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Der Mordfall Weimar

2.980 Beiträge ▪ Schlüsselwörter: Mord, Doppelmord, Kindermord ▪ Abonnieren: Feed E-Mail

Der Mordfall Weimar

07.10.2020 um 16:43
Zitat von jadajada schrieb am 07.08.2020:@AmyAnne
@Hathora
Fakten für eine weitere Diskussion zur Verbringung:

Lt. der Vermisstenanzeigen:
Melanie Weimar: 140 cm groß, 35 kg
Karola Weimar: 120 cm groß, 26 kg
Ich habe vor ein paar Tagen im Schwimmbad mit meinem Patenkind getobt, er ist knapp 140 groß und wiegt 34 kg. Ich selbst 160 und 50 kg. Ich hob ihn hoch und warf ihn zurück ins Wasser. Gelandet ist er ca 1,50 Meter von mir entfernt. Ich bin sportlich und stemme ebenfalls täglich Patienten. Die Voraussetzungen waren also ähnlich. . Abgesehen davon das der Junge natürlich lebt. . Niemals hätte ich ihn, schlaff und leblos, über eine Distanz von 3 Metern, noch dazu in hohem Bogen, schleudern oder werfen können. . Das ist und bleibt für mich unglaubwürdig. Irgendwie muss das Kind auf andere Weise dort abgelegt worden sein.


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Der Mordfall Weimar

07.10.2020 um 16:54
@miltes


das sehe ich nicht so wie du!

eine Mitschuld von K.P.?

ne, nicht wirklich...Frau Weimar hatte die Wahl, wie jeder eben die Wahl hat an den Abzweigungen des Lebens.

Sie hat sich dazu entschieden ihre Kinder zu töten und tat es auch, sie, nur sie.

und...aber das ist nur meine ganz persönliche Meinung und spekulativ...wäre es nicht Kevin Pratt gewesen, wäre es irgendwann irgendein anderer gewesen...und wenn ihr da auch die Kinder (vermeintlich) im Weg gewesen wären, hätte sie sie halt dann beseitigt.


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07.10.2020 um 20:41
Zitat von AmyAnneAmyAnne schrieb:Ich habe vor ein paar Tagen im Schwimmbad mit meinem Patenkind getobt, er ist knapp 140 groß und wiegt 34 kg. Ich selbst 160 und 50 kg. Ich hob ihn hoch und warf ihn zurück ins Wasser. Gelandet ist er ca 1,50 Meter von mir entfernt. Ich bin sportlich und stemme ebenfalls täglich Patienten. Die Voraussetzungen waren also ähnlich. . Abgesehen davon das der Junge natürlich lebt. . Niemals hätte ich ihn, schlaff und leblos, über eine Distanz von 3 Metern, noch dazu in hohem Bogen, schleudern oder werfen können. . Das ist und bleibt für mich unglaubwürdig.
Ich finde das überhaupt nicht vergleichbar, denn jemand, der gerade seine Kinder getötet hat, wird voll unter Adrenalin stehen und zu anderen Dingen fähig sein, als bei einer reinen Spielerei, wie in deinem Beispiel.


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07.10.2020 um 20:45
Zitat von miltesmiltes schrieb:Interessant an dem Fall ist eigentlich nur noch, ob Herr Strate mittlerweile zu der Einsicht gekommen ist, dass er damals einer eiskalten Mörderin zwischenzeitlich zum Freispruch verholfen hat
Mir wäre neu, dass Anwälte nur unschuldige Menschen vertreten.
Zitat von miltesmiltes schrieb:und ob Monika Böttcher sich Tag für Tag tatsächlich einredet, dass sie ihre Kinder nicht getötet hat, sprich wie sie damit umgeht und wie sie mit all dem leben kann, was sie verbrochen hat.
Ob sie sich mit ihrer Tat auseinandergesetzt hat oder sie verdrängt, ist ihre Sache...sie hat ihre Strafe verbüßt und, nein, Kevin Pratt ist nicht mitschuldig.


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07.10.2020 um 21:43
Und ob sie "eiskalt" ihre Kinder getötet hat, das wissen wir nicht. Zumeist werden solche Taten unter größter innerlicher Erregung begangen. Nur Psychopathen bleiben eiskalt.


