quaerere1 schrieb:Das war keine Spontantat. Der Täter hatte schon länger Fantasien und hat sie dann verwirklicht. Deshalb scheidet für mich auch eine Frau definitiv aus.
Der Täter wird auch schon älter gewesen sein. so Anfang , mitte 30 und hat die Tat gut geplant für meine Begriffe.
So sehe ich das auch. Wir haben es hier mit einer ziemlich perfiden Tat zu tun, die keinem Täter oder Täterin mMn spontan eingefallen sein kann. Da steckt eine erhebliche, kriminelle Energie dahinter, auch umfangreiche Planungen. Für mich persönlich hat das als Motiv sehr viel mit Machtphantasien zu tun. Ich gehe derzeit davon aus, dass Frauke Liebs nicht als Opfer mit dem Täter näher persönlich bekannt war. Vielleicht stammte er aus dem erweiterten Umfeld. Sie mögen sich mal begegnet sein. Aber das er sich F.L. bewusst als Opfer aussuchte und dann an diesem Abend entführte glaube ich nicht. Dafür wussten zu wenig Leute von ihren Plänen an diesem Abend und wann sie wo anzutreffen ist. Der Täter plante mMn zunächst die Tat und wählte sich das Opfer erst dann spontan an diesem Abend aus. Das er Frauke möglicherweise oberflächlich/vom sehen oder einem kurzen Treffen gekannt haben mag, könnte seiner Sache zuträglich gewesen sein und die Entführung vereinfacht haben. Aber das es zwingend so gewesen sein muss, sehe ich derzeit auch eher nicht.
Interessant ist auch der Zeitpunkt, an dem der Täter sein Opfer Frauke Liebs tötete. Natürlich ist die Annahme nicht ganz unbegründet, dass er vielleicht mit dem Gedanken gespielt haben mag Frauke am Leben zu lassen. Allerdings stelle ich mir eher ein Zeitfenster vor, in dem der Täter agieren konnte, weil z.B. seine restliche Familie abwesend war, er Urlaub hatte, ihn gerade niemand stören konnte. Als sich dieses Zeitfenster schloss, musste er eine Entscheidung treffen und die Sache zwingend beenden. Möglicherweise näherten sich während der Entführung Täter und Opfer einander an. Frauke stand in dem Ruf, sehr empathisch und verständnisvoll mit anderen Menschen umgehen zu können. Sie war sehr sozial eingestellt, hilfsbereit und liebenswürdig. Das könnte dazu geführt haben, dass der Täter mehr von sich preisgab als er geplant hatte. So wurde Frauke dann auch möglicherweise zur Gefahr für ihn, weshalb er sie töten musste.
Das er ortsunkundig war, würde ich hingegen ausschließen. Er kannte die Umgebung mMn sehr genau. Angefangen von den Industriegebieten (wo ich persönlich auch Fraukes Versteck vermute) bis hin zu ihrem Fundort "Totengrund", wo der finale Ablageort (ich war selbst schon einmal dort) wirklich ziemlich versteckt lag. Zwar nicht so das man davon ausgeht sie würde nicht gefunden, jedoch so gelegen, dass dort im Prinzip nur Insider (z.B. Forst/Jagd/Anwohner) halten würden.
Ich persönlich nehme an, der Täter ist heute von dort verzogen. Hat sich vielleicht weit weg, möglicherweise sogar im Ausland niedergelassen. Es ist für mich nur fraglich, ob er seit dem Verbrechen an Frauke Liebs nie wieder auffällig wurde bzw. strafrechtlich in Erscheinung trat. Bei einer so hohen, kriminellen Energie erscheint es mir wahrscheinlich, dass er wieder verhaltensauffällig wurde und lediglich kein Zusammenhang mit dem Mord an Frauke Liebs hergestellt werden konnte. Ich bleibe weiter guter Hoffnung, dass dieser Täter noch gefunden wird.