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Mord an Frauke Liebs

Zu diesem Thema gibt es eine von Diskussionsteilnehmern erstellte Zusammenfassung im Themen-Wiki.
Themen-Wiki: Mord an Frauke Liebs

Mord an Frauke Liebs

09.10.2019 um 17:55
@Kangaroo
@phosphor

Zumindest am Tatabend dürfte an den Externsteinen tatsächlich richtig was los gewesen sein, wie bis 2009 jedes Mal zur Sommersonnenwende, mehrere tausend Leute, viele die dort zelteten. Als es 2009 dann aus dem Ruder lief, wurde alles drastisch eingeschränkt, aber 50-100 Leute sind auch Heute noch zur Sommersonnenwende dort, und eine handvoll trommelt die Nacht durch.

Ich glaube aber kaum, dass das irgendeine Bewandnis hat.


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Mord an Frauke Liebs

09.10.2019 um 18:13
@rayden
Ach, schau an. Danke für die Info. Das war mir gar nicht so bekannt. Von daher Externsteine auch eher ein Schuss ins Blaue. Ich war halt selbst erst einmal vor nicht allzu langer Zeit da (übrigens bis in beginnenden Abend hinein, da war auf jeden Fall auch noch was los). Dabei bzw bei der beschriebenen Fahrt zur A44 bei Lichtenau ist mir überhaupt erst aufgefallen, dass Nieheim da doch relativ nah dran liegt. Und so wahnsinnig viel gibt es (außer dem vllt noch etwas weiter entfernten Hermannsdenkmal) in der Gegend ja nun wirklich nicht, was man als Attraktion bezeichnen kann...


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Mord an Frauke Liebs

09.10.2019 um 18:23
phosphor schrieb:Dabei bzw bei der beschriebenen Fahrt zur A44 bei Lichtenau ist mir überhaupt erst aufgefallen, dass Nieheim da doch relativ nah dran liegt. Und so wahnsinnig viel gibt es (außer dem vllt noch etwas weiter entfernten Hermannsdenkmal) in der Gegend ja nun wirklich nicht, was man als Attraktion bezeichnen kann...
Ob sich FL auf so eine Tour eingelassen hätte? Zudem war es von PB aus direkt über die B1 viel besser bis zu den Externsteinen, und wenn sie dort bereits gewesen waren, was zeitlich problemlos möglich war, machte die SMS keinen Sinn. Letztlich wäre sie aber auch nur mit jemand gut bekanntem dort noch hin gefahren, wie nach Nieheim überhaupt. Angesichts dessen, dass man diesen jemand im Umfeld trotz aufwändigster Ermittlungen nicht gefunden hat, eher auszuschließen.
Die A44 ist von PB aus besser und schneller zu erreichen, als von Nieheim. Selbst vom Ort der Leichenablage benötigt man 15 Minuten bis zur nächsten Auffahrt, nur was das bedeuten soll, erschließt sich mir nicht.


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Mord an Frauke Liebs

09.10.2019 um 18:41
@Kangaroo
@phosphor


Ehrlich gesagt finde ich die Externsteine nicht gerade tatrelevant. Jede Schulklasse im Umkreis von 200 Km fährt dort früher oder später hin. Ich gehe davon aus, dass Frauke sie kannte und sich nicht nach einem WM-Spiel, müde und mit wartendem WG-Partner daheim hätte dort hinlocken lassen. Ich war schon öfter dort.

Ich ganz persönlich rechne dem Täter sehr viel Geschick im Umgang mit Menschen zu. Frauke in ihrer spezifischen Situation in das eigene Auto zu bekommen, war sicher nicht einfach. Er wird sicherlich ein smarter, relativ nett und gepflegt aussehender Mann sein, der einen seriösen, unschuldig aber dennoch erfahrenen Eindruck vermittelt. Er mußte (sofern er nicht persönlich mit Frauke bekannt war) einen perfekten, ersten Eindruck vermitteln. Um sie zu überwachen, zu verstecken und seinen perversen Plan in die Tat umzusetzen, brauchte es Vorbereitung. Er hatte zu dem Zeitpunkt ggf. einen Job mit freier Zeiteinteilung oder Homeoffice, Urlaub oder war selbstständig. Er mußte Zugriff auf ein unauffälliges Kfz mit Laderaum oder einen Hänger haben, damit er Frauke jederzeit unauffällig transportieren bzw. "aufbewahren" konnte. Alternativ kommt auch ein Campinganhänger oder Wohnmobil in Frage. Ich persönlich glaube nicht, dass er Frauke daheim einsperrte. Möglicherweise blieb er quasi "mobil" um den Standort jederzeit verändern und das Risiko in gewissen Grenzen halten zu können. Er wird in dieser Zeit soziale Kontakte vermieden oder zumindest eingeschränkt haben. Wenn er sein Katz- und Mausspiel in die Tat umsetzte, wären alle Einflüsse von außen abträglich gewesen. Nach der Ablage des Opfers dürfte er sich dann wieder in das "normale Leben" gestürzt haben. Vlt. war er sogar besonders euphorisch, weil er alles hatte umsetzen können, er sein persönliches Ziel erreicht hatte.

