Koffer vermisst wurde, oder täusche ich mich?
sooma schrieb:Deswegen denke ich auch, dass es nicht unrealistisch wäre, dass die Sachen erst kurz vor dem Fund dort abgelegt oder hingeworfen wurden.
Evtl. konnte die Polizei anhand des Zustands der Sachen (nach Wetterlage der vergangenen Tage) Schlüsse ziehen, wie lange die Sachen dort im Freien lagen.


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Iris Schwarz 1980 in Hamburg verschwunden

13.03.2020 um 12:20
Dass Udo S. am Tag von Iris Verschwinden nach Unterweser zu seiner Arbeitsstelle fuhr, sodass die Polizei ihn erst 6 Tage später verhören konnte ist für mich absolut unverständlich.

https://www.abendblatt.de/archive/1980/pdf/19800311.pdf/ASV_HAB_19800311_HA_004.pdf


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otternase
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13.03.2020 um 13:18
GonzoX schrieb am 09.03.2020:Sie brach gewöhnlich um 4:50 in Wandsbek auf. Da ist es stockdunkel und einsam.
dunkel ja, aber nicht einsam: vor 40 Jahren arbeiteten noch viel mehr Menschen als heute im Handwerk oder waren Arbeiter, die ebenso früh wie Iris auf Arbeit sein mussten. Der Anteil derer im Dinestleistungsbereich oder in Büros mit Arbeitsbeginn erst um 8 oder 9Uhr war geringer. Selbst heute noch ist um 5 Uhr früh bereits viel los, damals waren es aber noch viel mehr als heute, die um diese Uhrzeit zur Arbeit losgingen.
waldkind7 schrieb:Möglicherweise kannte der Konditor und Mitarbeiter den Fahrplan (Busplan) und wusste mit welchem Bus sie morgens ankam. Vielleicht war es so, dass er wusste, dass, wenn sie eine Busverbindung in Wandsbek verpasst, sie erst ca. eine Stunde später in der Konditorei ankommen würde.
einen Fahrplan von damals haben wir leider nicht, und wir wissen nicht, wie Iris fuhr, es gibt immerhin mehrere Fahrtalternativen (heute sind das die Möglichkeiten: S1 von Friedrichsberg nach Landwehr und dann Bus nach Landwehr; U1 von Wandbek Markt nach Wartenau und dann Bus zur Hebbelstrasse; S1 von Friedrichsberg nach Barmbek und dann Bus zur Mozartstrasse; Bus von Straßburger Platz nach Biedermannplatz und der Rest zu Fuß...; damals mag es gerade bei den Busverbindungen noch andere Möglichkeiten gegeben haben oder einige von den genannten gab es damals noch nicht, jedenfalls jedoch gab es mehrere Varianten)
Aber in jedem Fall verkehren alle diese Verbindungen (und verkehrten auch damals) in engen Taktungen, alle 10 oder mindestens alle 20 Minuten. Keinesfalls hätte ein Anschlussverlust beim Umsteigen eine Verspätung von einer Stunde bewirkt.
waldkind7 schrieb:Dass Udo S. am Tag von Iris Verschwinden nach Unterweser zu seiner Arbeitsstelle fuhr, sodass die Polizei ihn erst 6 Tage später verhören konnte ist für mich absolut unverständlich.
das mag etwas "cold-hearted" erscheinen, aber es muss nichts Böses bedeuten. Er wird der Sache nicht so viel Bedeutung beigemessen haben wie beispielsweise der Bäcker.
Iris war ein offenbar sehr selbstständiges Kind. Wenn der Vater auf Montage war und die Mutter tagelang spurlos nach St Pauli ausgerückt ist, dann hat sie als Älteste offenbar auch für sich und ihre Geschwister "den Laden geschmissen"... Da wird der Vater sich nicht unbedingt gleich Sorgen gemacht haben.
Auch soll es ja vorher einen Streit zwischen Vater und Tochter gegeben haben, vielleicht hat der Vater einfach angenommen, Iris sei abgehauen, weil sie mit ihm nichts zu tun haben wolle und sie käme schon von selbst wieder zurück...
Wenn man die Verhältnisse in der Familie betrachtet, dürfte ein allzu sorgloses Verhalten nicht so sehr überraschen. Der Bäcker kannte Iris hingegen nur als stille, zuverlässige Mitarbeiterin, kannte nicht ihre familiären Hintergründe und hat sich daher gleich viel schneller Sorgen gemacht.


