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Die Göhrde-Morde

15.264 Beiträge, Schlüsselwörter: Mord, Hamburg, Ungelöst, Doppelmord, 1989, Göhrde, Lüneburg, KUR, Lage, Winsen, Tatwaffe + 15 weitere
Zu diesem Thema gibt es eine von Diskussionsteilnehmern erstellte Zusammenfassung im Themen-Wiki.
Themen-Wiki: Die Göhrde-Morde

Die Göhrde-Morde

13.02.2017 um 09:27
@FredvomMond

Jede Antwort darauf wäre rein spekulativ. 

Da dem Phantombild und den Einschätzungen der damaligen Zeugen zu auffälligen Personen heute keine Bedeutung mehr zugemessen wird, ist so ziemlich alles denkbar. 

Ich bleibe dabei, wenn etwas zur Aufklärung beitragen kann, dann sind es die Spurenträger, die kürzlich dem LKA zur Untersuchung möglicher DNA-Spuren zur Verfügung gestellt wurden, denn sie liefern möglicherweise entscheidende Sachbeweise. 

Der Sachbeweis (z.B. DNA) ist zuverlässiger als der Personenbeweis (Zeugenaussage). Er liefert Fakten. 

Bei Personenbeweisen hingegen beobachten Zeugen einen Tatvorgang unvorbereitet und zumeist unaufmerksam. Zahlreiche Faktoren, wie die Umgebung, die Konzentration, die Gefühlslage und die jeweilige selektive Wahrnehmung beeinflussen ihre Wahrnehmung, wie ein subjektiver Wahrnehmungsfilter.


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Die Göhrde-Morde

16.02.2017 um 18:22
Guten Abend allen Userinnen und Usern in diesem Thread!

Spät bin ich hier angekommen, aber nicht zu spät. Denn der Göhrdemörder ist ja noch nicht ermittelt worden und bestraft.
Mein Username zeigt schon, wie ich ticke: nie aufgeben und immer dran bleiben, die Gerechtigkeit braucht manchmal viel Zeit und Zufälle und Menschen, die sie leben wollen.

In diesem Sinne bin ich hier nun angemeldet, nachdem ich einen Teil der unzähligen Beiträge gelesen hatte. Und ich war inzwischen "vor Ort" in der Göhrde und habe mir die Fundorte und gesamte Umgebung angeschaut, habe zahlreiche Fotos gemacht, ferner die Infrastruktur erkundet und bin einigen Hinweisen aus diesem Thread nachgegangen.

Nun fühle ich mich fundiert genug vorbereitet, um hier qualifiziert mitdiskutieren zu können und um Lücken zu schließen, die wohl unweigerlich noch vorhanden sein werden.

Für die örtliche Recherche mit dem Auto, der Bahn und zu Fuß hat mir u.a. dieser Beitrag mit dem Wegeplan sehr geholfen (auf Seite 534 von @Schmiddie ):
Die Göhrde-Morde
04.12.2014 um 15:31

so, nun habe ich das Hochladen entdeckt und zeige Euch mal den Wegeplan ab Neetzendorf (Bahnhof oder Haltestelle) bis an die Tatorte (Kellerberg):

t915a0f d46ff5 Weg Netzendorf Kellerberg
Ferner bin ich den hier eingestellten möglichen Täterprofilen nachgegangen, habe den zeitlichen Tathergang des 2. Doppelmordes recherchiert und abgegrenzt und habe dabei und auch im Täterverhalten im Nachgang der Tat einige interessante Möglichkeiten herausgearbeitet, wie der Wohnort des Täters zum Tatzeitpunkt der 2. Tat erheblich eingegrenzt werden könnte.

Wenn es Euch interessiert und das hier so öffentlich erlaubt ist, dann werde ich dazu meine Überlegungen einstellen und erhoffe mir eine zielgerichtete, aber ergebnisoffene Diskussion. Mein Motto: lieber späte Sühne als keine Sühne und niemals aufgeben!


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Die Göhrde-Morde

17.02.2017 um 08:53
@SpäteSühne

Herzlich willkommen bei Allmy und insbesondere im Göhrde Thread.

