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Mord an Frauke Liebs

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Themen-Wiki: Mord an Frauke Liebs

Mord an Frauke Liebs

08.06.2019 um 20:52
orenoa schrieb:Wie auch immer aber das klingt für mich nicht gerade als wären Täter oder Frauke super vorbereitet, kontrolliert und konzentriert bei der Sache gewesen.
Genau dies habe ich ja über den Freitagkontakt behauptet. Er würde aufzeigen, dass man auf das Gespräch mit dem Bruder nicht vorbereitet war, sondern im Grunde nur eine SMS schreiben wollte. Und ich denke an, deshalb hat Frauke in diesem Telefonat am Freitag auch nicht wie "auf Droge" geredet, weil sie darauf nicht vorbereitet war (vom Täter). Sie hat dann eigentlich nur das wiederholt, was in der SMS vorher geschrieben worden ist an Chris, um den Bruder damit schnellstmöglich wieder abzuwimmeln. Dies schaut echt nicht nach einen großen Plan aus ;)
Zum Unterschied zum letzten Gespräch (Di. in der WG von PB), wo ich der Meinung bin, hier wurde auf eine intensive Vorbereitung der Wert gelegt. Vielleicht gab es deshalb am Montag keinen Kontakt, weil eh für Dienstag dieses längere Telefonat geplant war?
Fragen über Fragen...


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08.06.2019 um 21:45
Doverex schrieb:Zum Unterschied zum letzten Gespräch (Di. in der WG von PB), wo ich der Meinung bin, hier wurde auf eine intensive Vorbereitung der Wert gelegt. Vielleicht gab es deshalb am Montag keinen Kontakt, weil eh für Dienstag dieses längere Telefonat geplant war? Fragen über Fragen...
Das letzte Gespräch ist doch auch teilweise total aus dem Zusammenhang gerissen. z.bsp. "Wo bist du?" als Antwort kommt 3mal Mama oder auf die Frage "Wirst du festgehalten?" "Ja ... Nein! Nein!" spätestens an dem Punkt denke ich nicht das irgendwas vorbereitet oder kontrolliert war. Ich vermute so wie Gogo das auch schon schrieb vermutlich hat der Täter sie im letzten Gespräch mehr oder weniger frei reden lassen.


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08.06.2019 um 23:27
orenoa schrieb:Ich vermute so wie Gogo das auch schon schrieb vermutlich hat der Täter sie im letzten Gespräch mehr oder weniger frei reden lassen.
Das ist ja gerade gut, dass man in einem Diskurs eiintritt, wo auch Reibung entsteht!
"Frei reden", irgendwie hast du da wohl recht, aber im Hintergrund gibt es dem Täter (meiner Ansicht nach), der da vorgibt, was geredet wird.

Ob das stimmt, kann sicherlich bezweifelt werden ;)


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Mord an Frauke Liebs

08.06.2019 um 23:30
@Doverex
Ich will dir gar nicht unrecht geben. Du hast vollkommen recht mit den statistiken.
Und es gibt sicher auch fälle wie die deiner kundin und ihrem sohn. Aber mal ehrlich... wenn eine 21 jährige mitten in der woche nach einem pub besuch gegen 23 uhr auf ihrem heimweg verschwindet und nie heim ankommt und auch keine meldung mehr von sich gibt an was denkt man da als erstes wenn es keinerlei hinweise auf freiwilliges aussteigen bzw suizud gibt? Da denkt niemand : ah die hat sicher selbstmord begangen! Da denkt jeder : wenn die nicht nach hause kommt dann kann sie nicht mehr nach hause.


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Mord an Frauke Liebs

09.06.2019 um 13:30
Ich lese interessiert insbesondere die letzten Beiträge von @Gogo84

Ich weiß nicht wie ich anfangen soll.......

.....auffallend finde ich, dass es von Anfang an immer eine Zeitangabe gibt, wann sie nach Hause kommt:

1 SMS "Komme später Spiel war lustig nicht gegen England...."

1 Anruf "....komme bald wieder"

2 SMS "Ich komme heute wieder nach Hause. Bin in Paderborn....."

Anruf am Samstag "komme heute Abend......"