Was ganz anderes: wie muss man sich die Bäckerei, in der Iris arbeitete, eigentlich vorstellen? Ein kleiner Ein-Mann-Betrieb, eine große Bäckerei, ein Laden für Endkunden oder eine Großbäckerei für Kantinen o.ä.?
Wir haben die Variante betrachtet, dass Iris nie von zuhause aufgebrochen ist, dh. der Vater gelogen hat und in die Sache verstrickt ist.
Wir haben die Variante betrachtet, dass Iris irgendwo auf dem Weg zwischen Wohnung und Arbeitsstelle abgefangen, entführt wurde.
Wir haben die Variante betrachtet, dass Iris bewusst nicht zur Arbeit, sondern woandershin an dem Morgen gefahren ist.
Mir fehlt da nun noch die Variante, dass Iris doch an der Arbeitsstelle eingetroffen ist und erst dort dem Täter in die Hände geriet.

Ich stelle mir beispielsweise folgendes Szenario vor: Iris erreicht pünktlich die Bäckerei. Vor der Bäckerei steht der böswillige Kollege A am Lieferwagen der Bäckerei. Er spricht Iris noch auf der Straße an "Chef sagt, wir sollen Brötchen und Kuchen in die Kantine X fahren. Ich habe schon beladen, steig Du ein und hilf mir nachher beim Ausladen!" Nichtsahnend steigt Iris in den Lieferwagen, der böse Kollege fährt los und irgendwo weit ab fällt er über Iris her und tötet sie...


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Iris Schwarz 1980 in Hamburg verschwunden

13.03.2020 um 15:21
otternase schrieb:Was ganz anderes: wie muss man sich die Bäckerei, in der Iris arbeitete, eigentlich vorstellen? Ein kleiner Ein-Mann-Betrieb, eine große Bäckerei, ein Laden für Endkunden oder eine Großbäckerei für Kantinen o.ä.?
Wohl eher eine kleine Konditorei mit Café und Ladenverkauf, hier eine Aufnahme aus der Zeit:

https://www.abendblatt.de/archive/1980/pdf/19800308.pdf/ASV_HAB_19800308_HA_003.pdf


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otternase
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13.03.2020 um 15:55
@sooma
danke für den Link
Dann fällt meine Theorie, dass ein Kollege sie vor dem Laden abgefangen hat, ohne dass der Bäckermeister dies bemerkt hat, wohl eher aus...

Interessant in dem von Dir verlinkten Zeitungsartikel ist noch, dass dort der von Iris üblicherweise gewählte Weg drinsteht:

Buslinie 165 von Walddörfer Str. zum Wandsbeker Markt
U1 von Wandsbeker Markt nach Wartenau
Buslinie 106 von Wartenau nach Hebbelstr.

Ich finde den Weg seltsam, zumindest den Anfang: der Fussweg von Lengerkestr. 10 bis Haltestelle Walddörfer Str. dürfte eher länger sein als der direkt zum Wandsbeker Markt. Wozu dieser Umweg?
Möglicherweise ist stattdessen die Haltestelle Wandbeker Allee an der Kreuzung der Wandbeker Allee mit der Walddörfer Str. gemeint?

