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Mord an 16-jähriger Kölnerin Seçkin Çağlar im Oktober 1991

346 Beiträge ▪ Schlüsselwörter: Mord, Köln, Autobahn ▪ Abonnieren: Feed E-Mail

Mord an 16-jähriger Kölnerin Seçkin Çağlar im Oktober 1991

29.04.2026 um 11:53
Ich wollte noch mal eben auf einen Aspekt hinweisen, der zu Beginn des Threads 2023 ein paar Mal thematisiert wurde, in der Diskussion nach Ausstrahlung des XY Filmfalls in diesem Februar allerdings nicht mehr so präsent war:

Der Tatort und zugleich Fundort liegt direkt neben dem rechtsrheinischen Abschnitt der A4, die dort als Teil des Kölner Autobahnrings kurz darauf über die Rodenkirchener Brücke auf die linke Rheinseite führt - damals wie heute einer der meistbefahrenen Autobahnabschnitte des Landes, mittlerweile aber recht gut isoliert. In den 1980er Jahren wurde der Südring jedoch zunächst zwischen den Autobahnkreuzen Köln-West und Köln-Süd von 4 auf 6 Fahrstreifen erweitert. Und von 1990 bis 1994 wurde die Strecke zwischen dem Kreuz Köln-Süd und Dreieck Köln-Heumar ausgebaut, wobei die dazwischenliegende Rodenkirchener Autobahnbrücke ebenfalls extrem aufwändig verbreitert werden musste und zudem dann auch Lärmschutzwände errichtet wurden.

Bei der Studionachbesprechung zum XY Filmfall war nun auf der eingeblendeten Karte zu ersehen, dass Seçkin bereits kurz nach dem Überqueren der Straßenbahngleise und dem linksseitigen Abbiegen in den Fußweg Richtung Wahnheider Str. offenbar nach rechts in ein sehr dicht bewachsenes Gebüschareal abgedrängt wurde, das so heute nicht mehr besteht. Wenn ich mich recht entsinne, erwähnte Hauptkommissar Markus Weber, der übrigens im Mai pensioniert wird, bei einem der Tatortfotos obendrein, das am Bildrand Materialien für damals dort stattfindende Bauarbeiten zu erkennen sind.

Es ist also wohl davon auszugehen, dass an der Stelle ein mehr oder weniger durchlässiger Bereich zur A4 bestanden hat, auf der an einem Mittwoch um die Uhrzeit neben dem Feierabendverkehr möglicherweise auch noch Krach von schweren Straßenbaumaschinen erzeugt wurde - ohne fertiggestellten Lärmschutz oder verlegten Flüsterasphalt. Dafür aber mit Autos, deren Motorenlautstärke sich heutzutage kaum mehr vorstellen bzw erinnern lässt, wie ich erst die Tage bemerken durfte, als ein Ford Taunus '80L (Baureihe 1979 bis 1982) in einigen Metern Entfernung angelassen wurde und sich in Bewegung setzte - man hätte fast meinen können, da wird gerade ein Sport- oder Rennwagen in den 6. Gang hochgeschaltet.

Es könnte für den Täter daher durchaus gereicht haben, sich mit Seçkin mal rasch aus dem Blickfeld zu bewegen und zumindest ein paar Meter Abstand zum Weg zu gewinnen. Wenn es ihm dabei zudem gelungen ist, sie bedrohlich in Schach zu halten bzw ruhig zu stellen, wenigstens Schreie zu unterdrücken oder sie gar in einen bewusstlosen Zustand zu versetzen, könnte sich die Tat wohl sogar bei einem Aufenthalt des Vaters in einiger Entfernung fortgesetzt haben - was natürlich eine üble Vorstellung ist, sich aber wohl auch nicht völlig ausschließen lässt...


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Mord an 16-jähriger Kölnerin Seçkin Çağlar im Oktober 1991

29.04.2026 um 12:31
Ich war übrigens vor einigen Monaten noch mal an der Stelle und es ist schon bemerkenswert, wie verhältnismäßig kurz doch der Fußweg von der Abbiegung bis zum Übergang in die Wahnheider Str ist. Die Distanz kann sich ja nun auch kaum verändert haben, sondern wohl nur Gestaltung und Bewuchs des Umgebungsbereichs.

Bislang wird das noch auf keinem hier hochgeladenen Foto so richtig deutlich. Ich kann aber später mal schauen, ob ich eins hochladen kann, dass es noch besser veranschaulicht...


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Mord an 16-jähriger Kölnerin Seçkin Çağlar im Oktober 1991

30.04.2026 um 17:23
Hier nun wie angekündigt noch mal mehr aktuelle Bilder - aufgenommen Anfang September 2025 - vom damaligen Tatort. Vegetation und landschaftliche Gestaltung haben sich seit 1991 natürlich erheblich verändert. Aber der Schienenverlauf der Straßenbahn im Bereich der ehemaligen Haltestelle "Poll Autobahn" (dann auch unterhalb der Autobahn A4) sowie die Anlegung und Distanzen der Fußwege sind wohl weiterhin recht ähnlich.

