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Mordfall JonBenét Patricia Ramsey

2.889 Beiträge, Schlüsselwörter: Mordfall, Ramsey, Jonbenét Patricia Ramsey
Zu diesem Thema gibt es eine von Diskussionsteilnehmern erstellte Zusammenfassung im Themen-Wiki.
Themen-Wiki: Mordfall JonBenét Patricia Ramsey

Mordfall JonBenét Patricia Ramsey

07.03.2018 um 19:53
Tajna schrieb:Wer ist Kolar?
James Kolar ist "[o]ne of the most valuable sources of information" im JB-Fall. "He was the lead investigator of the JonBenét Ramsey case"
(Quelle: https://www.romper.com/p/who-is-james-kolar-the-case-of-jonbenet-ramsey-investigator-knows-this-mystery-16749)

Heute ist er "Chief Marshall in Telluride, CO".

Laut Schiller (1999) war er "Team Sergeant" in den Ermittlungen des BPD im Fall JonBenét Ramsey ;).
Tajna schrieb:Dr. Spitz
Dr. Spitz ist fraglos einer der renomiertesten und weltweit der populärste forensische Pathologe unserer Zeit. Betraut war er u.a. mit folgenden Fällen:

Assassination of John F. Kennedy
Assassination of Martin Luther King Jr.
Florence Ballard
Lisa McPherson
Richard Ramirez
"Preppy Murder Trial" of Robert Chambers
O. J. Simpson's civil trial
Death of JonBenét Ramsey
Death of Caylee Anthony
Lana Clarkson's death at the hands of Phil Spector
Mary Jo Kopechne
Murder of Sister Cathy Cesnik
Shooting of Renisha McBride
Rodney Reed
Shooting of Antonio Zambrano-Montes

Quelle: Wikipedia: Werner_Spitz
Tajna schrieb:die Spekulationen der "hellsehenden" Pathologin, Dr. Lucy Rorke, sind nur Spekulationen
Die ""hellsehende" Pathologin" Rorke ist Neuropatologin und Expertin für die "Pathology of central nervous system tumors in infants and children"

Quelle: http://www.chop.edu/doctors/rorke-adams-lucy-b
Tajna schrieb:
Und die Fasern von Baumwolle kommen überall hin, deswegen trage ich sie nicht, da kannst du mir nichts erzählen
Deine Alltagserfahrung in allen Ehren, aber das 'erzähle nicht ich Dir', sondern die offizielle forensische Faseranalyse der zuständigen Ermittlungsbehörden ;).


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Mordfall JonBenét Patricia Ramsey

07.03.2018 um 20:06
Tajna schrieb:gelockerte Fesseln könnten sogar für Abwehrversuche sprechen.
Nur das es auch dafür keinerlei forensische Indizien gibt.

Im Gegenteil, während der Autopsie stellte Dr. Meyer nicht nur fest, dass er leicht einen Finger unter die Armfesseln stecken konnte, sondern auch, dass an den Armgelenken von Jb keinerlei Verletzungen durch die Fesselung zu finden waren. Diese wären aber sicher entstanden wenn a) Jb wach gewesen wäre, als sie gefesselt wurde, oder auch nur b) wenn sie überhaupt fest genug gefesselt worden wäre, um damit Ruhig gestellt werden zu können.


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07.03.2018 um 20:50
@Wozzeck
Tajna schrieb:Und die Fasern von Baumwolle kommen überall hin, ...
Wozzeck schrieb:Deine Alltagserfahrung in allen Ehren, aber das 'erzähle nicht ich Dir', sondern die offizielle forensische Faseranalyse der zuständigen Ermittlungsbehörden ;)
Die offizielle forensische Faseranalyse der zuständigen Ermittlungsbehörden hat, soviel ich weiß, doch das Gleiche ergeben. :)

Manche Details, wie wann genau der Schlag auf den Kopf erfolgte oder ob und wann JonBenet das Bewusstsein verlor, lassen sich nicht aus den vorliegenden Obduktionsergebnissen ableiten.
Auf jeden Fall kann man nicht aus fehlenden Abwehrhandlungen einen sicheren Schluß auf fehlendes Bewusstsein ziehen.

