paddgo schrieb:Und Gina soll derart überzeugend gewesen sein, dass er Bauchschmerzen vortäuscht?
Hat er doch gar nicht. Die Bauchschmerzen kamen bisher ausschließlich von Gina H., was für mich darauf hindeutet, dass sie Fabian vorschlug, am nächsten Tag Bauchschmerzen vorzuschieben, während er sich in Wahrheit auf "allgemeines Unwohlsein" oder wie immer man das nennen möchte, berief. Eben weil Gina H. mehrmals von Bauchschmerzen redete, die aber von Fabians Seite niemals Thema waren.
Grillage schrieb:Ist das tatsächlich so vorgeschrieben, dass wenn einmal mit Antworten auf Fragen angefangen wurde, die Angeklagte die Beantwortung von weiteren Fragen nicht mehr pauschal ablehnen kann?
Ich bin tatsächlich keine Kennerin der deutschen StPO und ehrlich gesagt auch zu faul, um mich so umfassend einzulesen, allerdings wurde das wohl auch im Prozess um das Tötungsdelikt an Valerie vM so gehandhabt - alle noch offenen Fragen wurden vorgetragen und vom Angeklagten nicht beantwortet. Zumindest scheint also nichts dagegen zu sprechen.
timmy123 schrieb:Ich habe den Verdacht, sie ist ganz einfach zu dumm zum Lügen.
Die Einschätzung des Therapeuten, sie verfüge über einen "mittleren Intelligenzquotienten" oder so ähnlich, spricht sehr dafür. Anders als hier gern angenommen, ist das nämlich alles andere als ein Kompliment.
Zudem hatte sie es bisher nicht nötig, an ihren diesbezüglichen "Fähigkeiten" zu arbeiten, für ihr Umfeld hat es ausgereicht, sie ist mit allem durchgekommen, notfalls halt mit einem kleinen Wutausbruch - sie hat also keine Erfahrung damit, was passiert, wenn ihr jemand nicht glaubt und Konsequenzen daraus zieht.
paddgo schrieb:Weil das kein Indiz ist, sondern eine Vermutung.
Eine Zeugenaussage UND entsprechende Handydaten sind aber nun doch mehr als nur eine Vermutung.
AlteTante schrieb:Auch Achtjährige ticken nicht alle gleich. Es gibt welche wie mein Kind in dem Alter, die können kein Geheimnis für sich behalten und müssen Mama alles erzählen. Und es gibt welche, die können es.
Man muss doch nur mal dran denken, wie viele Kinder schlimme Erfahrungen über Tage, Wochen, Monate oder gar Jahre verschweigen. Sei es aufgrund von Drohungen, (emotionaler) Erpressung oder falschen Versprechungen. Das klappt sogar bei noch wesentlich jüngeren Kindern.
speckigel schrieb:Ich kann mir das immer noch nicht vorstellen, wie sie davon ausgehen konnte , dass die Tat ihre Beziehungsprobleme löst. Das muss doch ein psychotischer Zustand gewesen sein?
Warum psychotisch? Einfach strukturiert reicht doch völlig aus. In Ginas Universum gelten einfache Rechnungen:
Fabian weg, ein Sch**ß-Anhängsel weniger, Kontakt zu Dorina weg, Unterhaltsverpflichtung weg, alles in Butter.
So profane Dinge wie Gefühle anderer Menschen kommen da nicht vor, weil sie davon ja nichts versteht.
paddgo schrieb:Selbst bei einer spontanen Sichtung und anschließender Verabredung muss ihr doch klar sein, dass man sie so ZWEIMAL in Güstrow in der Nähe von Fabian gesehen hat hätte können.
Wären Mörder*innen immer so wahnsinnig schlau und vorausschauend, wie sie selbst annehmen oder wie du grad denkst, würden bestimmt nicht so viele gefasst werden. Die meisten machen Fehler, fast alle hinterlassen Spuren, viele werden bei Vorbereitungs- oder Vertuschungshandlungen gesehen und denken dennoch, sie würden damit durchkommen. So besonders ist das nun wirklich nicht.