wobel schrieb:Wissen ist in diesem Fall das, was Dorina weiß
Das stimmt so auch nicht. Täterwissen ist eben nur, was der Täter und das Opfer wissen können. Z.b. wenn die Angeklagte den "Lütten" am Donnerstag abgepasst hat und das mit den Bauchschmerzen eben abgesprochen hat. Dann weiß Dorina eben nicht davon, aber es wäre Täterwissen.
timmy123 schrieb:Nein, es geht nicht um "objektive Wahrheit", sondern um den Nachweis eines Kontaktes oder gar einer Absprache zwischen G. und Fabian.
Genau so ist es, er wollte herauskitzeln, ob da ein Kontakt und Absprache war, oder, wenn Fabian auch zu Dorina sagte, dass er Bauchschmerzen hatte, dann kann sie ja nur durch Fabian davon wissen, weil sie am Freitagmorgen ihn abgeholt hat. Alle anderen Quellen hat der Richter ja mit seinen Einwänden gegen ihre Aussagen wegdrücken können.
wobel schrieb:Die Wahrscheinlichkeit dass ein Kind am einen Tag wegen Nasenbluten nachhause geschickt wird und dann am nächsten Tag wegen Bauchweh zuhause bleibt ist nicht sonderlich hoch.
Es gibt Krankheiten, die nicht nur ein Körperteil betreffen. Es gibt auch, z.B. Leukämie, was zu Nasenbluten führen kann und auch den Magen-Darm-Trakt betreffen kann. Bei Fabian war ja bekannt dass er öfter Nasenbluten hatte. Nun kann er sich trotzdem einen Infekt zugezogen haben, so dass eben auch zu dem bekannten Nasenbluten ursachenfremd sich eben Magen-Darm-Probleme gesellen. Bei Kindern kann es schnell gehen von topfit um 14 Uhr, zu 39 Grad Fieber um 18 Uhr. Das kann man also absolut nicht ausschließen, dass da eben auch was war.
wobel schrieb:Für mich wird da umgekehrt ein Schuh draus:
Nein. Gar nicht, meiner Meinung nach. Das Intensive Abklopfen ist für mich mehr als nur die Suche nach der Lüge. Im übrigen ist das nicht wirklich usus jemanden so intensiv zu befragen, nur um dann die Angeklagte der Lüge zu überführen. Das kann die Kammer einfacher: Sie behandelt die Aussage als Lüge, untermauert durch andere Zeugenaussagen. Da brauch der Richter die Angeklagte nicht wie ein Teppichhändler abklopfen, bis die Lügen wie Staub abfallen.
wobel schrieb:Was hat Dorina denn bei der Schule angegeben warum Fabian zuhause bleibt?
Das ist ja nicht wirklich bekannt. Weswegen hier eben mit der wenig bekannten Fakten hantiert wird. Es ist nicht genau bekannte, was Dorina zur Schule sagte, was aber am Ende auch irrelevant ist, denn wichtig ist, was Fabian Dorina sagte und der Angeklagten. Und wenn die Angeklagte eben über das Wissen verfügt, worüber sonst nur Dorina, oder im Zweifel nur Fabian, verfügte, dann ist es Täterwissen. Ich kann mir auch vorstellen, dass der Richter auf eine unbedarfte Aussage, wie sie bei der Polizei schon tätigte, hoffte.
Grillage schrieb:Allerdings plauscht sie während der Verhandlungstage auch viel mit Ohm.
Das ist richtig, und pieksen tut sie ihn auch, während er mit der Kammer spricht. Aber wenn man so die bisherigen Verhandlungstage so im Rückblick betrachtet, zusammen mit den Interviews, bestärkt sich, für mich, das was schon zu Beginn sichtbar war, dass Löcker eben mehr seine "Strategie" durchziehen kann als Ohm. Für mich ist das Interview bzw. sind die Äußerungen Ohms bezüglich der Einlassung aber auch zur falschen Zeit. Das kann er hinterher machen, wenn der Hammer gefallen ist, aber nicht während der Prozess noch läuft.