Neue Mitschreiber/innen sind in diesem Thread inzwischen eine echte Rarität. Umso mehr freue ich mich, dass du (das du ist bei Allmy obligatorisch) nun hier aufgeschlagen hast.
SpäteSühne schrieb:Ferner bin ich den hier eingestellten möglichen Täterprofilen nachgegangen, habe den zeitlichen Tathergang des 2. Doppelmordes recherchiert und abgegrenzt und habe dabei und auch im Täterverhalten im Nachgang der Tat einige interessante Möglichkeiten herausgearbeitet, wie der Wohnort des Täters zum Tatzeitpunkt der 2. Tat erheblich eingegrenzt werden könnte.Wenn es Euch interessiert und das hier so öffentlich erlaubt ist, dann werde ich dazu meine Überlegungen einstellen und erhoffe mir eine zielgerichtete, aber ergebnisoffene Diskussion. Mein Motto: lieber späte Sühne als keine Sühne und niemals aufgeben!
Meine Aufmerksamkeit hast du auf jeden Fall sicher und ich denke die der anderen Mitschreiber/innen auch.

Du solltest nur darauf achten keine Klarnamen zu veröffentlichen, sofern sie nicht in Pressepublikationen schon öffentlich gemacht wurden. Tatsachenbehauptungen müsstest du laut Forenregeln mit Quellen belegen.

Ich setze dir noch mal einen Link zu den Forenregeln.

Allmystery-Wiki: Kriminalfälle - Die Regeln


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Die Göhrde-Morde

17.02.2017 um 10:29
Hallo EDGARallanPOE,

danke für das Willkommen! Ich habe noch nicht herausgefunden, wie man einen Beitrag zitieren kann. Das wäre hilfreich, da ich sicher noch auf Beiträge im Thread zurückgreifen werde. Ich werde wohl unter "Hilfe" nachschauen müssen. Das aber ist mein kleines Problem.

Um keine Zeit zu vertrödeln, gehe ich die Sache mal an.
Ich möchte zunächst einige Fragen rund um die Fahrzeuge herum mit Euch klären oder es zumindest versuchen. Dazu benötige ich aber Eure Hilfe, denn Eure vielen „Augen und Ohren“ haben sicher mehr wahrgenommen, aufgenommen, behalten als meine.

Wir wissen:
Das erste Opferfahrzeug wurde final in Winsen/L vor einer Bäckerei abgestellt.
Das Fahrzeug wurde unverschlossen aufgefunden, es war etwas schräg eingeparkt.
1. Frage: steckte der Schlüssel noch?
2. Das schräge Einparken bedeutet, dass die Parkfläche nicht durch andere parkende Fahrzeuge limitiert war. Wurde recherchiert zu welchen Tageszeiten der Parkplatz regelmäßig zugeparkt war?

Wir wissen:
Für das Fahrzeug wurde vom Opfer ein Fahrtenbuch geführt. Daraus ergibt sich, dass der Täter mit dem Fahrzeug rund 60 km (stimmt das?) zurück gelegt hatte, als er es in Winsen/L abstellte.
3. Frage: wurde überprüft, wo, wann und wie viel das Opfer letztmals getankt hatte?
Wurde eine Verbrauchsanalyse durchgeführt und der Resttank überprüft?
4. Wurden die Fahrersitzstellungen und Rück- / Außenspiegelpositionen überprüft und festgehalten?

Wir wissen:
Das zweite Opferfahrzeug wurde mehrere Tage nach dem 2. Mord final in Bad Bevensen abgestellt.
5. Frage: war das Fahrzeug verschlossen, steckte der Schlüssel noch?
6. Frage: konnte recherchiert werden, wie viele km der Täter maximal mit dem Fahrzeug gefahren sein könnte (z.B. durch Tankbeleg-Kontrolle – steuerlich absetzbar, Betriebskosten - und Resttank-Analyse)? Wurde der Tageskilometerzähler notiert (wird meist auf Null gestellt, wenn getankt wurde)?
7. Wurden die Fahrersitzstellungen und Rück- / Außenspiegelpositionen überprüft und festgehalten?