Über die Art der Fesselung müsste man mehr wissen.


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07.03.2018 um 21:35
Tajna schrieb:Manche Details, wie wann genau der Schlag auf den Kopf erfolgte oder ob und wann JonBenet das Bewusstsein verlor, lassen sich nicht aus den vorliegenden Obduktionsergebnissen ableiten.
Doch, siehe oben ;)
Tajna schrieb:Auf jeden Fall kann man nicht aus fehlenden Abwehrhandlungen einen sicheren Schluß auf fehlendes Bewusstsein ziehen.
Doch, siehe oben ;)
Tajna schrieb:Über die Art der Fesselung müsste man mehr wissen.
Hier eine kleine Zitationsauswahl in Bezug auf die die Knoten, die Fesselung und die Garrotte:

"Investigators would also enlist the aid of a knot expert, John Van Tassel of the Royal Canadian Mounted Police. He would eventually determine that the slip knots used in the wrist and neck ligatures were of standard fare. The end of the cord wrapped around the remains of the paintbrush were observed to be concentric loops and ended in a simple hitch that secured the knot in place. Again, there was nothing particularly fancy about the knots suggesting that a skilled perpetrator had been responsible for tying them." (Kolar 2013, S. 65f.)

"The way the cord had been made into a noose—with the stick tied 17 inches from the knot—suggested staging rather than a bona fide attempt to strangle JonBenét. It suggested that the killer was a manipulative person, with the courage to believe that he or she could control the subsequent investigation. In short, everything about the crime indicated an attempt at selfpreservation on the part of the killer." (Schiller 1999, S. 498)

"The knot on the stick and the knot on the wrist were different. The one on the wrist ligature was a “capsized square knot.” The rope had been pulled through a knot and acted as a noose rather than a true garrote. The point where the rope became a noose was at the back of the neck, which suggested to some that JonBenét was lying facedown when the ligature was tied." (Schiller 1999, S. 661)


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Mordfall JonBenét Patricia Ramsey

07.03.2018 um 22:09
Tajna schrieb:Fehlende Abwehr muss nicht Bewusstseinsverlust bedeuten, @InMemoriam
Tajna schrieb:Auf jeden Fall kann man nicht aus fehlenden Abwehrhandlungen einen sicheren Schluß auf fehlendes Bewusstsein ziehen.
Nö stimmt, könnte auch das Werk von Aliens gewesen sein. ;)

Ironie beiseite, und ehrlich interessiert gefragt: welche Schlüsse ziehst DU daraus? Wie erklärst Du Dir fehlende Abwehrhandlungen bei vollem Bewusstsein?


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07.03.2018 um 22:26
InMemoriam schrieb:welche Schlüsse ziehst DU daraus? Wie erklärst Du Dir fehlende Abwehrhandlungen bei vollem Bewusstsein?
Gute Idee, das würde mich ehrlich auch interessieren! Überhaupt wäre es interessant, wenn wir unsere Aussagen hier einander nicht nur gegenüberstellen sondern auch etwas offener und detaillierter miteinander diskutieren würden. Das Thema " fehlende Abwehrhandlungen bei vollem Bewusstsein" wäre ja mal ein Anfang...

Weiter machen könnte man damit, wie die Tatnacht in den konkurrierenden Szenarien eigentlich genau abgelaufen sein würde? - Zugegeben, ich denke, das würde mich derzeit mehr in Hinblick auf die Innen-Täter- und/oder Unfalltheorie interessieren. Aber ich würde auch gerne daran mitwirken, das Außen-Täter-Szenario mal etwas konkreter durchzusprechen. Ich habe vor ca. einer Woche ein wenig in diese Richtung geschrieben und heute ja auch schon eine kleine Zusammenfassung* (Vielleicht kann man die auseinandernehmen? - Widerlegt mich ;)) zum Besten gegeben. Letztere war allerdings weit davon entfernt, die entsprechende Position wirklich einzunehmen. Vielleicht könnte man da interaktiv etwas weiterkommen - natürlich nicht, um den Fall zu lösen, sondern schlicht, um sich selbst eine Antwort geben zu können :).

