MINKA123 schrieb:Das stimmt wohl, aber die Verteidigung sagt dazu , dass sie zur Sparkasse wollte. Also das Sie gefahren ist.
Ich meine, dass es MR war, der das gesagt hat, nicht die Verteidigung. War es nicht so, dass Gina H ihm damit erklärt hatte, warum sie an dem Tag in Güstrow unterwegs war?
Wie auch immer zeigt das, warum Verteidiger einem immer zum Schweigen raten. Klar ist das auf den ersten Blick eine gute, harmlose Erklärung für eine Anwesenheit von Auto und Gina H in Güstrow. Vielleicht stimmt die Aussage ja sogar, und sie hat nicht nur Fabian abgeholt, sondern war
auch bei der Bank, was auch belegbar ist (z B gezogene Kontoauszüge oder Foto aus der Ü-Kamera). Aber dadurch hat sie natürlich eben auch zugegen, dass ihr Fahrzeug in Güstrow war und die es an dem Tag gefahren hat. Aus einer Ü-Kameraaufnahme ohne Kennzeichen und Bild der Fahrerin in der Strasse von Fabian, die nicht auf dem Weg zur Bank liegt, wird dadurch dann plötzlich ein deutlich gewichtigeres Indiz und die Ermittler haben sofort die nächste Frage: " Was haben die denn in der Strasse gewollt?"
wobel schrieb:Ob das fehlende Messer in Dorinas Messerblock etwas mit dem Tod von Fabian zu tun hat - darüber werden wir wahrscheinlich auch etwas erfahren, sonst wäre es vermutlich nicht explizit erwähnt worden.
Und wenn es im gesamten Prozess nicht mehr erwähnt wird, wissen wir, dass es wohl keine Rolle gespielt hat.
wobel schrieb:Wieviel Pickups dieses Sondermodells es in der Region gibt - das ist nachprüfbar (durch die EB). Vielleicht erfahren wir noch was darüber.
So selten sind diese Sondermodelle jetzt auch wieder nicht, da könnte es möglicherweise Tausende geben. Aber das sind eben Sachen die sich prüfen lassen können, harte Fakten sozusagen.
Ganz sicher wurde das überprüft, wenn es keine anderen Belege dafür gibt, dass es das Fahrzeug von Gina H war.
Ich hab es mal in einem Prozess gesehen, bei dem das Tatfahrzeug ein grauer Ford Focus war. Er war auf den Ü-Kameras nicht gut zu erkennen, kein Nummernschild, kein Fahrer zu erkennen, nur das Modell und die Farbe.
Als Zeugin hat eine Polizeianwärterin ausgesagt, die mit einem Kollegen Vergleichsfahrzeuge ausgesucht und dokumentiert hatte, die in der Gegend gemeldet waren. Es wurden Fotos jedes einzelnen Fahrzeugs im Gerichtssaal gezeigt und sie hat erklärt, warum es nicht in Frage kam: bei einem stimmte der Grauton nicht, ein anderes hatte andere Felgen bzw. Radkappen, eines hatte keine getönten Seitenscheiben hinten, eines gehörte einem 94jährigen, der es schon 3 Jahre nicht mehr bewegt hatte, etc., etc.
Ich meine, es waren 11 oder 12 Fahrzeuge, die überprüft wurden.
Klar könnte der Zeuge am Vortag theoretisch auch ein PickUp eines Touristen oder Handesvertreters aus München, Dortmund oder Pusemuckel gesehen haben ( wobei ihm, so wie er drauf war, dann sicher das auswärtige Kennzeichen aufgefallen wäre).
Am Ende ist es halt nur ein Indiz. Aber es wäre ja auch nur ein Indiz, wenn er sich das Kennzeichen notiert und im Zorn ein Foto der Fahrerin gemacht hätte. Damit wäre ja dann auch nur sicher, dass Gina H am Vortag in einer Nebenstraße rumgelungert hat.
Am Ende werden die Richter halt alle Indizien in einem Topf werfen und fragen, ob diese Gesamtheit an Indizien noch zufällig so zusammengetroffen sein können.