JamesRockford schrieb:Ich weiß nicht, ob man da zwingend von einer on-going Charmeoffensive sprechen muss, welche ich übrigens auch gar nicht erkennen kann. Sollten wir nicht jedem das Recht zugestehen, sich zu verteidigen?
Mir fiel kein anderes Wort ein, dass das veränderte Verhalten der Großeltern zur Meinung der Öffentlichkeit beschreibt. Ein Verhalten, das wie eine 180-Grad-Wende anmutet.
CharliesEngel schrieb am 30.07.2026:da ich mir vorstellen kann, dass es zu dem Entschluss der Großeltern zu diesem Gespräch mit VD auf Initiative und Ermunterung von deren Anwälte kam, Stichwort "Charmeoffensive". Diesen Ausdruck "Charmeoffensive" finde ich nur so semi-passend, es fällt mir grad aber auch nichts anderes ein. Es ist wichtig, weiterhin Distanz zu wahren, um einen größeren Sichtkreis auf die Affäre Émile zu behalten.
Noch im ersten Jahr nach dem Verschwinden seines Enkels Émile war die öffentliche Meinung dem Großvater einerlei. Nun, nach dem polizeilichen Gewahrsam (von ihm, seiner Frau und zwei Kindern von ihnen), fast bis zum Ende der zulässigen 48 Stunden, nach dem Statement des Staatsanwalts Jean-Luc Blachon, dass die familiäre Spur noch nicht geschlossen sei, nach kippkarrenweisen Briefen mit Drohungen bis zum Mord und mit Beleidigungen, dasselbe über soziale Medien, scheint der Großvater Interesse daran zu finden, der Öffentlichkeit "seine Wahrheit" zu vermitteln. Deshalb kam es wohl zum Gespräch mit dem Journalisten Valentin Doyen, deshalb durfte wohl nun ein Intimus der Familie bei "Paris Match" etwas erzählen.
Oder wie siehst du das?
Das ist für mich eine Flucht nach vorne, nach draußen. PR, keine Verteidigung im juristischen Sinn. Verständlich und akzeptabel, aber man sollte die Dinge auch richtig benennen.
JamesRockford schrieb:Ich bin ein großer Anhänger der sachlichen Darstellung, damit man nicht in Versuchung kommt, vor lauter Bäumen den Wald nicht mehr zu sehen.
Ich dachte, meine Beiträge seien ausgewogen.
Ich habe mich schon lange von den irritierenden Eindrücken, die Angehörigen von Émile betreffend, befreit und betrachte den Fall zunehmend von innen heraus, von sich im Dorf imgaginierend, als durch eine Draufsicht, die von einem Erstaunen ins nächste führt. Es wird doch immer mehr zum "zwischen den Zeilen lesen", die Nuancen erfassend, so zumindest aktuell. Ich frage mich immer, warum jetzt, warum so? Die Vorsicht des Staatsanwalts nicht vergessend.
JamesRockford schrieb:Gibt es belegbare Beispiele, in welchen Maulkörbe verhängt wurden?
Die Familie, die Großfamilie wurde früher als verschwiegen, diskret, zusammengeschweißt bezeichnet, siehe Podcast vom Juli 2024. Ausschließlich die Zeitung "La famille chrétienne" war ein von ihr akzeptiertes Medienunternehmen. Es brauchte wohl keine Maulkörbe; wer der Familie, dem Clan, nahesteht, dem wird das wohl bekannt gewesen sein. Ansonsten verweise ich auf das Schicksal des Taufpriesters und Universitätsprofessors Claude Gilliot, der diese Maxime nicht richtig verstanden zu haben scheint. Seit seinem Suizid dürften doch wohl alle der Familie Nahestehenden unmissverständlich verstanden haben, was dem Großvater wichtig ist: die absolute Kontrolle über ihre mediale Darstellung, bevorzugt keine mediale Darstellung.
Qui est la famille d'Émile? "Lorsqu’on s'intéresse à eux, on sait qu'elle est très discrète, très soudée, une grande famille (...)", complète Valentin Doyen, chef du bureau de BFM DICI, la chaîne locale de BFM dans les Alpes du Sud.
À ce jour, Colomban et Marie n'ont répondu qu'aux questions d'un seul média: Famille chrétienne, un hebdomadaire catholique qu'ils apprécient. C'est eux-mêmes qui ont téléphoné à Samuel Pruvot, le rédacteur en chef, pour pouvoir prendre la parole. "(...) Au départ je me demande si c’est une blague, un canular."
"Elle explique en deux mots: 'Nous avons gardé le silence par choix. C’est un silence qui est difficile pour nous mais qui est voulu. On ne veut pas être médiatisés parce que c’est terrible pour nous d’être au centre de toutes les attentions médiatiques et donc on veut vous solliciter. Est-ce que vous seriez d’accord pour qu’on puisse, ensemble, vous donner notre version des faits?'
Eigene Übersetzung:
Wer ist die Familie von Émile? "Seit man sich für sie interessiert, weiß man, dass sie sehr diskret ist, sehr verschwiegen, eine große Familie (...)", ergänzt Valentin Doyen, Bürochef von BFM DICI, dem lokalen Kanal von BFM in den Südalpen.
An jenem Tag haben Marie und Colomban nur auf die Fragen eines Medienunternehmens geantwortet: Die christliche Familie, eine katholische Wochenzeitung, die sie schätzen. Es waren sie, die Samuel Pruvot, den Chefredakteur, angerufen haben, um zu sprechen: "(...) Anfänglich fragte ich mich, ob es ein Witz sei, ein Streich."
"Sie erklärt kurz: 'Wir haben freiwillig geschwiegen. Das ist eine Stille, die schwierig für uns ist, aber von uns gewollt. Wir wollen nicht von den Medien vereinnahmt werden, weil es schrecklich für uns ist, im Zentrum aller medialen Aufmerksamkeit zu stehen und deshalb wollen wir Sie treffen. Wären Sie damit einverstanden, dass wir Ihnen gemeinsam unsere Version der Fakten schildern?'
Quelle:
https://www.bfmtv.com/bfm-dici/emile-1-an-apres-2-5-sa-famille-un-clan-discret-et-soude_GN-202407130038.htmlPodcast, Teil 2, vom 13. Juli 2024
Und nun, Sommer 2026, wird jetzt wohl gerade fein justierend, kontrollierend gewünschte Öffentlichkeit und Öffnung von den Großeltern zugelassen, außerhalb ihrer "bubble": Stichwort: Besuch von und Gespräch mit Valentin Doyen, Stichwort: Statement eines Intimus bei "Paris Match".