Wir erfahren aus dem Artikel übrigens auch noch ein ganz klein wenig über die Familie: zwei Geschwister waren in Farmsen, drei auch in Wandsbek untergebracht, offenbar dort an zwei verschiedenen Stellen. Da die Kinder ja bei Verwandten untergebracht waren, bedeutet dies, Iris hatte Verwandtschaft in Wandsbek. Dies könnte auch der Grund gewesen sein, warum sie die Wohnung in Wandsbek und nicht eine Wohnung näher an ihrer Ausbildungsstelle bezogen hat.


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13.03.2020 um 16:02
otternase schrieb:Wir erfahren aus dem Artikel übrigens auch noch ein ganz klein wenig über die Familie: zwei Geschwister waren in Farmsen, drei auch in Wandsbek untergebracht, offenbar dort an zwei verschiedenen Stellen. Da die Kinder ja bei Verwandten untergebracht waren, bedeutet dies, Iris hatte Verwandtschaft in Wandsbek. Dies könnte auch der Grund gewesen sein, warum sie die Wohnung in Wandsbek und nicht eine Wohnung näher an ihrer Ausbildungsstelle bezogen hat.
Ja, schau mal hier: Beitrag von sooma, Seite 26


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13.03.2020 um 16:16
@sooma
ja, richtig, mir ging es darum, den Aspekt hervorzuheben, dass drei der Geschwister nicht nur einfach in Hamburg, sondern im gleichen Stadtteil wie Iris lebten.
Ziemlich zu Anfang der Diskussion kam hier nämlich die Frage auf, warum Iris eigentlich ausgerechnet kurz zuvor nach Wandsbek in diese Wohnung gezogen war, obwohl die weder besonders günstig war, noch nahe an ihrem Arbeitsplatz lag.
Ich denke, die Frage ist damit geklärt, sie wohnte so in der Nähe einiger Geschwister und mindestens der Verwandten, die sich um diese Geschwister kümmerten, möglicherweise hatte sie darüberhinaus auch noch weitere verwandtschaftliche Bande in dieser Ecke von Hamburg.

Und möglicherweise kannte sie diesen Stadtteil auch schon besser, bevor sie dorthin zog! Man kann keineswegs ausschließen, dass sie, auch wenn sie offiziell frischzugezogen war, eben doch dort schon Bekannte, Freunde hatte, zB. aus dem Bekanntenkreis der Verwandten oder aus dem Kreis der Mitschüler ihrer Geschwister!


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Iris Schwarz 1980 in Hamburg verschwunden

13.03.2020 um 16:25
otternase schrieb:Ziemlich zu Anfang der Diskussion kam hier nämlich die Frage auf, warum Iris eigentlich ausgerechnet kurz zuvor nach Wandsbek in diese Wohnung gezogen war, obwohl die weder besonders günstig war, noch nahe an ihrem Arbeitsplatz lag. Ich denke, die Frage ist damit geklärt, sie wohnte so in der Nähe einiger Geschwister und mindestens der Verwandten, die sich um diese Geschwister kümmerten, möglicherweise hatte sie darüberhinaus auch noch weitere verwandtschaftliche Bande in dieser Ecke von Hamburg
Da ich Hamburg Uhlenhorst sehr gut kenne, würde ich einfach mal behaupte, dass das Jugendamt mit Sicherheit in Uhlenhorst einem schon damals sehr begehrten und teuren Stadtteil ganz sicher keine Wohnung für Iris bezahlt hätte und Einzimmerwohnungen in Uhlenhorst damals auch nicht für 460 DM zu haben waren, wie Iris Wohnung in Wandsbek. Da hätte man nochmal 200 DM rauflegen müssen und das hätte kein Amt bezahlt. Und auch bei Iris Vater kann ich mir nicht vorstellen, dass er bereit war, soviel Geld für eine Wohnung in einem hochpreisigen Viertel zu bezahlen. Daher fiel dann die Wahl auf Wandsbek.

Iris war jung und gesund und die Fahrzeit die von der Lengerckestraße zur Schenkendorfstrasse zum Bäcker erforderlich war, war für Hamburger Verhältnisse absolut im Rahmen.
Außerdem glaube ich wie Du, dass das Amt es vermutlich für die Kinder für vorteilhaft erachtete dass sie zusammen in einem Stadtteil und in der Nähe von Verwandtschaft untergebracht worden sind.