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08.10.2020 um 11:53
Zitat von frauzimtfrauzimt schrieb am 05.07.2020:Vielleicht hat sie in dem Moment, als sie alles zerstört hat, auch ihren Mann verletzen wollen, in dem sie ihm die Kinder nimmt?
Da wird, für mein Empfinden, eher umgekehrt ein Schuh daraus.
Reinhard Weimar hatte wohl eher Grund, seine Frau zu strafen für diese in seinen Augen demütigende Erniedrigung durch ihr Verhältnis.

Es hat sich mir nie erschlossen, dass man den Ehemann offensichtlich nicht wirklich in Betracht gezogen hatte.
Ich kann mich erinnern, dass er die erste Verurteilung von Monika W. gefeiert hat und fröhlich mit Freunden angestoßen hat, das entsprang für mich weniger einer Genugtuung im Sinne einer Gerechtigkeit als vielmehr Rache an seiner Frau.

Die sog. Nachtversion schien mir immer schlüssiger als andere Abläufe. Die Tatsache, dass sie sich in Widersprüche verwickelte könnte auch mit schweren Schuldgefühlen zusammenhängen.


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08.10.2020 um 15:32
Zitat von BundesferkelBundesferkel schrieb:Ich kann mich erinnern, dass er die erste Verurteilung von Monika W. gefeiert hat und fröhlich mit Freunden angestoßen hat, das entsprang für mich weniger einer Genugtuung im Sinne einer Gerechtigkeit als vielmehr Rache an seiner Frau.
Woher hast du diese Information? Und woher willst du wissen, welchen Gedanken er dabei hatte?
Zitat von BundesferkelBundesferkel schrieb:Die sog. Nachtversion schien mir immer schlüssiger als andere Abläufe.
Mir nicht...die Nachtversion hatte einige entscheidende Schwächen.

Hast du dich überhaupt näher mit dem Fall beschäftigt?
Zitat von BundesferkelBundesferkel schrieb:Die Tatsache, dass sie sich in Widersprüche verwickelte könnte auch mit schweren Schuldgefühlen zusammenhängen.
Du meinst Schuldgefühle wegen der Affaire mit Pratt?

Dann frage ich mich allerdings, warum sie diesen Brief schrieb, um damit den Verdacht auf ihren Mann zu lenken.


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08.10.2020 um 15:33
Zitat von BundesferkelBundesferkel schrieb:Es hat sich mir nie erschlossen, dass man den Ehemann offensichtlich nicht wirklich in Betracht gezogen hatte.
Er wurde in Betracht gezogen, ist aber im gegensatzt zu seiner Frau nicht ständig von seiner Geschichte abgewichen
Zitat von BundesferkelBundesferkel schrieb:Die sog. Nachtversion schien mir immer schlüssiger als andere Abläufe. Die Tatsache, dass sie sich in Widersprüche verwickelte könnte auch mit schweren Schuldgefühlen zusammenhängen.
Die Nachtversion ist unwarscheinlich, weil mehrer Personen die Kinder noch am nächsten Morgen zusammen mit ihrer Mutter gesehen haben z.B. Monikas eigene Oma und Nachbarn. Die Oma hat zwar ihre Aussage zurück genommen und gesagt sie hätte sich mit dem Tag vertan. Allerdings war der vorherige Tag ein Sonntag und Monika wollte zur Bank und Post, als die Ur-Oma die Kinder sah. Zusätzlich war Karola in der Nacht definitiv noch am Leben, ihre Tante wechselte ihr noch die Kleidung, da das Mädchen sich eingenässt hatte.

Zusätzlich ist die Warscheinlickeit, das der Vater die Kinder weggebracht sehr unwarscheinlich, die Kinder waren ordentlich frisiert und hatten Tageskleidung an, das frisiern soll aber nicht seine Stärk gewesen sein.
Und wenn wir mal ehrlich sind, wieso hätte Monika die Leichen verbringen sollen statt die Polizei zu holen, ihren Mann schützen wollte sie wohl nicht. Wenn die Kinder schon tot waren, wäre sie zeitgleich ihren Mann losgeworden.