Wir wissen:
Beide Fahrzeuge wurden nicht sofort nach der Tat an die Abstellorte verbracht. Der Täter hat die Fahrzeuge folglich an einem sicheren Platz zwischengeparkt. Da keine Fingerabdrücke etc. gefunden wurden, wird er die Fahrzeuge „gereinigt“ haben, also sichtbare Spuren entfernt haben. Am Transporttag hat er keine neuen Spuren hinterlassen, was darauf schließen lässt, dass er mindestens an diesen Tagen Handschuhe oder Adequates getragen hatte, da er an den Abstellorten wohl keine perfekte „Endreinigung“ mehr durchgeführt haben wird. Zu beiden Terminen lagen die Temperaturen im sommerlichen Bereich. Der Täter wird eine Art „Sommerhandschuhe“ getragen haben oder aber eine Form von Desinfektionshandschuhen, z.B. aus dem medizinischen Bereich oder aus dem Labor-Alltag.
8. Frage:Wurden in den Fahrzeugen Rückstände von solchen Handschuhen gefunden?

Wir wissen:
Die beiden Taten waren hochgradig „blutig“. Die Tat konnte unmöglich ohne Blutspritzer auf dem Täter ausgeführt werden. Mit blutverschmutzter Kleidung und an den Händen, Haaren oder im Gesicht hätte der Täter mindestens geringste nachweisbare Spuren in den Fahrzeugen hinterlassen. Doch man fand nichts. Das bedeutet, dass der Täter entweder eine aufwändige perfekte (chemische und Partikel-) Reinigungsaktion an einem sicheren Zwischenparkplatz durchgeführt haben muss, oder aber vor dem Einsteigen in die Fahrzeuge sichergestellt hatte, dass keine Spuren in das Fahrzeuginnere gelangen konnten. Dies wäre aber nur möglich:
- Wenn der Täter schon während der Taten eine Schutzkleidung (Ganzkörper) getragen hätte, nur das Gesicht wäre dann wohl noch zu reinigen.
- Wenn der Täter nackt gewesen wäre während der Taten
- Wenn sich der Täter in der Nähe der Tatorte hätte baden, waschen und reinigen können und erst danach seine nicht verschmutzte Kleidung oder Ersatzkleidung wieder anzog.
9. Frage: wurde untersucht, ob es eine geeignete Wasserstelle in der Nähe der beiden Tatorte gegeben hat?

Wir wissen:
das Gelände wurde von der Polizei intensiv nach Spuren, Kleidung, Gegenstände etc. abgesucht. Man fand offenbar nichts (mehr), was mit den Taten zusammen hängen könnte.
10. Frage: welche Jagen/Bereiche wurden abgesucht (als Ausschlusskriterium)? Gibt es dazu Protokolle der Einsatzleitung?

Ich hoffe, meine Vorgehensweise findet Euren Zuspruch und hilft vielleicht, neue Blickwinkel zu eröffnen, die bisher nicht einsehbar waren. Wenn Themen schon im Thread abschließend behandelt wurden, so bitte ich um Nachsicht und einen Hinweis darauf, wo ich das nachlesen könnte. Danke im voraus!

Meinen Gruß in die Forumsgemeinde!


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Die Göhrde-Morde

18.02.2017 um 04:30
SpäteSühne schrieb:Das erste Opferfahrzeug wurde final in Winsen/L vor einer Bäckerei abgestellt.Das Fahrzeug wurde unverschlossen aufgefunden, es war etwas schräg eingeparkt.1. Frage: steckte der Schlüssel noch?2. Das schräge Einparken bedeutet, dass die Parkfläche nicht durch andere parkende Fahrzeuge limitiert war. Wurde recherchiert zu welchen Tageszeiten der Parkplatz regelmäßig zugeparkt war?
Zum Zustand des Honda - Civic bei der Auffindung haben wir folgende Informationen:

Vorgestern nun fand die Polizei den Honda Civic der Reinolds. Mit unverschlossener Fahrertür stand er auf einem Parkplatz in Winsen. Im Auto lagen die Jacke von Peter Reinold und eine leere Kühltasche. Auf dem Boden, der Rückbank und im Kofferraum wurden Blütenreste gefunden. Vor dem Beifahrersitz lag eine Musikkassette und das von Peter Reinold gewissenhaft geführte Fahrtenbuch. Das Fahrzeug wird zur Zeit auf weitere Spuren untersucht.



