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Wo ist Katrin Konert?

12.337 Beiträge ▪ Schlüsselwörter: Vermisst, 2001, Januar ▪ Abonnieren: Feed E-Mail
Zu diesem Thema gibt es eine von Diskussionsteilnehmern erstellte Zusammenfassung im Themen-Wiki.
Themen-Wiki: Wo ist Katrin Konert?

Wo ist Katrin Konert?

03.01.2026 um 00:49
Zitat von ManateeManatee schrieb:Gibt es im weiteren Lebensweg der potentiell Verdächtigen irgendwelche besonderen Auffälligkeiten?
Wenn du strafrechtlich meinst, dann, soweit bekannt ist, nicht in die Richtung, in der im Fall Katrin zu vermutenden Straftaten.
Zitat von ManateeManatee schrieb:Kennen sich diese Personen und was haben sie selbst allenfalls über die jeweils anderen ausgesagt?
Zitat von HerbstkindHerbstkind schrieb:Im Podcast wird bspw. auch gesagt dass sich Sven und Christian, der mit Tanja vor Ort in der Pizzeria gewesen sein muss als sich Sven die Pizza abholte, höchst wahrscheinlich gekannt haben müssen. Ich kann mir hierbei nicht vorstellen dass dies nicht in Erfahrung gebracht wurde.
Wie bereits @Herbstkind anführte, kann man wohl davon ausgehen, dass man sich teilweise persönlich oder zumindest vom Sehen her kannte. Darauf wurde wohl auch in den Anfangszeiten der Ermittlungen gesetzt, teilweise eine Überwachung der Telefonverbindungen durchgeführt, um so bei den teilweise noch heranwachsenden Beschuldigten einen Fehler im Handeln oder einer Äußerung hervorzurufen.
Zitat von ManateeManatee schrieb:Man wird Ralf bestimmt gefragt haben, ob er eine Ahnung hat, wer der anonyme Anrufer war. Was hat er dazu gesagt?
Das wird man natürlich gefragt haben und wohl auch explizit bestimmte Personen, wie zum Beispiel seine Ex-Frau, ins Spiel gebracht haben. Die Ermittlungen werden insbesondere wohl darauf abgezielt haben, wo er denn diese Äußerung in der Öffentlichkeit bzw. Verwandten- oder Freundeskreis verlauten hat lassen. Oft wird Ralf nicht damit hofiert haben, da sonst diese Info wohl schon früher ans Tageslicht gekommen wäre. Deshalb bin ich mir auch ziemlich sicher, dass er genau weiß, wer die Quelle für den anonymen Hinweis ist.


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Wo ist Katrin Konert?

03.01.2026 um 01:00
Zitat von TriquetrumTriquetrum schrieb:Die Ermittlungen werden insbesondere wohl darauf abgezielt haben, wo er denn diese Äußerung in der Öffentlichkeit bzw. Verwandten- oder Freundeskreis verlauten hat lassen. Oft wird Ralf nicht damit hofiert haben, da sonst diese Info wohl schon früher ans Tageslicht gekommen wäre. Deshalb bin ich mir auch ziemlich sicher, dass er genau weiß, wer die Quelle für den anonymen Hinweis ist.
Das denke ich auch, wobei man natürlich nicht ausschliessen kann, dass sich die ursprüngliche Quelle einem Dritten anvertraut hat und dieser es gemeldet hat. Aber Ralf wird schon wissen, wo er es hat verlauten lassen.


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03.01.2026 um 01:35
@Triquetrum - Beitrag von Triquetrum (Seite 621)

Hier noch nachträgliche Überlegungen zu Deinen Ausführungen zum Wissen um die Suche nach einer Mitfahrgelegenheit bzw. dem „fehlenden Puzzleteil“:

Geht man davon aus, dass Ralf bereits im Vorfeld von Katrins Suche wusste oder davon Kenntnis erlangt haben könnte und demnach an diesem Abend gezielt nach ihr Ausschau hielt, impliziert dies zwangsläufig ein bewusstes Handeln und schließt eine rein zufällige Begegnung zumindest teilweise aus. Damit würde man – unabhängig von einer etwaigen späteren Tatentwicklung – zugleich annehmen, dass das Geschehen nicht vollständig spontan entstanden ist.

Eine solche Annahme setzt deutlich mehr voraus, als bislang belegt oder bekannt ist, und lässt sich daher derzeit nicht belastbar untermauern.

Nachtrag / Ergänzung zu:
Zitat von 2cent2cent schrieb:In dem von dir beschriebenen Szenario könnte es auch so gewesen sein, dass er beobachtet hat, wie sie mit Martin sprach, und sich daraus für ihn eine Gelegenheit ergeben haben könnte, sie anzusprechen. Ebenso denkbar wäre, dass das Anbieten der Mitfahrgelegenheit zunächst tatsächlich harmlos war, sie diese annahm und es erst in der Folge zu einer eskalierenden, ursprünglich nicht geplanten Tat kam.
Ich halte dies für möglich, allerdings nur unter der Prämisse, dass Katrin keine andere Mitfahrgelegenheit ausgemacht hatte – was ich, wie bereits ausgeführt, eher nicht annehme – oder wenn diese so verspätet kam, dass sie sich spontan für die „schnellere bzw. vermeintlich sicherere“ Option entschieden hätte. Alternativ, wenn sie mit dem Bus fahren wollte, dieser ihrer Annahme nach um kurz nach 19 Uhr hätte kommen sollen, aber soweit bislang bekannt deutlich verspätet war. Andernfalls erscheint ihr „zielstrebiges Weggehen“ kurz nach dem Anruf bei Sven für mich kaum plausibel.


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03.01.2026 um 12:28
Zitat von ManateeManatee schrieb:Man wird Ralf bestimmt gefragt haben, ob er eine Ahnung hat, wer der anonyme Anrufer war. Was hat er dazu gesagt?
Ich weiß nicht, ob man ihn das fragen sollte. Der Sinn des anonymen Hinweissystems ist ja, dass man - wie der Name sagt - anonym bleibt. Wenn die Polizei dann als Allererstes ausforscht, wer der/die Hinweisgeber*in ist, wird das potenzielle Hinweisgeber*innen in Zukunft möglicherweise davon abhalten, sich zu melden. Soweit ich weiß, kann man im System quasi eine Mailbox einrichten und Nachrichten empfangen. Wenn sich die Person daraufhin nicht erneut gemeldet hat, möchte sie es wohl ganz einfach nicht.

Ralf wird eh wissen, wer es war. So vielen Leuten wird er es nicht erzählt haben, dass er KK am fraglichen Abend noch gesprochen hat. Nur eine große Motivation, diese Info an die Polizei zu geben, wird er nicht haben...


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03.01.2026 um 12:50
@Apo_Andreas - Beitrag von Apo_Andreas (Seite 620)

Danke für Deinen Beitrag zum Bus – dieses Thema taucht hier immer wieder auf, auch wenn es – wie Du richtig sagst – auch mMn eine eher untergeordnete Rolle spielt. Für mich ist es dennoch ein Punkt, den man, zumindest in der Betrachtung, „abhaken“ könnte, auch wenn ohne historische Fahrpläne keine endgültige Bestätigung möglich ist.

Kannst Du Dich vielleicht noch daran erinnern, wann der Bus am zum fraglichen Zeitpunkt von Bergen/Neue Straße in Richtung Clenze gefahren wäre?

Nachdem ich in den letzten Jahren selbst zu den Linien recherchiert hatte (Beitrag von 2cent (Seite 608)) und gehofft hatte, dass sich noch jemand Ortskundiger dazu äußern könnte, würde ich Deinen Beitrag gerne ergänzend zu meinen Überlegungen interpretieren. Wenn Du weitere Details oder Korrekturen hinzufügen kannst, wäre das natürlich hilfreich.

Nach meinem Verständnis lassen sich daraus nun folgende Feststellungen ableiten:

* Die von Dir beschriebene „südliche“ Linie (Uelzen - Clenze–Bergen–Lüchow) entspricht der damaligen Linie 1948 (Uelzen–Suhlendorf – Bergen - Clenze–Lüchow); die Linie 1947 (Schnega–Clenze – Bergen –Lüchow) war eine weitere lokale „südliche“ Verbindung, später Linien 8300/8303

Für Bergen / Neue Straße relevant: ausschließlich die „südlichen Linien“.

*Die „nördliche Linie“ wäre dann die (damalige) Linie 1949 (Uelzen/Linie 7100 – Küsten – Waddewitz – Rosche -Lüchow), wurde gekürzt und endet seit ca. 2016 in Rosche. Durch Linie 7000 „übernommen“.

Die „nördliche Linie“ führt nicht über Bergen/Neue Straße und ist daher irrelevant.

Geklärt – eine direkte Verbindung Bergen/Neue Straße nach Groß Gaddau gab es nie – es war immer Umsteigen in Clenze nötig.


