rabunsel schrieb:Ich hatte schließlich keine GPS-Daten aus der Akte, sondern hab die Punkte unter Zeitdruck in eine selbstgemalte Karte eingetragen. Ich denke die Daten aus der Doku stimmen, ich kann mich nämlich auch noch erinnern, dass Rick in der Geodäsie-Beweisanregung ausführte, dass die erste Überquerung der Straße wohl nicht realistisch sei, weil die Punkte nicht mit der Gehgeschwindigkeit vereinbar gewesen wären.
Sie hatte wahrscheinlich auch recht, weil sie wahrscheinlich auch nicht am Brunnen war. Sie hätte durch eine Hecke gehen müssen. Mit Deinen eingezeichneten Toleranzen ist es auch möglich, dass Hanna auf ihrem Nachhauseweg blieb, was auch in Kombination der weiteren Informationen dann zu der wahrscheinlichsten Möglichkeit wird. Man darf die GPS-Daten nicht ganz so ernst nehmen, man muss die Toleranzen beachten und sie mit den anderen Gegebenheiten in Einklang bringen. Der Punkt 8 wird in Wirklichkeit am Brückerl gewesen sein und dann würde es passen.
Die Daten der Doku stimmen an den zwei Punkten, wo die Ungenauigkeit eingezeichnet wurde mit Deiner Doku doch halbwegs überein. Der Bärbach liegt weiterhin in dem Bereich. Die Ermittlerversion wird dadurch nur unwahrscheinlicher, jedoch nicht unmöglich. Man darf nicht vergessen, dass die Wahrscheinlichkeit außerhalb der Kreise dann nicht direkt auf 0% absackt, häufig ist das nur die 2/3-Wahrscheinlichkeit, es gibt immer noch Restwahrscheinlichkeiten. Hätte es für die Ermittlerversion wirklich schlagende Argumente gegeben wie z.B. Blutspuren am Brückerl, Augenzeugen, dann hätte man trotz der GPS-Daten diese Version als die Wahrscheinlichste ansehen müssen. Wie wir wissen ist diese Version der Ermittler sogar weit hergeholt, da sie ganz wesentliche Fragen nicht beantwortet und sie wird wohl durch wirklichen GPS-Daten noch unwahrscheinlicher.
Gerade der erste mögliche Wasserkontakt wäre für die Auswertung der ungenauen Daten durch den Geodesist extrem wichtig gewesen. Er musste so bis zum Anrufversuch den Bärbach ausschließen. Da diese Zeit jedoch aus den Daten sowohl von dem ersten Gericht als auch von der Verteidigung fehlerhaft interpretiert und weitergegeben wurden, wurde offenbar ein Sturz ins Wasser am Parkplatz der Kampenwandbahn angenommen.
Daher bleiben uns nur die Daten aus dem Urteil und Deiner Doku der Prozessbeobachtung und dieser zwei in der Doku eingezeichneten Kreise.
rabunsel schrieb:Darauas ergeben sich meiner Meinung nach 4 Theorien, die man anhand der Handydaten noch hätte klären müssen. Natürlich wäre auch interessant wie die Versuche zum Temperaturabfall ausgesehen haben und ob die Taschen-Theorie von @Rigel92 einen anderen, späteren Temperaturabfall auslösen würde und diese vielleicht den kleinen Temperaturknick vor dem größeren Abfall erklären würde.
rabunsel schrieb:Theorie 1 (Handy falsche Zeit, GPS-Daten mit GPS-Uhr=richtige Zeit, Anbieter richtige Zeit)
Anruf Start: 02:32:09 - 44sec = 02:31:25
Temperaturabfall: 02:32:15 - 44 sec = 02:31:31
Punkt 11: 02:31:41
Das kann man schon heute ausschließen. Die GPS-Zeiten beruhen auf der IPhone-Zeiten, weil sie aus dem Log des IPhones stammen. Und der basiert auf der IPhone-Zeit.
rabunsel schrieb:Theorie 2 (Handy richtige Zeit, GPS-Daten mit GPS-Uhr=richtige Zeit, Anbieter falsche Zeit)
Punkt 11: 02:31:41
Anruf Start: 02:32:09
Temperaturabfall: 02:32:15
Dass die Uhrzeit des Anbieters fehlerhaft sein soll, das kann man wirklich ausschließen. Es ist nur eine theoretische Möglichkeit.
Theorie 4 (Handy falsche Zeit, GPS-Daten falsche Zeit, Anbieter richtige Zeit)
Punkt 11: 02:31:41 - 44 sec = 02:30:57
Anruf Start: 02:32:09 - 44sec = 02:31:25
Temperaturabfall: 02:32:15 - 44 sec = 02:31:31[/quote]
Auch diese Version kann man ausschließen, die GPS-Ortung am Eiskeller kann man hier als Referenzpunkt nehmen. Die dürften mit den Kameraaufnahmen schon abgeglichen worden sein, soviel traue ich den Ermittlern zu. Abweichungen von mehr als 5s wären zwar möglich, jedoch sehr selten. Das würde voraussetzen, dass die interne Uhr des IPhones total aus dem Toleranzbereich fällt. Sie wird normalerweise mit min. alle 24 h mit der Uhr des Providers synchronsiert Daher ist auch die Möglichkeit nur einen theoretische und selbst dann - wenn zutreffend - von den Ermittlern erkannt worden oder von der Verteidigung direkt in das Verfahren eingebracht worden.
Außer theoretischer Möglichkeiten bleibt nur die Möglichkeit 3 übrig.
rabunsel schrieb:Natürlich wäre auch interessant wie die Versuche zum Temperaturabfall ausgesehen haben und ob die Taschen-Theorie von @Rigel92 einen anderen, späteren Temperaturabfall auslösen würde und diese vielleicht den kleinen Temperaturknick vor dem größeren Abfall erklären würde.
Ich habe auch schon über diesen Temperaturknick Gedanken gemacht. In der Doku 3. Teil gibt es dazu ein Diagramm, was auch mehr die Vergangenheit der Stufen beleuchtet (10:25).
Man sieht, dass es viel Stufen auch schon vorher gegeben hat. Diese eine Stufe hat eine Besonderheit, die Temperatur sinkt dort dann langsam ab. Ich hatte schon auch anfangs gedacht, dass diese Stufe mit dem Beginn Emergency-Call zusammen fällt, hatte mich dabei jedoch vertan. Diese Stufe ist einfach viel zu früh.
Hierzu gibt es wahrscheinlich mehrere Erklärungsmöglichkeiten, eine wäre, dass Hanna über den vorherigen Weg das IPhone in der Hand hatte (vielleicht erwartete sie den Anruf des Freundes, auf den sie nicht gewartet hatte), es dann aber in die Handtasche oder Jackentasche legte. Wenn sie es in der Hand hatte, hat Temperatur der Hand durch den direkten Kontakt mit dem IPhone das IPhone etwa auf konstanter Temperatur gehalten. Sobald sie es an einen anderen Ort legte, wäre die Temperatur gefallen. In die Hose hat sie es sicher nicht gesteckt, dann wäre die Temperatur wahrscheinlich eher gestiegen.
Es wäre natürlich interessant zu wissen, wo das örtlich erfolgt ist. Wenn diese Zeit mit dem Punkt 5 oder 6 zusammenfallen würde, wäre vielleicht an dem Ort des IPhone etwas, was irgendwie den Empfang der GPS-Signale von da an beeinträchtigt hat.