Ich war übrigens zuvor auch schon mal bei wesentlich tristerem Wetter mit einsetzender Dunkelheit an dieser Stelle und kann daher aus eigener Erfahrung sagen, dass die Atmosphäre selbst heute noch etwas anders ist als auf den sonnendurchfluteten Fotos. 1991 war der gesamte Bereich wohl auch weniger als einladendes Grüngebiet gestaltet, sondern es hatte eher den Charakter einer abgelegenen Haltestelle mit naher Autobahn.

SC01Original anzeigen (5,6 MB)
Heutiger Bahnübergang für Fußgänger und Radfahrer. Das Umlaufgitter gab es 1991 noch nicht. Nach links lag der Haltestellenbereich. Rechts verläuft die Autobahn A4 als Teil des Kölner Autobahnrings. Im Hintergrund ist bereits die Weggabelung zum Wohngebiet zu erkennen.

SC02Original anzeigen (5,1 MB)
Schwenk nach links zum ehemaligen Haltestellenbereich, der in seinem damaligen Zustand bei diesem ZDF "Hallo Deutschland" Filmbeitrag zur XY Ausstrahlung im Februar direkt am Anfang zu sehen ist: Cold Case Seckin Caglar bei Aktenzeichen XY

SC03Original anzeigen (5,3 MB)
Schwenk nach rechts zum weiteren Schienenverlauf durch einen Tunnel unterhalb der Autobahn mit Lärmschutzwand in Richtung der Endhaltestelle in Zündorf (seinerzeit wie heute noch 8 Haltestellen entfernt). Die A4 nähert sich dort in Fahrtrichtung nach rechts der Rheinbrücke Köln-Rodenkirchen.

SC04Original anzeigen (4,6 MB)
Nach Überquerung des Bahnübergangs wieder ein Schwenk nach rechts - diesmal mit Blick in die andere Fahrtrichtung, aus der Seçkin von der Haltestelle "Poll Salmstraße" kam. Hier sieht man also auch den ehemaligen Bereich der 1994 aufgegebenen Haltestelle "Poll Autobahn", an der sie am 16. Oktober 1991 ausgestiegen ist.

In diese Richtung liegt zudem die als Ersatz eingerichtete Haltestelle "Poll Baumschulenweg". Nach der darauffolgenden Haltestelle "Poll Salmstraße" hält die hier verkehrende Straßenbahnlinie 7 noch 5 Mal rechtsrheinisch, bevor sie über die Deutzer Brücke den Rhein quert, die Innenstadt über Heumarkt und Neumarkt durchfährt und noch weiter linksrheinisch verläuft (damals bis zur Endhaltestelle "Hermeskeiler Platz" in Sülz, heute bis raus nach Frechen).

SC05Original anzeigen (6,4 MB)
Blick zum Abzweig des Weges in Richtung des Wohngebiets.

SC06Original anzeigen (4,9 MB)
Noch ein paar Meter weitergegangen. Nach links zweigt nun der Weg zum Wohngebiet ab. Geradeaus führt der Weg "Im Wasserfeld" noch eine Weile durch einen Grünstreifen parallel zur Autobahn vom Rhein weg.

SC07Original anzeigen (6,5 MB)
Schwenk zurück zum Bahnübergang. Dahinter verläuft der auch mit dem Auto befahrbare Weg "Im Wasserfeld" in ein weiteres Wohngebiet, das näher am Rhein, aber von diesem noch ein Stück entfernt liegt.

SC08Original anzeigen (5,4 MB)
Die Weggabelung, nach oben führt er nun zum Wohngebiet. Aus dieser Richtung kam also auch ihr Vater. Im rechten Bereich hat sich 1991 ein dichtes und wild bewachsenes Gebüschareal befunden, in das Seçkin vom Täter wohl rasch hineingedrängt oder -gezerrt wurde. Dort fand am nächsten Tag dann auch ihr Onkel ihre Leiche.

SC09Original anzeigen (6,6 MB)
Ein Stück weiter Richtung Wohngebiet. Standort vermutlich im damaligen Gestrüppbereich, der zum Zeitpunkt der alten Aufnahmen im oben verlinkten "Hallo Deutschland" Beitrag übrigens wohl gerodet worden war. Der Weg war seinerzeit offenbar auch etwas schmaler und wurde danach noch mal neu asphaltiert.

SC10Original anzeigen (5,7 MB)
Blick zurück zur Weggabelung.

SC11Original anzeigen (7,2 MB)
Weiter Richtung Wohngebiet.

SC12Original anzeigen (6,3 MB)
Wieder Blick zurück.

SC13Original anzeigen (5,2 MB)
Noch ein Stück weiter zum Wohngebiet.

SC14Original anzeigen (6,1 MB)
Hier mündet der Fußweg nun in die "Wahnheider Straße", die wiederum von der Straße "Zum Gremberger Wäldchen" abzweigt. Der größere Wohnblock auf der rechten Seite stand schon 1991. Wie weit es von hier aus für Seçkin noch bis nach Hause gewesen wäre, ist mir derzeit leider nicht bekannt - zu ihrer genauen Wohnanschrift habe ich bislang keine Informationen gefunden.

