Grollie schrieb:Das (MR als "Opfer") kann ich mir halt auch nicht so richtig vorstellen. Immerhin hat er er geschafft, sich im August von GH zu trennen und auch trotz ihrer heftigen emotionalen Manipulations- und Erpressungsversuche, die über SM bekannt wurden, an der Trennung festgehalten und dies am Tag vor Fabians Tod nochmals bekräftigt. Eine gewisse Willensstärke scheint er zu haben, wenn es darauf ankommt. Ein Rätsel ist daher für mich der abrubte Wechsel seiner Haltung, der sofort nach dem Verschwinden begann, als GH den Kontakt suchte und er diesen zuließ.
Mir fallen drei Erklärungen dafür ein, warum er direkt nach dem Verschwinden und dann nach dem Fund den Kontakt bereitwillig und sofort wieder zugelassen hat: a) Es war wirklich nur der Umgang mit Fabian der Grund für die Trennung, vielleicht auch kritische Fragen des Umgangsrechts. Das könnte ein starker Motivator gewesen sein, die Trennung durchzuziehen. Als es Fabian nicht mehr gab, ist diese Motivation weggebrochen, er hat objektiv und ganz platt keinen Grund mehr gesehen, an der Trennung festzuhalten. Damit wäre ihr perfider Plan 1:1 aufgegangen. Im Prozess wurden harte Fakten wie Umgangsregelungen oder Sorgerecht aber nicht thematisiert, oder habe ich das übersehen?
b) GH hat etwas rufschädigendes gegen ihn in der Hand, so dass sie sich sozusagen als Bonnie & Clyde-Pärchen zusammengetan haben- d.h., GH wäre in der Lage, ihn zu erpressen oder ihm mit etwas zu drohen und er lässt es geschehen, weil er auch auf seinen Ruf achten muss. Und weil sie ja auch sexy ist und er ihr in gewisser Weise verfallen und a) Fabian als Trennungsgrund nicht mehr da ist, macht er bereitwillig mit und vergißt seinen ermordeten Sohn.
c) Er war durch das Verschwinden emotional am Boden, schwer gestresst und ist rückfällig geworden aus einem Zustand allgemeiner Willensschwäche heraus ("Sucht-Charakter", emotionale Abhängigkeit). GH stand ihm bei, betüdelte ihn, etc.. Sein Verhalten ist nicht rational, aber sie kennt ihn und konnte das vorhersehen. Ihr Plan geht 1:1 auf. Aber da frage ich mich, ob er an den vielen Abenden, an denen er alleine zu Hause sitzt, nicht auch an Fabian und dessen schreckliche Ermordung denkt? Denn beistehen kann sie ihm ja nun nicht wirklich, aus der JVA heraus. Denkbar wäre höchstens, dass er jetzt seinen Selbstwert stärkt, in der er die arme GH in der JVA besucht, Stichwort Helfersyndrom. Das Helfersyndrom bezeichnet eine krankhafte, übersteigerte Hilfsbereitschaft, bei der eigene Bedürfnisse vernachlässigt werden, um Anerkennung zu finden. Betroffene drängen ihre Hilfe oft auf, um sich unersetzlich zu fühlen, was zu Selbstaufgabe, Erschöpfung (Burnout) und Abhängigkeit führen kann. Es ist eine Form der Kompensation für ein geringes Selbstwertgefühl, oft begründet in der Kindheit.
https://www.therapie.de/psyche/info/ratgeber/lebenshilfe-artikel/helfersyndrom/artikel/
Quelle:
Seiner Rolle als Vater des emordeten Fabian wird er bei keinem Szenario gerecht. Das ist wirklich erschreckend.
Es ist nicht einfach, sich in den Kopf des Vaters zu versetzen.
In so einer toxischen Beziehung, agieren meist beide Seiten gegeneinander und nicht miteinander. Es gibt bestimmt auch Zeiten die schön sind, aber es kommt dennoch oft zu Streit, in dem auch psychische und physische Verletzungen die Regel sind.
Der eine fühlt sich gekränkt, verletzt, missverstanden und will den anderen dann auch kränken und verletzen und so geht das immer hin und her. On/Off Beziehungen, Versöhnungen und dann wieder Streit ist ein Teufelskreis.
Ob der Vater, wie bei deiner Erklärung a, wirklich sich besonnen hat und Fabian ihm wichtiger war als Gina, oder ob er Gina damit nur verletzen wollte, dass er Fabian ihr vorzog und wieder versuchte besseren Kontakt zu Dorina zu bekommen, ist schwierig zu sagen und war vielleicht eine Mischung aus beiden. MMn hat er definitiv gewusst, dass dieses Verhalten Gina sehr verletzen wird.
Wenn er wirklich seinen Sohn Gina vorzog und er froh war, dass er aus der Beziehung ausbrechen konnte, dann müsste er für seinen Sohn kämpfen und nicht für Gina. Wenn er damit Gina nur verletzen wollte und die Trennung nicht so ganz ernst meinte, wie er vorgab, dann kann ihn das schlechte Gewissen zu der jetzigen Haltung treiben.
Erklärung b würde ich eher nicht sehen, da er damit auch schon beim Beenden der Beziehung hätte rechnen können, dass sie aus Wut ihn überall schlecht macht oder irgendwelche schlimmen Dinge über ihn erzählt.
Erklärung c könnte auch zutreffen, aber ein Helfersyndrom würde ich auch nicht dahinter sehen, sondern eher das schlechte Gewissen und eine Art von Macht über sie. Sie ist auf ihn angewiesen, er kann seine Freiheiten genießen, ohne das sie ihn einschränken kann und es besteht trotzdem weiterhin eine gewisse Abhängigkeit gegenseitig.
Hinter manchen "Helfersyndromen" versteckt sich auch eine gewisse Art von Macht und Aufbesserung des Selbstwertgefühls.
Aber egal ob a,b, oder c müsste er an ihre Unschuld glauben oder es sich zumindest einreden.
Wenn er nicht an ihre Unschuld glaubt und so ein Schauspiel vor Gericht bietet, dann fehlen mir die Worte, für so einen Menschen.
Ich bin auch sehr gespannt, ob er gefragt wird, warum er an ihre Unschuld glaubt und ob er da ihre Version erzählt.