Frusta schrieb:Absolut richtig nur denke ich das die Kinder mehrfach deutlich gemacht haben das sie dies nicht möchten und so wie der Fall läuft sehe ich nicht warum sich an dieser Situation etwas ändern sollte. Meiner Meinung nach wurde in dieser ganzen Nummer ohnehin viel zu wenig auf die Kinder gehört.
Wie in dem Bild-Artikel geschrieben…
In Gesprächen mit Behörden, Schulen und Psychologen hätten sie (die Kinder) wiederholt und eindeutig erklärt, dass sie keinen Kontakt zu ihrer Mutter wünschen.
Das halte ich – spätestens seit der Entführung – für absolut nachvollziehbar. Die Kinder werden vermutlich ihr Leben lang kein Silvester mehr unbeschwert feiern können. Jedes Feuerwerk, jeder Knall wird diese Wunden erneut aufreißen. Schlimm.
Warum sich die Kinder damals von der Mutter abgewandt haben, darüber kann man nur spekulieren. Ich vermute, dass CB ihre Erziehungsmethoden – unabhängig davon, was von den Geschichten stimmt, die in den Medien kursieren – stark an ihren eigenen Kindheitserfahrungen ausgerichtet hat. Solche Methoden, wie sie in den 70er-Jahren teilweise noch üblich waren (ich bin selbst in dieser Zeit geboren, in der ein Klaps leider vielerorts noch als normal galt), gehören aber heute zum Glück der Vergangenheit an.
Aber nur so kann ich mir erklären warum sich bei CB keinerlei Selbstreflexion einstellt und sie erkennt, warum die Kinder so gehandelt haben wie sie es gemacht haben. Aus eigener Erfahrung mit meinen Eltern und vor allen Dingen mit meiner Mutter weiß ich das Kinder sich nicht von Heute auf Morgen gegen ein Elternteil stellen. Es gab ohne Zweifel schon vorher viele „Signale“ die aber von CB offensichtlich nicht gesehen wurden.
Ob die Kinder zukünftig das Bedürfnis haben, Kontakt zur Mutter aufzunehmen, das wissen wir nicht. Wenn sich die ganze Aufregung gelegt hat, kann diese Option durchaus nicht ausgeschlossen werden. Ich würde aber den Kindern nicht vorweggreifen wollen in dieser Entscheidung, sondern sie offen lassen. Dinge verändern sich im Laufe der Zeit, und das dürfen sie auch. Vielleicht wollen die Kinder in der Zukunft ihre Beziehung zur Mutter aufarbeiten und entscheiden sich daher dann doch mal dafür, Kontakt aufzunehmen. Vielleicht auch nicht alle drei beim Vater lebenden Kinder, vielleicht auch nur eins. Ob und wann das sein wird, obliegt jedem von ihnen.
Vorsichtig wäre ich auch zu spekulieren, welche Art von Traumata die Kinder davontragen. Ich höre oft "Die Kinder sind zwangsläufig ihr Leben lang schwer traumatisiert". Ja, möglicherweise sind sie das. Möglicherweise aber auch nicht, oder jedenfalls nicht so stark, wie das vielfach von der Außenwelt unterstellt wird. Im besten Falle gehen sie sogar sehr gestärkt aus der Situation heraus und werden irgendwann starke Erwachsene sein, die sogar krisenfester sind als andere.
Ich finde es sogar kontraproduktiv, wenn die Außenwelt davon ausgeht, dass sie zwangsläufig schwere Schäden davontragen. Denn: mal aus ihrer Perspektive betrachtet: Ich bekomme dauernd gesagt, dass ich schwer geschädigt bin und ach wie traumatisiert. Was denke ich dann? Was macht dieser Gedanke bzw. diese Annahmen der anderen mit mir?
Nicht falsch verstehen: natürlich haben die Kinder viel durchgemacht, und es bleibt zu hoffen, dass sie nicht nachhaltig geschädigt wurden. Aber sie sind soweit ich das verstanden habe, in psychologischer Begleitung. Außerdem scheint das Familienleben bei SH und AH ja auch nicht so verkehrt zu sein. Sie erfahren an dieser Stelle nämlich auch eine Menge Halt und Geborgenheit, zumindest sieht es so aus von außen.
Von daher würde ich mir wünschen, dass sie nicht von der Außenwelt eine zwangsweise schwere Traumatisierung an die Backe gequatscht bekommen (salopp ausgedrückt), die es vielleicht in der Form so gar nicht gibt, und die vielleicht nur entsteht, wenn man es den Kindern lange genug einredet.
Viele Menschen wachsen nämlich an solchen Ereignissen - auch wenn sich das manch Außenstehende gar nicht vorstellen können, weil sie zu sehr von sich ausgehen.