Boho schrieb:Ich könnte mir vorstellen, dass es beim Streit darum ging, dass sie beim Wochenende dabei sein darf und das vom Vater aber abgelehnt wurde.
Ja, sowas in die Richtung kann ich mir auch gut vorstellen. Es war ja von Eifersucht auf Fabian die Rede, und das passt dazu. Oder sie hatte ihn um irgendwas gebeten, vielleicht sogar mit dem Hintergedanken, ihn "zurückerobern" zu wollen, was er mit der Begründung abgelehnt hat, keine Zeit zu haben, da das Wochenende mit Fabian ansteht, weshalb sie sich - wieder mal - zugunsten von Fabian zurückgesetzt gefühlthat.
Solche Gefühle kann ich ehrlich gesagt durchaus nachvollziehen. Wenn man nach einer Trennung sieht, wie der andere sein Leben weiterlebt, von dem man nun nicht mehr Teil ist, tut das natürlich weg. Gerade wenn man in dem Moment nicht dass Selbstbewusstsein, die Kraft, den Mut hat, ebenfalls sein eigenes Leben anzufangen, sondern sich weiter nach der Beziehung zu sehnen.
Ich denke, solche Gefühle kennt jeder, mindestens ansatzweise. Auch dass man dann einen Zorn auf das Kind (oder eben die Person, wegen der man sich zurückgesetzt fühlt) hat.
Aber wie man von da den Schritt machen kann, ein unschuldiges Kind zu ermorden ist mir total schleierhaft. Als erwachsener Mensch muss man doch in der Lage sein, einen den Schritt zurückzutreten und sich bewusst zu werden, dass das Kind nun wirklich absolut gar nichts dafür kann. Das es nicht mal eine Konfliktpartei in diesem Streit ist. Das ein Kind auch ein Recht darauf hat, Zeit mit seinem vater zu verbringen und dass auch man selbst als Mutter in einer ähnlichen Situation ebenfalls das Kind gegenüber einem Ex priorisieren würde und genauso handeln würde.
Das ist für mich die große Frage: wie kam sie von dem Zorn, der Eifersucht, dem Gefühl, zurückgesetzt zu werden, zu der Entscheidung, Fabian zu töten? Ich hoffe, dass der Prozess da vielleicht Einsichten bringen wird, wenn das überhaupt möglich ist, solange sie nichts sagt.