Nichts davon wird eingehalten, aber bis auf das letzte Telefonat, manchmal auch ungefragt erwähnt.
Gogo84 schrieb:Wenn jemand um 23.06 Uhr sagt, das er heute Abend aber nicht zu spät nach Hause kommt dann macht der den Eindruck als hätte er gar keine zeitliche Orientierung und keine Ahnung wie spät es eigentlich schon ist...
Also das mit dem "heute Abend" nach Hause kommen, stammt von dem Anruf gegen 14:22 Uhr am Samstag, nicht vom Freitag.
Grundsätzlich finde ich aber auch keine Erklärung, dass sie beim Freitagsanruf nach 23 Uhr sagt, dass sie heute noch nach Hause kommt.
Gogo84 schrieb:Der letzte Anruf war anders als die anderen.. so als hätte sie keine Vorgabe bekommen ... Sie durfte frei sprechen und der Anruf wurde nicht nach 30 Sek. beendet. Es war somit das erste Mal in der gesamten Woche in der Chris die chance bekommen hat all seine Frage zu stellen die seit ihrem Verschwinden aufgekommen sind.
Was du schreibst ist inhaltlich richtig, nur warum sollte der Täter eine "Frage-Runde" ermöglichen?
Zudem wurde auf diverse Fragen nicht geantwortet oder Antworten gegeben, welche für keinen erklärbar sind.
Was mich am meisten beim letzten Telefonat wunderte, Frauke bestimmte selbst mit ihrer Schwester reden zu wollen

Ich kann mir einfach kein Bild machen, was das für ein Täter sein soll und verstehe überhaupt nicht seine Beweggründe dieses zu erlauben.
Gogo84 schrieb:Warum das Handy verschwunden ist ist klar.. auch warum ihre Tasche mit Geldbörse /Ausweispapieren nicht direkt neben der Leiche ab gelegt wurden auch... ( Identifizierung der Leiche erschweren usw) aber warum fehlt diese Uhr?
Frauke wurde in der Bekleidung des Pub-Besuches dort abgelegt und in Paderborn wurden zu diesem Zeitpunkt nicht viele junge Frauen vermisst. Das kann nicht mit einer erschweren der Identifizierung der Leiche begründet sein.
Da behaupte ich, war selbst dem ersten Beamten vor Ort klar, um wem es sich dort handelt.

Das mit der Uhr verfolgt mich seit Anfang an.
Ich bin kein Freund von der Idee, dass sie nicht wissen sollte wie spät es ist, aber vielleicht erklärt es dann doch, warum sie am Freitag nach 23 Uhr sagte, dass sie heute noch nach Hause kommt und am Samstag den Abend für ihre Rückkehr nannte.
Gogo84 schrieb:F: Ja, ich bin ja auch schon seit einer Woche weg ( Zeitliche Orientierung!) Von ihr kommt nicht : Nein, die Polizei brauch mich aber nicht suchen oder so ähnlich)
Für mich ein weiterer Hinweis das sie nicht freiwillig wegbleibt.
Diesbezüglich fand ich interessant, dass sie exakt seit 1 Woche vermisst wurde und das auf die Stunde genau!
Mal so ganz spontan gedacht, hat das was von einem Ultimatum?
Gogo84 schrieb:Chris fragt sie dann aber: Warum bist du weg?
"Das weisst du doch chris..." ( du weisst das ich nicht freiwillig weg bleibe, du hast selbst gesagt die Polizei sucht nach mir...)
Finde, dass ist die beste Erklärung für die subjektiv belastende Antwort von ihr.
Dann muss Frauke aber kombiniert haben können und das setzt schon voraus, dass sie bei klarem Verstand war.
Gogo84 schrieb:C: Nein. Hast du einen anderen typen?
F: Du weisst doch das ich nicht wegen einem Typen eine Woche wegbleibe. Du kennst mich doch... ( Wie kannst du noch davon ausgehen das ich freiwillig weg bin wegen einem Typen? Es geht hier um mehr als nur einen Typen. Du kennst mich doch! )
Wenn du recht hast, dann hat Chris eben nicht die Verbindung erkannt.
Also so wie du das darstellst, aus der Sicht von Frauke, dann hätte ich mir auch Karen geben lassen, weil an Fraukes stelle, sehr wahrscheinlich unfreiwillig seit 1 Woche weg und der Gesprächsteilnehmer (Chris) stellt Fragen, wo sie sich "unverstanden" gefühlt haben muss.
Gogo84 schrieb:Das erste was sie zu ihrer Schwester sagt ist: Bitte frag mich nicht aus.
Das kann ich sehr gut nachvollziehen. Sie wollte nach der langen Zeit mal wieder mit ihrer Schwester reden und nicht wieder mit Fragen konfrontiert werden.
Gogo84 schrieb:Ich denke chris wurde ausgewählt weil chris derjenige war der ihr zu der zeit räumlich am nächsten stand und auch derjenige war der sein handy in etwa so häufig und intensiv benutzt hat wie sie selbst. Die beiden hatten in ihrer wg vielleicht auch kein festnetz und das handy war für beide ein wichtiges kommunikationsmittel ( neben pc) das war nach meinem wissen bei ihren eltern nicht so.
Die hatten ein Festnetzanschluss gehabt, da ihre Mitschülerin, nachdem sie morgens nicht in der Schule war, sie auf ihr Handy anrief und da dieses ausgeschaltet war, rief sie auf dem Festnetzanschluss an.