Quelle: Hamburger Abendblatt Historisches Archiv Nr. 125 vom 31.5.1989

Ob der Schlüssel im Wagen verblieb, oder vom Täter mitgenommen wurde, wird nicht berichtet. Auch über weitergehende Ermittlungsmaßnahmen, wird nicht berichtet.


Ohne jetzt im Einzelnen detailliert auf deine weiteren Fragen einzugehen. Eine Antwort lässt sich auf jede deiner Fragen geben.

Diese Antworten finden wir aber bedauerlicherweise nicht in den Presseartikeln, die uns zur Verfügung stehen.


Hier im Forum, können wir ausschließlich mit diesen wenigen Informationen arbeiten, die in den Presseartikeln stehen. Beim Durchlesen deiner Fragen meine ich mich erinnern zu können, dass eine oder 2 Fragen hier im Thread, möglicherweise auch im persönlichen Kontakt via Private Nachricht schon einmal mit "Insiderwissen" beantwortet wurden. Das kann man dann aber nur mit einem "Aha" zur Kenntnis nehmen und nicht in eigenen Theorien oder der Diskussion verwenden, da es nicht möglich ist eine nachvollziehbare Quelle für diese Behauptung zu zitieren.
SpäteSühne schrieb:Ich hoffe, meine Vorgehensweise findet Euren Zuspruch und hilft vielleicht, neue Blickwinkel zu eröffnen, die bisher nicht einsehbar waren. Wenn Themen schon im Thread abschließend behandelt wurden, so bitte ich um Nachsicht und einen Hinweis darauf, wo ich das nachlesen könnte. Danke im voraus!
Ich bin grundsätzlich bereit, auch schon abgehandelte Themen erneut zu diskutieren. Ich halte das aber nur für sinnvoll, wenn sich daran mehrere User, mit wirklich gehaltvollen Beiträgen beteiligen. Also nicht nur mal eben zwischen Tür und Angel, zwei oder 3 Zeilen reinklatschen um den Beitragscounter zu füttern.

Erfahrungsgemäß braucht das etwas Geduld bis ein Thread aus der Lethargie erwacht. Die Zeiten reger Diskussion in diesem Thread, wo es jeden Tag eine oder mehrere neue Seiten zum Nachlesen gab, sind lange vorbei.


Vielleicht bekommst du aber von anderen Mitschreiber/innen noch bessere Infos, als meine unbefriedigende Antwort.


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Die Göhrde-Morde

18.02.2017 um 07:35
Danke  EDGARallanPOE 

ich habe Geduld und warte gern, wenn sich etwas tut.

Dein Hinweis auf den Honda ist schon interessant, denn die Beschreibung des Fahrzeuginneren zeigt auf, dass der Täter zumindest in diesem Fahrzeug keine Komplettreinigung vorgenommen hatte. Da dennoch keine hinreichend verwertbaren Spuren (ausgenommen das Haar, wenn es vom Täter stammt) gefunden wurden, bedeutet das wohl, dass sich der Täter sicher gewesen sein muss, dass keine Spuren in das Fahrzeuginnere gelangen konnten. Also keine Blutreste, keine Fingerabdrücke oder sonstige Spuren. Ansonsten hätte er das Fahrzeug sicherheitshalber völlig gereinigt, die Zeit hätte er gehabt.