*
Wozzeck schrieb:Er bricht ein, verbirgt sich im Haus, schreibt die Nachricht, wartet die Rückkehr der Ramseys ab, wartet ab, bis sie Geschenke zusammengesetzt haben, ihre Reisewäsche gepackt haben und schließlich in ihren Betten verschwunden sind; nun legt er die Ransom Note auf die hintere Treppe (- es spielt für ihn keine Rolle, dass sie so gefunden werden könnte, noch während er im Haus ist!? -), betritt das Kinderzimmer von Jb, schockt sie mit einer Stun Gun (auch das fester Bestandteil von Smits abwegigem Szenario), fesselt sie, knebelt sie und

- - - entscheidet sich nun spontan um: Stundenlanges Erpresserbriefschreiben ist ihm vergeben und vergessen, er nimmt Jb nicht einfach mit und verlässt mit ihr das Haus, sondern beweist kriminelle Flexibilität und bricht sein Enführungsvorhaben ab. - - -

Stattdessen zieht er ihr nun einen schweren Gegenstand über den Kopf, schafft sie in den Keller (oder auch umgekehrt?), stranguliert und missbraucht sie mit Patsys Pinsel, tötet sie schließlich und versteckt den Leichnam, eingewickelt in eine weiße Kuscheldecke, in einem einigermaßen verborgenen Kellerraum des Ramseyanwesens.

Schließlich ist ihm die Lust an der Entführung oder dem Lösegeld vollständig vergangen, er verlässt daher das Haus ohne Jb mitzunehmen - das Schreiben, das der einzige objektive Beweis für die nächliche Anwesenheit seines ansonsten phantomgleichen Auftretens darstellt, lässt er dabei aber zurück, weil er sich - nach allem unglaublichen, was er im Haus bereits gewagt hat - nun nicht mehr traut (sic!), das Schreiben von der Treppe wiederzuholen! Really???


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Mordfall JonBenét Patricia Ramsey

08.03.2018 um 00:41
@Wozzeck

Leider sagen mir diese Ausführungen über die Knoten nicht viel, da ich nichts davon verstehe.

JonBenet könnte sich infolge eines Angst- oder Schockzustands nicht mehr bewegt haben oder - nachdem sie unter einer Hirnverletzung litt - könnten z.B. auch Verwirrung oder Lähmungen dazu geführt haben, dass sie sich nicht bewegte.

Zu dem, was du über das mögliche Handeln eines Fremdtäters geschrieben hast:

Vielleicht war er sich vorher selbst unschlüssig, wie weit er gehen würde, vielleicht hatte er auch lediglich ihre Ermordung geplant.
Vielleicht kam er von der Entführungsidee erst ab, nachdem er JonBenet niedergeschlagen hatte und ihm klar wurde, dass sie stirbt.

Es ist doch möglich, dass er am Schluß kein Risiko mehr eingehen wollte, nachdem er nicht mehr viel gewinnen konnte, das Lösegeld war ihm möglicherweise nicht so wichtig.


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Mordfall JonBenét Patricia Ramsey

08.03.2018 um 00:56
@Wozzeck
Tajna schrieb:Manche Details, wie wann genau der Schlag auf den Kopf erfolgte oder ob und wann JonBenet das Bewusstsein verlor, lassen sich nicht aus den vorliegenden Obduktionsergebnissen ableiten.
Wozzeck schrieb:Doch, siehe oben ;)
Kann man nicht, wenn jemand das trotzdem tut, ohne das als Spekulation zu kennzeichnen, dann ist das nicht seriös, siehe auch das von mir heute verlinkte Video.


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Mordfall JonBenét Patricia Ramsey

08.03.2018 um 08:38
Tajna schrieb:Kann man nicht, wenn jemand das trotzdem tut, ohne das als Spekulation zu kennzeichnen, dann ist das nicht seriös, siehe auch das von mir heute verlinkte Video.
Photographer73 schrieb:Welch Überraschung. :troll:


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Mordfall JonBenét Patricia Ramsey

08.03.2018 um 08:49
@Tajna
Aber gerade die Ausführungen über die Knoten sind so wichtig. Sie gehören - neben der RN - mit zu den Hauptanhaltspunkten für das Staging.

