wobel schrieb:Man hätte das Messer auch einfach in die Spülmaschine stecken können... Ich sag's ja nur...
Ganz genau, man hätte es in den 2 Monaten sogar 20x in die Spülmaschine oder 1x für 5 Tage in einen Eimer mit Clorex stecken können, bevor man es wegwerfen.
Was mich an der Messer-im-Mülleimer-Geschichte so stört ist, dass es auf den ersten Blick ja durchaus das Klischee von der weggeworfen Tatwaffe bedient. Und da scheint ja z.B. MR durchaus drauf reingefallen zu sein, denn er hat sich drund um diese Story eine schöne Verschwörungstheorie zum Polizeiversagen gestrickt.
Auf den zweiten Blick macht es ja aber überhaupt keinen Sinn. Eine Tatwaffe wird von Tätern halt eilig in einen Mülleimer geworfen, wenn sie akut auf der Flucht sind und nicht wollen, dass man sie mit der Tatwaffe in der Hand erwischt. Hat es ein Täter nach der Tat aber samt Tatwaffe erstmal vom Tatort weggeschickt, ohne dass überhaupt bemerkt wurde, dass eine Tat stattgefunden hat, hat er doch jede Menge Zeit, die Tatwaffe so geschickt loszuwerden, dass sie nie wieder gefunden wird. Klar muss er damit rechnen, dass er in Verdacht gerät, sein Haus durchsucht und dort nach der Tatwaffe gesucht wird. Aber Gina h. Hätte am nächsten Sonntag einfach einen größeren Ausflug mit ihrem Sohn unternehmen können, oder am Montag zu Shoppingtour nach Rostock fahren können und auf dem Weg das gespülte, gebleichte oder wie auch immer behandelte Messer in einen beliebigen Mülleimer, Tümpel oder Fluss werfen können.
Und jeder alternative Täter, auf den die Verteidigung ja hinaus will, hätte das genauso handhaben können.
Und wenn er es schon unbedingt in einem öffentlich zugänglichen Mülleimer werfen will, hätte er es doch nur in einen leeren Saft- oder Milchtetrapack stecken müssen, damit es nicht von einem Pfandflaschensammler oder einem Hausmeister (warum der im Mülleimer wühlt ist mir eh schleierhaft) als Messer erkannt werden kann. Und er hätte es nicht unbedingt in Güstrow, dem Wohnort des Opfers entsorgen müsste.
Für mich ist das Messer nur in billiges Ablenkungsmanöver der Verteidigung und ein willkommener Kristallisationkeim für MR, um seine Verschwörungstheorie drum rum zu bauen. Aber wenn die Verteidigung Letzteres mit ihrer Story erreicht hat, hat es sich für Gina H ja schon gelohnt.