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03.01.2026 um 13:58
Zitat von 2cent2cent schrieb:Deshalb halte ich es auch für plausibel, dass Ralf – unabhängig von einer Täterschaft – diese Erinnerung unbewusst oder bewusst an bekannte Ermittlungsergebnisse angepasst haben könnte. Und/Oder auch bewusst Einfluss auf die zeitliche Einordnung seiner Begegnung genommen haben könnte, etwa um sie klar vor Martins Sichtung zu verorten und sich so aus einer möglichen Verdachtslage zu bringen. Wie auch von @Grillage vermutet. Das wäre ein nachvollziehbares Selbstschutzmotiv.
Und zwar unabhängig davon, ob er der Täter ist. Selbst wenn er mit ihrem Verschwinden nichts zu tun hat und sein "Vergehen" einfach "nur" darin besteht, sich nicht als Zeuge gemeldet zu haben (aus welchen Gründen auch immer), hätte er 18 Jahre später natürlich einen guten Grund, die Begegnung als möglichst unwichtig darzustellen, damit er nicht noch mehr in Rechtfertiungsdruck gerät, warum er sich nie gemeldtet hat.
Wenn er Katrin nach Martin an der BHS gesehen hätte, wäre er der letzte Zeuge und damit ein sehr wichtiger Zeuge. Immerhin fällt das dann in die wichtigen 15 Minuten zwischen dem Gespräch mit Martin (wohl gg. 19.15 Uhr) und dem Halten des Buses gg. 19.30 Uhr, bei dem Katrin nicht mehr an der BHS stand.
Er wäre zudem ein wichtiger Entlastungszeuge für Martin gewesen, dessen Aussage ja in Frage gestellt wurde und der zeitweise sogar Beschuldigtenstatus hatte.
Und er hätte vielleicht eine Info dazu geben können, welchen Grund Katrin genannt hat, warum sie sein Angebot nicht annehmen will.
Und ich bin mir sicher, dass er sich der Bedeutung seiner Aussage die meiste Zeit bewusst war. In den ersten paar Tagen nach ihrem Verschwinden mag er noch gedacht haben, dass Katrin eh bald wieder auftauscht, aber spätestens als die Suchmaßnahmen deutlich warnehmbar intensiviert wurden, kann das doch nicht an ihm vorbei gegangen sein.

Insofern macht es für ihn durchaus Sinn, die Begegnung nach vorne, deutlich vor das Treffen mit Martin, zu verlegen, unabhängig ob er der Täter ist oder nicht.
Zitat von 2cent2cent schrieb:Bei Ralf sehe ich die Lage anders. Er war vermutlich (deutlich?) älter als Martin, kannte Katrins Vater und Katrin persönlich. Das erhöht mMn das Verantwortungsgefühl und senkt die Plausibilität, dass ihm die Relevanz einer Begegnung nicht bewusst gewesen sei.
Das kommt eben auch noch dazu: er ist kein naiver 18- oder 19-jähriger, sondern dürfte damals mind. schon Mitte 30 gewesen sein, eher noch älter (wenn er eine mind. 10-jährige Stieftochter hatte).
Zitat von 2cent2cent schrieb:Hinzu kommt noch: Ich nehme an, dass er die Begegnung auch nicht zufällig erwähnt hat, sondern bewusst oder unbewusst einem anonymen Hinweisgeber/in – und das offenbar erst rund 18 Jahre später. Warum er das tat, bleibt offen.
Hier lässt sich über die Motivation spekulieren: innerer Druck, das Bedürfnis, etwas „loszuwerden“, ein unbewusster Versprecher oder auch ein kontrolliertes Platzieren von Information.
Michael Heier sagt an einer Stelle, dass Ralf die Begegnung gegenüber dem Hinweisgeber erst kurz vor dessen Anruf erwähnt hat. Das halte ich aber für eine Spekulation von seiner Seite aus. Heier weiß denke ich nicht viel mehr als die allgemeine Öffentlichkeit. Und so wie ich Frau Dau-Rödel verstanden habe, enthielt der anonyme Hinweis nicht mehr als die Info, dass Ralf an jenem Abend ebenfalls mit Katrin gesprochen hat, seinen Namen und seine Wohnanschrift in Bergen. Ich meine, dass sie sogar erwähnt hat, dass eine der wichtigen Fragen, die die Ermittle noch an den Hinweisgeber haben, ist, wann und unter welchen Umständen er von Ralfs Begegnung mit Katrin erfahren hat.
Insofern denke ich, dass die Angabe, Ralf habe das 18 Jahre später einer weiteren Person erzählt eher dessen Annahme ist, aber kein belegter, sondern nicht einmal der Polizei bekannter Fakt.
Zitat von 2cent2cent schrieb:Zu 2) Katrin bat aktiv um eine MFG, Ralf lehnte ab.
Das Katrin aktiv um eine MFG gebeten hätte und Ralf ablehnte, halte ich für unwahrscheinlich, da Katrin offenbar nicht aktiv („Daumen raus“) auf der Suche war. Aus dem Stern Podcast ab ca. Min 20: Dau-Rödel: „Er will ihr auch angeboten haben, sie nach Hause zu fahren. Katrin soll aber abgelehnt haben." und "Er kannte das Mädchen aus früheren Zeiten, [Katrin hat] einen ganz normalen Eindruck [auf ihn] gemacht, und für ihn war das dann klar, okay, dann brauche ich sie nicht nach Hause fahren. [...] Ganz normal ist sie dort entlanggegangen, ja. […] Dann ging die sie die Einmündungsstraße der Neuen Straße rein“ Das spricht für mich gegen eine aktive Bitte/Handlung um eine Mitfahrt.
Die Frage ist, was für einen Grund Ralf gehabt haben soll, anzuhalten und Katrin anzusprechen, wenn sie dort "ganz normal langgegangen" ist. Das einzige, was mir einfällt wäre, ihre ein Frohes Neues Jahr zu wünschen, vielleicht auch mit Grüßen an die Eltern/den Vater. Dafür müsste er mit der Familie aber doch schon sehr eng befreundet ein.
Wenn Katrin "ganz normal dort entlanggegangen ist", dann würde ich das so interpretieren, dass sie weder den Daumen raus gehalten hat um zu Trampen, noch dass sie offensichtlich auf den Verkehr geachtet hat, um zu erkennen, ob dort zufällig jemand vorbeikommt, den sie kennt und den sie anhalten könnte.
Wenn ich die 15jährige Tochter eines Bekannten dort langgehen sehen würde, würde ich vielleicht die Lichthupe betätigen oder die Hand kurz heben, um sie zu grüßen, aber anhalten würde ich denke ich auch nicht, denn ich würde nicht davon ausgehen, dass sie gerade eine MFG braucht, sondern dass sie da halt mit einem konkreten Ziel langgeht. Selbst anhalten um ein "Frohes Neues" zu wünschen finde ich ziemlich abwegig für einen 35jährigen, der eine 15jährige da langlaufen sieht.
Zitat von 2cent2cent schrieb:Zu 3) Er fuhr (langsam) vorbei, sah sie, hielt aber nicht an.
Meine Frage dazu: Warum hätte Ralf dann Jahre später einem anonymen Hinweisgeber/In von einem Gespräch mit Katrin berichten sollen? Und falls diese Angabe gegenüber dem Hinweisgeber falsch gewesen wäre – aus welchen Gründen auch immer –, warum hätte er sie dann später gegenüber der Polizei nicht korrigiert oder relativiert? Diese Variante erscheint mir doch erklärungsbedürftig.
Zumindest wenn man davon ausgeht, dass der Hinweisgeber von der Begegnung erfahren hat, weil Ralf ihm davon berichtet hat und nicht, weil er diese zufällig beobachtet hat. Letzteres halte ich für unwahrscheinlich, denn dann hätten Ralf UND auch der Hinweisgeber sich als Zeuge ja jahrelang gedrückt.
Zitat von 2cent2cent schrieb:Zu 4) Er ist der Täter.
Dieser Schluss setzt mMn allerdings voraus, dass Martin gelogen hat und sie an der BHST nicht gesehen hat (sofern das Gespräch wie von Ralf angegeben in der Breiten Straße stattfand).
Unter der theoretischen Prämisse, dass Ralf der Täter ist, würde ich allerdings davon ausgehen, dass Martin die Wahrheit sagt (zumindest was Ort und Zeit der Sichtung von Katrin anbelangt, nicht unbedingt in Bezug auf die Tatsache, dass er ihr eine MFG angeboten hat, die sie ausgeschlagen hat) und das Ralf bewusst hinsichtlich Ort und Zeitpunkt der Begegnung gelogen hat, da er damit durch Martins Aussage ja eine Art Alibi hat.

