Nesrin schrieb:Was ist, wenn ich mich nicht mehr genau an alles erinnern kann und dann abweichende Aussagen mache.
Nicht weil ich etwas damit zu habe oder etwas verbergen will, einfach nur , weil ich mich nicht richtig erinnern kann.
Ich glaube, das genaue Erinnerungsvermögen steht bei einer solchen Aussage nicht unbedingt im Vordergrund. Das Verschwimmen von Erinnerungen über die Jahre ist ein ganz normaler Vorgang. Wenn die so gewonnenen Aussagen in ihrem Grundgerüst bestehen bleiben und schon damals der Richtigkeit entsprachen, wird das Gewinnen von neuen Informationen eher nicht möglich sein. Aus meiner Sicht geht es vielmehr um die Aussagen, die bewusst zum Zeitpunkt der Erstvernehmung mit falschem Inhalt befüllt wurden. Ich bin mir ziemlich sicher, daran würde sich eine Person durchaus noch erinnern und könnte diese bestenfalls in einer Neubefragung korrigieren.
Unabhängig von der Aussage des damals relevanten Personenkreises selbst, könnte auch noch der Druck von außen, sprich von deren Verwandten oder Freunden, eine neue Aussage beeinträchtigen. Gerade bei den jüngeren Beschuldigten oder Tatverdächtigen ist die Wahrscheinlichkeit nicht gerade gering, dass sie bei einer möglichen Tatbeteiligung eine Hilfeleistung von Dritten erfahren haben. Würde man dieses Schweigen endlich brechen können, würde wohl die Aufklärung des Falles sehr wahrscheinlich werden.