Ich persönlich würde vlt. von einem Täter zwichen 25 und 35 ausgehen. Gebildet, smart, berufstätig und mit Charme. Eigenes Auto, vlt. Zugang zu einem Firmengelände und/oder Caravan/Wohnmobil. Aüßerlich gepflegt und unschuldig wirkend. Vlt. sogar etwas schüchtern im Auftritt. Evtl. hat er sich kurz nach der Tat in ein besonders "bürgerliches Leben" gestürzt, um nicht aufzufallen. Er wird Frauke nicht zufällig ausgewählt haben. Möglicherweise sind sich beide schon einmal begegnet, hatten eine kurze Konversation.

Was immer damals passiert ist, Frauke rechnete sich zumindest anfangs noch Fluchtchancen aus. Zumindest interpretiere ich das aus den Anrufen. Für mich ganz persönlich scheiden damit brutale, eiskalte, rücksichtslose Täter eher aus. Er wird vlt. eher über die psychologische Schiene eingewirkt haben. Wirkte auf Frauke vlt. eher wie verwundet und sensibel, irgendwie zur Tat gedrängt. Möglicherweise rechnete sie sich eine geweisse Chance aus, mit Gesprächen und Versprechen aus der Situation zu kommen. Das passiert nicht bei einem gesichtstätowierten "Stiernacken", der wie ein Tier agiert. Seine Macht lag wahrscheinlich in der Bewaffnung bzw. Psychologie und war nicht unbedingt körperlich manifestiert. Er war sicher unauffällig, berufstätig und unscheinbar.

Ich weiß...Küchenpsychologie...Ohne Indiz...Frei spekuliert. JA. Es ist frei spekuliert und ohne jeden Beleg. Und ja, ich bin kein ausgebildeter Psychologe, Profiler nichteinmal Polizist. Ich stelle das jetzt einfach mal so zur Diskussion in den Raum. Mehr nicht. Also bitte nicht gleich anfeinden. Danke.


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09.10.2019 um 18:59
rayden schrieb:Ob sich FL auf so eine Tour eingelassen hätte?
Vielleicht. Vielleicht auch nicht. Darüber kann ich auch nur spekulieren. Es könnte halt zumindest ein Aufhänger gewesen sein, der einen freiwilligen Aufenthalt in der Gegend noch einigermaßen erklärt. Hinfahrt kann ja über die B1 stattgefunden haben. Und eine SMS danach könnte schon auch noch Sinn machen, wenn FL auffällt: jetzt wird es aber langsam doch so spät, dass ich mal Bescheid geben sollte. Würde aber zustimmen, dass sie - so wie sie beschrieben wird - wohl kaum mit einem Wildfremden dort hingefahren wäre. Irgendeine Art von Bekanntschaft dürfte in so einem Szenario schon bestanden haben...
rayden schrieb:Die A44 ist von PB aus besser und schneller zu erreichen, als von Nieheim.
Um die A44 an sich ging's mir gar nicht. Sondern um die Frage, wie vertraut der Täter mit der Fundstelle gewesen sein könnte. Wer im Raum Nieheim lebt, hätte wohl zumindest einen Anlass, gelegentlich mal über die L817 zu fahren - nämlich um zur Autobahn zu kommen...


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09.10.2019 um 21:36
marlonc schrieb:Einen wichtigen Punkt vergesst ihr meiner Meinung nach, und zwar das Fraukes Akku leer war, so leer, dass sie sich im Pub den von Isabella lieh.
Ich "denke" nicht, dass ich/wir es vergessen haben, denn ich/wir thematisieren es sogar in den aktuellen Beiträgen.


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09.10.2019 um 21:41
@phosphor
phosphor schrieb:Denn allein schon der Fakt, dass FL sich kurz vor ihrem Verschwinden zweifellos dort aufgehalten hat und an dieser Stelle auch zuletzt gesehen wurde, macht diesen Ort per se für die Ermittlungen relevant.
Nach meiner Ansicht ignorierst Du den entscheidenden Punkt. Durch die Annahme einer freiwilligen SMS aus Nieheim spielte für die Polizei und die Zeugen ein z. B. in der Nähe des Pubs auf FL wartender Täter überhaupt keine Rolle.