Wobei man auf jeden Fall bedenken muss: Der Mord an Seçkin Çağlar hat 1991 für einiges Aufsehen in der Stadt gesorgt und auch zahlreiche Presseberichte nach sich gezogen, zumal sich 10 Tage zuvor in der Nacht vom 5. auf den 6. Oktober ein weiterer Sexualmord an der damals 37jährigen Angelika Bayer aus Düsseldorf mitten in der Kölner Innenstadt ereignet hatte und für rund 48 Stunden unentdeckt geblieben war (ihre Leiche lag im blickdichten Gestrüpp des Museums für Angewandte Kunst am Kolpingplatz).

Als der Mörder von Angelika Bayer im Jahr 2003 per DNA Abgleich gefasst wurde, war der Mord an Seçkin allerdings schon lange aus den Schlagzeilen der lokalen Medien verschwunden, was auch dazu geführt hat, dass sich im Internet kaum Informationen zu diesem Fall finden ließen, bevor die Kölner Polizei den Cold Case 2023 wieder aufgerollt hat.

SC15Original anzeigen (5,1 MB)
Ein letzter Blick zurück.


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Mord an 16-jähriger Kölnerin Seçkin Çağlar im Oktober 1991

30.04.2026 um 18:29
Hier auch noch mal ein altes Foto von der Tatortarbeit 1991. Ich hatte das Motiv zwar 2023 schon mal verlinkt, seinerzeit aber noch mit einem kleineren Bildausschnitt. Dieser hier ist deutlich größer und zeigt mehr Umgebung. Im oberen Bereich sieht man Material, das evtl für die Autobahnarbeiten dort zwischengelagert wurde. Auf den ersten Blick könnte man zwar meinen, dass dort schmale Baumstämme liegen, aber es könnte sich wohl auch um schlanke Stahlrohre oder so handeln. Möglicherweise erklärt ein zeitweiliger Verkehr von schweren Lastwagen oder gar Baumaschinen auch den erkennbar zerfurchten und überaus verschlammten Boden.

57353938-23cd-45af-9b14-52daa7cc822aOriginal anzeigen (1,5 MB)
Quelle: rundschau-online.de


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Mord an 16-jähriger Kölnerin Seçkin Çağlar im Oktober 1991

30.04.2026 um 19:29
Und noch ein kleiner Hinweis zum letzten alten Tatortfoto: Wenn man sich den Bodenbereich mal genauer anschaut, wo diese Pylone mit den Nummern 4, 5, 6 hingestellt wurden, lässt sich vermuten, dass hier der Weg abgesteckt wurde, den der Täter mit Seçkin zum Gebüschbereich genommen hat...


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Mord an 16-jähriger Kölnerin Seçkin Çağlar im Oktober 1991

01.05.2026 um 21:50
@phosphor,

danke für diese ausführliche Foto-Dokumentation. So kann man sich die Umgebung auch als Ortsfremder gut vorstellen. Ich frage mich, warum selbst im Jahr 2025 keine einzige Laterne diesen Weg beleuchtet. Ich verstehe es nicht und wundere mich, dass seit 1991 dort keine weiteren Kapitalverbrechen geschehen sind.

Für jemanden, der einen Übergriff machen wollte, war das Areal sicher einladend mit der Abgelegenheit, Dunkelheit und dem damals noch viel stärkeren Bewuchs, wenn auch der Weg selbst kurz war (ca. 600 m ab Haltestelle). Ich denke auch, dass es durch einen spontanen Entschluss des Täters zu dem Verbrechen kam. Tragisch, dass die Familie sich der Gefahren dieses Weges bewusst war und ihre Tochter trotzdem nicht schützen konnte.
Zitat von phosphorphosphor schrieb:Hier mündet der Fußweg nun in die "Wahnheider Straße", die wiederum von der Straße "Zum Gremberger Wäldchen" abzweigt. Der größere Wohnblock auf der rechten Seite stand schon 1991. Wie weit es von hier aus für Seçkin noch bis nach Hause gewesen wäre, ist mir derzeit leider nicht bekannt - zu ihrer genauen Wohnanschrift habe ich bislang keine Informationen gefunden.
Der größere Wohnblock auf der rechten Seite war tatsächlich Seçkins Wohnhaus. In diesem Video

Youtube: Hoffnung auf neue Hinweise durch DNA-Tests im Cold Case Seçkin Çağlar | Lokalzeit MordOrte
Hoffnung auf neue Hinweise durch DNA-Tests im Cold Case Seçkin Çağlar | Lokalzeit MordOrte
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wird ab ca. Minute 2:20 gesagt, dass sie in diesem Haus, wie auf Bild Nr. 36 zu sehen, gewohnt hat. Das ist auch so tragisch, dass sie schon fast zu Hause war. In dem Video wird auch erwähnt, dass in der Gegend schon vor dem Mord an Seçkin Frauen und Kinder belästigt wurden.

Ich hoffe sehr, dass sich in dem Fall noch etwas tut. Der Massen-Gentest hatte ja leider auch keinen Anfangsverdacht gegen eine Person bringen können.


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