Trotzdem bleibt hier natürlich die Frage, warum er dann überhaupt später einem Dritten von der Begegnung hätte erzählen sollen?! Rational würde man annehmen, dass ein Täter, der bis dahin nicht aufgeflogen ist und es offenbar sogar geschafft hat, nicht mal auf dem Radar der Ermittler aufzutauchen, das tun sollte? Aber Täter handeln halt nicht immer rational. Vielleicht war er betrunken, wollte sich was von der Seele reden. Wollte rausfinden, ob ihm jemand die Begegnung und Katrins angebliche Absage abnimmt? Hat sich irgendwie verplappert? Wollte sich wichtig tun? War gerade an einem allgemeinen persönlcihen Tiefpunkt im Leben und hat in Erwägung gezogen, alles zu gestehen?
Natürlich wäre es auch logisch, einfach alles zu leugnen, als die Polizei plötzlich vor seiner Tür stand und ihn konkret nach der Begegnung gefragt hat. Aber da muss man sich in seine Lage versetzen: er weiß nicht, was die wissen und woher. Die werden nicht so tollpatschig sein, und ihm auf die Nase gebunden haben, dass sie einen einzigen anonymen Hinweis haben und der Hinweisgeber auf ihre Rückfragen nicht mehr antwortet.
Vielleicht hat er sich bessere Chancen eingeschätzt, eine Begegnung einzuräumen, statt alles abzustreiten. Weil er dann oberflächlich betrachtet kooperiert. Und eben weil man sich auch fragen muss, warum er das einräumen sollt, statt alles abzustreiten, wenn er der Täter ist.

Das sind rein hypothetische Überlegungen von mir. Ich will damit ausdrücklich nicht sagen, dass ich Ralf für den Täter halte. Wie gesagt: auch wenn er nicht der Täter ist, hätte er einen Grund zu lügen, indem er die Begegnung nach vorne verlegt, einfach um vorzubeugen, als Unschuldiger in Verdacht zu geraten.

Schwer fällt es mir allerdings, mir ein Szenario auszudenken, in dem Ralf vollständig lügt und es gar keine Begegnung, nicht mal eine Sichtung, mit Katrin gegeben hat. Was sollte er dafür für eine Motivation haben?
Er könnte den Hinweisgeber eine wilde Story aufgetischt haben, um sich wichtig zu tun und interessant zu machen. Von wegen er hat Kartin ja kurz vor dem Verschwinden noch gesehen. Allerdings wäre es dann unlogisch, so eine Begegnung später auch gegenüber der Polizei aufrecht zu erhalten, denn er kann sich ja an drei Fingern abzählen, dass die da intensiv nachbohren werden.
Die Variante halte ich für extrem unwahrscheinlich und fernliegend.


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Wo ist Katrin Konert?

03.01.2026 um 17:10
Zitat von Schnake21Schnake21 schrieb am 30.12.2025:Was sagt denn der Zeuge Ralf zu der Frage, ob seine damalige Freundin am 01. oder 2. nach Hause gefahren ist? Und wohin war er unterwegs, als er auf Katrin traf? Gibt es dazu Infos, vielleicht habe ich sie überlesen.
Wohin Ralf an diesem Abend unterwegs war, lässt sich letztlich nur vermuten. Einen konkreten Anlass für seine Fahrt hat er offenbar nicht genannt.

Da seine (Ex-)Frau bestätigt, zu diesem Zeitpunkt bei ihm gewesen zu sein, liegt die Annahme nahe, dass Ralf angegeben hätte, sie sei bei ihm gewesen. Sie selbst erinnert sich jedoch nicht mehr daran, ob sie am 01.01. oder erst am 02.01. nach Hause gefahren ist. - Beitrag von 2cent (Seite 616)
Zitat von Opti-MistOpti-Mist schrieb am 31.12.2025:Ich habe gerade den Überblick verloren, daher kann es sein, dass meine Frage schon gestellt wurde: Einige stellen sich die Frage, warum Ralf damals nichts gesagt hat, als die Ermittlungen um Katrin öffentlich wurden. Was ist denn mit dem Hinweisgeber?
Hat Ralf 18 Jahre nach dem Fall noch darüber gesprochen, oder direkt nach Katrins verschwinden?
Wenn das alles 2001 geschah, dann muss man aber auch den Zeugen fragen, weshalb er erst so spät eine Aussage gemacht hat?
Zusätzlich zur Antwort von @Grillage habe ich mir dazu noch weitere Gedanken gemacht: Beitrag von 2cent (Seite 617) - Dort geht es u. a. um die Frage, ob Ralf sich bereits 2001 geäußert hat oder erst deutlich später – und jeweils mögliche Gründe dafür.

@Herbstkind zu Deinen Fragen hier noch mögliche Antworten bzw. das mir Bekannte:
Zitat von HerbstkindHerbstkind schrieb:- warum war/ist Katrins Freund so passiv?
Zum Begriff der „Passivität“ – rein aufgrund der bekannten Podcast-Inhalte würde ich selbst diesen so nicht verwenden.

Aus dem Stern-Podcast habe ich mir notiert, dass Katrins Freund:
- aus einem anderen Umfeld stammte
- eine enge Freundschaft zu Katrin teilweise bestritten wurde
- insgesamt nicht den Eindruck machte, stark „mitgenommen“ zu sein
- Keine Zeugen hätten ihn danach noch gesehen

Gleichzeitig passt diese Darstellung nicht ganz zu anderen bekannten Informationen: Katrins Mutter und Schwester (und Thilo) sollen am Abend bei ihm gewesen sein (Stern-PC / NDR-PC/LiD PC),
Er soll er am nächsten Tag nach Katrin gesucht haben; dies ließe sich aber nicht eindeutig belegen („nicht 100 % bestätigt“).

Stefanie beschreibt im NDR-PC Teil 4 eine Suchfahrt mit Joachim. Sie kann sich nicht genau erinnern, ob diese am 02.01. oder 03.01. stattfand. Es soll aber am 03.01. eine Polizeikontrolle der beiden gegeben haben, offenbar im Rahmen der Suchaktion nach Katrin. Ein entsprechendes Polizeiprotokoll existiert, wird jedoch im Stern-Podcast - w.o. genannt - mit „nicht 100 % bestätigt“ relativiert.

Allerdings galt für Joachim bereits Ende 2001:
"Offenbar nur eine platonische Liebe", sagt Kommissar Emme. Der 30 Jahre alte Fernfahrer ist Mitglied in dem Motorradclub "Nordmänner". Die Polizei stellte dort alles auf den Kopf: "Wir haben keinen einzigen Anhaltspunkt dafür gefunden, dass der Mann etwas mit dem Verschwinden Katrins zu tun hat", sagt Emme.
Quelle: https://www.abendblatt.de/archiv/2001/article204932967/Kati-ein-Jahr-vermisst.html?
Zitat von HerbstkindHerbstkind schrieb:- warum kann die Polizei SMS nicht wieder herstellen und Anrufe besser nachverfolgen?
Auch hier aus dem Stern Podcast ab ca. Min. 16:43
Katrins Handy: Handydaten wurden versucht zu sichern, SMS konnten nicht erlangt werden, nur wenige ab/eingehende Gespräche.
Eingehende Anrufe/eigehende SMS unbekannt – Auf Katrins Handy gab es keine weiteren Daten, nur am Nachmittag welche drauf (Anrufe von ihrem Freund vermutete zur Abholung durch Joachim und Fahrer)
Joachims Handy: keine SMS, lediglich abgehende Gespräche gesichert

Und ab ca Min 40:55: Handyzeitalter war noch in den Anfängen, keine exakte Datensicherung zu bekommen; war zur damaligen Zeit nicht möglich alle Daten zu bekommen

Ergänzend (zur Einordnung der damaligen Technik): 2001 gab es noch keine Vorratsdatenspeicherung, Pre-Paid Handys/SIM-Karten waren weit verbreitet, SMS wurden nur kurzfristig zwischengespeichert, entsprechend auch Verbindungsdaten nicht dauerhaft gesichert; es gab keine Vorratsdatenspeicherung - d.h. bis Ermittlungen begannen waren die Daten oft schon gelöscht. – Die entsprechende EU-Richtlinie 2006/24/EG kam erstmals 2008 in Deutschland; in Österreich wurde sie mW Anfang 2012 umgesetzt. Und heutzutage ist es wieder anders (in DE soweit ich weiß noch immer ausgesetzt, und in AT keine „anlasslose Speicherung“ mehr)
Zitat von HerbstkindHerbstkind schrieb:- wie kann Katrin gleich mehreren Personen bei solch schlechten Sichtverhältnissen an der Bushaltestelle und auf dem Weg dahin aufgefallen sein?
So viele unabhängige Sichtungen waren es meiner Ansicht nach nicht.

– Christian und Tanja: Christian hatte bereits einen konkreten Anlass, auf Katrin zu achten. Zudem waren beide gemeinsam unterwegs, weshalb ich diese Sichtung nicht als unabhängig werte.