Natürlich interessierte die Ermittler, welche Route FL nach dem Pubbesuch eingeschlagen hatte und sie fragte (wenn ich mich richtig erinnere) auch in den umliegenden Kneipen, ob FL dort aufgetaucht sei.

Aber wenn Zeugen ein Mann aufgefallen wäre, der z. B. zwischen 21 und 22 h in der Nähe des Pubs längere Zeit hin- und herschlenderte, hatten sie keinen Grund, diese Beobachtung der Polizei zu melden - weil FL freiwillig nach Nieheim gefahren und zumindest bis 1 h alles Ordnung war.


Ohne diese 1. SMS wäre die Situation eine völlig andere gewesen:


1. Ein Verbrechen wäre viel schneller für wahrscheinlich gehalten worden.

FL hatte den Pub müde und in der Absicht verlassen, Chris nicht warten zu lassen. Zudem musste sie am nächsten Morgen früh aufstehen etc.

Aber die 1. SMS aus Nieheim zeigte - scheinbar oder tatsächlich -, dass FL trotzdem PB freiwillig verlassen hatte. Damit waren die Gründe, die für ein Verbrechen auf dem Nachhauseweg sprachen, außer Kraft gesetzt.

Und wenn FL, so vielleicht das Kalkül des Täters, mitten in der Nacht nach Nieheim fuhr, konnte man eine Liebesgeschichte vermuten, die ihre Abwesenheit auch am nächsten Tag noch erklären könnte.

Wäre FL ohne die 1. SMS nicht nach Hause gekommen, wäre es sehr naheliegend gewesen, dass ihr etwas passiert war - und zwar auf dem Nachhauseweg.


2. Dann wäre die Polizei nicht nur früher von einem Verbrechen ausgegangen, sondern hätte sich auch auf die Umgebung des Pubs und den Nachhauseweg als Tatort konzentriert. Und damit wären Beobachtungen eines Mannes, der sich z. B. längere Zeit in der Nähe des Pubs aufhielt und immer wieder zu dessen Tür hinüberstarrte, von einer ganz anderen Relevanz gewesen.


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09.10.2019 um 22:41
@birkensee
Sehe ich in Teilen ähnlich.

Szenario:
Es wären von Frauke keinerlei Nachrichten gekommen.
Es wäre sicherlich bereits früher eine intensivere Ermittlung eingeleitet worden.

Meine Fragen:
Bei den Kontaktaufnahmen nach der ersten SMS geht man doch in der nachträglichen Beurteilung von einem gelenktem und nicht freiwilligen Verhalten Fraukes aus (so zumindest der Eindruck von mir).
Und man darf davon ausgehen, dass der Täter damit irgendetwas erreichen wollte.
Warum eigentlich nicht schon bei der ersten SMS?
Was spricht denn eigentlich faktisch dagegen?
Der Inhalt war so, wie es zu Frauke (laut nahe stehenden Personen) passen könnte?
Ernsthaft? Eine SMS ist inhaltlich meiner Meinung nach wesentlich leichter "glaubwürdig" zu manipulieren, als ein Live-Gespräch. Mal eben die vergangen SMS checken und Frauke bedrohend fragen.

Und ich finde noch immer, dass der Inhalt der ersten SMS nicht stimmig zu den Gesamtumständen ist.

Ich verstehe einfach nicht, warum man so davon überzeugt ist, dass die erste SMS freiwillig war (was ich grundsätzlich ja auch nicht ausschließe).

Die Polizei hat damals inhaltlich die nachfolgenden Kontakte als "warum eigentlich nicht" beurteilt, genauso wie auch die erste SMS.
In der späteren Beurteilung von anderen Stellen geht man dann dann davon aus, dass die erste SMS freiwillig war, der Rest nicht(?).
Weil man davon ausgeht, dass Frauke freiwillig in das Auto in Richtung Nieheim gestiegen ist?
Zirkelschluss?

Zwischen Pub-Verlassen und der SMS ist zudem schon derart viel Zeit vergangen, so dass es für Frauke vermutlich - wenn denn die Tour tatsächlich ursprünglich freiwillig motiviert war - bereits in eine Richtung ging, die nicht dem "eigentlichen" Plan (noch auf einen Sprung wo hin, aber dann schnell zum wartenden Chris, um ihn nicht zu verärgern) entsprach.

