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Émile (2) in Haut-Vernet (F) tot aufgefunden

8.569 Beiträge ▪ Schlüsselwörter: Vermisst, Kind, Frankreich ▪ Abonnieren: Feed E-Mail
Zu diesem Thema gibt es eine von Diskussionsteilnehmern erstellte Zusammenfassung im Themen-Wiki.
Themen-Wiki: Émile (2) in Haut-Vernet (F) tot aufgefunden

Émile (2) in Haut-Vernet (F) tot aufgefunden

um 13:22
Puh, vor sieben Tagen, am 10. Juli 2026, gab der ehemalige Bürgermeister François Balique ein langes Interview als Gast eines Podcast mit Jean-Jaques Bourdin. Ca. 64 min.

Titel:
"Wer ließ den kleinen Émile verschwinden? Der ehemalige Bürgermeister der Gemeinde des Dramas antwortet mir"

Youtube: Qui a fait disparaître le petit Emile ? L'ancien maire de la commune du drame me répond
Qui a fait disparaître le petit Emile ? L'ancien maire de la commune du drame me répond
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mit französischen Untertiteln, in recht guter Qualität

Inhalt:

Eigene Übersetzung:
01:17 : Le Vernet, ist das Dorf verhext?
02:45 : Die Affaire Émile
25:18 : Ist der Großvater schuldig?
28:32 : Wie hat das Dorf dieses Drama erlebt, überlebt?
34:38 : Ein "Kranker", der Feuer legte
43:09 : Der Flugzeugabsturz von German Wings
1:00:11 : Der Wolf
01:17 : Le Vernet est-il maudit ?
02:45 : L’Affaire Émile
25:18 : Le grand-père coupable ?
28:32 : Comment le village a vécu ce drame 34:38 : Un “malade” qui a mis le feu
43:09 : Le crash d’un avion de la German Wings
1:00:11 : Le loup
Weitere Informationen
www.youtube.com/@BourdinMedia
Frankreich
Am 07.10.2025 beigetreten
12.500 Abonnenten
189 Videos
3.548.952 Aufrufe
Das Video mit Balique derzeit: 20.247 Aufrufe.
20.247 Aufrufe
10. Juli 2026
Teil 1

Die genuschelten Aussagen vom langjährigen Bürgermeister François Balique (FB) in Stichworten, German Wings, den Brandanschlag und den Wolf spare ich aus:

- Le Vernet, 145 Einwohner im Winter (*), im Sommer mehr als 1.000 Menschen
- Die vier Vedovinis in Gewahrsam - FB: "Das macht sie nicht zu Schuldigen."
- "ich kann nicht akzeptieren, dass das Kind innerhalb der Gemeinde zu Tode kam, das ist undenkbar, unmöglich, schwer zu ertragen.
- Das Drama um Émile war für ihn als Bürgermeister sehr schmerzhaft und schwierig zu leben.
- FB war am Nachmittag des 8. Juli 2023 mit seinem Stellvertreter (mon adjoint) in den Bergen bei einem Schafstall, einer Schäferei (une bergerie). Der Stellvertreter wurde über das vermisste Kind informiert und beide (on), FB machte sich sofort auf, nach Le Haut-Vernet.
- Die Großeltern hatten die Gendarmerie verständigt, das Kind ging in der Nähe ihres Anwesens verloren.
- Für FB war für die nächsten 48 Stunden klar, wir suchen ein lebendiges Kind, es gab keinen Grund, dass man ihn nicht wiederfindet.
- FB kannte die Vedovinis vom Grüßen, sah Émile im Sommer davor, also 2022, im kommunalen Schwimmbad von Le Vernet. Die Vedovinis als Großfamilie nutzten das Schwimmbad bevorzugt an den noch nicht so frequentierten Vormittagen.
- Zu Émile: "ein so hübscher kleiner Junge, wie alle Kinder in diesem Alter". Die Eltern von Émile kannte FB nicht.
- 17 Uhr 15, zwei Zeugen bestätigen, Émile allein in einer Straße des Weilers gesehen zu haben. FB kennt die Zeugen als ganzjährige Einwohner aus der Verwaltung, zweifelt nicht an deren Glaubwürdigkeit, da ihre Aussagen spontan bei der Befragung kamen, seriöse Leute.
- FB: Ich war ein kleiner Junge wie Émile. Ich hatte Kinder wie Émile. Ich habe Enkel. [Meine Vermutung, damit will er ausdrücken, er konnte sich in die Situation hinein versetzen.]
- Émile kam am Vorabend an. Seine Großeltern hatten ihn mitgenommen. Seine Eltern waren nicht anwesend.
- Émile wurde FB als ein Kind beschrieben, das seine Umwelt erkunden möchte, herumspaziert, gut zu Fuß ist, gerne herum läuft.
- FB: "Für mich reichte es, ihn zu suchen."
- Man sagte ihm, von der Hütte, die seine Onkel, 11 und 12, bauten, dass Émile zurück zur Hütte vom Vormittag wolle. FB entschied, seinen Abend an der Hütte zu verbringen, zusammen mit einer Assistentin (une adjoint), denn da ist ein Abgrund in der Nähe. Bis die Gendarmen ihn baten, seine persönliche Suche einzustellen. FB war überzeugt, das Kind sei im Abgrund von 60 bis 70 %, bis 22 Uhr, "es war schrecklich für mich ".