– Martin: Durch das Wendemanöver an der Bushaltestelle hatte er trotz der schlechten Beleuchtung eine realistische Möglichkeit, sie zu erkennen.

– Ralf: Hier habe ich selbst eine Annahme formuliert:
Zitat von 2cent2cent schrieb:Als dieser „Neue Zeuge II“ nun den Namen "Ralf" erhielt und das „Hotel Nigel“ genannt wurde, das sich auf der gegenüberliegenden Straßenseite befindet, hatte ich automatisch die Szene vor Augen, in der Katrin den Zebrastreifen kurz nach der Kirche überquerte, Ralf deshalb anhalten musste, sie erkannte, stehenblieb und sie ansprach.
In diesem Szenario hätte er anhalten müssen, was eine sichere Identifizierung plausibler machen würde.

Sollte Ralf Katrin hingegen aus dem fahrenden Fahrzeug und von hinten erkannt haben, wäre dies – wie von @Triquetrum angemerkt – deutlich bemerkenswerter.


Unklar bleibt für mich bis heute eine weitere Podcast-Aussage, wonach Katrin auch von Personen gesehen wurde, die sie nur „zum Teil“ kannte. Wer diese Personen gewesen sein sollen, ist meines Wissens nie genannt worden.
Zitat von 2cent2cent schrieb am 31.12.2021:Bei ca. Min. 18 im Crime-Podcast wird ja gesagt, „Sie wurde von mehreren Personen auf dem Weg gesehen die sie auch zum Teil kennt“.
Wer hat sie denn gesehen den sie nicht kannte?



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Wo ist Katrin Konert?

03.01.2026 um 17:32
Zitat von 2cent2cent schrieb:Unklar bleibt für mich bis heute eine weitere Podcast-Aussage, wonach Katrin auch von Personen gesehen wurde, die sie nur „zum Teil“ kannte. Wer diese Personen gewesen sein sollen, ist meines Wissens nie genannt worden.
Zitat von 2cent2cent schrieb am 31.12.2021:Bei ca. Min. 18 im Crime-Podcast wird ja gesagt, „Sie wurde von mehreren Personen auf dem Weg gesehen die sie auch zum Teil kennt“.
Wer hat sie denn gesehen den sie nicht kannte?
Naja es kann ja durchaus sein, dass z.B. eine Familie (Mutter, Vater, Kind) an Katrin vorbeigefahren sind. Das „Kind“ kannte Katrin aus der Schule, die Eltern nicht.


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Wo ist Katrin Konert?

03.01.2026 um 17:48
Zum Thema Verbringung:
Es gibt zahlreiche kleinere und größere Waldgebiete in einem Radius von 30km. Ich denke, Karin wird möglicherweise nur durch Zufall gefunden, wie es z.B. bei Sonja Engelbrecht oder Johanna Bohnacker der Fall war. Ich kann mich nur an wenige Fälle erinnern, wo ausgedehnte Absuchen nach einem Vermisstenfall tatsächlich vom Erfolg gekrönt waren, bin aber gerne bereit, mich vom Gegenteil überzeugen zu lassen. Sogar im Fall des Dreifachmörders vom Westerwald wurde seine Leiche erst nach Monaten durch Zufall gefunden.
Zitat von BlobbploppBlobbplopp schrieb am 12.10.2019:4. Pressemitteilung 17.01.2001
Absuche von Waldgebieten bisher erfolglos. Am heutigen Tag fand eine ausgedehnte Absuche von drei größeren Waldgebieten statt. Eingesetzt waren insgesamt ca. 180 Beamte/-innen, unterstützt von einer Hundestaffel mit zehn Diensthunden.

Diese flankierende Maßnahme zu den parallel verlaufenden intensiven Ermittlungen der EG 3/01 führte bisher nicht zum Auffinden von Spuren / Hinweisen, die neuerliche Ermittlungsansätze zulassen. Abgesucht werden gezielt Gebiete, die per Hubschrauber nicht eingesehen werden können.
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Außerdem ist die Bodenbeschaffenheit in der Gegend teilweise derart, dass selbst im Winter ohne besonders große Mühe gegraben werden kann:
Nach der letzten Eiszeit, vor etwa 10.000 Jahren, wehte der Nordostwind den Sand aus dem noch unbewachsenen Elbtal zusammen und türmte die bis zu 30 Meter hohen Dünen auf. Das größte zusammenhängende Dünengebiet im niedersächsischen Elbtal befindet sich im rechtselbisch gelegenen Amt Neuhaus. Bis vor etwa 200 Jahren waren diese Dünen weitgehend unbewaldet und bestenfalls mit einer niedrigen, extrem lückigen Vegetation bewachsen. Die Randbereiche der Dünen waren in Folge der jahrhundertlangen Streunutzung sowie der Beweidung durch Schafe und Ziegen von halboffenen Heiden geprägt.

Sandverwehungen bedrohten damals ganze Siedlungen und Ackerflächen. Um den wandernden Sand festzulegen, entstanden unter preußischer Federführung ab 1860 die heute landschaftsprägenden, mehr oder weniger lichten Kiefernwälder.
Quelle: https://www.elbtalaue.niedersachsen.de/startseite/tier_und_pflanzenwelt/pflanzen_der_elbtalaue/sandmagerrasen/sandmagerrasen-53578.html
und https://www.wendland-archiv.de/storydetail/Der%20Nienhofer%20Forst%20bei%20Küsten/4521610 (Bild:)

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Ein Ortskundiger wird wohl wissen, wo er Ausläufer dieser Dünen mit dem Auto erreichen kann.


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Wo ist Katrin Konert?

03.01.2026 um 18:38
Zitat von GrillageGrillage schrieb:Michael Heier sagt an einer Stelle, dass Ralf die Begegnung gegenüber dem Hinweisgeber erst kurz vor dessen Anruf erwähnt hat.

Falls Du diese Stelle ab ca. Min. 41:35 meinst:
“Und in der Tat gibt es ja diese neue Denkweise durch einen Hinweis eines Zeugen, der darauf aufmerksam gemacht hat, dass es eine Person gibt in Bergen, eine, die hier langjährig wohnt, verankert ist und von sich aus gesagt hat: „Ja, Katrin habe ich doch … , ja klar, mit der habe ich doch auch noch geredet an dem Abend.“ Jahre später hat er das gesagt. Da tauchen dann wieder die gleichen Voraussetzungen auf, wie bei den fünf Beschuldigten vorher: […] Oder mal aus der Rolle gefallen. Hätte ich das mal lieber nicht gesagt. Das haben Zeugen gehört, haben sich auch gemeldet bei der Polizei. „Ja, habe ich gesagt“, sagt der daraufhin. Aber auch nicht mehr bis jetzt.”

Heuers Formulierung könnte so gehört/gelesen werden, als hätte Ralf das gegenüber dem BKMS Zeugen gesagt und dieser hätte sich dann „umgehend“ gemeldet; mMn nach besagt die Stelle nur, dass Ralf erst Jahre später, eben nach dem Zeugenhinweis, bestätigte, dass er mit Katrin geredet hat.
Zitat von GrillageGrillage schrieb:Die Frage ist, was für einen Grund Ralf gehabt haben soll, anzuhalten und Katrin anzusprechen, wenn sie dort "ganz normal langgegangen" ist.
Mir ist klar, dass ich das eher aus meiner eigenen Erfahrung heraus einschätze -
in dem – angenommenen – Ablauf, den ich eigentlich vor Augen hatte, quert Katrin die Straße, Ralf hält am Zebrastreifen an, erkennt sie dabei und denkt sinngemäß: „Das ist doch Katrin – was macht die denn hier? Die wohnt doch eigentlich in Groß Gaddau“

Aus dieser Situation heraus hätte er sie angesprochen, möglicherweise mit der spontanen Idee, ihr eine Mitfahrgelegenheit anzubieten. In meiner Vorstellung lehnte Katrin dieses Angebot ab. (Aufgrund einer, von mir auch angenommen, anderen MFG)

Ich habe ja bereits geschrieben, dass ich persönlich mich in einer vergleichbaren Situation genau so verhalten würde – und mir auch niemand erklären müsste, warum jemand ein solches Angebot ablehnt.

Dein Hinweis ist allerdings völlig berechtigt: Es handelt sich hier nicht um eine Begegnung „von Frau zu Frau“, sondern um einen deutlich älteren Mann, der eine junge Frau anspricht. Das verändert die Situation doch erheblich.