Warum sollte man jemanden anrufen, welcher räumlich einen am Nächsten steht?
Man teilte sich wohl eine WG, aber ging verschiedene Wege und 2006 hatten auch alle aus ihrem Umfeld Handys gehabt.
Es muss aus meiner Sicht auch eine Verbindung von dem Täter zu Chris bestehen.
Es lässt doch keiner jemanden ständig anrufen, dem man selbst nicht kennt.
Selbst wenn das Fraukes Idee oder Anliegen war, mit Chris telefonieren zu können, muss der Täter doch diese Person einschätzen können.


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Mord an Frauke Liebs

09.06.2019 um 16:26
Sven1213 schrieb:keine
Ich weiss ... ich wollte sie nicht wortwörtlich zitieren sondern nur klar machen das sie um 23.06 sagt das sie heute nach hause kommt. und das auch nicht so spät... es ging mir eher um dieses " nicht so spät" eine std bevor die nacht anbricht.
Sven1213 schrieb:verschiedene
Weil er der erste war aus der sicht des täter der bemerken könnte das frauke fehlt. Deswegen ging die erste sms auch ihn.. ganz unabhängig davon ob frauke sie geschrieben hat damit er sich keine sorgen machen brauch oder der täter der suggerieren will das alles okay ist ... es war nun mal die erste kontaktperson nach ihrem verschwinden. Und bei der kontaktperson ist man einfach geblieben.
Dadurch das sie in paderborn verschwunden ist, die anrufe meist aus paderborn kamen... sie erst seit einem in jahr in paderborn war und ein neues grosses umfeld hatte und hauptsächlich chris angerufen wurde der auch in paderborn lebte geh ich davon aus das der täter einen starken bezug zu paderborn hat. Die eltern lebten zu der zeit in lübbecke/bad driburg und waren räumlich weit weg. Der einzige mensch der eine verbindung zwischen der alten und neuen heimat darstellt ist chris.


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09.06.2019 um 16:27
Sorry das mit dem zitieren muss ich noch lernen hier...


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Mord an Frauke Liebs

09.06.2019 um 17:38
@Malinka
Was die ungewöhnliche Samstagsanrufzeit angeht, denke ich, dass das damit zu tun hatte, dass Deutschland um 17 h gegen Schweden spielte. Vielleicht war der Täter verabredet


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Mord an Frauke Liebs

09.06.2019 um 18:09
Gogo84 schrieb:Da denkt jeder : wenn die nicht nach hause kommt dann kann sie nicht mehr nach hause.
Na das wäre ja schlimm, wenn dies echt so wäre :) .
Ununterbrochen passiert sowas weltweit, dass wer mal nicht nach Hause kommt, zu 99,9..Prozent weil "irgendwas" dazwischen gekommen ist und sicher kein Mord oder Verbrechen vorliegt (Gott sei Dank).