(*) Vermute, die Zahl 145 ist aus dem Jahr 2025 oder 2026, die Zahl mehr als 1.000 auch infolge des Lauf-Events "Le Tour du Vernet", der Ort soll ja touristisch wieder "auf die Beine" kommen.

Ende Teil 1, Teil 2 folgt heute noch.


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Émile (2) in Haut-Vernet (F) tot aufgefunden

um 17:56
@CharliesEngel
Dankeschön für deine Mühe, dass du das in Zusammenfassung kurz wiedergibst.
Zitat von CharliesEngelCharliesEngel schrieb:FB kannte die Vedovinis vom Grüßen
Ich frage mich, wie es dazu kommen kann, dass man in so einem kleinen Weiler den Bürgermeister nicht persönlich kennt. Das spricht schon sehr für ein Abschotten der Familie und darf dann ggf. auch nicht verwundern, wenn die Vedovinis aufgrund ihrer Zurückgezogenheit und Religiösität von einigen Einwohnern mit einem gewissen Argwohn betrachtet werden. Man würde erwarten, dass man als Einwohner oder Einwohner mit Zweitwohnsitz zumindest den Bürgermeister mal persönlich kennengelernt hätte.

Was Balique aber auch aussagt - zwischen den Zeilen - er hat dort gesucht, wo man Emile wohl am ehesten vermutet hätte - bei der Hütte. Von den 10 Familienangehörigen scheint dort keiner gesucht zu haben, warum, wenn schon bekannt ist, dass der Kleine unbedingt dorthin wollte, bleibt offen.

Bei all den Artikeln um diese selbstgebaute Hütte im Wald hätte ich erwartet, dass die Presse diese mal abbildet oder verortet, wie weit sie vom Wohnhaus entfernt war.


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Émile (2) in Haut-Vernet (F) tot aufgefunden

um 18:13
Teil 2

Die genuschelten Aussagen vom langjährigen Bürgermeister François Balique (FB) in Stichworten, German Wings, den Brandanschlag und den Wolf spare ich aus:

- Am Sonntag, 9. Juli 2023, bildet FB mit dem Präfekten und dem Staatsanwalt ein Team. Man macht ihm Vorwürfe, keine Beweise für ein Verschwinden des Kindes zu haben [da nuschelt er sehr]. FB ist nur wichtig, das Problem ist nicht die Szene des Verschwindens, das Kind lebt noch, wir haben 48 Stunden, selbst die Sommernächte haben hier nur 7 oder 8 ° Celsius.
- Über soziale Medien wird eine außerordentliche Mobilisierung erreicht, aus der Gemeinde, aus dem Departement, kamen 800 Freiwillige. Ein großes kollektives Gefühl.
- Dazu die Gendarmerie, die Feuerwehr, Soldaten, Hundestaffel, Drohnen, Helikopter. Nichts, nichts, keine Spur.
- Danach, drei Möglichkeiten: Ausreißen, Hinunterfallen, Entführung, FB: egal was, hofft, er lebt. Wir haben nie an die Spur der Entführung durch Externe geglaubt.
- Keine Kleidung, kein Gegenstand, keine Spur, nichts.
- Nicht das ganze Dorf wird befragt, sondern Le Haut-Vernet, im Sommer sind da mehr Leute, so 50 bis 80. Die Ermittler machen eine außergewöhnliche Arbeit, die bis heute andauert.
- Am 30. März 2024, eine Wanderin findet den Schädel, 1.700 m von Le Haut-Vernet entfernt.
- FB kennt die Umgebung, die Stelle sehr gut. Es ist ein steiler, abschüssiger, schwieriger Weg, ein ehemals romanischer Weg. Zehn Jahre lang war FB Reiterführer für Ausritte in die Natur, und nutzte dafür diesen Weg. Heute noch stark benutzt, von Spaziergängern, vor allem von Jägern.
- Danach, zwei Möglichkeiten: das Kind hat sich verlaufen oder wurde nach einem unglücklichen Unfall vom Verursacher in Panik versteckt. Könnte jemand aus der Gemeinde sein oder aus der Nähe.
- Irgendwann ist klar, der Schädel wurde dort hingelegt. [FB hier sehr emotional] FB war noch im Herbst 2023 dort mit Waldarbeitern, und sie hatten nichts bemerkt.
- Seitdem lebt das Dorf im Zweifel, im Verdacht. Wer ist fähig, das zu tun? FB fordert alle auf, alles zu sagen, was sie wissen, jedes Verhalten.
- Dann macht FB, der Jurist, einen kleinen, groben Exkurs ins französische Recht: Früher wurde ein materieller Beweis benötigt, um jemanden zu verurteilen. Ohne Beweis, keine Verurteilung. Heute, wurde das Recht weiter entwickelt, Richtung anglo-amerikanisches Recht, es zählt die Überzeugung der Jury, der Geschworenen, kein Beweis, trotzdem eine Verurteilung.
- Das ist in den Köpfen der Leute, kein Beweis, aber nur er kann es sein. Die Leute folgen ihrer Überzeugung.
- Für FB ist weiterhin ein Unfall möglich. Aber was ist passiert zwischen Unfall und Entdeckung des Schädel? Man wollte seinen Körper verstecken und man wollte seinen Körper wiederfinden lassen. Warum?
- Der Schädel wurde am Ostersamstag zwei Tage nach der mise en situation gefunden, Zufall oder Absicht? Der Bezug zu Ostern, Zufall oder Absicht?
- Für FB kann das nur ein kranker Geist gewesen sein. Man muss krank sein, um so etwas zu tun.
- FB will nicht, dass Le Vernet ein zweites URS wird (*). Er liebt sein Dorf, dass er 49 Jahre als Bürgermeister betreut hat.
- FB ist nicht überzeugt, dass es intern aus der Familie kommt, das wurde ihm auch vorgeworfen.
- Das Dorf ist geteilt in seinen Meinungen.
- Aktuell zwei Möglichkeiten: Jemand aus der Familie oder jemand außerhalb der Familie. FB favorisiert, jemanden außerhalb der Gemeinde.
- FB respektiert den Großvater als Bürger, auch nach dem Ende des Gewahrsams, er habe keinen Grund dazu, es nicht zu tun und half ihm als Bürgermeister, wenn erforderlich.
- März 2025: Es wird bekannt, der Schädel wurde deponiert, gewaltsames Gesichtstrauma, Kleidung und Knochen mehrfach durch einen Menschen deponiert, umgelagert. Man weiß nicht, wie und wo das Kind getötet wurde.
- April 2025: Selbstmord des Priesters. FB, das hat damit nichts zu tun, so wie er es erfahren hat. FB erklärt sich, er habe gelernt in der Affäre Émile Prinzipien zu respektieren und zu befolgen, sein Dorf zu beschützen, seine Bürger zu beschützen, die unabhängige Justiz zu respektieren und zu unterstützen, Vertrauen in die Gendarmerie und die Justiz zu haben.
- Februar 2026: DNA-Massentest in Le Vernet plus Abnahme der Fingerabdrücke, laut Aussage von FB
- FB kann sich nicht vorstellen, dass es ein Einwohner aus der Gemeinde sein könnte. Er kenne alle, das sei unmöglich für ihn. Das alles sei montrös, was da passiert ist, abscheulich, außerhalb des menschlichen Verstandes.
- FB will wissen, wer es war. Auch die Gemeinde muss es wissen, das sei ein Bedürfnis, wichtig für die Zukunft der Gemeinde.
- Innerhalb der Gemeinde ist es kaum noch Thema.