Diese "Sicherheit" des Täters, dass keine Spuren von ihm im Fahrzeug zu finden sind, setzt voraus, dass seine Handlungen vor Benutzung des Fahrzeugs planmäßig waren und prophylaktischen Charakter hatten. Und das grenzt die Möglichkeiten der Handlungsweisen ein und gibt eine gewisse Richtung vor. Und die mündet im logischen Umkehrschluss denkbar in diese Richtung:
SpäteSühne schrieb:Wir wissen:Die beiden Taten waren hochgradig „blutig“. Die Tat konnte unmöglich ohne Blutspritzer auf dem Täter ausgeführt werden. Mit blutverschmutzter Kleidung und an den Händen, Haaren oder im Gesicht hätte der Täter mindestens geringste nachweisbare Spuren in den Fahrzeugen hinterlassen. Doch man fand nichts. Das bedeutet, dass der Täter entweder eine aufwändige perfekte (chemische und Partikel-) Reinigungsaktion an einem sicheren Zwischenparkplatz durchgeführt haben muss, oder aber vor dem Einsteigen in die Fahrzeuge sichergestellt hatte, dass keine Spuren in das Fahrzeuginnere gelangen konnten. Dies wäre aber nur möglich:- Wenn der Täter schon während der Taten eine Schutzkleidung (Ganzkörper) getragen hätte, nur das Gesicht wäre dann wohl noch zu reinigen.- Wenn der Täter nackt gewesen wäre während der Taten- Wenn sich der Täter in der Nähe der Tatorte hätte baden, waschen und reinigen können und erst danach seine nicht verschmutzte Kleidung oder Ersatzkleidung wieder anzog.9. Frage: wurde untersucht, ob es eine geeignete Wasserstelle in der Nähe der beiden Tatorte gegeben hat?
Nun war ich vor Ort und habe die Gegend um die Tatorte herum erkundet. Mir fiel auf, dass in den Karten keine Wasserstellen und Wasserlöcher eingezeichnet sind. Zu meinem Erstaunen aber gab es tatsächlich eine solche Stelle in unmittelbarer Nähe, gut geschützt und nicht direkt einsehbar. Ich habe das erst auf den dritten Blick erkannt. Es war eine Art Teichanlage, ich habe diese fotografisch festgehalten und dokumentiert. "War" deshalb, weil inzwischen diese Wasserstelle versandet ist, gänzlich ohne Wasser, nur noch wenige Pflanzen verraten noch, dass hier einmal ein stehendes Gewässer war. Der Teich war künstlich angelegt, umgeben von Wällen, die das Wasser halten und eindämmen sollten. Rechteckig etwa 10 x 15 Meter groß (geschätzt, eher größer, habe ich nicht gemessen). Ein dickes Zulaufrohr (oder Ablaufrohr) durch den Wall hindurch ist noch vorhanden (ist fotografiert) und liegt in etwa 1 Meter Höhe zum jetzt völlig trockenen Teichgrund. Inzwischen wachsen im Teichgrund junge Bäume hoch. Das Alter der Bäume lässt sich ganz gut eingrenzen, sie sind durchweg nicht älter als 20 Jahre, eher jünger meine ich (Bilder sind vorhanden für Leute, die das besser beurteilen können). So dürfte diese Teichanlage zum Zeitpunkt der Taten noch mit Wasser gefüllt gewesen sein. Daher wäre es wichtig zu erfahren, ob die Polizei auch diesen Bereich abgesucht hatte. Den ehemaligen Teich habe ich genau auf einer topografischen Karte einzeichnen können. Die mögliche Bedeutung einer Wasserstelle habe ich aber zu dem Zeitpunkt nicht erkannt und habe daher von der direkten Umgebung keine Bilder gemacht. Das kann man aber nachholen bei Bedarf, da der Standort leicht zu finden ist, wenn man weiß wo man suchen muss.

Ich würde mich freuen, wenn bald weitere Userinnen und User den Thread wieder beleben würden.


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Die Göhrde-Morde

18.02.2017 um 09:30
SpäteSühne schrieb:Diese "Sicherheit" des Täters, dass keine Spuren von ihm im Fahrzeug zu finden sind, setzt voraus, dass seine Handlungen vor Benutzung des Fahrzeugs planmäßig waren und prophylaktischen Charakter hatten.
Eine Spurenvermeidung seitens des Täters, orientiert sich ja immer an den damaligen technischen Möglichkeiten der Ermittler. Die DNA-Analyse steckte im absoluten Anfangsstadium. Die Entwicklung dieser Analysetechnik auf den heutigen Stand, konnte wohl nur von einer Handvoll Wissenschaftlern abgeschätzt werden.

Auf dem Hintergrund betrachtet, dass sich der Täter auch durchaus Selbst eine mehr oder weniger blutende Verletzung beim Tatgeschehen zugezogen haben könnte, von welcher dann ein minimaler Spureneintrag in die Sitzpolster des Fahrzeuges gelangte, hätte man eigentlich die komplette Sitzgarnitur des Civic einlagern können. Selbstverständlich kann man das niemandem zum Vorwurf machen, denn wer sollte damals den heutigen Stand der DNA-Analysetechnik auf dem Schirm haben ?
SpäteSühne schrieb:Nun war ich vor Ort und habe die Gegend um die Tatorte herum erkundet. Mir fiel auf, dass in den Karten keine Wasserstellen und Wasserlöcher eingezeichnet sind. Zu meinem Erstaunen aber gab es tatsächlich eine solche Stelle in unmittelbarer Nähe, gut geschützt und nicht direkt einsehbar.
Das hatten wir glaube ich noch nie hier besprochen ? Man möge mich korrigieren, falls ich es zwischenzeitlich vergessen habe.