Und die meisten Vermissten tauchen auch von selbst wieder auf - auch hier (Gott sei Dank)! Das bei so einem Fall wie bei Frauke dann ihre Leiche wohl ermordet im Wald Monate später aufgefunden wird, ist doch eher die totale Ausnahme in allen Vermisstenfällen als eine Regel.

Wenn wir bei allen Vermisstenfällen denken würden wie du es oben andenkst: "dann kann sie nicht mehr nach hause" brauchten wir eine Aufstockung der Polizei mind. x 100 und dazu eine Steuererhöhung um 200%. Oder mit solchen unsinnigen Überlegungen würden wir den Staat runieren.


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Mord an Frauke Liebs

09.06.2019 um 19:40
@Doverex
Richtig doverex. Gerade weil die statistiken so sind wie sie sind hat man auch erst monate später ihre leiche zufällig in irgendeinem wald gefunden und die muttter die sofort eine schlimme ahnung hatte nach hause geschickt und ihr das selbe erzählt von wegen : unsinnige überlegung ... aufstocken der polizei.. staat ruinieren... passiert jeden tag....

Vielleicht hat der täter ja genau diese statistik gelesen...

Nochmal: ich will dir nicht unrecht geben aber in dem fall lag die statistik nun mal daneben...


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Mord an Frauke Liebs

09.06.2019 um 20:30
@Gogo84
@Doverex

Etwas zu Statistiken.
In Deutschland werden pro Jahr ca 100000 Menschen als vermisst gemeldet.
Ca. 50 % der Fälle erledigen sich nach wenigen Tagen.
Ca. 80 % der Fälle innerhalb eines Monats.
Nur ca. 3% der Vermisstenfälle können auch nach etwa 1 Jahr nicht aufgeklärt werden.

Das Problem was ich sehe ist, dass es keine Statistik der einzelnen Bundesländer gibt, wie viele davon einem Kapitalverbrechen zum Opfer wurden, Suizid begingen oder einfach wieder zurück gekommen sind.

Auch Bundesweit habe ich keine Statistik vom BKA oder LKA dazu gefunden.

Grundsätzlich kann man aber davon ausgehen, dass die überwiegende Mehrzahl der Vermisstenanzeigen sich zum positiven wenden und der Gesuchte wohlbehaltend zurück kommt.


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Mord an Frauke Liebs

09.06.2019 um 21:44
Sven1213 schrieb:In Deutschland werden pro Jahr ca 100000 Menschen als vermisst gemeldet.
Ca. 50 % der Fälle erledigen sich nach wenigen Tagen.
Ca. 80 % der Fälle innerhalb eines Monats.
Nur ca. 3% der Vermisstenfälle können auch nach etwa 1 Jahr nicht aufgeklärt werden.
Das wären dann immerhin 3000 Fälle, die nach einem Jahr noch ungeklärt sind. Der Fall FL klärte sich aber dreieinhalb Monate später auf mit denkbar ungünstigem Ergebnis. Zudem ist es doch absurd, alle Vermisstenfälle über einen Kamm zu scheren. Wie @Gogo84
richtig sagt, muss man eben die Begleitumstände sehen: Eine junge Frau verschwindet nachts auf dem Heimweg vom Pub auf 1,2 Km Fußweg, meldet sich nicht (zumindest zwei Tage lang), es gab zuvor keinerlei Anzeichen irgendwelcher Probleme, ob nun familiärer Art, im Umfeld oder psychischer Natur. Auch sonst gab es keine Anzeichen, niemand hat sie gesehen, keine Kontobewegungen, nichts. Und dann denkt man eben nicht mehr, wird schon nichts passiert sein.
Oder warum gab es umfangreiche Fahndungs- und Suchmaßnahmen nach Petra P., wo man dann zum Schluss kam, dass sie wohl einem Verbrechen zum Opfer gefallen sei, sie aber unbehelligt in Gelsenkirchen und Düsseldorf leben konnte 30 Jahre lang?