Gerade dieser Umstand könnte für Katrin ein Ablehnungsgrund gewesen sein („Bei dem steige ich lieber nicht ein“). Umgekehrt könnte aber auch die bestehende Bekanntschaft – nach dem Motto „man kennt sich ja, sicher ist sicher“ – genau der Grund gewesen sein, warum sie sich doch auf eine Mitfahrt eingelassen hätte.

quote=Grillage id=37070647]Zumindest wenn man davon ausgeht, dass der Hinweisgeber von der Begegnung erfahren hat, weil Ralf ihm davon berichtet hat und nicht, weil er diese zufällig beobachtet hat.[/quote] &
Zitat von GrillageGrillage schrieb:Schwer fällt es mir allerdings, mir ein Szenario auszudenken, in dem Ralf vollständig lügt und es gar keine Begegnung, nicht mal eine Sichtung, mit Katrin gegeben hat.

Da stimme ich Dir zu – in der Variante „der Zeuge hat das nur beobachtet“ ist das unwahrscheinlicher. Zur komplett erlogenen Geschichte fällt mir auch nichts Plausibles ein warum er dies erzählt haben sollte, respektive warum dies dann nicht spätestens gegenüber der Polizei korrigiert worden wäre.
Zitat von GrillageGrillage schrieb:Unter der theoretischen Prämisse, dass Ralf der Täter ist, würde ich allerdings davon ausgehen, dass Martin die Wahrheit sagt […] und das Ralf bewusst hinsichtlich Ort und Zeitpunkt der Begegnung gelogen hat, da er damit durch Martins Aussage ja eine Art Alibi hat.
Also zB diese Variante – oder verstehe ich Dich da falsch?
Zitat von 2cent2cent schrieb:Sollte das Gespräch mit Ralf tatsächlich in der Neuen Straße nach Martins Begegnung stattgefunden haben, wäre Ralf die letzte bekannte Kontaktperson.
Zitat von GrillageGrillage schrieb:Trotzdem bleibt hier natürlich die Frage, warum er dann überhaupt später einem Dritten von der Begegnung hätte erzählen sollen?! […]
Wirklich interessanter Gedankengang und (hypothetische) Überlegungen – ich stimme dir voll zu, dass man Täterverhalten (leider) nicht immer rational erklären kann.
Dass er anders gehandelt haben könnte, als man rational erwarten würde, stimmt natürlich – sein Ego, Stolz oder das Bedürfnis, die (vermeintliche) „Kontrolle über die Situation“ zu behalten, könnten eine größere Rolle gespielt haben als eine verstandesmäßige „Risikoabwägung“.

Dein Punkt, dass er sich möglicherweise etwas von der Seele reden wollte oder einfach unbedacht war (Alkohol, „den Moralischen bekommen“, Stress oder emotionaler Druck …), erscheint mir am wahrscheinlichsten.

Auch die Idee mit dem „kooperativ wirken“ finde ich gut – manche Täter glauben ja, durch Teilgeständnisse weniger verdächtig zu wirken oder wollen das Gespräch „kontrollieren“.

Die Betrachtung aus „seiner Perspektive“ fällt mir zugegeben schwer. Für mich ist es, wie ich ja schon geschrieben habe, völlig unverständlich und daher hochgradig suspekt, diese Begebenheit nicht sofort mitzuteilen und mit „erschien mir nicht wichtig“ abzutun.


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Wo ist Katrin Konert?

03.01.2026 um 18:50
Zitat von DödiDödi schrieb:Naja es kann ja durchaus sein, dass z.B. eine Familie (Mutter, Vater, Kind) an Katrin vorbeigefahren sind. Das „Kind“ kannte Katrin aus der Schule, die Eltern nicht.
Gute Überlegung wer das noch gewesen sein könnte - ich stelle mir halt die Frage, warum wäre diese Sichtungen hinsichtlich zeitlicher/örtlicher Einordnung nicht öffentlich gemacht worden wären.
Diese würde den Zeitrahmen/Ablauf noch enger schnüren - und die Anzahl der Leute die "unterwegs" waren nochmals erhöhen.

Oder es sind zusätzliche Personen, die aber für den zeitlichen Ablauf irrelevant wären, daher auch nicht öffentlich "wichtig".
Wie Pizzeria-Besucher, die sie auch die Breite Straße entlang laufen gesehen haben und damit Christians/Tanjas Sichtung "bestätigen"? Oder Hotelgäste in der Lobby, die sie gehen sahen? "Oma Erna" aus dem 3. Stock am Fenster?

Alles natürlich nur Spekulationen/Gedanken die ich mir im Laufe der Zeit dazu so gemacht habe und ohne die Örtlichkeiten tatsächlich zu kennen.


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Wo ist Katrin Konert?

03.01.2026 um 21:24
Zitat von 2cent2cent schrieb:Kannst Du Dich vielleicht noch daran erinnern, wann der Bus am zum fraglichen Zeitpunkt von Bergen/Neue Straße in Richtung Clenze gefahren wäre?
Nein, die Uhrzeit weiß ich nicht (mehr) bzw. dies hätte ich ehrlich gesagt auch nicht gewusst, als ich noch in der Region gelebt habe. Ich habe ja in Lüchow gelebt und mit Bergen hatte ich insgesamt wenig Berührungspunkte (95/96 hatte ich mal ein paar Klassenkameraden, die dort wohnten, und dann 2003/2004 nochmal ein paar dortige Bekanntschaften). Verwandtschaft hatte ich in Clenze und bin daher öfter mal mit dem Bus gefahren - wenn ich mal keine private Mitfahrgelegenheit hatte oder getrampt bin... - muss tatsächlich der 1948er gewesen sein (so dunkel kann ich mich daran erinnern).
Ich bin nur einmal, soweit ich mich erinnern kann, mit dem Bus bis nach Uelzen durchgefahren (und wieder zurück). Sehr wahrscheinlich auch nicht wichtig, aber der Vollständigkeit halber: Der Bus nach Uelzen bog von der Neuen Straße nicht direkt nach rechts auf die B71 Richtung Uelzen, sondern drehte erstmal eine kleine Runde in Bergen, bevor es nach Uelzen weiterging; auf der Rücktour ebenso eine kleine Runde durch den Ort, bevor es dann wieder über die Neue Straße Richtung Clenze/Lüchow ging.
Zitat von 2cent2cent schrieb:Nach meinem Verständnis lassen sich daraus nun folgende Feststellungen ableiten:

* Die von Dir beschriebene „südliche“ Linie (Uelzen - Clenze–Bergen–Lüchow) entspricht der damaligen Linie 1948 (Uelzen–Suhlendorf – Bergen - Clenze–Lüchow); die Linie 1947 (Schnega–Clenze – Bergen –Lüchow) war eine weitere lokale „südliche“ Verbindung, später Linien 8300/8303

Für Bergen / Neue Straße relevant: ausschließlich die „südlichen Linien“.

*Die „nördliche Linie“ wäre dann die (damalige) Linie 1949 (Uelzen/Linie 7100 – Küsten – Waddewitz – Rosche -Lüchow), wurde gekürzt und endet seit ca. 2016 in Rosche. Durch Linie 7000 „übernommen“.

Die „nördliche Linie“ führt nicht über Bergen/Neue Straße und ist daher irrelevant.
Das hört sich für mich richtig an.
Zitat von 2cent2cent schrieb:Geklärt – eine direkte Verbindung Bergen/Neue Straße nach Groß Gaddau gab es nie – es war immer Umsteigen in Clenze nötig.
Korrekt, wobei mit "Umsteigen" im konkreten Fall dann eine private Mitfahrgelegenheit (im Falle von Katrin dann "Thilo" & Co.) im Auto oder eben trampen bedeutet.


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03.01.2026 um 21:29
Zitat von MantuaMantua schrieb:Ich kann mich nur an wenige Fälle erinnern, wo ausgedehnte Absuchen nach einem Vermisstenfall tatsächlich vom Erfolg gekrönt waren, bin aber gerne bereit, mich vom Gegenteil überzeugen zu lassen. Sogar im Fall des Dreifachmörders vom Westerwald wurde seine Leiche erst nach Monaten durch Zufall gefunden.
Das liegt aber vielleicht auch daran, dass über die Fälle, in denen solche Absuchen schnell Erfolg bringen, halt nicht so lange berichet wird, wie über sie, wo immer wieder vergeblich gesucht wird.
Zitat von 2cent2cent schrieb:Kurt der Vermieter ab ca. Min 7:45
Dau Rödel: „er soll auch mit dem Taxi unterwegs gewesen sein“; „
Die Stelle ist mir aufgefallen. Ich bin nicht sicher, ob Frau Dau-Rödel da "auch mit dem Taxi" oder "oft mit dem Taxi" sagt? (Hab es mir jetzt 5 x angehört und kann es nicht sicher sagen.)