Ich finde die Idee von @Wozzeck sinnvoll, die verschiedenen Szenarien wirklich mal detailliert durchzuspielen.

Mir geht so vieles auf einmal durch den Kopf. Ein Punkt, an dem es bei mir immer wieder hakt, ist: wieso inszeniert man ein Verbrechen und versteckt die hergerichtete Leiche im abgelegensten Kellerraum? Was war der Plan dabei? Ich gehe jetzt vom Szenario RDI aus. Wer sollte JB finden und wann? Oder sollte sie überhaupt nicht gefunden werden, wollten die Ramseys sie später heimlich „beerdigen“ (vergraben)? Aber warum sie dann so „herrichten“? Just in case?

Und wenn sie doch gefunden werden sollte, war es dann geplant, dass John selbst sie findet und dabei die mehr oder weniger sorgfältig inszenierte Szenerie zerstört? Es ist widersprüchlich. Oder wusste John vielleicht doch bis dahin nichts von alldem? Dagegen sprechen aber einige andere Anhaltspunkte (z. B. Burkes Aussage, seine Eltern hätten abwechselnd das Licht an und ausgeschaltet). War es eine spontane Entscheidung, JB zu „finden“, weil die Polizei nichts weiter tat außer auf den Erpresseranruf zu warten, der nie kommen würde?

Ich bekomme die Art der Inszenierung einerseits und den Ort, der ja eher ein Versteck darstellt, andererseits gedanklich nicht so recht unter einen Hut.

Was mögen sich die Täter (die Eltern) dabei gedacht haben?


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Mordfall JonBenét Patricia Ramsey

08.03.2018 um 09:27
Tajna schrieb:Heute weiß man, dass JonBenet die Ananas, die bei der Autopsie gefunden wurde, bereits am frühen Nachmittag gegessen haben könnte und wann und wo sie Ananas gegessen hat und ob Patsy sich in der Ananasfrage richtig erinnerte, spielt für die Aufklärung des Mordes an JonBenet keine wesentliche Rolle mehr - nachdem es sich herausgestellt hat, dass sie die Ananas nicht erst kurz vor ihrem Tod gegessen haben muss.
Ach, das weiß man ? Na dazu hätte ich dann gerne mal eine seriöse Quelle...

Natürlich ist das völliger Blödsinn und das weißt Du auch, aber dennoch zauberst du die Ananas ja alle Jubeljahre mal aus dem Hut, auch wenn deine Aussagen schon zig mal widerlegt wurden. Die Fakten, um bei diesen zu bleiben:


Auf der Party bei den Whites gab es keine Ananas.

JB aß auch vorher zu Hause keine Ananas.

Die Polizei fand in der Küche eine Schale mit Ananasstücken, darauf die Fingerabdrücke von Patsy und Burke. Im Feb. 98 gab es weitere Untersuchungen und Abgleiche mit der Ananas aus der Schale im Haus, diese war zu Beweiszwecken eingefroren worden. Der Vergleich war positiv, weil bei beiden Proben Teile der Schale vorhanden waren. Es gab keine Unterschiede bei den beiden Proben (Proben aus der Schale und gefundene Rückstände im Darm) Damit ist klar, daß die im Dünndarm gefundene Ananas aus dem Haus der Ramseys kam. Und auch bei John Douglas, den Du sonst immer zitierst, um irgendwas zu belegen und der von der Unschuld der Ramseys überzeugt ist, kommt die Ananas zur Sprache. Er hat übrigens auch keinen Zweifel daran, daß JB die Ananas Zuhause aß, von der Aussage von Coroner Mayer, der die Autopsie durchführte, ganz zu schweigen.