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Mord an Frauke Liebs

09.06.2019 um 22:45
Zu den Fakten:

Die Paderborner Polizei leitete bereits sehr früh ein "Verfahren wegen des Verdachts einer Geiselnahme" ein (vgl. Stern-Interview) und beantragte die Herausgabe der Funkzellendaten der 1. SMS in der Nacht ihres Verschwindens.

Frauke Liebs verschwand am späten Dienstagabend ( 20. Juni) und bereits am folgenden Freitag (23. Juni) wurde in der Printausgabe der Paderborner Zeitung der Absendeort jener 1. SMS veröffentlicht. Der Polizei muss also spätestens am Donnerstag vor Redaktionsschluss diese Funkzellenauswertung (für die es einer richterlichen oder staatsanwaltlichen Genehmigung bedurfte) vorgelegen haben - d. h. also nicht einmal 48 Stunden nach FLs Verschwinden.

@Gogo84
Gogo84 schrieb:wenn eine 21 jährige mitten in der woche nach einem pub besuch gegen 23 uhr auf ihrem heimweg verschwindet und nie heim ankommt
Ich kann Dir also nur recht geben. Wenn die Polizei trotz der 1. SMS ein solches Verfahren einleitete, hätte sie erst recht und sehr wahrscheinlich noch schneller reagiert, wenn es diese SMS nicht gegeben hätte. Die Polizei verzichtete auf weitere Ermittlungen, weil FL sich ab Donnerstag telefonisch meldete.

Die 1. SMS hatte eine sehr entscheidende Wirkung:

Die Kripo ging davon aus, dass FL sich freiwillig dazu entschieden hätte, entgegen ihrer Ankündigung im Pub nicht sofort nach Hause zu gehen, sondern freiwillig mitten in der Nacht - obwohl Chris auf sie wartete und sie am nächsten Morgen früh aufstehen musste - in die Nieheimer Gegend zu fahren.

Aus dieser Prämisse wurden zwei wichtige Schlussfolgerungen gezogen:

1. FL wurde nicht auf ihrem Nachhauseweg Opfer eines Verbrechens.

2. FL fuhr (freiwillig) mit einer ihr vertrauten Person in die Nieheimer Gegend, wo dann, so die damalige Vermutung der Kripo "kurz nach der SMS, etwas passiert war, das die Stimmung umschlagen ließ" (Stern-Interview).

Die Kripo konzentrierte daher ihre Suche 1. auf Nieheim und Umgebung, wo sie nie eine Spur fand, und 2. auf jenen Personenkreis, der FL näher stand - aber auch hier, nach Überprüfung aller SMS-, Email- und Telefonkontakte, konnte die Polizei nicht die geringsten Hinweise auf den Täter finden.

Ich bin daher überzeugt, dass die 1. SMS keineswegs freiwillig von FL verfasst und abgesendet wurde, sondern vom Täter stammte, der damit eine falsche Spur legen wollte: 1. Ablenkung von Ort und Zeitpunkt der Entführung, und 2. Verdächtigung des Freundeskreises.
(Nach meiner Ansicht kannte FL den Täter nur flüchtig - vielleicht über Chris, mit dem er dann aber keineswegs enger befreundet war.)

Und zum Schluss noch für jene, die einwenden wollen, dass der Absendeort der SMS nicht sofort bekannt war: Sobald die Polizei ein Verbrechen erwog, beantragte sie sofort die Herausgabe der Handydaten, die ihr dann ja auch sehr schnell vorlagen. Eine Suche nach dem potentiellen Verbrechensopfer FL fand also - sinnvollerweise - nicht statt, bevor die Polizei über diese Daten verfügte.


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Mord an Frauke Liebs

09.06.2019 um 23:42
Zur Klarstellung, da ich mich eben leider missverständlich ausdrückte:
birkensee schrieb:beantragte die Herausgabe der Funkzellendaten der 1. SMS in der Nacht ihres Verschwindens.
Natürlich wurde die Herausgabe nicht in der Nacht ihres Verschwindens beantragt. Es muss daher heißen: beantragte die Herausgabe der Funkzellendaten der 1. SMS aus der Nacht ihres Verschwindens.