Und ich verstehe nicht, was damit gemeint sein soll? War der Mann Taxi-Unternehmer/-fahrer und war an dem Abend sozusagen im Dienst? Ich hatte das so verstanden, dass er eher was mit Bauarbeiten zu tun hatte (Garten-Landschaftsbau?), denn hieß es denn nicht mal, er habe Maschinen zur Verfügung gehabt, mit denen man eine leiche hätte vergraben können?
Oder ist er als Fahrgast mitgefahren?
Eigentlich macht es mehr Sinn, wenn sie "auch" sagt und damit meint, so wie die anderen Tatverdächtigen war AUCH Kurt an dem Abend in der Gegend unterwegs.
Zitat von 2cent2cent schrieb:Heuers Formulierung könnte so gehört/gelesen werden, als hätte Ralf das gegenüber dem BKMS Zeugen gesagt und dieser hätte sich dann „umgehend“ gemeldet; mMn nach besagt die Stelle nur, dass Ralf erst Jahre später, eben nach dem Zeugenhinweis, bestätigte, dass er mit Katrin geredet hat.
Danke, genau diese Stelle meinte ich. Ich habe ihn da so verstanden, dass er meinte, dass Ralf Jahre später dem Hinweisgeber von der Begegnung erzählt hat und der wiederum sich ja auch nicht gleich gemeldet haben muss. Das bedeutet nicht unbedingt, dass das Gespräch erst kurz vor dem Hinweiseingang erfolgt sein muss, halt irgendwann zwischen sagen wir mal 2003 ( = Jahre nach 2001) und 2018 (Eingang des Hinweises).
Hier hat vor ein paar Seiten jemand gemeint, dass der Hinweisgeber vielleicht den 1. Teil des NDR-PC angewartet hat und da bemerkt hat, dass Ralf sich doch nicht, wie er dem Hinweisgeber gegenüber behauptet haben könnte, bei der Polizei gemeldet hat.

Selbst wenn das nicht so war, denke ich doch, dass die Ausstrahlung der dersten PC-Folge der Grund war, warum er sich gemeldet hat. Vielleicht hat Ralf ihm wirklich Jahre zuvor von der Begegnung berichtet, er hat immer mal dran gedacht, aber sich nicht wirklich drum geschert. Als er dann mitbekam, dass der Fall nochmal aufgerollt werden soll, war das vielleicht der Anstoß, sich endlich zu melden.
Zitat von 2cent2cent schrieb:Mir ist klar, dass ich das eher aus meiner eigenen Erfahrung heraus einschätze -
in dem – angenommenen – Ablauf, den ich eigentlich vor Augen hatte, quert Katrin die Straße, Ralf hält am Zebrastreifen an, erkennt sie dabei und denkt sinngemäß: „Das ist doch Katrin – was macht die denn hier? Die wohnt doch eigentlich in Groß Gaddau“

Aus dieser Situation heraus hätte er sie angesprochen, möglicherweise mit der spontanen Idee, ihr eine Mitfahrgelegenheit anzubieten. In meiner Vorstellung lehnte Katrin dieses Angebot ab. (Aufgrund einer, von mir auch angenommen, anderen MFG)

Ich habe ja bereits geschrieben, dass ich persönlich mich in einer vergleichbaren Situation genau so verhalten würde – und mir auch niemand erklären müsste, warum jemand ein solches Angebot ablehnt.
Ja das stimmt, ich finde diese Vorstelllung gar nicht abwegig. Man darf nicht vergessen, dass das 2001 war und auf dem Land. Busfahren war da eher wenig verbreitet, weil die Verbindungen nur sehr lückenhaft und umständlich waren und es hatten auch nicht alle Familien 2 oder 3 Autos vor der Tür stehen. Gerade unter Jugendlichen hat man sich da ausgeholfen, andere mitgenommen, auch spontan eine MFG angeboten, wenn man sie auf der Straße sah. Und wer da unter diesen Gepflogenheiten aufgewachsen ist, macht das vielleicht auch noch mit 30 oder 40 so.
So ein spontanes "Katrin, willst Du nach Hause, soll ich Dich schnell fahren?" und als Antwort: "Ne, alles okay, aber danke für das Angebot!" kann man sich da schon vorstellen, ohne das da ein längeres Gespräch vorweg gegangen ist. Einfach als freundliche Geste und auch ohne dass man sich wundert, wenn das Angebot ausgeschlagen wird, auch ohne Begründung.
Zitat von 2cent2cent schrieb:Dein Hinweis ist allerdings völlig berechtigt: Es handelt sich hier nicht um eine Begegnung „von Frau zu Frau“, sondern um einen deutlich älteren Mann, der eine junge Frau anspricht. Das verändert die Situation doch erheblich.
Zitat von 2cent2cent schrieb:Gerade dieser Umstand könnte für Katrin ein Ablehnungsgrund gewesen sein („Bei dem steige ich lieber nicht ein“). Umgekehrt könnte aber auch die bestehende Bekanntschaft – nach dem Motto „man kennt sich ja, sicher ist sicher“ – genau der Grund gewesen sein, warum sie sich doch auf eine Mitfahrt eingelassen hätte.
Wenn ich mich in ihre Lage versetze, wäre ich lieber bei einem männlichen Bekannten des Vaters mitgefahren, als mit dem Bus oder als darauf zu hoffen, dass ein Fremder mit mitnimmt, der hoffenltlich auch noch nett ist. Einzige Ausnahme wäre gewesen, wenn mir der Typ eh schon immer komisch vorgekommen wäre (weil er z.B. bei irgendwelchen Festen zotige Witze gerissen hat oder der Kellnerin an den Hintern gegrapscht hat). In Katrins spezieller Situation habe ich schon überlegt, ob sie die MFG bei ihm vielleicht auch abgelehnt haben könnte, weil sie nicht wollte, dass der Vater erfährt, dass sie ein Bekannter spontan auf der Straße aufgegabelt hat und sie so nach Hause gekommen ist. Es ist halt was anderes, ob die erzählt: "Der XY hat mich nach Hause gefahren." (so als sei das von Anfang an klar und sicher gewesen, ohne zu erwähnen, dass sie den halben Nachmittag rumtelefoniert hat, um irgendwen zu finden, der sie fahren kann) oder ob der Bekannte in den nächsten Tagen oder Wochen dem Vater steckt, dass sie bei Glatteis in Bergen auf der Straße rumlief und dankbar war, dass er sie fahren wollte. Selbst wenn dadurch der Besuch bei Joachim nicht aufgeflogen wäre, die Story vom Besuch bei Stefanie hätte sie ja auch Raöf gegenüber aufrecht erhalten können, wären die Eltern vielleicht doch nicht so begeistert gewesen, wenn sie erfahren hätten, dass ihre Ausflüge nach Bergen nicht nicht immer so ganz durchgeplant und hinsichtlich der Fahrerei durch Absprachen abgesichert waren.
Zitat von 2cent2cent schrieb:Die Betrachtung aus „seiner Perspektive“ fällt mir zugegeben schwer. Für mich ist es, wie ich ja schon geschrieben habe, völlig unverständlich und daher hochgradig suspekt, diese Begebenheit nicht sofort mitzuteilen und mit „erschien mir nicht wichtig“ abzutun.
Dass "es erschien mir nicht wichtig" ist meiner Meinung nach eine Schutzbehauptung. Ich halte es für ausgeschlossen, dass er das wirklich so eingeschätzt hat, selbst wenn er nicht die allerhellste Kerze auf dem Kuchen gewesen wäre, dürfte ihm das doch bewusst gewesen sein.
Ich frage mich v.a. ob er bei den Haustürbefragungen die kurz nach dem Verschwinden und dann ja auch später noch mal durchgeführt wurden, durchs Raster gefallen ist, weil er z.B. nicht selber aufgemacht hat, ob er nicht angetroffen wurde oder ob er damals gelogen und behauptet hat, er wisse nichts und habe nichts gesehen?
Zitat von 2cent2cent schrieb:Gute Überlegung wer das noch gewesen sein könnte - ich stelle mir halt die Frage, warum wäre diese Sichtungen hinsichtlich zeitlicher/örtlicher Einordnung nicht öffentlich gemacht worden wären.
Diese würde den Zeitrahmen/Ablauf noch enger schnüren - und die Anzahl der Leute die "unterwegs" waren nochmals erhöhen.