Eine Teichanlage direkt im Wald, bedarf in der Regel wegen des hohen Eintrages an organischen Stoffen einer intensiven Pflege, um eine einigermaßen gute Wasserqualität zu erhalten. Da muss sich also jemand drum gekümmert haben.

Aber welchem Zweck diente der Teich ? Fischbesatz vermag ich mir nicht so recht vorzustellen, erst Recht nicht wenn der ehemalige Teich noch im ausgewiesenen Naturschutzgebiet liegen sollte.

Als Löschteich wäre er auch zu klein. Um die Mindestanforderung an das Wasservolumen eines Löschteiches zu erfüllen, müsste ein Teich mit den Maßen 10 x 15 Meter eine Tiefe von 6 Metern aufweisen. Bei 15 x 20 Meter würden 3,50 bis 4,00 Meter Wassertiefe ausreichen.


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Die Göhrde-Morde

18.02.2017 um 09:55
Nur ein Hinweis zu einer weiteren aktiven Wasserstelle im Wald der Göhrde: wenn man den Weg von der Kaiser-Wilhelm-Allee bei der Haltestelle Göhrde-Schloss (aus Lüneburg kommend) in den Wald hinein geht, kommt nach einer halbe Stunde auch ein größerer Teich, der ohne Pflege sich selbst überlassen ist. Tiere trinken das Wasser. 

Die Blütenspuren, die im Auto gefunden wurden, konnte der Blumenstrauß, die Blumen einem Jahrestag der Opfer zugeordnet werden? Oder waren es Spuren, die nicht sicher zugeordnet werden konnten? 


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Die Göhrde-Morde

18.02.2017 um 10:14
EDGARallanPOE schrieb:Eine Spurenvermeidung seitens des Täters, orientiert sich ja immer an den damaligen technischen Möglichkeiten der Ermittler. Die DNA-Analyse steckte im absoluten Anfangsstadium. Die Entwicklung dieser Analysetechnik auf den heutigen Stand, konnte wohl nur von einer Handvoll Wissenschaftlern abgeschätzt werden.
Ein guter Hinweis! Daran hatte ich auch schon gedacht und hatte recherchiert, seid wann man von den Möglichkeiten der DNA-Analysen wissen konnte. Und das hier zeigt auf, zum Zeitpunkt der Göhrdemorde war dieser neue Umstand nicht zwingend unbekannt:
1985 hatte der britische Genetiker Alec Jeffreys auf der Suche nach einer Methode zur Früherkennung von Erbkrankheiten einen DNA-Bestandteil entdeckt, der bei jedem Menschen anders aufgebaut ist und wie ein Fingerabdruck jede Person hundertprozentig identifiziert. Außerdem erfand er eine Methode, die DNA-Stränge mit Enzymen zu zerlegen und die markanten Abschnitte sichtbar zu machen. 1987 wurde zum ersten Mal ein Mord mithilfe von Jeffreys Entdeckung aufgeklärt: Durch das erste Massenscreening der Geschichte fing die Polizei im englischen Dörfchen Enderby jenen Mann, der das 15-jährige Mädchen Dawn Ashworth vergewaltigt und getötet hatte.

Quelle: http://www.zeit.de/2003/39/Kasten-DNA
So besteht jedenfalls eine theoretische Möglichkeit, dass der Täter Kenntnisse über DNA-Analysen gehabt haben könnte. In der Öffentlichkeit war das Thema aber wohl kaum oder gar nicht bekannt zu jener Zeit. Und die Polizei nutzte das Verfahren ja auch noch nicht soweit ich weiß. Das wäre dann also schon viel eher das Wissen von jemandem, der sich beruflich in diesem Umfeld aufhielt oder in wissenschaftlichen Berichten regelmäßig stöberte (vielleicht beruflich bedingt?).