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Mord an Frauke Liebs

10.06.2019 um 12:06
Gogo84 schrieb:Nochmal: ich will dir nicht unrecht geben aber in dem fall lag die statistik nun mal daneben...
Ja genau, dies ist auch ein Hauptargument, warum die Leute ihr Geld zur Lottoannahmestelle bringen, weil bei der letzten Ziehung hat ja einer Millionen abgestaubt. Millionen Menschen rennen hin und spielen, weil ja....!

Das ein Millionengewinn hoch unwahrscheinlich ist zählt da eher weniger.
Wenn ein Polizist einen Vermisstenfall aufnimmt, wo es keinerlei Anzeichen oder Aussagen von Zeugen gibt, wo ein Verbrechen beobachtet wurde (und dies in einer Innenstadt die sicher nicht ausgestorben war zu diesem Zeitpunkt), denkt niemand dabei, der diese Anzeige aufnimmt, die vermisste Person wird ein paar Monate später als ermordete Leiche im Wald mal aufgefunden. Weil dies eben genauso hoch unwahrscheinlich ist.

Aber anscheinend haben viele Leute einen intensiven Hang in sich, immer das hoch unwahrscheinliche anzunehmen welches eintreffen wird als der Realität ins Auge zu schauen?
Und dann kommen genau solche unsinnigen Aussagen: "Letzte Woche hat ja doch jemand die Millionen abgeräumt" oder "Hier stimmte es nicht, dass die vermisste Person lebend wieder nach Hause gekommen ist/wäre sondern sie wurde ermordet".

Oder anderes Beispiel: Wenn ein Flugzeug sich verspätet, denkt man doch auch nicht gleich, dies muss jetzt agestürzt sein? Und trotzdem gibt es ja Flugzeugabstürze.
Und wie bei einer Flugzeugverspätung, wo man keinem Absturz erst mal andenkt, so denkt ein Polizist der eine Vermisstenanzeige aufnimmt nicht an ein Verbrechen.
birkensee schrieb:Die 1. SMS hatte eine sehr entscheidende Wirkung:


Die Kripo ging davon aus, dass FL sich freiwillig dazu entschieden hätte, entgegen ihrer Ankündigung im Pub nicht sofort nach Hause zu gehen, sondern...
Die Polizei wäre auch ganz ohne SMS erstmals davon ausgegangen (siehe oben), dass kein Verbrechen vorliegt. Dieser harten Realität verweigerst du dich total. Genausowenig wie kein Polizist gewusst hatte, ob sich Frauke nicht doch auf ihrem Heimweg Geld vom Bankomat geholt hätte? Dass dies nicht passiert ist, erfuhr Polizei erst viel später..
Kein Richter hätte bei dieser Faktenlage von Fraukes Verschwinden erstmals einen Beschluß unterschrieben, der eine Kontoeinsicht je rechtfertigen würde.
Daher ist auch das Argument von @rayden unsinnig: "Auch sonst gab es keine Anzeichen, niemand hat sie gesehen, keine Kontobewegungen, nichts" (Zitat)
Ob es Kontobewegungen gegeben hat oder jemand Frauke noch gesehen hat, wusste zu dem Zeitpunkt ihres Verschwindens niemand, wurde alles erst viel später festgestellt. So schaut doch die wahre Realität aus, also kann man sowas nicht als Argument einbauen, Umstände wo zum Zeitpunkt von Fraukes Verschwinden niemand was darüber wusste. Weder in die eine noch andere Richtung.

Bleibt also, dass eine vermisste Person ermordet und als Leiche im Wald Monate später mal tot aufgefunden wird, ist für die Polizei erstmals also generell hoch unwahrscheinlich - egal ob es nun einen SMS oder sonstwas gegeben hätte im Fall von Frauke.
Diese SMS und die Telekontakte werden bei weitem hier hoch überschätzt in ihrer Wichtigkeit, ohne diese hätte sich im Grunde erstmals am Anfang fast gar nix geändert in der Sichtweise der Polizei.

