Totaleinfall schrieb:Zum Thema Foto machen. Wenn jemand den Tatort oder irgendein Areal, welches tatrelevant sein könnte, fotographiert und dann auswertet mit anderen Usern, ist dies eine Tätigkeit eines Hobbyermittlers in meinen Augen.
Aber es hofft doch nicht ernsthaft jemand, er würde auf den Fotos etwas tatrelevantes entdecken, was dann zur Aufklärung der Tat durch ihn und andere Hobbyermittler beiträgt.
Ich sehe es eher so, dass die Leute, die solche Fotos machen und dann hier einstellen, damit dem andere Foristen helfen, sich einen Eindruck eben vom Tatort, seiner direkten Umgebung und der Gegend zu machen. Ein solches Foto kann z.B. deutlich machen, wie abgelegen oder eher wie stark frequentiert ein Ort ist; ob er von anderen Stellen aus gut einsehbar ist. Das erklärt dem Betrachter vielleicht, warum ein Täter sich diese Stellr für seine Tat ausgesucht hat.
Solche Bilder dienen der Veranschaulichung und helfen uns vielleicht, eine Tatablauf besser zu rekonstruieren. Wir haben halt zu den allermeisten nur sehr spärlich Infos und versuchen uns die Lücken dazwischen möglichst gut durch Mutmaßungen zu erklären, die uns logisch und wahrscheinlich erscheinen. Und diese Mutmaßungen werden dann eben hier rauf und runter diskutiert. Solche Fotos können halt helfen, Lücken in den Infos mit Fakten und nicht mit Mutmaßungen zu füllen oder zumindest die ein oder andere Mutmaßung anhand der Bilder verifizieren oder falsifizieren zu können.
Aber das sind doch dann keine Ermittlungen im Sinne einer Tataufklärung sondern es ist ein Sammeln von Informationen, die wir sonst hier nicht zur Verfügung hätten.
Ich verstehe unter einem Hobbyermittler halt jemanden, der meint durch seine Recherchen, zu denen auch die Besichtigung und Dokumtation eines Tatorts gehören kann, etwas zur Auflösung des Falls beitragen zu können - Auflösung im Sinne von justiziabler Klärung und nicht Erkenntnisgewinn für sich selber.
Ich empfinde das als eine reichlich naive Idee, weil jeder Hobbyermittler ja nur auf der dünnen Basis der veröffentlichten Informationen arbeiten kann. Etwas, worüber wir hier seitenweise diskutieren ist oft genug doch nur uns nicht klar. Die Ermittler müssen nur Seite XY der Akte aufschlagen und haben neben den Geokoordinaten des Tatorts auch gleich zig Bilder zum Zeitpunkt der Entdeckung, eine Liste mit den dort gesicherten Spuren und waren oft genug auch selber vor Ort, um sich einen Eindruck zu machen.
Was denkt denn ein Hobbyermittler dort selber noch an Spuren finden zu können, die von der Polizei mit all ihren Spezialisten und Spezialtechnik übersehen wurden, ihm aber mit bloßem Auge oder mit Hilfe seiner Handykamera auffallen würden.
Wir dagegen diskutieren seitenweise, ob das Opfer jetzt an dieser oder jener Wegkreuzung lag und ob man es vom Weg aus hätte da liegen sehen können (fiktives Beispiel).