Oder es sind zusätzliche Personen, die aber für den zeitlichen Ablauf irrelevant wären, daher auch nicht öffentlich "wichtig".
Wie Pizzeria-Besucher, die sie auch die Breite Straße entlang laufen gesehen haben und damit Christians/Tanjas Sichtung "bestätigen"? Oder Hotelgäste in der Lobby, die sie gehen sahen? "Oma Erna" aus dem 3. Stock am Fenster?
Genau so kann ich mir das gut vorstellen. Der relevante Zeitrahmen steht ja prinzipiell fest. Er beginnt mit dem Verlassen der Wohnung kurz nach 18:46 Uhr (der letzte Anruf von Joachims Handy aus) und man weiß, dass die als der Bus um 19.30 Uhr kam, nicht mehr an der Haltestelle war.
Die Punkte, die wir innerhalb dieses Rahmens kennen beziehen sich alle auf Sichtungen durch Ex-Beschuldigte/Tatverdächtige und sie lassen sich mehr oder weniger ungenau festlegen. Es bleiben bei jeder dieser Sichtungen halt immer +/- ein paar Minuten Spielraum, was auch zu erwarten ist, denn wer kann schon nach ein paar Tagen auf die Minute genau sagen, wann genau er wo auf einer Autofahrt vorbeigekommen ist, die Pizzeria oder eine Party verlassen hat.
Die Sichtungen der anderen uns unbekannten Zeugen scheinen sich problemlos jeweils irgendwo in den Zeitstrahl einordnen zu lassen. Sie führen aber offenbar nicht dazu, dass sich der Zeitrahmen verlängert oder verschiebt und auch nicht dazu, dass einer der Ex-Beschuldigten ein Alibi erhält (z.B. weil jemand Katrin beim Gespräch mit Martin beobachtet hat und gesehen hat, wie der danach allein Richtung seinem Zuhause gefahren ist).
Es hieß ja auch immer, es seien mind. 7 Männer bekannt, mit denen Katrin an dem Nachmittag gesprochen hat, um eine MFG zu organsieren. Davon kennen wird nur Christian, Sven, Thilo, Martin und jetzt noch Ralf (von dem ich nicht weiß, ob er ein 8. Mann ist oder ob er damals schon bei den 7 Männern mitgezählt war). Ich denke, dass die anderen, namentlich nicht benannten genau wie die uns unbekannten Sichtungzeugen durchaus wichtige Zeugen sind, die dabei geholfen haben, den Ablauf des Abends zu rekonstruieren, dass ihre Aussagen sich aber gegenseitig gestützt haben und keine wesentlichen Widersprüche auftauchten, so dass die Polizei bei ihnen nicht so nachbohren musste und gegen sie kein Tatverdacht entstand.

Im LiD-PC wurden meine ich zweimal konkret Hundehalter aus Bergen angesprochen, die an dem Abend unterwegs waren und sich doch bitte als Zeugen melden sollen. Ich fand das etwas seltsam, weil ich annehme, dass die Polizei doch eigentlich mit fast allen Bergenern gesprochen haben dürfte, zumindest mit denen, die an jenem Abend unterwegs waren. Aber vielleicht hat z.B. einer der Zeugen berichtet, dass er kurz nachdem oder bevor er KAtrin gesehen hat, er auch eine Person mit Hund in der Breiten oder der Neuen Straße gesehen hat.


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Wo ist Katrin Konert?

03.01.2026 um 21:36
@Mantua - Beitrag von Mantua (Seite 622)

Grandios was Du alles findest - das unterstreicht nochmals bildlich den Kommentar von @kweezel, der eine Sandkuhle als mögliche Zwischenablage angesprochen hat und auch meinte, es wäre auch bei den damals herrschenden Wetterbedingungen möglich gewesen ein Loch zu graben.

Zu deinem zitierten Beitrag wurde ja u. a. diskutiert, ob Wärmebildkameras zu diesem späten Zeitpunkt überhaupt noch sinnvoll gewesen wären. Ich habe den Eindruck, dass die Ermittler offenbar beide Möglichkeiten in Betracht gezogen haben: die Suche nach einer lebenden oder bereits verstorbenen Katrin. Während in der Pressemitteilung allgemein von „Diensthunden“ die Rede ist, wurden z. B. in Aktenzeichen XY (2011) explizit Leichenspürhunde genannt; im LiD-Podcast (Teil 1) heißt es wiederum, dass am 17.01.01 Mantrailer und Leichenspürhunde im Einsatz gewesen seien.

Daraus ließe sich zumindest ableiten, dass auch ein Szenario geprüft wurde, in dem Katrin nicht noch am selben Abend ums Leben gekommen ist.

Zu den durchsuchten Plätzen habe ich da noch Folgendes gefunden:
Wir haben alle Heuschober, Scheunen, Schrebergärten und den Wildbewuchs durch", sagt der Polizeisprecher.
Quelle: Hamburger Abendblatt - Wo ist Katrin Konert? vom 21.03.2001

Ein "zwischenzeitliches Verbringen" einer lebenden - ggf. verletzten Katrin - um sich zB mehr Zeit zu verschaffen wäre denkbar. Ebenso auch ein anderes Motiv als "spontane Tötung als Verdeckungstat" Spekulativ gedacht: ein "Denkzettel", ein "makabrer Spaß", der dann mit dem Abbleben Katrins endete?

Generell zur Zwischenablage - ich hatte überlegt (iZm mit den Grabungen 2002 auf einem Acker, nordwestlich Bergens - "MC Grundstück"), auf der ein Leichenspürhund an zwei Stellen angeschlagen hatte und auf dem gegraben worden sein soll - ob es nicht dort ggf. zu einer "Zwischenablage" und erst späteren (finalen) Verbringung gekommen sein könnte. (zB Pressemitteilung 26.02.2002 und NDR Teil 4)
Leichenspürhunde sind doch speziell ausgebildet, daher mMn doch eher unwahrscheinlich, dass diese auf einen Tierkadaver angeschlagen hätte.

Der Besitzer des Grundstücks muss damit keineswegs etwas zu tun gehabt haben; ausschlaggebend wäre ja lediglich, dass das Gelände erreichbar, abgelegen und wenig einsehbar war.

In diesen Zusammenhang passt auch, dass im Rahmen einer späteren (vermeintlichen) Fallaufklärung ein Waldgebiet durchsucht wurde. Laut NDR-Podcast wurde berichtet, dass eine Hundehalterin einen roten Pkw mit offenem Kofferraum am Waldrand wahrgenommen haben will. Die Polizei äußerte sich allerdings später nicht eindeutig, ob es dabei sich um ein "taktisches Vorgehen" handelte.

Interessant wäre zusätzlich wer überhaupt gewusst haben könnte, dass es diesen Acker gibt bzw. dass er im Winter nicht bewirtschaftet wird.
Ebenso wäre relevant, wer zu dieser Zeit ein entsprechendes (rotes) Fahrzeug besaß oder Zugriff darauf hatte – auch mit Blick darauf, wen man ggf. „im Visier“ hatte, falls es sich tatsächlich nur um eine Finte gehandelt haben sollte.

Welche Fahrzeuge (insbesondere Farben) Martin oder auch Ralf damals fuhren, ist meines Wissens nicht öffentlich bekannt.

Auch zur Fahrtroute (danke auch nochmals an @kweezel) - ein (Zwischen-)Ablageort müsste doch auch gar nicht auf der "direkten" Route nach Clenze liegen - man könnte doch auch zB in Jiggel geradaus fahren und da am Wald ("Am Gain") vorbei, nach Gistenbeck und von dort über die L261/Lüchower Straße?

Mir ist bewusst, dass einige dieser Überlegungen hier im Thread bereits vor rund zehn Jahren diskutiert wurden. Die letzten Beiträge von euch haben mich jedoch erneut darauf gebracht – ich hoffe, das wird mir nachgesehen.


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03.01.2026 um 22:02
Zitat von GrillageGrillage schrieb:Der relevante Zeitrahmen steht ja prinzipiell fest. Er beginnt mit dem Verlassen der Wohnung kurz nach 18:46 Uhr (der letzte Anruf von Joachims Handy aus) und man weiß, dass die als der Bus um 19.30 Uhr kam, nicht mehr an der Haltestelle war.
Sorry, wenn ich es irgendwo überlesen habe. Ich habe alle mir bekannten Podcasts zu dem Fall angehört. Irgendwo wurde m.E. gesagt, dass der Bus an diesem Tag deutlich zu spät kam. War 19:30 Uhr die planmäßige Abfahrt oder die tatsächliche Abfahrt lt. Aussage des Busfahrers?


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03.01.2026 um 22:17
Zitat von Akte-XAkte-X schrieb:Sorry, wenn ich es irgendwo überlesen habe. Ich habe alle mir bekannten Podcasts zu dem Fall angehört. Irgendwo wurde m.E. gesagt, dass der Bus an diesem Tag deutlich zu spät kam. War 19:30 Uhr die planmäßige Abfahrt oder die tatsächliche Abfahrt lt. Aussage des Busfahrers?
Das wissen wir leider nicht.
Ja, irgendwo wurde gesagt, ich meine sogar von Frau Dau-Rödel, dass der Bus an dem Abend wegen dem Glatteis deutlich verspätet kam.
Michael Heuer klang jetzt im 5. Teil des LiD-PC aber so, als sei der Bus planmäßig erst um ca. 19.30 Uhr gefahren.


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03.01.2026 um 22:20
Zitat von GrillageGrillage schrieb:
Zitat von 2cent2cent schrieb:Kurt der Vermieter ab ca. Min 7:45
Dau Rödel: „er soll auch mit dem Taxi unterwegs gewesen sein“; „
Die Stelle ist mir aufgefallen. [...] Und ich verstehe nicht, was damit gemeint sein soll?
Ich muss sagen, dass hat mich auch irritiert - danke Dir, dass Du das aufgreifst.