Ich verstehe einfach nicht, warum man so davon überzeugt ist, dass die erste SMS freiwillig war (was ich grundsätzlich ja auch nicht ausschließe).


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09.10.2019 um 23:28
phosphor schrieb:Es könnte halt zumindest ein Aufhänger gewesen sein, der einen freiwilligen Aufenthalt in der Gegend noch einigermaßen erklärt. Hinfahrt kann ja über die B1 stattgefunden haben. Und eine SMS danach könnte schon auch noch Sinn machen, wenn FL auffällt: jetzt wird es aber langsam doch so spät, dass ich mal Bescheid geben sollte. Würde aber zustimmen, dass sie - so wie sie beschrieben wird - wohl kaum mit einem Wildfremden dort hingefahren wäre. Irgendeine Art von Bekanntschaft dürfte in so einem Szenario schon bestanden haben...
Aber dann war man doch schon auf dem Heimweg. Hätte die Absicht bestanden, dann nach Hause zu fahren, wäre doch "bin in einer halben Stunde wieder da" sinnvoller gewesen, zudem machte dies dann aber auch nach zwei Stunden nur noch wenig Sinn.
AnNevis schrieb:Szenario:
Es wären von Frauke keinerlei Nachrichten gekommen.
Es wäre sicherlich bereits früher eine intensivere Ermittlung eingeleitet worden.
Und zwar so ziemlich ausschließlich entlang der möglichen Heimwege, dazu dafür auch Zeugenaufrufe etc., und an unverdächtige Beobachtungen, denen man keinerlei Bedeutungen beimisst, erinnert man sich idR allenfalls kurze Zeit.
AnNevis schrieb:Weil man davon ausgeht, dass Frauke freiwillig in das Auto in Richtung Nieheim gestiegen ist?
Zirkelschluss?
Offenbar war dem so, wäre sie unfreiwillig zugestiegen, hätte das irgendjemand sicher mitbekommen, zu der Uhr- und Jahreszeit ist man nirgends in der Innenstadt so allein, als dass niemand Schreie gehört hätte, hätte FL welche von sich gegeben. Aber da mit diesen Ansätzen die Ermittlungen ins Leere liefen, die OFA sich letztlich auf den Großraum Nieheim als Festhalteort versteifte, so sollte dies angesichts der Erfolglosigkeit in Zweifel gezogen werden. Bei einer SMS vom Täter ist dann die Frage, ob der Zustieg nicht auch unfreiwillig stattgefunden hat, oder freiwillig bei einem Unbekannten, was angesichts der erfolglosen Ermittlungen im Bekanntenkreis ernsthaft in Erwägung gezogen werden sollte.
Wenn sie jemand nach dem Weg gefragt hat, eventuell auswärtiges Kennzeichen am Wagen hatte, vertrauenswürdig aussah, und ihr angeboten hat, dass er sie daheim absetzt auf dem Weg zur B64 oder Autobahn, wäre sie eventuell auch dort zugestiegen.


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09.10.2019 um 23:39
Rick_Blaine
Rick_Blaine schrieb:Wenn überhaupt, würde es nur Sinn machen, wenn auch alle zukünftige Kommunikation aus Nieheim gekommen wäre, dann hätte der Täter vom wahren Tatort Paderborn abgelenkt.
Nieheim ist eine sehr überschaubare Gegend. Ein Täter, der die 1. SMS von dort versandte, hatte zu diesem Zeitpunkt keine polizeilichen Fahndungsmaßnahmen zu befürchten, weil noch niemand vermutete, FL sei das Opfer eines Verbrechens geworden.

Ich glaube, wenn wir die Theorie eines Täters diskutieren, der die Entführung geplant und FL bereits in PB aufgelauert hat, müssen wir uns konsequent die Perspektive eines solchen Täters vergegenwärtigen.


Wenn wir annehmen, ein solcher Täter hatte keine Informationen über die Reaktionen der Angehörigen/Freunde und der Polizei:
Wäre es dann nicht Wahnsinn gewesen, für die Anrufe nach Nieheim zurückzukehren? Ausgerechnet an den Ort, den die Polizei als Absendeort der SMS bereits ermittelt hatte und von dem zu erwarten war, dass die Polizei ihn auch schnell als Standort der Anrufe feststellen würde?

Wir dürfen doch nicht von unserem heutigen Wissen ausgehen.

Ein Täter, der keine Informationen aus dem näheren Umfeld von FL gehabt hätte, hätte überhaupt nicht wissen können, dass die ersten beiden Anrufe schon reichten, um die Kripo von einem freiwilligen Verschwinden zu überzeugen.