(*) Was meint FB damit, die Affäre Grégory Villemin? Das Wort URS (laut Untertitel) konnte ich leider auch nicht richtig erhören. Aber vielleicht kann man erahnen, was FB meint, das Dorf soll von dem Drama befreit werden.

Ende Teil 2, Teil 3 folgt heute noch.


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Émile (2) in Haut-Vernet (F) tot aufgefunden

um 18:44
The Dominici affair was the criminal investigation into the murder of three Britons in France. During the night of 4/5 August 1952, Sir Jack Drummond, a 61-year-old scientist; his 44-year-old wife Anne (née Wilbraham); and their 10-year-old daughter Elizabeth were murdered next to their car, a green Hillman, with registration NNK 686 which was parked in a lay-by near La Grand'Terre, the farm belonging to the Dominici family, located near the village of Lurs in the département of Basses-Alpes (now Alpes-de-Haute-Provence)
Quelle: Wikipedia: Dominici affair

Es geht um die ebenfalls sehr bekannte Affäre Dominici die sich im Dorf Lurs (ebenfalls im Departement Alpes-de-Haute-Provence) zugetragen hatte.


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Émile (2) in Haut-Vernet (F) tot aufgefunden

um 19:22
Teil 3

Die genuschelten Aussagen vom langjährigen Bürgermeister François Balique (FB) in Stichworten, Germanwings, den Brandanschlag und den Wolf spare ich aus:

- FB erzählt, wie systematisch die Kinder im Dorf, sobald ein Motorengeräusch zu vernehmen ist, auf der Straße zur Seite gehen, das sei wie ein Reflex, die Kinder kennen diese Gefahr und nehmen sich zurück zur Seite, selbst die kleinen Kinder, sie alle kennen die Besonderheiten der Gemeinde, man hört das Motorengeräusch eines Traktors in den Bergen schon von fern (*). Dies sei die einzige Gefahr für Kinder dort und sie sind dazu erzogen worden, sich entsprechend in Sicherheit zu bringen.

Bei Émile kann FB sich vorstellen, dass er nicht so reagiert hat.

- Die Familie ist bislang nicht zurückgekehrt. Geplant war es wohl für diesen Sommer, dann kam der Brandanschlag.
- Das Verhalten der Journalisten in der Affäre Émile bezeichnet FB als sehr respektvoll. FB zeigt großes Verständnis für deren Arbeit, schätzt sie als vierte Macht. (**) Nur zweimal musste FB Journalisten mit Nachdruck den Zugang zu Le Haut-Vernet untersagen, um "meine Bürger zu schützen", da diese sein Verbotsschild zum Weiler nicht respektiert haben, FB bezeichnet dies als unangenehmen Vorfall (l'incident).
- Das Haus der Großeltern ist seit dem Drama verschlossen. FB ist mit deren Nachbarn befreundet, besuchte sie, für die Nachbarn ist alles ein großes Unverständnis, sie können es sich nicht erklären.
- Das Verhältnis zwischen den Nachbarn und den Vedovinis soll von Respekt geprägt sein, so FB.
- FB sah die Vedovinis seitdem nicht mehr, weder gesehen noch gekreuzt, da sie nicht privat zurück gekommen sind, bis auf erforderliche Treffen innerhalb der Ermittlungen.