Selbst wenn man das alles außen vor läßt, ist es nicht möglich, daß JB die Ananas außer Haus gegessen hat. Sie waren um halb 5 bei den Whites, gingen zu Hause um 22.00 Uhr ins Bett, da lebte JB noch. Zeitfenster - 5,5 Std. Daß sie die Ananas also vorher aß, ist komplett raus, weil es zeitlich unmöglich ist. Zwischen dem zu Bett gehen zu Hause um 22.00 Uhr und dem aufstehen von Patsy gegen 5.30h, als sie die RN fand, bleibt ein Zeitfenster von 7,5 Std, sie kann die Ananas nur dort gegessen haben. Alles andere ist nicht haltbar, erst recht nicht, weil eben in der Küche Ananas stand, die deckungsgleich ist mit den Rückständen, die bei der Autopsie gefunden wurden.


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Mordfall JonBenét Patricia Ramsey

08.03.2018 um 10:10
@Photographer73

Ich habe hier im Thread schon genug zum Thema Ananas geschrieben und auch Quellenangaben dazu gemacht.

Früher wusste man nicht, dass Obst, wie Ananas, länger im Magen verweilt und es wird sich kaum im Nachhinein zuverlässig feststellen lassen, wann und wo JonBenet im Lauf des Tages Ananas gegessen oder nicht gegessen hat (eventuell auch nachmittags zuhause oder auf der Weihnachtsfeier), da sie sich auch selbst eine Dose öffnen konnte.

Wenn du denkst,
Photographer73 schrieb:Natürlich ist das völliger Blödsinn ...
dann ignoriere meine Ausführungen doch einfach.
Ich muss wirklich nicht jeden überzeugen.


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Mordfall JonBenét Patricia Ramsey

08.03.2018 um 10:33
Tajna schrieb:Ich habe hier im Thread schon genug zum Thema Ananas geschrieben und auch Quellenangaben dazu gemacht.
Die dir alle widerlegt wurden, aber da wollen wir mal nicht so kleinlich sein. Also, keine Quelle für deine Behauptung. :Y:


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Mordfall JonBenét Patricia Ramsey

08.03.2018 um 11:41
@InMemoriam
Gute Fragen! - ich versuche es einmal:
InMemoriam schrieb:Was war der Plan dabei?
Im folgenden möchte ich zunächst darstellen, was meines Erachtens der Plan gewesen sein könnte. Anschließend werde ich versuchen, die unterschiedlichen Varianten des Innentäter-Szenarios darzustellen:

A: Der Plan - Was kann ein Erpresserschreiben (und zwar nach der Tat/dem Tod von JonBenét)?

1. Es erklärt das Verschwinden von JonBenét. Andere Ursachen für das Verschwinden werden unmittelbar ausgeschlossen.
2a. Es motiviert mit Nachdruck dazu, die Polizei nicht zu verständigen.
2b. Es legitimiert (rechtlich/moralisch), die Polizei nicht zu verständigen.
3. Wenn 2a und 2b funktionieren, verschafft es Zeit, um die Leiche verschwinden zu lassen.

Meines Erachtens muss man sich, um den Plan zu verstehen, fragen, was ist eigentlich 'schief gelaufen'?

Ob man nun einen außenstehenden Täter annimmt, der tatsächlich eine Entführung vorhatte, oder davon ausgeht, der Täter sei von innen gekommen, in beiden Fällen kollidieren zwei Umstände der Tat, die entweder die Entführung oder das Cover up als Entführung vereitelten:

1. Die Leiche des Kindes verblieb im Haus.
2. Ein Erpresserschreiben wurde gefunden, in dem das Gegenteil behauptet wurde.

'Schief gelaufen' ist demnach, dass die Leiche im Haus verblieb. In beiden Szenarien würde der Täter also nicht mehr die Gelegenheit gehabt haben, die sterblichen Übereste der kleinen JonBenét aus dem Haus zu schaffen.

Was kann dafür der Grund gewesen sein?

- In dem Szenario, in dem der Täter aus dem Haus kam, wäre diese Frage leicht zu beantworten: Es würde für eine/-n der beiden Ramseys schlicht unmöglich gewesen sein, das Haus (mit oder ohne Leiche) in der Nacht/in den frühen Morgenstunden zu verlassen, ohne mit hoher Wahrscheinlichkeit dabei von der/dem anderen bemerkt oder vermisst zu werden. Würde er daraufhin zurückgekommen sein und das Kind wäre/bliebe verschwunden, dann wäre ein Verdacht nicht zu verhindern gewesen.