Denn sehr sehr viele vermisste Personen lassen Angehörige/Freunde oft im Unklaren was mit ihnen nun genau los ist/wäre, die Sorge der Verwandten scheint hier wohl keine allzugroße Rolle zu spielen, oder man kann sogar andenken, manch vermisste Personen wollen vielleicht sogar, dass man sich um sie Sorgen macht? So schaut doch die Realität bei einer Vermisstenanzeigen aus für einen Polizisten, und er weiß natürlich auch, dass die fast Alle von selbst wieder auftauchen werden, wenn kein Unfall oder gar Suizid vorliegt. Am unwahrscheinlichsten ist und bleibt in dem Moment für die Polizei bei allen möglichen Szenarien (Unfall - Suizid), dass ein Verbrechen vorliegen würde/könnte. Ob mit oder ohne SMS-Nachricht. Das ist im Grunde eigentlich erstmals völlig egal.

Meine Empfehlung und Bitte wäre hier eben: "Einfach der Realität ins Auge zu schauen und nicht irgengdwas herbei zu fantasieren!"


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10.06.2019 um 14:08
Doverex schrieb:Kein Richter hätte bei dieser Faktenlage von Fraukes Verschwinden erstmals einen Beschluß unterschrieben, der eine Kontoeinsicht je rechtfertigen würde.
Daher ist auch das Argument von @rayden unsinnig: "Auch sonst gab es keine Anzeichen, niemand hat sie gesehen, keine Kontobewegungen, nichts" (Zitat)
Ob es Kontobewegungen gegeben hat oder jemand Frauke noch gesehen hat, wusste zu dem Zeitpunkt ihres Verschwindens niemand, wurde alles erst viel später festgestellt. So schaut doch die wahre Realität aus, also kann man sowas nicht als Argument einbauen, Umstände wo zum Zeitpunkt von Fraukes Verschwinden niemand was darüber wusste. Weder in die eine noch andere Richtung.
Es wurde doch offensichtlich unterschrieben, die Frage ist nur, zu welchem Zeitpunkt.
Wie sind dann in diversen anderen Fällen Fahndungs- und Suchmaßnahmen seitens der Polizei teilweise Stunden oder einen Tag nach dem Verschwinden zu erklären? Wäre sie in bewaldetem Gebiet oder nahe eines Flusses verschwunden, es hätte am nächsten Tag einen Hubschrauber mit Wärmebildkamera bzw. einen Suchhund gegeben ohne die SMS.


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Mord an Frauke Liebs

10.06.2019 um 15:55
@Doverex
Ich wiederhole mich ungern... aber bevor wieder so ein ellenlanger bericht von dir kommt.... du hast recht mit dem was du schreibst...deine statistiken stimmen... aber das hat nix mit fantasieren zu tun wenn dieser fall nun mal anders verlaufen ist.
Natürlich geht erstmal kein polizist dieser welt von einem verbrechen aus wenn jemand vermisst gemeldet wird...deswegen wurde die mutter auch wieder nach hause geschickt... aber die angehörigen hatten nun mal eine schlimme vorahnung und haben sich kein stück von diesen statistiken beruhigen lassen...die waren so sehr davon überzeugt das fraukes verhalten so atypisch frauke ist das sie es offensichtlich geschafft haben die ermittler erstmal davon zu überzeugen das es sich bei diesem verschwinden sicher nicht um ein freiwilliges aussteigen handelt. Die mutter hielt die erste sms sogar noch für freiwillig... was sie skepitisch gemacht hat war die tatsache das frauke dann ohne sich abzumelden wegblieben ist.. familie freunde arbeitstelle vernachlässigen waren nun mal nicht ihre art und am vorabend gab es keinerlei hinweise dafür das frauke aussteigen will.

Wenn keine sms angekommen wäre dann wäre die mutter sicher sofort von einem gewaltverbrechen ausgegangen. Unabgängig davon was die polizei davon hält....
Als die anrufe aner anfingen (keine 48 std später) konnte man ein Gewaltverbrechen ausschliessen.
Wenn jemand sich meldet dann lebt er ja noch. 😊Die mutter war erleichtert das sie lebt trotzdem war ihr wegbleiben nicht normal... auch diese anrufe nicht... ihre aussagen nicht.. und es wurden handy daten beantragt... macht man auch nicht wenn man als polizist davon ausgeht das diejenige mit 21 freiwillig weg ist und die keine 48 std weg ist, oder ? Darf man doch auch garnicht, oder ??? Jeder hat das recht auszusteigen wegzubleiben sich nicht zu melden. Diese daten lagen der polizei aber am 22.06 schon vor..
Somit wurde nach einer lebenden frauke gesucht die entführt wurde.
Wie sehen da die statistiken aus?