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otternase
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Iris Schwarz 1980 in Hamburg verschwunden

13.03.2020 um 16:33
@Rotmilan
gut möglich, dass eine nähere Wohnung noch teurer gewesen wäre.

Der Vater war Spezialist und hat sicher gut verdient. Dass ein Jugendamt dort irgendwas bezahlt hätte, kam daher vermutlich sowieso nie in Frage. Und bei der Wahl der Wohnung dürfte das Amt auch vermutlich keinen Einfluss genommen haben.

Ich gehe daher davon aus, dass das eine bewusste Entscheidung von Iris und ggf. ihrem Vater war, dass sie gerade dorthin zog. Auch denkbar, dass Verwandte ihr geholfen haben, eine Wohnung zu suchen und daher eine Wohnung in der Nähe der Wohnung der Verwandten dabei rauskam.

Jedenfalls -und das ist die Erkenntnis, die ich daraus ziehe- dürfte Iris mit Wandsbek zumindest ein wenig vertraut gewesen sein und auch dort schon Leute, mindestens ihre Verwandten, vermutlich aber auch noch mehr Leute in der Umgebung gekannt haben, obwohl sie erst kurze Zeit dort lebte!


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Iris Schwarz 1980 in Hamburg verschwunden

13.03.2020 um 16:38
otternase schrieb:Aber in jedem Fall verkehren alle diese Verbindungen (und verkehrten auch damals) in engen Taktungen, alle 10 oder mindestens alle 20 Minuten. Keinesfalls hätte ein Anschlussverlust beim Umsteigen eine Verspätung von einer Stunde bewirkt.
Was macht dich da so sicher (ohne Fahrpläne o.ä) ? Ich kann mir nicht vorstellen, dass 1980 bereits 5 Uhr morgens viele Busverbindungen oder hohe Taktungen bestanden.
otternase schrieb:Da wird der Vater sich nicht unbedingt gleich Sorgen gemacht haben.
Auch soll es ja vorher einen Streit zwischen Vater und Tochter gegeben haben, vielleicht hat der Vater einfach angenommen, Iris sei abgehauen, weil sie mit ihm nichts zu tun haben wolle und sie käme schon von selbst wieder zurück...
Ja, das stimmt, das hätte so Sinn gemacht, aber er hat Iris ja direkt am Tag ihres Verschwindens bei der Polizei als vermisst gemeldet. Sein Verhalten einerseits Iris umgehend als vermisst zu melden und dann aber wegzufahren und für 6 Tage abwesend zu sein, während nach seiner Tochter gesucht wurde, passt für mich nicht so richtig zusammen.
otternase schrieb:Der Bäcker kannte Iris hingegen nur als stille, zuverlässige Mitarbeiterin, kannte nicht ihre familiären Hintergründe und hat sich daher gleich viel schneller Sorgen gemacht.
Wissen wir das?
Er könnte zumindest geahnt haben (auf Grund von Beobachtungen), dass da etwas nicht ganz stimmte. Der Missbrauch durch den Vater hinterließ bei Iris offenbar deutliche “Spuren“, wie in XY zu erkennen war. Und sollte sie sich auch wirklich so auffällig Männern gegenüber verhalten haben, dann wäre dieses dem Chef evtl. auch aufgefallen.
otternase schrieb:wie muss man sich die Bäckerei, in der Iris arbeitete, eigentlich vorstellen? Ein kleiner Ein-Mann-Betrieb, eine große Bäckerei, ein Laden für Endkunden oder eine Großbäckerei für Kantinen o.ä.?
sooma schrieb:Wohl eher eine kleine Konditorei mit Café und Ladenverkauf
Genau, es soll sich, wie in dem Bericht auf dem Foto erkennbar ist, um eine Cafe-Konditorei gehandelt haben. Dementsprechend wird es dort einen öffentlichen Betrieb gegeben haben, wo die Gäste bedient oder bewirtet wurden und eine Backstube, wo die Backwaren produziert wurden. Sollte sie eine Ausbildung als Konditorin absolviert haben, gehörte dazu auch der Verkauf und die Präsentation der Waren im Verkaufsbereich sowie auch der Umgang mit den Kunden.
Iris hätte hier also auch die Möglichkeit gehabt neue Kontakte zu knüpfen. Wir wissen aber nicht, in welchen Bereichen Iris schon ausgebildet wurde und welche noch bevorstanden.
Infos zu Ausbildung als Konditor:
https://berufenet.arbeitsagentur.de/berufenet/faces/index?path=null/kurzbeschreibung/ausbildungsinhalte&dkz=3654