Es wäre (mindestens) ebenso wahrscheinlich gewesen, dass die Polizei die Telefonate als Indiz für ein Verbrechen bewertet hätte und dann die in solchen Fällen üblichen Fahndungsmaßnahmen wie Ortung etc. eingesetzt worden wären. (In den Medien gab es keinen Hinweis auf die Einstellung polizeilicher Aktivitäten oder die polizeiliche Einschätzung der Anrufe!)


Ein solcher Täter, der in völliger Ungewißheit über die Einschätzung der Polizei hätte handeln müssen, hätte sich die Rückkehr an denselben Ort keinesfalls erlauben können. Aber darüber hinaus hätte er auch eine Ortung fürchten müssen. Warum ließ er dennoch FL immer wieder anrufen?


Hier sehe ich den deutlichsten Hinweis auf den Täter:

Die letzten beiden Anrufe (am Sonntag und am Dienstag) kamen von einem Ort, an dem sich der Täter und FL bereits am Freitagabend aufhielten: Auf dem Dören. Und diese eigentlich hochriskante zweimalige Rückkehr zu dem Ort einer früheren Kontaktaufnahme fand statt, als die Kripo ein freiwilliges Verschwinden FLs nicht mehr bezweifelte und zu keinen weiteren Maßnahmen mehr bereit war. Es ist mir unmöglich, das für einen Zufall zu halten.


Ich bin deshalb überzeugt, dass es dem Täter möglich war, auf eine völlig unauffällige und unverdächtige Weise Informationen aus dem engeren Umfeld von FL zu erhalten.


Außerdem glaube ich überhaupt nicht, dass die Anrufe von Anfang an geplant waren. Ich gehe davon aus, dass der Täter die 1. SMS versandt hat, aber noch ohne die Absicht, Anrufe folgen zu lassen. Ich glaube, dass er mit den jeweiligen Telefonaten auf die aktuelle Entwicklung reagierte und bei jedem Anruf der nächste noch nicht geplant war.

So nehme ich an, dass der 1. Anruf stattfand, weil der Täter davon ausgehen konnte, dass die Polizei zu diesem Zeitpunkt sowohl ein Verbrechen als auch ein freiwilliges Verschwinden erwog. Mit diesem 1. Anruf versuchte er, die Version der Freiwilligkeit zu stärken.

Damit hätte er aber auch das Gegenteil erreichen können, und dann wäre es für ihn klüger gewesen (Gefahr einer Ortung etc.), nicht mehr aufzutauchen. Ich glaube, dass er das 2. Telefonat nur führen ließ, weil er inzwischen erfahren hatte, dass der 1. Anruf - mit Blick auf die Polizei - nicht erfolglos war.

Ohne ein solches Wissen sind die Anrufe für mich vollkommen unerklärbar.


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10.10.2019 um 00:10
@rayden
rayden schrieb:Wenn sie jemand nach dem Weg gefragt hat, eventuell auswärtiges Kennzeichen am Wagen hatte, vertrauenswürdig aussah, und ihr angeboten hat, dass er sie daheim absetzt auf dem Weg zur B64 oder Autobahn, wäre sie eventuell auch dort zugestiegen.
Ich hielte es auch für möglich, dass ein Autofahrer FL bat, ihm den Weg auf einem Stadtplan zu erklären, und als FL sich konzentriert über den Plan beugte, diese Situation nutzte, um sie zu überwältigen.
Normalerweise reagiert man auf die Unterschreitung eines "Sicherheitsabstands" mit angespannter Vorsicht und Abwehr, aber in einer solchen Situation (gemeinsam über einen Stadtplan gebeugt) akzeptiert man die große körperliche Nähe eines Fremden und bei einem konzentrierten Blick auf den Plan nimmt man Bewegungen des anderen nur aus den Augenwinkeln wahr, ohne auf eine Bedrohung vorbereitet zu sein.
Ich glaube, es sind durchaus Situationen denkbar, die FL Schreie und eine Gegenwehr nicht erlaubt hätten. Wie Kangaroo mal erläuterte, hätte es durchaus Plätze gegeben, an denen eine solche Überwältigung hätte unbeobachtet bleiben können.


Es sind die Anrufe, die mich nicht an einen völlig fremden Täter glauben lassen. Ich vermute, dass er FL nur flüchtig bekannt war, und ich halte es für ausgeschlossen, dass die Kripo alle Leute ermitteln (geschweige denn überprüfen) konnte, denen Fl mal flüchtig begegnet war.


