Grillage schrieb:Sie musste also nicht davon ausgehen, dass er mit Nasenbluten zuhause ist, sondern nur, dass er, wie er es wohl fast an jedem Tag getan hat, zur üblichen Zeit in den Jugendclub radelt.vFascdas sein üblicher Tagesablauf war, wird G gewusst haben. Ich bin sicher, dass er ihr oder ihrem Sohn in ihrem Beisein mal davon erzählt hat.
paddgo schrieb:Ok. Möglich. Ich will nicht vehement gegen solche Theorien dagegen reden (@Tiergarten). Aber auch hier würde dann die Aussage des Zeugen in sich zusammenfallen, der Ginas Auto in der Nähe des Hauses am 09.10 gesehen hat. Wir hätten nun nicht ein einziges Indiz dafür, dass sie am 09.10 in Güstrow war.
Das verstehe ich nicht - in mehrfacher Hinsicht.
Warum soll die Aussage des Zeugen in sich zusammengebrochen sein und es nun kein einziges Indiz mehr dafür geben, dass Gina H. am 9.10. in Güstrow war?
1.
Ich sehe keinen Grund dafür, die Sichtung des Wagens zur fraglichen Zeit in der Ulmenstrasse als Fata Morgana des Zeugen einzustufen.
2.
Es gibt neben der Fahrzeugsichtung sehr wohl weitere Anhaltspunkte dafür, dass es an dem Tag zu einer Begegnung zwischen (mutmasslicher) Täterin und Opfer gekommen sein könnte.
So haben Experten des Ermittlerteams herausgefunden, dass es am 9.10. zwischen ca. 14.15 Uhr und 14.30 Uhr ein Zeitfenster gab, in dem sich die Wege von Gina H. und Fabian kreuzen konnten.
Als einer der wahrscheinlichen Orte dafür gilt die Ulmenstrasse, die der Junge in aller Regel nutzte, um von seiner Wohnung (oder auch von seinem Freund) zum Jugendclub zu radeln. In eben jener Straße wurde der parkende Ranger von Gina H. zu relevanter Zeit gesehen - und just an diesem Tag brauchte Fabian für diese Strecke fünf Minuten länger als sonst. Möglicher Grund: Er wurde aufgehalten und in ein Gespräch verwickelt.
Laut Auswertung der Handydaten von Gina H. hat die Angeklagte am 9.10. zwischen 14.14:07 Uhr und 14.25:36 Uhr ein Telefongespräch mit einer Mitarbeiterin der AWO geführt. Um 14.26 Uhr registrierte ihr Handy dann für kurze Zeit „WALK“, also „gehen“.
Demnach könnte es sein, dass GH das Gespräch während des Parkens in der Ulmenstrasse führte und dann, als sie Fabian sah, das Auto verließ und auf ihn zuging. Immerhin deckt sich dieser Zeitpunkt mit der Phase, in der das Kind sich auf dem Weg zum Jugendclub befand.
Und noch eine Anmerkung zu der Frage, ob Gina H. am frühen Nachmittag überhaupt hätte in Güstrow sein können, weil sie doch mit Christian D. am Krebssee spazieren war: Da gibt es einen auffälligen, bedeutsamen Widerspruch hinsichtlich der Dauer dieses Aufenthalts. CD sprach von 13 Uhr bis maximal 14 Uhr; GH nannte jetzt in der richterlichen Vernehmung 14.30 Uhr bis 15 Uhr als Zeitpunkt der Beendigung des Spaziergangs - aus für mich durchsichtigen Gründen.
Also: Ob es tatsächlich zu einem Treffen mit einer eventuellen Verabredung für den nächsten Tat kam, ist nicht erwiesen, aber absolut im Bereich des Möglichen.