Wäre sie es nicht gewesen, wiso hat sie dann nachweislich anonyme Briefe an sich selbst geschickt, die ihren Mann belasteten.


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09.10.2020 um 22:28
Zitat von schazzischazzi schrieb:Wäre sie es nicht gewesen, wiso hat sie dann nachweislich anonyme Briefe an sich selbst geschickt, die ihren Mann belasteten.
Wenn ich mich richtig erinnere, wurden diese Briefe nicht mit der Post geschickt, sondern im Briefkasten eingeworfen. Auch das erschien den EB als unwahrscheinlich ( dass ein fremder Briefeschreiber sie dort selber einwarf- in einer der Dokus äußerte sich einer der Ermittler dazu so)


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09.10.2020 um 23:18
Die Indizien oder Beweise die für Monika W. sprechen sind doch unmissverständlich


  1. Beschreibung der Kleidung inkl. der Haarspange und Farbe der Unterhose und Socken-was ihr bei der Nachtversion nicht möglich gewesen wäre
  2. Sichtung der Kinder am Morgen durch mehrere Personen
  3. Laut Obduktion ist es sehr wahrscheinlich, daß der Mageninhalt zu dem von MW angegeben Frühstück passte (zeitlich und inhaltlich)
  4. falsches Alibi und unwahre Angaben zum Alibi ungefähr zum Verschwindezeitpunkt
  5. komplett fehlendes Alibi für Zeitraum X
  6. fehlende Angabe bzw. gelogene Angabe zur zerbrochenen Windschutzscheibe
  7. Sichtung des PKWs am Ablageort Melanie
  8. mehrfache Anpassung der Aussagen an den Ermittlungsstand
  9. Fasern von MW Bluse wurden unter Melanies Fingernägel gefunden (Abwehrverletzung?)
  10. Schreiben der Briefe, insgesamt 3 glaube ich



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Der Mordfall Weimar

18.11.2020 um 19:00
@Cassandra71


miltes schrieb
interessant an dem Fall ist eigentlich nur noch, ob Herr Strate mittlerweile zu der Einsicht gekommen ist, dass er damals einer eiskalten Mörderin zwischenzeitlich zum Freispruch verholfen hat

cassandra71 schrieb
Mir wäre neu, dass Anwälte nur unschuldige Menschen vertreten.

miltes schrieb
und ob Monika Böttcher sich Tag für Tag tatsächlich einredet, dass sie ihre Kinder nicht getötet hat, sprich wie sie damit umgeht und wie sie mit all dem leben kann, was sie verbrochen hat.

cassandra71 schrieb
Ob sie sich mit ihrer Tat auseinandergesetzt hat oder sie verdrängt, ist ihre Sache...sie hat ihre Strafe verbüßt


miltes schrieb
Zu all diesem Horror und Wahnsinn getrieben hat sie ein verlogener GI, dem es ganz offensichtlich nur darauf ankam, so viele naive deutsche Provinz-Mädchen zu beglücken, wie irgendwie möglich. Die schlimmste Version und Kombination von Verlogenheit und Naivität, die man sich vorstellen kann, ist dann dabei herausgekommen. OB sich K.P. nach in all diesen Jahren mal seine nicht geringe Mitschuld am grausamen Tod von Melanie und Karola eingestanden hat?

Cassandra71 schrieb
und, nein, Kevin Pratt ist nicht mitschuldig



@Cassandra71

Es ging mir nicht um die moralischen Werte von Rechtsanwälten per se. Natürlich vertreten die auch Personen, die im Sinne des Gesetzes schuldig sind. Und unabhängig von der Sachlage versucht wohl jeder Anwalt das Beste für seinen Mandanten herauszuholen.
Das leuchtet wohl ein. Dazu muss der Mandant nicht unschuldig sein. Bei vielen Strafprozessen ist vielmehr vorher klar, ob der Mandant die Tat begangen hat oder nicht. Da geht es dann primär um das Strafmaß.
Es ging mir vielmehr ganz konkret um Herrn Strate. Er hat damals mit seinen Kollegen einen exzellenten Job im Sinne von M.W. gemacht. Ich will diesen Punkt an dieser Stelle aber nicht weiter auszuführen, weil ich glaube, dass ich vermutlich nicht rüber bringen kann, worum es mir geht.