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Die Göhrde-Morde

18.02.2017 um 11:14
da ich von Strukturen ausgehe in diesen Mordfällen - bin ich persönlich der Überzeugung - dass diese Täter immer auf dem neuesten Stand der Wissenschaft, Technik, Forschung sind.

DNA Möglichkeiten wurden auf jeden Fall vor den Göhrde-Morden auch in der deutschen Presse thematisiert, vielleicht sogar bereits im Vorläufer des Internets...  


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18.02.2017 um 11:23
gama1 schrieb:Nur ein Hinweis zu einer weiteren aktiven Wasserstelle im Wald der Göhrde: wenn man den Weg von der Kaiser-Wilhelm-Allee bei der Haltestelle Göhrde-Schloss (aus Lüneburg kommend) in den Wald hinein geht, kommt nach einer halbe Stunde auch ein größerer Teich, der ohne Pflege sich selbst überlassen ist.
Hallo gama1,
ich denke, der von Dir genannte Teich ist von den Tatorten zu weit weg.
Nur Interesse halber: Meinst Du den Teich, der an dem Abzweig von der Landesstraße Göhrde-Bad Bevensen zur "Unruhstraße" liegt?
gama1 schrieb:Die Blütenspuren, die im Auto gefunden wurden, konnte der Blumenstrauß, die Blumen einem Jahrestag der Opfer zugeordnet werden? Oder waren es Spuren, die nicht sicher zugeordnet werden konnten?
Ist der Blumenstrauß (samt Jahrestag eines Opfers) nur eine Vermutung oder stand das irgendwo in der Presse?

Gruß und schön das wir jetzt schon zu dritt sind!


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Die Göhrde-Morde

18.02.2017 um 11:26
SpäteSühne schrieb:So besteht jedenfalls eine theoretische Möglichkeit, dass der Täter Kenntnisse über DNA-Analysen gehabt haben könnte. In der Öffentlichkeit war das Thema aber wohl kaum oder gar nicht bekannt zu jener Zeit. Und die Polizei nutzte das Verfahren ja auch noch nicht soweit ich weiß.
Mal eine vielleicht doch blöde Frage: gab es denn Speicheltests nach den Göhrdemorden? Habe dazu nichts finden können, was aber auch nichts heißen muss.


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Die Göhrde-Morde

18.02.2017 um 19:29
@SpäteSühne
mein Beitrag wurde gelöscht. 

also nochmals zu den Blütenspuren - war meinerseits auch als Frage gestellt. 


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Röthen
ehemaliges Mitglied

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Die Göhrde-Morde

18.02.2017 um 19:51
@gama1
Zum einen heißt es korrekt "von Unruh Straße",
zum anderen waren die Blütenspuren nicht von "Blumen".


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18.02.2017 um 20:31
@Röthen - weiß man mehr von den "Blütenspuren" ?


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Röthen
ehemaliges Mitglied

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Die Göhrde-Morde

18.02.2017 um 20:47
@gama1
Vorsichtig geantwortet, schreib ich mal "Ja."
Wie die toten Ärzte schon spielten 😀, ich beziehe mein Wissen aus der "Bild".
Laut solcher Quelle, die vorhanden aber grad nicht zur Hand ist, heißt es ungefähr,
es seien Blüten von fundortnahen Bäumen gewesen.


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Die Göhrde-Morde

18.02.2017 um 21:21
@Röthen  danke - diese Blütenspuren wird man nirgends mehr zuordnen können, außer es sind weitere Spuren darauf zu finden. 

Hier ist ein Artikel aus der Zeit:
bereits W. (Friedhofsgärtner) wird mit Kinderpornos in Verbindung gebracht. Sadismus an Frauen und Kindern. 

Sein Nachfolger Herr R. im Hause und bei der Witwe von W. besaß einen Tierfriedhof. 

http://www.zeit.de/2016/43/serienmorde-aufklaerung-ermittlungen-kurt-werner-wichmann/seite-1

In Bayern wurde diese Woche eine Pressemitteilung herausgeben, dass gegen ein städtisches Krematorium ermittelt wird, in dem trotz mehrfacher Sicherheitsbestimmungen in 200 Fällen Leichenteile illegal verbrannt wurden. 

Tierkrematorien unterliegen übrigens nicht diesen hohen Bestimmungen. 


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