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10.10.2019 um 00:47
@AnNevis

@AnNevis
AnNevis schrieb:nd man darf davon ausgehen, dass der Täter damit irgendetwas erreichen wollte.Warum eigentlich nicht schon bei der ersten SMS?Was spricht denn eigentlich faktisch dagegen?
Ich stimme Dir völlig zu. Als nach dem Leichenfund ein Verbrechen feststand, bezweifelte die Kripo nicht im geringsten, dass FL die Telefonate als Entführungsopfer geführt hatte. Aus gutem Grund. Aber ich finde es ebenso wie Du erstaunlich, dass die Freiwilligkeit der 1. SMS offenbar überhaupt nicht bezweifelt wurde.

Es gab natürlich einen guten Grund für die unterstellte Freiwilligkeit: Durch die Bemerkung zum England-Spiel wirkte die SMS authentisch.
Im Stern-Artikel geht Herr Östermann von zwei Möglichkeiten aus: Die Überwältigung durch einen fremden Täter auf dem Nachhauseweg, die er aus den von @rayden genannten Gründen für "wenig realistisch" hielt, und einer freiwilligen Fahrt nach Nieheim, wo erst nach dem Versand der SMS "etwas aus dem Ruder" lief.


Unerwähnt blieb hier aber eine dritte Möglichkeit: Dass FL zwar freiwillig in das Auto des Täters stieg (z. B. unter dem Vorwand, nach Hause gefahren zu werden), aber keineswegs freiwillig nach Nieheim mitfuhr.


Während die Bemerkung zum England-Spiel in der 1. SMS bei einer sofortigen Überwältigung durch einen fremden Täter schwer zu erklären ist, gäbe es bei einem zunächst freiwilligen Kontakt zwischen FL und Täter dafür eine durchaus einfache Erklärung. Dann hätte ein Small-Talk stattgefunden und das Fußballspiel wäre ein naheliegendes Thema gewesen. Der Täter hätte dann eine solche Bemerkung als authentisch in die SMS aufnehmen können.
Für einen Täter, der z. B. einen Bezug zu dem Freundeskreis von FL gehabt hätte, wäre das besonders einfach gewesen und er hätte außerdem trotz seiner nur sehr flüchtigen Bekanntschaft mit FL genügend Vertrauenswürdigkeit besitzen können, um FL (vermeintlich) nach Hause fahren zu können.


Ich glaube, bei der Entscheidung der Fallanalytiker , die Freiwilligkeit der 1. SMS nicht in Frage zu stellen, spielte auch die Statistik eine Rolle. Soweit mir bekannt, stammt in den meisten Fällen, in denen eine Frau Opfer eines Gewaltverbrechens wird, der Täter aus ihrem näheren Umfeld. Eine freiwillige SMS entsprach damit der Wahrscheinlichkeit.


Aber wie @rayden ja auch schon erwähnte: In diesem Fall einer frewilligen Fahrt nach Nieheim hätte der Täter in einer näheren Beziehung zu FL stehen müssen, aber die sehr gründlichen Ermittlungen in dieser Richtung blieben ohne Ergebnis.


Deshalb vermute ich, dass bei einer Wiederaufnahme dieses Falls aufgrund der bisherigen Ermittlungsergebnisse die Freiwilligkeit der 1. SMS nicht länger unbezweifelt bleiben wird.


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Mord an Frauke Liebs

10.10.2019 um 01:12
Ein freiwilliges Einsteigen in ein Auto und eine anschließende Fahrt wäre auch in folgendem Szenario denkbar: es kommt z. B. ein Kollege "zufällig" mit dem Auto vorbei und fragt Frauke, ob er sie mitnehmen kann. Man stelle sich eine Person vor, die eine höhere Stellung hatte und/oder die Frauke mochte. Z. B. ein Arzt, ein Ausbilder, ...

Im Auto sagt er, er müsse unbedingt jemanden zum reden haben, braucht einen Rat von ihr, dauert nicht lange, aber es geht ihm schlecht, u.s.w. Man kann sich auch vorstellen, dass er sie überzeugen konnte, dass es für ihn besser ist, wenn er dabei fährt, dass er dann leichter reden kann etc.

Dabei kann möglich sein, dass er dies anfangs wirklich nur wollte, oder es kann von Beginn an ein Trick gewesen sein.