Monika Weimar - eine eiskalte Mörderin
Wir haben hier schon mehrfach gelesen, dass die Kinder erstickt und erwürgt wurden. Das ist nicht als Affekt-Handlung zu bewerten. Bis der Tod eintritt dauert es wohl mehrere Minuten. Selbst wenn Monika Weimar in diesen paar Minuten bitterlich geweint haben sollte, so muss sie doch absolut entschlossen und konsequent gewesen sein, sonst hätte sie diese Tat und es waren zwei Taten, erst die eine, dann die andere, nicht zu Ende bringen können. Zugute halten kann man ihr allenfalls einen verwirrten, verzweifelten Zustand, in dem sie sich womöglich befunden hat. Das abe auch nur vielleicht. Für mich war es deshalb eine eiskalte Tat, weil sie für ihre Kinder die größt mögliche Vertrauensperson war, sie sicher nicht um das Wohl der Kinder sondern nur um ihr eigenes bedacht war, sonst hätte sie aus meiner Sicht eigentlich Suizid begehen müssen und weil sie nach der Tat relativ cool aufgetreten sein muss, als sie wieder zu Hause angekommen war. Angemerkt hat ihr jedenfalls anscheinend keiner was.

Tat verbüßt ?
Entschuldigung, welch ein Zynismus den beiden Kindern gegenüber. Diese Tat ist erst verbüßt, wenn Monika Weimar irgendwann mal das Zeitliche gesegnet haben wird. Selbst dann nicht, denn die Kinder macht das nicht wieder lebendig. Monika Weimar war im Gefängnis und hat ihre Strafe abgesessen. Mehr aber auch nicht. Verbüßt hat sie aus meiner Sicht gar nichts. Sie scheint noch nicht mal ein gewisses Maß an Unrechtsbewußtsein entwickelt zu haben, sonst hätte sie dieses abstruse Buch "Ich war Monika Weimar" nicht schreiben können. Im übrigen habe ich nur geschrieben, dass es mich interessieren würde, wie sie mit all dem umgeht. Dass das ihre Sache ist, wie Du angeführt hast, ist unbestritten. Dein Statement liest sich aber unabhängig davon für mich so, also wolltest Du mir vorschreiben, wofür ich mich zu interessieren habe und wofür nicht.

Kevin Pratt
Ich bleibe dabei. Kevin Pratt ist für mich auf eine gewisse Art und Weise mitschuldig, an dem was da Grausames passiert ist. Zumindest moralisch. Natürlich hat er die Kinder nicht getötet oder MW aktiv dazu getrieben. Aber für den Zustand, in dem Monika Weimar sich befand, ob dieser Zustand nun verzweifelt, verwirrt oder dann eher doch eiskalt ihren Kindern gegenüber war, ist Pratt aus meiner Sicht zu einem gut Teil mitverantwortlich. Er war verlogen, hat die Naivität von M.W. ausgenutzt, war vermutlich eher nicht ernsthaft in sie verliebt. Er hat ihr auch in keinster Weise geholfen, aus ihrer häuslichen Situation herauszukommen. Indem er auf Scheidung gedrängt hat, hat er sie vielmehr ganz offensichtlich unter einen psychischen und auch zeitlichen Druck gesetzt, wusste aber andererseits ab einem gewissen Moment, dass er zeitnah in die Staaten zurückkehren wird und es kaum machbar für ihn sein würde MW und auch noch die Kinder mitzunehmen. Mitgeteilt hat er ihr das wohl nicht. Und bei der erstbesten Gelegenheit, zeigt er M.W. dann auch noch, dass er so gut wie jede andere haben kann. Sunny Boy ? Für mich eher ein A...
Ob ihr das mit einem anderen Typen genauso gegangen wäre und sie letztendlich ihre Kinder so oder so getötet hätte, bleibt dahingestellt. Man sollte jedenfalls nicht so tun, als ob Pratt mit all dem, was da passiert ist, nichts zu tun gehabt hätte.