Es kann sein, dass sich die Ausbildungsinhalte mittlerweile geändert haben, ich gehe aber davon aus, dass sie im Wesentlichen unverändert blieben, da es sich um einen Traditionsberuf handelt.


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otternase
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Iris Schwarz 1980 in Hamburg verschwunden

13.03.2020 um 17:40
waldkind7 schrieb:Was macht dich da so sicher (ohne Fahrpläne o.ä) ? Ich kann mir nicht vorstellen, dass 1980 bereits 5 Uhr morgens viele Busverbindungen oder hohe Taktungen bestanden.
ganz sicher könnte man das wohl nur mittels damaligem Fahrplanbuch beantworten, der hier könnte das vielleicht beantworten ;-)

Bücherregal #8: Fahrplan des Hamburger Verkehrsverbunds (HVV) Sommer 1978


aber eigentlich überall in Deutschland sind die Fahrpläne der lokalen öffentlichen Verkehrsmittel in den letzten 40 Jahren eher ausgedünnt als verdichtet worden. Die U1 war auf dem Ast im gleichen Ausbaustand wie heute, daher bin ich mir ziemlich, dass die Frequenz sich nicht wesentlich von heute unterschieden hat...
waldkind7 schrieb:Er könnte zumindest geahnt haben (auf Grund von Beobachtungen), dass da etwas nicht ganz stimmte. Der Missbrauch durch den Vater hinterließ bei Iris offenbar deutliche “Spuren“, wie in XY zu erkennen war. Und sollte sie sich auch wirklich so auffällig Männern gegenüber verhalten haben, dann wäre dieses dem Chef evtl. auch aufgefallen.
wir wissen in der Tat wenig darüber, was der Chef von Iris wusste. Sie hat ja sogar eine kurze Zeit übergangsweise bei ihm gewohnt, möglich also, dass sie ihm mehr gesagt hat?


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Iris Schwarz 1980 in Hamburg verschwunden

13.03.2020 um 19:00
@otternase
Ich stand auf dem Schlauch, sorry!
otternase schrieb:Und möglicherweise kannte sie diesen Stadtteil auch schon besser, bevor sie dorthin zog! Man kann keineswegs ausschließen, dass sie, auch wenn sie offiziell frischzugezogen war, eben doch dort schon Bekannte, Freunde hatte, zB. aus dem Bekanntenkreis der Verwandten oder aus dem Kreis der Mitschüler ihrer Geschwister!
Das kann ich mir gut vorstellen. Sie war ja wohl auch schon seit August '79 in der Lehre und damit der Berufsschule, also ein gutes halbes Jahr.


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Iris Schwarz 1980 in Hamburg verschwunden

30.04.2020 um 15:13
In den letzten Wochen hatten die meisten hier beteiligten sicher kaum den Kopf frei, um sich mit unserem alten Kriminalfall zu beschäftigen.
Aber nun möchte ich mich dem doch wieder zuwenden und an unsere Diskussion anknüpfen.