Im NDR Teil 5 "Das blaue Auge" wird beschrieben er hätte einen Betrieb gehabt (Güllegruben oder sowas "ausgebuddelt"), Bagger wäre vorhanden gewesen; Sohn hatte eine Werkstatt und die Berichterstattung wäre geschäftsschädigend gewesen. Er hatte übrigens einen VW Golf (Farbe meine ich unbekannt)

Und vorallem (das hab ich nun extra nachgehört):
ca. Min. 13:10 - Herr Rusche: "Er war auch zu dieser Zeit unterwegs, wo Katrin verschwunden ist, mit dem Auto unterwegs. Das steht fest. Wir wissen auch, wo er war, bis eben [auf] diese tatkritische Zeit, wo wir nicht wissen, wo er war"

War er also auch Taxifahrer, so wie Du vermutest? Wie kann er "mit dem Auto unterwegs gewesen sein" - vermutet doch sein eigenes, welches im Anschluss äußerst genau untersucht wurde - und dennoch mit einem Taxi gefahren sein?

Ich hab mir die Stelle nochmal angehört - ich verstehe "er soll auch...".

Oder vielleicht beides, einmal mit seinem Auto und dann - auch - mit einem Taxi als Fahrgast?


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03.01.2026 um 23:46
Zitat von 2cent2cent schrieb:Im NDR Teil 5 "Das blaue Auge" wird beschrieben er hätte einen Betrieb gehabt (Güllegruben oder sowas "ausgebuddelt"), Bagger wäre vorhanden gewesen; Sohn hatte eine Werkstatt und die Berichterstattung wäre geschäftsschädigend gewesen. Er hatte übrigens einen VW Golf (Farbe meine ich unbekannt)
Danke, so sowas in der Art hatte ich auch in Erinnerung, wegen diesem Bagger, den er zur Verfügung gehabt haben soll.
Zitat von 2cent2cent schrieb:War er also auch Taxifahrer, so wie Du vermutest? Wie kann er "mit dem Auto unterwegs gewesen sein" - vermutet doch sein eigenes, welches im Anschluss äußerst genau untersucht wurde - und dennoch mit einem Taxi gefahren sein?

Ich hab mir die Stelle nochmal angehört - ich verstehe "er soll auch...".

Oder vielleicht beides, einmal mit seinem Auto und dann - auch - mit einem Taxi als Fahrgast?
Das mit dem Taxi macht je eigentlich nur Sinn, wenn er es selber gefahren ist. Als Fahrgast in einem Taxi kann er Katrin ja nicht entführt und getötet haben. Trotzdem muss das mit dem Taxi ja irgendeine Bedeutung haben, denn Frau Dau-Rödel sagt ja nur wenige Sätze zu "Kurt" und dabei ist eben dieser Taxi-Satz.
Ich hab schon überlegt, ob damit vielleicht gemeint sein kann, dass er sich an dem Abend irgendwo von einem Taxi hat abholen lassen. Erklärbar wäre das z.B. nachdem er einen Unfall mit dem eigenen Auto hatte, bei dem Katrin zu Tode kam und er das Auto erstmal irgendwo unauffällig abgestellt hat, damit niemand mitbekommt, dass es irgendwie demoliert ist - vielleicht auch der Innenraum, weil dort ein Kampf mit Katrin stattgefunden hat (bei dem er sich das blaue Auge eingefangen hat). Und sich dann mit dem Taxi hat dort in der Nähe abholen und nachhause fahren lassen.

Wenn Rusche sagt:
Wir wissen auch, wo er war, bis eben [auf] diese tatkritische Zeit, wo wir nicht wissen, wo er war"
Dann klingt das für mich genau wie bei Christian, Martin und Sven, wo zur "tatkritischen Zeit" immer ein Nachweisloch ist. Aber das klingt für mich auch bei Kurt nach einem "kleinen" Zeitloch, also vielleicht eine Stunde, aber nicht drei oder vier Stunden oder die ganze Nacht. Und es klingt so, als wüsste man, wo er vor der tatkritischen Zeit war, aber auch danach, nur eben genau um die Zeit von Katrins Verschwinden herum nicht und kein offenes open end nach hinten raus, also die ganze Nacht ohne Alibi.
Das könnte schon irgendwie zu einem Taxifahrerdienst passen: bis ca: 18.45 /19.00 Uhr hat er Fahrgäste gehabt, danach erin zwei Stunden ein Alibiloch, und dann ab 21.00 Uhr wieder nachweisbarer Taxifahrten.

Aber irgedwie finde ich die Vorstellung, dass jemand Taxi fährt, dann ein Mädchen umbringt (oder es zumindest in seinem Beisein irgendwie zu Tode kommt), er die Leiche beseitigt und danach wieder weiter Taxi fährt auch ziemlich abwegig.
Genauso wie wenn er vor 19.00 Uhr an bekannten Stellen mit dem eigenen Auto rumgefahren ist, dann ist das mit Katrin passiert, er kümmert sich um die Leiche und fährt danach weiter mit dem Auto durch die Gegend, was dann wieder nachweisbar ist?!
Würde man nach so einem Zwischenfall denn nicht eher nach Hause fahren, duschen, sich verstecken wollen?! Zumal ja wohl seine Frau in Kur war, so dass er zu Hause ungestört gewesen wäre.

Wahrscheinlicher finde ich es da, dass Kurt nur so durch die Gegend gefahren ist, vielleicht zwischen durch ein dem ein oder anderen Kumpel oder in einer Kneipe vorbeigeschaut hat, und einfach das Pech hatte, rund um die Verschwindezeit von niemanden gesehen worden zu sein.

Was mir in dem RTL-Beitrag in Bezug auf Kurt noch aufgefallen ist, ist dass da von "mehrern Zeugen" gesprochen wird, die sich im Jahr 2003 gemeldet haben um Hinweise auf Kurt zu geben.
Wieso meldet sich kurz nach dem Verschwinden offenbar keiner, der Hinweise auf Kurt hat, und dann, mind. 2 Jahre später plötzlich mehrere? Es klang auch nicht so, als habe ich ein Zeuge gemeldet und dann hätten andere Personen dessen Aussagen auf Nachfragen der Polizei bestätigt, sondern so, als wären mehrere Zeugen auf die Polizei zugegangen.


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04.01.2026 um 00:12
Zitat von Akte-XAkte-X schrieb:Irgendwo wurde m.E. gesagt, dass der Bus an diesem Tag deutlich zu spät kam. War 19:30 Uhr die planmäßige Abfahrt oder die tatsächliche Abfahrt lt. Aussage des Busfahrers?
Das war der Stern Crime Podcast:
Zitat von 2cent2cent schrieb am 26.10.2025:NDR Podcast S2E3 "Im Visier der Ermittler" ab ca. Min. 32:00 - der Bus den Katrin hätte nehmen können kommt um 19:30, der Busfahrer konnte niemanden an der Bushaltestelle sehen.

[...] Stern Crime Podcast "Spurensuche" in dem Fr. Dau-Rödel sagt ab ca. Min. 22:44 "In den Bus ist sie nicht eingestiegen, das wurde auch überprüft, der Bus ist aber auch erst viel, viel später gefahren."

Bereits in AZ XY 2002 wurde erwähnt, dass noch ein Bus fuhr.

D.h. für mich, der Bus ist definitiv (wohin auch immer, Annahme nach Clenze) gefahren, der Busfahrer hat bestätigt, sie nicht gesehen zu haben.

Offenbar kommt der Bus verspätet, hätte verm. ca. 19:15 fahren sollen, er ist aber jedenfalls gefahren.
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Wo ist Katrin Konert?

04.01.2026 um 10:09
Zitat von GrillageGrillage schrieb:Was mir in dem RTL-Beitrag in Bezug auf Kurt noch aufgefallen ist, ist dass da von "mehrern Zeugen" gesprochen wird, die sich im Jahr 2003 gemeldet haben um Hinweise auf Kurt zu geben.
Wieso meldet sich kurz nach dem Verschwinden offenbar keiner, der Hinweise auf Kurt hat, und dann, mind. 2 Jahre später plötzlich mehrere? Es klang auch nicht so, als habe ich ein Zeuge gemeldet und dann hätten andere Personen dessen Aussagen auf Nachfragen der Polizei bestätigt, sondern so, als wären mehrere Zeugen auf die Polizei zugegangen.
Da wurde gesagt, dass Zeugen sich nach einer Plakataktion 2003 gemeldet haben. Denke diese hat das bei den Zeugen wieder hervorgerufen.
Wahrscheinlich nach dem Prinzip: „wem ist etwas bei bestimmten Personen nach Neujahr aufgefallen?“
Da kam dann wohl bei einigen in Erinnerung: „der Kurt hatte ja zu dem Zeitpunkt ein blaues Auge“


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