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10.06.2019 um 16:06
Doverex schrieb:Dein Argument (dagegen) finde ich an diesem Punkt als recht schwach.
Denn stell dir einfach vor es wäre dieses: "Darf ich dir nicht sagen" gefallen, und gerade auf solch eine hoch bemerkenswerte Aussage von Frauke sollte aus dem Gedächtnisprotokoll der Erinnerung rausgefallen sein?
@Doverex

Da bin ich absolut deiner Meinung
Wenn man konzentriert und angespannt zuhört, achtet man auf jedes Wort

Wenn der Abwesende sagt : Das darf ich nicht sagen, fragt man sich sofort: Wer verbietet das? Was ist da los?

Frauke wird vermieden haben in ihren Telefonaten auf eine andere Person hinzuweisen.
"Kann ich nicht sagen", kann auch interpretiert werden als:
Das will ich jetzt nicht sagen. Wir reden später.
Da muss keine andere Person beteiligt sein.

Darf ich nicht, setzt ein Verbot voraus.


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10.06.2019 um 20:50
@Doverex
Doverex schrieb:Die Polizei wäre auch ganz ohne SMS erstmals davon ausgegangen (siehe oben), dass kein Verbrechen vorliegt. Dieser harten Realität verweigerst du dich total.
Im Unterschied zu Dir beziehe ich mich auf die Fakten. Es ist eine unbestreitbare Tatsache, dass der Polizei in weniger als 48 Stunden nach FLs Verlassen des Pubs die Funkzellenauswertung der 1. SMS vorlag.

Die Herausgabe der Handydaten bedarf einer richterlichen Genehmigung, die unbestreitbarerweise schnell erteilt wurde. D. h. nicht nur die Polizei erwog also ernsthaft die Möglichkeit eines Verbrechens, sondern auch ein Richter sah diesen Anfangsverdacht als hinreichend begründet an.
Doverex schrieb:Kein Richter hätte bei dieser Faktenlage von Fraukes Verschwinden erstmals einen Beschluß unterschrieben, der eine Kontoeinsicht je rechtfertigen würde.
Wie kommst Du zu einer solchen Behauptung? Die Ermittlung des Absendeorts der 1. SMS bedeutete einen erheblichen Eingriff in die rechtlich geschützte Privatspäre FLs, dem ein Richter nur unter dem begründeten Verdacht zustimmen konnte, FL sei Opfer eines Verbrechens geworden.

Die Kenntnis des Absendeorts der 1. SMS war für die polizeilichen Ermittlungen der erste wichtige Schritt. Hätte FL sich nicht gemeldet, wäre auf der gleichen rechtlichen Grundlage auch eine Überprüfung der Kontenbewegungen möglich gewesen.

Ebenso ist es eine schlichte und nicht zu bestreitende Tatsache (vgl. die Aussagen Herrn Östermanns im Stern-Interview), dass die Telefonate am Donnerstag und am Freitag die Polizei dazu veranlassten, den Verdacht auf ein Verbrechen aufzugeben und von einem freiwilligen Verschwinden FLs auszugehen.


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10.06.2019 um 21:25
birkensee schrieb:Die Herausgabe der Handydaten bedarf einer richterlichen Genehmigung, die unbestreitbarerweise schnell erteilt wurde. D. h. nicht nur die Polizei erwog also ernsthaft die Möglichkeit eines Verbrechens, sondern auch ein Richter sah diesen Anfangsverdacht als hinreichend begründet an.
Dem kann ich nur beipflichten.
Ist nicht so als hätte man diese Handydaten erst Monate später bekommen.

Ab Freitagnacht hat man auf die Daten lange warten müssen das stimmt, davor hatte man aber einen Richterlichen Beschluss erwirken können.


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