wobel schrieb:Ich fürchte das hat was damit zu tun, dass sie mit Lügen aufgewachsen ist (u.a. bezüglich der Krankheit der Mutter).
Wenn man schon ganz jung mitbekommt, dass die Wahrheit "nach außen" gefälscht wird, hat man damit lebenslang Probleme, das kann in beide Richtungen gehen, entweder man übernimmt dieses Konzept automatisch (ich vermute das ist bei Gina der Fall), oder man hat ein übersteigertes Wahrheits- und Gerechtigkeitsbedürfnis (was vermutlich deutlich mehr persönliche Probleme macht - wenn auch nicht zwingend "nach außen").
Und dann kommt halt hinzu, dass sie selbst die Erfahrung gemacht hat, dass sie mit der Lügerei zum einen oft durchkommt ( sie also nicht dabei erwischt wird) und zum anderen, dass Lügen erzählen oft der einfachete, leichtere und angenehmer Weg ist, die eigenen Interessen durchzusetzten, als mit der Wahrheit zu argumentieren. Gerade ihre Lügerei mit Bezug auf ihre Krankheiten (Tumor, Glasknochen, Armbrüche, Fehlgeburt etc.) hatten aus ihrer Sicht den Vorteil dass sie damit nicht nur bekommen hat, was sie jeweils wollte (z.B. Übernahme der körperlichen anstrengenden Stallarbeiten, so dass GH mehr Zeit hatte, ihren Zossen Zöpfchen in die Mähnen zu flechten und zu "Trainingszwecken" drauf rum zu juckeln), sondern gratis dazu noch eine ganze Menge Zuwendung in Form von Mitleid und Zuwendung.
Trotzdem: ich hab mal einen forensischen Psychiater ineinander Interview sagen hören, dass auch die Erziehung in Kindheit und Jugend eine gewisse Halbwertszeit. Er meinte damit, dass das im Laufe des Lebens von Erklärung zur Ausrede umschlägt. Der Mensch hat einen freien Willen und es gibt genug Institutionen (Kindergarten, Schule, Ausbildung) siwie Sozialkontakte, die ebenfalls soziale Normen und Wertvorstellungen vermitteln.
Insofern denke ich, dass man es ihr ein bisschen zu leicht macht, wenn man argumentiert, sie habe das halt als Kind so vorgelebt bekommen und später nichts dazugelernt.
Goodbunny schrieb:Ich gehe davon aus, dass es einen Fehler gab bei einem Ticker oder einem Pressebeitrag und das Handy eben erst später ausgeschaltet wurde.
Ja genau, und auch die Angabe zur Dauer der Ausschaltung macht doch keine Sinn, das sind ja nur 21 Minuten. Selbst wenn sie das Handy erst ausgeschaltet hat, als sie schon unterwegs waren, ist die Zeitspanne für Hinfahrt, Ackerbegehung mich Leichenbesichtigung und Rückfahrt doch reichlich knapp.