- In einem Eindringlings-Szenario ist die Frage, sehr viel schwieriger zu beantworten, denn, der Eindringling würde das Haus ohnehin verlassen haben. Wieso sollte er die Leiche dabei zurückgelassen haben? - Während sich darüber bestenfalls spekulieren ließe (manche/-r nennt immer wieder "vielleicht" 'plötzliche Angst', 'Zeitmangel' oder 'kein Interesse mehr' als Ursachen), gibt es dafür, wieso eine/-r der Ramseys die Leiche nicht bereits in der Nacht/am frühen Morgen aus dem Haus geschafft haben würde, handfeste Gründe!

1. Zwischenfazit - Was ging schief, was war der Plan:

1. Offensichtlich war es nicht beabsichtigt, dass der Leichnam der kleinen JonBenét im Haus gefunden wurde.
2. Die Verbringung der Toten an einen anderen Ort war dem Täter in der Tatnacht nicht möglich.
3. Das Erpresserschreiben sollte daher einen zeitlichen Vorsprung verschaffen, um die sterblichen Überreste des Kindes zu einem späteren Zeitpunkt unbemerkt aus dem Haus zu schaffen.
4. Offensichtlich wurde die Polizei früher verständdigt, als es der Plan vorgesehen hatte.

Schlussfolgerung: Meines Erachtens macht der Plan des Stagings/Cover ups - vor allem das Erpresserschreiben - nur dann einen Sinn, wenn man als 'Adressat' dieses Schreibens nicht die Polizei sondern eine/-n der beiden (erwachsenen) Ramseys vermutet. Die oder der andere würde in diesem Fall als Autor/-in des Schreibens gelten müssen.

Der Plan wäre in diesem Szenario gewesen, dem jeweils anderen Ehepartner a) das Verschwinden von JonBenét zu erklären, b) den Partner davon abzuhalten, die Polizei zu verständigen und c) sich Zeit zu verschaffen, um die Leiche aus dem Haus zu schaffen und damit das Entführungsszenario zu plausibilisieren. Der Plan scheiterte, weil die Polizei verständigt wurde und weil die Leiche daher noch im Haus war, als die Ermittlungen bereits begonnen hatten.


Im folgenden nun zur Zusammenfassung der verschiedenen mehr oder minder populären Varianten des Innentäter-Szenarios:

B: Das Tatgeschehen - Was geschah, bevor es einen Plan gab?

Anders als im Fall eines 'Intruders', würde man im Szenario eines Innen-Täters nicht von einer geplanten Tat ausgehen müssen. Im Gegenteil, die unterschiedlichen Abläufe des Verbrechens in dieser 'Kategorie' stimmen mehrheitlich darin überein, dass der Tod der kleinen JonBenét nicht beabsichtigt war. Sie lassen sich folgendermaßen zusammenfassen:

I. Patsy tötet JonBenét versehentlich in Wut (bedwetting rage).
II. John tötet JonBenét versehentlich in Zusammenhang mit dem durch ihn verübten sexuellen Missbrauch seiner Tochter.
III. Burke tötet JonBenét versehentlich in Wut (Streit).

Diez.T. seltener oder sehr selten beschriebenen Varianten der Szenarien I-III, die eher eine absichtliche Tötung in Betracht ziehen, lassen sich wie folgt zusammenfassen:

Ia. Patsy ermordet JonBenét aufgrund von Wahn (sehr selten).
IIa. John ermordet JonBenét aus sexuell motivierter Mordlust (sehr selten).
IIb. John ermordet JonBenét, um seinen sexuellen Missbrauch an ihr zu verdecken (häufiger).
IIIa. Burke ermordet JonBenét aus (sexuell motivierter) Mordlust (selten).
IIIb. Burke verletzt JonBenét versehentlich und ermordet sie schließlich aus (sexuell motivierter) Mordlust (selten).