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Der Mordfall Weimar

18.11.2020 um 19:23
@miltes
In allen Punkten meine vollste Zustimmung.
Zitat von miltesmiltes schrieb:dieses abstruse Buch "Ich war Monika Weimar
war für mich ein ausschlaggebendes Kriterium, das mich zu der Überzeugung brachte, dass sie tatsächlich kalt und herzlos den Tod ihrer Kinder geplant und ausgeführt hat, damit sie weiter mit ihrem Geliebten ins Bett steigen konnte. Denn sie kann doch nicht so dumm gewesen sein, anzunehmen, dass er sie heiratet und mitnimmt ins Märchenland USA.
Darüber hinaus hat sie versucht, ihren Mann, den sie belog und betrog, auch noch mit Medikamenten zu schaden und den Mord in die Schuhe zu schieben.


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23.03.2021 um 20:58
Der Fall bewegt offenbar auch nach so vielen Jahren die Gemüter. Ich lese hier immer wieder, dass Monika Weimar unbedingt frei sein wollte, um mit Kevin Pratt in die U.S.A., zu gehen.

War das denn so oder wäre es ihr nicht vielleicht doch lieber gewesen, wenn Kevin Pratt in Deutschland bliebe? Soweit ich mich an das Buch von ihr erinnere, war eine der Gründe, weshalb sie wieder berufsstätig werden wollte, da sie sich durch eine gewisse (finanzielle) Unabhängigkeit erhoffte. Wollte sie die wirklich aufgeben, um sich erneut in die (finanzielle) Abhängigkeit eines anderen begeben? Ausschließen will ich es nicht. Es ist auch nichts außergewöhnliches, dass Menschen mehrfach den selben Fehler machen. Sie wäre nicht die erste Frau, die irgendwann zur Erkenntnis kommt, dass nur Haushalt und Kind doch nicht alles ist. Dazu braucht es auch keine unglückliche Ehe, wie es die der Weimars offenbar war, als Voraussetzung. Vor Ort hatte sie ihre Eltern, die sie bei der Kinderbetreuung entlasteten. Hätte sie diese Stützen wirklich so einfach aufgeben wollen, um in den U.S.A. völlig auf Kevin angewiesen zu sein? Es mag sein, dass sie so naiv war, zu glauben, dass würde sich in den U.S.A. alles regeln. Es mag sein, dass ihr die Kinder aus ihrer Sicht im Weg standen, weil sie ohne sie, freier gewesen wäre in der Gestaltung ihres weiteren Leben.

Ich kann mir aber genauso vorstellen, dass Reinhard Weimar nur sah, dass ihm die Frau entglitt, die auch wenn sie noch nicht die Kraft zu einer faktischen Trennung hatte zumindest emotional -Kevin war nicht ihre erste außereheliche Affaire- immer weiter von ihm entfernte, Angst hatte, am Ende alles zu verlieren? Dann würde der Satz: "Jetzt kriegt keiner von Uns die Kinder" auch Sinn machen. Seine Versuche eine neue Partnerin zu finden, um auf diese Weise bessere Karten bei einer Trennung zu haben, wenigstens eines der Kinder zugesprochen zu bekommen, waren ja wohl nicht erfolgreich.

Gab es nicht diese Prostituierte, die Herr Weimar vor und nach dem Tod der Kinder öfter aufsuchte und die im ersten Prozess vor Gericht ebenfalls aussagte, er hätte ihr von seinen Befürchtungen erzählt, Monika Weimar könnte die Kinder mit in die U.S.A. nehmen?

Ob die Indizien wirklich zu einer Verurteilung gereicht hätten, kann ich als Nichtjuristin nicht beurteilen. Aber die Logik, dass unzureichende Indizien gegen Frau Weimar automatisch zureichende Indizien gegen Herrn Weimar bedeutet hätten, habe ich noch nie verstanden. Wäre nicht auch der Schluss möglich gewesen, gegen beide zu ermitteln und letztlich beide freizusprechen, weil die Indizien ganz einfach nicht gereicht hätten, die Tat einem der beiden möglichen Täter eindeutig zuzuordnen? Es ist zwar schwer auszuhalten, dass ein Mord unbestraft bleibt, aber gibt es nicht Fälle, in denen das einfach so ist? Mir scheint, man hat sich in diesem Fall genau in dieser Logik verfangen.