Nun ist mir nicht klar, wie weit das Arbeitsumfeld von Frauke "aufgebohrt" wurde von den Ermittlern. Ich denke, ohne konkreten Verdacht wird es da schwierig. Und eine Person, de tatsächlich befragt wurde, kann möglicherweise ein glaubhaftes Alibi vorlegen und ist damit raus. In den Polizeiakten steht irgendwo, dass er befragt wurde, evtl. dass er ein Alibi hatte, und das war es. Oder er wurde nicht einmal befragt. Ich kann mir kaum vorstellen, dass die Ermittler "alle" Ärzte, Ausbilder, Mitarbeiter etc. befragt haben.

Ich halte so ein Szenario für gut möglich...


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Mord an Frauke Liebs

10.10.2019 um 01:18
Ich wiederhole mich, aber bezüglich der SMS stört mich, dass sie im exakt gleichen Stil wie die Anrufe erfolgte. Nicht konkret schreiben, wo man ist, Komme später, komme heute, komme bald... nie konkret wie "bin in Bad Driburg und in einer Stunde daheim" . Ein Anruf gegen 23 h mit der Info "komme heute"... das wurde entweder vorgegeben, oder man war nicht allzu weit entfernt. Und dieser Anruf, der exakt nachdem die Eltern die Wohnung verliessen, stört mich weiterhin. Als hätte jemand in der Nähe der Wohnung geschaut und von woanders wurde telefoniert. Spekulation, aber es geht mir nicht aus dem Kopf.


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10.10.2019 um 06:18
@birkensee
Der Mitbewohner ging schon nach dem ersten Anruf von einem Verbrechen aus.
Soviel hätte die SMS nicht geändert.


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10.10.2019 um 07:53
marlonc schrieb:Und ich bin mir ziemlich sicher, dass das nicht immer so ist, bzw. der Versuch vielleicht falsch durchgeführt wurde. Dafür müsste man den Akku definitiv rausnehmen, bevor die Nachricht verschickt ist und das dürfte für einen Laien sehr schwer nachzustellen sein. Es sei denn, man blockiert absichtlich den Empfang, sodass die Nachricht definitiv nicht verschickt werden kann, solange der Akku noch im Handy ist. Natürlich bleibt die Nachricht nicht im Postausgang, wenn sie versendet wurde.

Ich hatte damals ein Nokia 3410 und hatte es öfter erlebt, dass Nachrichten im Postausgang hängen geblieben sind.

Ich werde mal sehen, ob ich an ein 6230 rankomme und würde dann einen eigenen Versuch starten.
Es ist nicht machbar, rein technisch gesehen. Außerdem wäre die SMS dann nicht im "Postausgang" gelandet, denn hatte das Handy Model von Frauke nicht, sondern in "Gesendet". Dort landet alles was auch tatsächlich gesendet wurde. Wenn während des Sendens das Handy ausgeht (egal aus welchem Grund) und die SMS Zentrale hat die SMS noch nicht bekommen, dann ist die SMS weg. Sie wurde und wird auf diesem Handymodell nirgendswo mehr zwischen gespeichert.Man muss sie also noch mal neu eintippen.


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10.10.2019 um 08:33
abberline schrieb:Und dieser Anruf, der exakt nachdem die Eltern die Wohnung verliessen, stört mich weiterhin. Als hätte jemand in der Nähe der Wohnung geschaut und von woanders wurde telefoniert. Spekulation, aber es geht mir nicht aus dem Kopf.
Ich bin der festen Überzeugung dass man die Wohnung im Blick hatte und den Fahrzeug der Eltern sogar gefolgt ist.
Zeitlich passt es wunderbar und der Weg zum Benhauserfeld ist auch identisch sofern die Eltern über die B64 gefahren sind.

Der Täter fuhr mit Frauke am George Marshall Ring ab, die Eltern fuhren die B64 weiter nach Bad Driburg.

Hatte ja mal eine Theorie aufgestellt dass das 3 fache "Mama" ein Hinweis auf die B64 sein könnte, da man gesetzt man verfolgte das Fahrzeug der Eltern 3 Auffahrten mitbekam.
030c34731cf9 lastcontact

Die Frage die sich stellt ist, warum sollte ein Täter das Fahrzeug verfolgen?
Würde ins Bild passen wenn der Täter Angehörige und Frauke tangieren will. Stellt euch mal vor wie grausam es ist als Opfer kurz vor der Wohnung zu stehen wo die Personen drin sind die man mag, aber man kann nicht rein.
Stellt euch vor wie grausam und quälend es ist wenn man das Fahrzeug der Eltern verfolgt und man Sichtkontakt als Opfer hat.

Es kann auch sein dass der Täter Frauke suggerieren wollte sie kommt bald frei in dem er sich in unmittelbarer Nähe der Wohnung aufhält.
Das erscheint doch dann recht glaubwürdig.