Eine erhebliche Komplikation dieser Szenarien (I-IIIb) ergibt sich dadurch, dass bei Formulierungen wie "tötet" oder "ermordet" nicht zwingend zwischen den beiden unterschiedlichen, bereits für sich allein genommen tötlichen Verletzungen (Hirnverletzung und Strangulation), unterschieden wird. Häufig wird zur Vereinfachung auf die Differenzierung verzichtet. Es gibt aber auch Szenarien, die beide Verletzungen auf elaborierte Weise miteinander verknüpfen, indem sie den unterschiedlichen Verletzungen unterschiedliche Tätern zuordnen. Diese Szenarien lassen sich folgendermaßen zusammenfassen:

IV. Einer der drei verbliebenen Ramseys hat JonBenét im Rahmen eines akzidentellen Geschehens die Hirnverletzung beigebracht. Schließlich haben Patsy oder John oder beide gemeinsam die Strangulation vorgenommen, um
IVa. die Tötung zu vollenden oder/und
IVb. die Tat eines "sadistischen Sexualverbrechers" vorzutäuschen.

Die letzte Variante (IVb) zeichnet aus, dass die Tötungsweise hier einen Teil des Cover ups darstellt.
_____

Was geschah also, bevor es einen Plan gab? - Welches der hier zusammengefassten Szenarien (I-IVb) besitzt welche Plausibilität?

Ich habe in diesem Beitrag versucht, a) zu beantworten, welchen Plan es gegeben haben mag (bzw. was schief gelaufen ist und wieso der Plan scheiterte) und b) gleichzeitig eine Diskussion darüber anzustoßen, welches Geschehen stattgefunden haben könnte, bevor überhaupt ein Plan gefasst wurde. Ich würde mich nun über Beiträge von euch zu beidem freuen: Haltet ihr den oben skizzierten Plan für plausibel oder welche Einwände habt ihr und welches der Szenarien (I-IVb) (im Rahmen einer Innentäter-Annahme) haltet ihr - und aus welchen Gründen - für das Wahrscheinlichste bzw. welche weiteren möglichen Abläufe, die hier nicht berücksichtigt wurden, möchtet ihr ergänzen?


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08.03.2018 um 14:59
@Photographer73
Photographer73 schrieb:Also, keine Quelle für deine Behauptung. :Y:
Wer lesen kann - und nachliest - ist klar im Vorteil:
Tajna schrieb:Mir geht es nur darum, dass man nach heutigem Wissen nicht mehr davon ausgeht, dass rohes Obst nur 1 Stunde im Magen verweilt, sondern man geht von einer Verweildauer von 3 - 4 Stunden aus, dazu kommt noch die Verweildauer im Dünndarm, so daß JonBenet die Ananas schon einige Stunden vor ihrem Tod gegessen haben muss (siehe Tabelle).
Siehe:
Beitrag von Tajna, Seite 67

Tabelle:
https://www.academyofsports.de/campus/globaldokumente/Leseprobe_Aos_Grundalgen_Ernaehrung31.pdf


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Mordfall JonBenét Patricia Ramsey

08.03.2018 um 15:33
Tajna schrieb:Wer lesen kann - und nachliest - ist klar im Vorteil:
Richtig und wenn Du das getan hättest, dann hättest Du auch die Nachfolgebeiträge auf den Beitrag von Dir gelesen, auf den Du jetzt verlinkst. Im übrigen besteht Dein "Beleg" aus einer Tablette, die von einer Online-Akademie herausgegeben wurde, die Kurse im Fitnessbereich anbietet. Das ist natürlich sehr viel glaubhafter als alle wissenschaftlichen Experten, die sich mit der Ananas beschäftigt haben. Ich wiederhole es aber auch gerne nochmal, vielleicht nimmst Du es ja dann zur Kenntnis - lt. Aussage der Ramseys aß JB zu Hause keine Ananas, bevor sie zur Feier bei den Whites aufbrachen. Auch dort gab es keine Ananas. Die Ananas aus der Schale, die die Polizei morgens im Haus der Ramseys sicherstellte, war bei den anschließenden Untersuchungen identisch mit den Rückständen im Dünndarm der Kleinen. Das sind die Fakten.