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Der Mordfall Weimar

23.03.2021 um 21:44
Zitat von miltesmiltes schrieb am 07.10.2020:OB sich K.P. nach in all diesen Jahren mal seine nicht geringe Mitschuld am grausamen Tod von Melanie und Karola eingestanden hat?
KP trägt keine Mitschuld. MB hat sich entschieden ihre Kinder zu töten, um frei zu sein. Warum sollte man ihm daraus einen Strick drehen ? Vielleicht war er ein Arschloch, dem es darum ging, sich eine nette Zeit in Deutschland zu machen, das will ich gar nicht abstreiten. Aber weder legte er Hand an die Kinder, noch ermutigte er MB dazu sie zu töten. Im Gegenteil, er mochte die Kinder, es gab gemeinsame Ausflüge. Selbst moralisch sehe ich keine Schuld bei ihm.
Zitat von miwumiwu schrieb:Wäre nicht auch der Schluss möglich gewesen, gegen beide zu ermitteln und letztlich beide freizusprechen, weil die Indizien ganz einfach nicht gereicht hätten, die Tat einem der beiden möglichen Täter eindeutig zuzuordnen? Es ist zwar schwer auszuhalten, dass ein Mord unbestraft bleibt, aber gibt es nicht Fälle, in denen das einfach so ist? Mir scheint, man hat sich in diesem Fall genau in dieser Logik verfangen.
Wieso sollte man RW anklagen, obwohl alles gegen MB sprach ? Sie war diejenige, die sich permanent in Widersprüche verstrickte, ihre Geschichte immer wieder anpaßte, log und sogar versuchte, die Schuld auf ihn zu schieben. Anonyme Briefe schrieb und mit einer Version um die Ecke kam, die widerlegt wurde (Nachtversion). RW war sicherlich kein Sympathieträger, aber seine Kinder hat er nicht ermordet.


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24.03.2021 um 07:10
@Photographer73

Der erste Staatsanwalt war offenbar nicht der Auffassung, dass absolut nichts gegen Reinhard Weimar als Täter spricht. Hat noch jemand die Aussagen der Prostituierten in Erinnerung, die er vor dem Tod seiner Kinder öfter aufsuchte? Ich rede hier nicht von der Mitpatientin aus der Psychiatrie, die in einem späteren Prozess aussagte. Ich hebe das hervor, weil ich mich an irgenwelche Unterhaltung erinnere, in der ich den Eindruck hatte, beide werden miteinander verwechselt.

Weil jemand lügt, ist er deswegen auch Täter? Ich kann mir das durchaus vorstellen, dass sie sich im ersten Moment mitschuldig fühlte und mitverantwortlich am Tod der Kinder und ihren Mann anfangs deckte. Das steht für mich auch nicht im Widerspruch mit einer diesbezüglichen Meinungsänderung. Das Argument, dass sie später den anonymen Brief geschrieben hat, ist für mich kein Ausschlusskriterium dafür, dass es für sie im ersten Moment so gewesen sein kann. Klar und verständlich ist auch, dass die Lügen misstrauisch machten. Ich bin auch gar nicht so eingeschossen auf die "Unschuld" Monika Weimars, aber eben auch nicht auf die "Unschuld" Reinhard Weimars.

Ich habe bei der Lektüre von "ich war Monika Weimar" durchaus auch die Wiederaufnahme der Berufsstätigkeit als Teil des Ausbruchs aus der Ehe wahrgenommen, die ihr ein Stück Unabhängigkeit verschaffte. Ich habe das hervorgehoben, weil in vielen Kommentaren hier der Ausbruch ja doch recht einseitig reduziert auf ihre Affairen wahrgenommen wird.


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24.03.2021 um 09:03
@miwu
Danke für Deine Beiträge!
Sie treffen genau meine Gedanken und es ist sehr gut erklärt.

Hätte MW die Kinder mitgenommen bei einer Trennung, dann hätte RW weit mehr verloren als sie.
Hätte MW die Unabhängigkeit gewollt, wäre es für sie möglich gewesen, einfach zu gehen und die Kinder in Obhut der Familie zu lassen.