Kann sein, dass der Täter mit Frauke jeden Abend vor der Tür war, Frauke gab jedenfalls an in Paderborn zu sein. Vielleicht war sie näher als man glaubte.

Und auch die Anruforte machen Sinn .. Warum wurde der Westliche Bereich der Stadt gemieden?
Weil es zu nah ist falls Frauke doch was falsches am Telefon sagt .. Die Angehörigen sind dort, die Polizeiwache ist dort ..
Ich finde in dieser Theorie machen die Anruforte Sinn denn sie sind alle in kurzer Zeit erreichbar.

Nur Hövelhof Dreihausen fällt da raus.

Was spricht dagegen?
Frauke konnte nicht Wissen dass Chris drei mal fragt wo Sie sei.
Aber wir Wissen nicht, ob Frauke nicht von sich aus noch zwei mal Mama gesagt hätte denn ich gehe davon aus dass Chris direkt nach dem ersten "Mama" erneut fragte.
Frauke sagte immerhin eigenständig auch mal "Ich bin in Paderborn. Ich bin in Paderborn. Ich bin in Paderborn" wenn ich mich jetzt nicht irre.

Außerdem könnte objektiv betrachtet dagegen sprechen dass der unmittelbare Bereich der Wohnung zu heiß ist.
Nüchtern betrachtet finde ich aber, dass es für den Täter keinen Unterschied denn es war nicht davon auszugehen dass die Wohnung überwacht wird.


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10.10.2019 um 08:35
malinka schrieb:Es ist nicht machbar, rein technisch gesehen. Außerdem wäre die SMS dann nicht im "Postausgang" gelandet, denn hatte das Handy Model von Frauke nicht, sondern in "Gesendet". Dort landet alles was auch tatsächlich gesendet wurde. Wenn während des Sendens das Handy ausgeht (egal aus welchem Grund) und die SMS Zentrale hat die SMS noch nicht bekommen, dann ist die SMS weg. Sie wurde und wird auf diesem Handymodell nirgendswo mehr zwischen gespeichert.Man muss sie also noch mal neu eintippen.
Hast du das ausprobiert oder behauptest du das einfach so? Ich hatte wie gesagt damals auch ein Nokia und da hatte ich öfter Nachrichten noch im Postausgang.


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Mord an Frauke Liebs

10.10.2019 um 09:07
malinka schrieb:Es ist nicht machbar, rein technisch gesehen. Außerdem wäre die SMS dann nicht im "Postausgang" gelandet, denn hatte das Handy Model von Frauke nicht, sondern in "Gesendet". Dort landet alles was auch tatsächlich gesendet wurde. Wenn während des Sendens das Handy ausgeht (egal aus welchem Grund) und die SMS Zentrale hat die SMS noch nicht bekommen, dann ist die SMS weg. Sie wurde und wird auf diesem Handymodell nirgendswo mehr zwischen gespeichert.Man muss sie also noch mal neu eintippen.
marlonc schrieb:Hast du das ausprobiert oder behauptest du das einfach so? Ich hatte wie gesagt damals auch ein Nokia und da hatte ich öfter Nachrichten noch im Postausgang.
Ok, beim 6230 war das tatsächlich etwas anders als beim 3410. Beim 3410 gab es nur den Postausgang. Allerdings gab es da nach meiner Erinnerung die Anzeigeoption „Gesendet“, wenn eine Nachricht wirklich verschickt wurde.

Beim 6230 gab es keinen Postausgang, sondern nur den Ordner „Gesendete Obj.“. Dafür gab es aber noch „Gespeich. Kurzm.“.

Hier die Bedienungsanleitung ihres Handys:
http://nds1.webapps.microsoft.com/phones/files/guides/Nokia_6230_UG_de.pdf

Ich werde es mal ausprobieren, sobald ich an so ein Handy rankomme.


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Mord an Frauke Liebs

10.10.2019 um 09:10
marlonc schrieb:Hast du das ausprobiert oder behauptest du das einfach so? Ich hatte wie gesagt damals auch ein Nokia und da hatte ich öfter Nachrichten noch im Postausgang.
Dieses Thema ist hier schon ewig durchgekaut worden. Vielleicht hilft dir erst ein mal die Suchfunktion im Thread oben, damit du dich ins Thema rein lesen kannst. Ich und andere User die dieses Handymodell hatte haben es ausprobiert. Abgesehen davon kannst du das in der Betreibsanleitung so nachlesen.

P.S.: "Gespeicherte Obj." war alles was du manuell gespeichert hast, nicht etwas wo was automatisch gespeichert wurde.


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