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Mordfall JonBenét Patricia Ramsey

08.03.2018 um 16:05
@Photographer73

Auseinandersetzungen auf diesem Niveau sind eigentlich Zeitverschwendung:

Du hast vermutlich überlesen, dass ich schrieb, dass das der heutige wissenschaftliche Standpunkt ist, was Experten früher dazu sagten ist irrelevant.
JonBenet hat diese Ananas mehr als 3 - 4 Stunden vor ihrem Tod gegessen.
Photographer73 schrieb: Die Ananas aus der Schale, die die Polizei morgens im Haus der Ramseys sicherstellte, war bei den anschließenden Untersuchungen identisch mit den Rückständen im Dünndarm der Kleinen.
Ananas werden übrigens durch Ableger vermehrt.
Deswegen kann man wahrscheinlich landesweit genetisch identische Ananas in den Supermärkten finden.


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Mordfall JonBenét Patricia Ramsey

08.03.2018 um 16:28
Tajna schrieb:dass das der heutige wissenschaftliche Standpunkt
Ich bin nach einigen Deiner vorangegangenen Posts verunsichert: Welche Experten bzw. wissenschaftlichen Ergebnisse erkennst Du denn nun an? Zahlreiche involvierte Experten - teilweise von weltweitem Ruhm und mit beispielloser Karriere - sowie mindestens ebenso viele offizielle Dokumente, die hier zitiert wurden, hast Du in Bausch und Bogen und ohne jede rationale Begründung "(hellseherisch" und "exotisch" waren Deine Worte) verworfen. Wenn Du Dich aber auf alte TV-Dokus und auf, vom "wissenschaftlichen Standpunkt" betrachtet, völlig läppische Lernmaterialien beziehst, die von privatwirtschaftlich geführten, kommerziellen Fortbildungsanbietern herausgegeben wurden, um Kasse zu machen, dann sprichst Du ernsthaft vom "heutigen wissenschaftlichen Standpunkt"!? - Mich würde jetzt wirklich einmal interessieren, wonach Du der 'Wissenschaft' Deine Gunst erteilst?

Schade, die Herbstpreisermäßigung der 'Academy' haben wir schon verpasst:

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Pro Lehrgangsbuchung bis 400 € einen Nachlass von 75,00 €*
Pro Lehrgangsbuchung zwischen 401 € bis 1.000 € einen Nachlass von 150 €*
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08.03.2018 um 17:15
Wozzeck schrieb: Zahlreiche involvierte Experten - teilweise von weltweitem Ruhm und mit beispielloser Karriere - sowie mindestens ebenso viele offizielle Dokumente, die hier zitiert wurden, hast Du in Bausch und Bogen und ohne jede rationale Begründung "(hellseherisch" und "exotisch" waren Deine Worte) verworfen.
Das ist eine maßlose Übertreibung, es ging nur darum, dass die Verweildauer von Obst im Magen früher zu kurz geschätzt wurde und dass es reine Spekulation ist, wenn Spitz wissen will, dass der Schlag auf den Kopf nach der ersten Strangulation durchgeführt wurde und Rorke behauptet, zu wissen, dass dieser Schlag zu anhaltender Bewusstlosigkeit führte.
Wozzeck schrieb:Wenn Du Dich aber auf alte TV-Dokus und auf, vom "wissenschaftlichen Standpunkt" betrachtet, völlig läppische Lernmaterialien beziehst, ...
Ich bezog mich nicht auf diese Lernmaterialien, sondern ich habe diese Tabelle als Beleg eingestellt, weil sie verlinkbar und in deutscher Sprache gehalten war.


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08.03.2018 um 17:35
@Wozzeck
Kurze Zwischenmeldung von mir: ich fand Deine Ausführungen weiter oben sehr interessant und schlüssig, bin bloß heute kopfmäßig etwas „preoccupied“ wegen des Prozessbeginns gegen Peter Madsen (Fall Kim Wall).
Ich möchte mich aber in Ruhe und konzentriert mit dem von Dir Geschriebenem beschäftigen. Deshalb dauert es noch etwas.


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