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24.03.2021 um 11:06
@Bundesferkel

Ich muss mich, was die Prostituierte angeht, wohl insofern korrigieren, dass die tatsächlich erst im 2. Prozess ausgesagt hat. Ihre Glaubwürdigkeit wurde unterhalb deshalb in Frage gestellt, weil sie sich erst nach neun Jahren meldete.
Was die Prostituierte betrifft, kommen mir die in dem Artikel genannten Gründe, sich erst später zu melden jetzt nicht so unplausibel vor, dass ich mir das gar nicht vorstellen kann.
https://www.spiegel.de/panorama/boettcher-prozess-zeugin-belastet-reinhard-weimar-schwer-a-47961.html
Quelle:

Es gab natürlich im Laufe der Zeit sehr viele Möglichkeiten, sich etwas zu dem Fall anzulesen. Es mag Menschen geben, die gerne das Rampenlicht suchen und einen solchen Prozess nutzen, um sich wichtig zu machen. Die Mitpatientin mag ein solcher Fall gewesen sein.


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24.03.2021 um 14:17
Zitat von miwumiwu schrieb:Ich bin auch gar nicht so eingeschossen auf die "Unschuld" Monika Weimars, aber eben auch nicht auf die "Unschuld" Reinhard Weimars.
Ich habe mich auch lange mit beiden Möglichkeiten auseinandergesetzt, aber die Nachtversion paßt eben in keinster Weise. Zusammengefaßt - MB war nie das arme Hascherl, das viele in ihr sehen wollen. Sie hatte sich emanzipiert, sie hatte einen Liebhaber und verbarg auch ihr weggehen nicht. Sie war offen mit ihm und den Kindern unterwegs. Nach der Tat versuchte sie alles, um den Verdacht auf RW zu lenken, schrieb sogar anonyme Briefe, die ihr dann ja später um die Ohren flogen. Ihr Verhalten spricht Bände. Permanente Lügen kamen hinzu (Ob es um die beschädigte Windschutzscheibe ging, um Uhrzeiten, um die Kleidung der Kinder usw.) Sie änderte ihre Aussagen mehrfach, paßte sie den Ermittlungsergebnissen an. Außerdem führte sie höchstwahrscheinlich RW bereits vor der Tat über einen längeren Zeitraum Benzodiazepine zu, vergiftete ihn langsam. Er befand sich 1985 mehrmals wegen schwerer Bewußtseinsbeeinträchtigungen in der Klinik. (Im Urteil von Fulda und auch Frankfurt wurde die Vergiftung erwähnt.) Wie paßt die Vergiftung von RW ins Bild der unschuldigen MB ?
Zitat von miwumiwu schrieb:Es mag Menschen geben, die gerne das Rampenlicht suchen und einen solchen Prozess nutzen, um sich wichtig zu machen
Richtig. Und von diesen "Zeugen" gab es leider mehrere. Selbst Strate sah sie mehr als kritisch und auch das Gericht ließ sich ua über den "Zeugen" UF ausführlich aus.


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24.03.2021 um 14:43
Zitat von miwumiwu schrieb:Dann würde der Satz: "Jetzt kriegt keiner von Uns die Kinder" auch Sinn machen.
Für diesen Satz gibt es aber meines Wissens keinen Beleg außer die Aussage einer Ehefrau, die nachweislich gelogen hat, dass sich die Balken biegen.

Das einzige, was Reinhard belastet, ist, dass er wohl nicht die hellste und ambitionierteste Kerze an der Lampe war, und ansonsten die Aussagen seine Ehefrau und die von irgendwelchen dubiosen Zeugen, die allesamt doch mit sehr großer Vorsicht zu genießen sind.

Der erste Staatsanwalt, der meinte, sich auf Herrn Weimar einschießen zu müssen, dem wurde übrigens sehr schnell auf die Finger gehauen, weil es noch nicht mal ansatzweise irgendwelche belastbaren Indizien gab.


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24.03.2021 um 15:05
@BoobSinclar
Zitat von BoobSinclarBoobSinclar schrieb:Für diesen Satz gibt es aber meines Wissens keinen Beleg außer die Aussage einer Ehefrau, die nachweislich gelogen hat, dass sich die Balken biegen.
Ich habe nicht gesagt, dass es für diesen Satz einen Beleg gibt, sondern, dass es mir plausibel erscheint, dass Reinhard Weimar das gesagt haben könnte.


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