FrokenLisbeth schrieb:Du unterstellst Hensel unterschwellig, Christina Block aus finanziellen oder gesellschaftlichen Aufstiegsgründen geheiratet zu haben. Ernsthaft? Niemand von uns weiß, wie die beiden vor so vielen Jahren drauf waren und was damals geschah. Auch wenn Hensel schnell gespürt haben dürfte, dass der Einfluss von Patriarch Eugen Block erheblich war, ist es nicht zulässig, daraus abzuleiten, dass Christina Block und Stephan Hensel eine Zweckehe eingegangen sind. Oder er erbschleichermäßig auf ihre Kohle und ihre gesellschaftliche Stellung aus war.
Das ist ganz schön anmaßend...
Das wäre es, wenn ich genau das behauptet hätte, was Du mir nun unterstellst.
Habe ich aber nicht. Ich habe auch niemandem etwas unterstellt, sondern begründet, warum mir Herr Hensel nicht besonders sympathisch ist. Das ist ein persönlicher Eindruck von mir, einer unter vielen hier.
SpoilerZudem ist in der Psychologie empirisch ziemlich eindeutig belegt, dass sozialer Status und finanzielle Möglichkeiten bei der Partnerwahl eine nicht unerhebliche Rolle spielen.
Ich will das hier nicht vertieft ausführen, aber "Liebe" ist nicht nur ein romantisch-verklärtes uneigennütziges Gefühl, bei denen nur die blauen Augen und der Klang der Stimme verzaubern, sondern ein ganzes Bündel an Motiven, bei denen die Attraktivität des Partners nun mal eine große Rolle spielt. Und für die Attraktivität sind "vernünftige" Attribute wesentlich wie Ausbildung, soziale Schicht, Benehmen, Dominanz und weitere Projektionsflächen. Das mag nun gerade bei der Partnerschaft Hensel/Block völlig irrelevant gewesen sein. Aber ich habe da angesichts der äußeren Umstände meine Zweifel.
FrokenLisbeth schrieb:Und damit nicht genug, nutzt du nun die misogyne 'Putzfrauen'-Schiene, um zu verdeutlichen, auf welchem Wege Ermittlungen durchstochen werden könnten. Der Begriff 'Putzfrauen' wir hier abwertend und als Synonym für einkommensschwache und somit für illegale Aktivitäten empfängliche Frauen verwendet - und ich frage mich, was das soll.
Der Begriff war nicht als Affront gegen die "political correctnes" gewählt. Und ist erst Recht kein Indiz für Misogynie (ist schon absurd, auf dieses Level zu kommen, aber so ist das heute, ich weiß). Der bei Strafverfolgungsbehörden kursierende Begriff kommentierte bei Durchstechereien behördlicher Akten das Argument potentiell Verdächtiger: Wieso sollten gerade sie es gewesen sein, es hätte doch auch die Putzfrau im Büro des Staatsanwalts oder Richters sein können.
SpoilerNichts davon ist abwertend - außer der Tatsache, dass es Putzkräfte gibt und diese noch immer weit überwiegend weiblich sind (v.a. in Privathaushalten, zu 90% ohne soziale Absicherung beschäftigt).
In meiner Ausbildung, wenn es darum ging, eine einfache oder schlichte und doch klare Sicht auf ein fachlich überfrachtetes Problem einzunehmen, um wieder auf den Boden zu kommen, dann wurde uns auch die "Putzfrauenperspektive" empfohlen. Wahrlich nichts Despektierliches, sondern ein durchaus selbstironisch gemeintes Synonym für den ansonsten etwas diffusen "gesunden Menschenverstand".