Mich interessiert immer noch dieser Fundort Iris' Utensilien.
Und zwar nun Variante 2, also der bei AZXY gezeigte Ort, gegenüber dem Zinkhüttenweg, quasi unmittelbar am Billbrook-Kanal.

Bildschirmfoto 2020-04-30 um 14.31.20Original anzeigen (0,6 MB)

Die Ermittler vermuteten damals eine Leichenablage in diesem Kanal und suchten ihn gründlich ab.
Was ich an diesem Ort aber noch besonders und erwähnenswert finde, ist dessen strategische Qualität für den oder die vermeintlichen Kidnapper.
Er bot diesen die Möglichkeit, unauffällig, anonym und (nachts) kaum einsehbar mit dem Auto anzufahren und die Utensilien schnell am (oder im) Graben abzulegen.
Außerdem stellte er aber auch eine ganz perfekte Gelegenheit dar, mit einem Sportboot dort anzulegen und die Leiche oder gar die lebende Iris abzutransportieren.
Das scheint weit hergeholt.
Auf einen charakterlich ähnlichen Ort waren wir aber auch in der "Todesdreiecks"-Diskussion gestoßen:
(dem Tat- und Leichenfundort der 1985 ermordeten Irene Warnke)

Diskussion: Frauenmorde im Elbe-/Weserraum (Beitrag von GonzoX)

Schon einige Monate zuvor hatten wir uns mit einem explodiert in der Elbmündung aufgefunden Boots-Wrack beschäftigt. Da dieses zeitnah zum Verschwinden Christina Bohles (1982) dort auftauchte und wir über einen Zusammenhang nachdachten.

Diskussion: Frauenmorde im Elbe-/Weserraum (Beitrag von GonzoX)

Und um nun den Kreis zu schlißen, wurde dieses ausgerechnet von einem Yacht-Hafen am Holzhafenufer (Hamburg-Billbrook) gestohlen.


Bildschirmfoto 2020-04-30 um 14.59.18Original anzeigen (0,3 MB)


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Iris Schwarz 1980 in Hamburg verschwunden

01.05.2020 um 12:59
GonzoX schrieb:Was ich an diesem Ort aber noch besonders und erwähnenswert finde, ist dessen strategische Qualität für den oder die vermeintlichen Kidnapper.
Er bot diesen die Möglichkeit, unauffällig, anonym und (nachts) kaum einsehbar mit dem Auto anzufahren und die Utensilien schnell am (oder im) Graben abzulegen.
Außerdem stellte er aber auch eine ganz perfekte Gelegenheit dar, mit einem Sportboot dort anzulegen und die Leiche oder gar die lebende Iris abzutransportieren.
Das scheint weit hergeholt.
Auf einen charakterlich ähnlichen Ort waren wir aber auch in der "Todesdreiecks"-Diskussion gestoßen:
(dem Tat- und Leichenfundort der 1985 ermordeten Irene Warnke)
@GonzoX
Vielen Dank für die umfangreiche und genaue Recherche. Dass die Leiche im Kanal abgelegt wurde, glaube ich nicht. Es wäre ja schon ziemlich dumm, dann die Sachen am Kanal, incl. Sparbuch usw. am Kanalrand liegen zu lassen.

Problematisch sehe ich auch den Bezug des Täters zum Opfer. Der war bei den Frauenmorden im Elbe-/Weserdreieck doch anders. Disco Bekanntschaften ("Kifferdiscos") oder Tramperinnen. Das passt ja nicht bei Iris S. Es sei denn, man lässt den Gedanken zu, dass jemand in Iris' unmittelbaren Umfeld auch für die anderen Taten in Frage kommen könnte. Die zeitliche Einordnung ist mindestens interessant:

Beitrag von sören42, Seite 21

Es könnte aber auch sein, dass der Mörder im Fall von Irene W .oder Christina B. das in der Öffentlichkeit bekannte Auffinden von Iris' Sachen am Kanal (1980) genutzt hat, um auch seine Tat(en) dem Mörder von Iris in die Schuhe zu schieben.


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