(*) Anmerkung: Den Absturz der Germanwings in den Bergen hat in Le Vernet niemand gehört, so FB in diesem Interview.
(**) Dazu ist zu wissen, dass sein Sohn Autor ist.
Nicolas Balique, Retour au Vernet : Mon village après le crash de la Germanwings, Gaussen, 21 août 2015, 144 p. (ISBN 978-2-35698-093-9)
Quelle: Wikipedia: Le Vernet (Alpes-de-Haute-Provence)

Im Interviewteil zum Absturz der Germanwings 2015 erlebt man den damaligen Bürgermeister François Balique sehr persönlich, seine Empathie, seine Weltläufigkeit, sein Humanismus, seine Toleranz. Ein Mann am richtigen Platz.

@GrafOskar
Merci, dass du das klären konntest.


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Émile (2) in Haut-Vernet (F) tot aufgefunden

um 19:50
Was mir zu dem Interview auffällt, François Balique präferiert nun als Erklärung, was lange von ihm und den Einwohnern des Weilers nicht für möglich gehalten wurde: Ein Externer könnte in den Tod des Kindes involviert sein.

Wann werden wir mehr wissen?


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Émile (2) in Haut-Vernet (F) tot aufgefunden

um 21:03
@CharliesEngel
Vielen vielen Dank für die Zusammenfassung.
Das Interview kommt just zu dem Zeitpunkt, wo die Veröffentlichung der DNA Ergebnisse erwartet wird.

Auf mich wirkten die Aussagen zur Familie recht distanziert. Gegenseitiger Respekt, gelegentliche Anfragen des Großvaters an den Bürgermeister, man gruesste sich, aber ansonsten kein Kontakt.


Für das Kind höre ich deutlich Empathie und auch Trauer. Der Mann erzählt die Ereignisse aus der Sicht des ehemaligen Bürgermeisters, der hinter seinen Bewohnern steht.

Im folgenden Le Figaro Artikel kann man noch einiges über den Juristen erfahren:
https://www.lefigaro.fr/nice/qui-est-francois-balique-le-maire-du-vernet-qui-jusqu-au-bout-a-voulu-croire-qu-emile-etait-encore-vivant-20240402


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Émile (2) in Haut-Vernet (F) tot aufgefunden

um 21:51
Zitat von Selma1898Selma1898 schrieb:Für das Kind höre ich deutlich Empathie und auch Trauer. Der Mann erzählt die Ereignisse aus der Sicht des ehemaligen Bürgermeisters, der hinter seinen Bewohnern steht.
So wirkt François Balique auch auf mich, da ist ein Kleinkind in einer Notlage und er kann sich hineinversetzen in dessen Situation und Denke und stellt sich als Posten mit seiner Assistentin an die Hütte, falls der Kleine dort aufschlagen sollte. In welcher Verfassung die Großeltern und Eltern am Abend der Suche sind, das thematisiert er nicht, er konzentriert sich auf das Kind, in all seinen Schilderungen.

Zugleich macht er sich aber nicht gemein mit dem medialen Hype um Émile, dem kleinen Blonden, was in Südfrankreich jetzt nicht so alltäglich ist, blond und mit Nachnamen "Sonne" und mit einer sonnengelben Blume hinterm Ohr. Für ihn ist es ein Kleinkind wie jedes andere, "so hübsch wie alle Kleinkinder in dem Alter sind". Er als Bürgermeister ist für alle da, in seiner Funktion und behält seine persönliche Meinung für sich.

Zitat von LillyLegoLillyLego schrieb:Ich frage mich, wie es dazu kommen kann, dass man in so einem kleinen Weiler den Bürgermeister nicht persönlich kennt.
Balique wird ja gefragt, ob er die Familie von Émile nach der Suche im Juli 2023 nochmal sah, und verneint. Das bedeutet wohl auch, was wurde nicht gesagt, nicht wurde gesagt, ob es einen persönlichen Dank des Großvaters an den Bürgermeister gab, nicht wurde gesagt, ob es eine Einladung zum Beerdigungsgottesdienst für den Bürgermeister gab, nicht wurde gesagt, ob der Bürgermeister die Ablehnung der Beerdigung von Émile in Le Haut-Vernet nur schriftlich mitteilen ließ.


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