Groucho schrieb:
Justsaying schrieb:Wie war es denn gemeint, wenn Du "guten Tag, Frau Doktor Sowieso" zu einer Frau mit Doktor-Titel gesagt hast?
Was soll die Frage in diesem Kontext?
Also zum einen spreche ich meine Ärzt*innen nie so an (also mit Herr oder Frau Doktor), sondern sage schlicht "Guten Tag" und zum anderen ist in deinem Beispiel durch das vorgestellte "Frau" ersichtlich, dass "Doktor" hier gM ist.
Hat jetzt aber mit dem Bsp. "Kunde" so gar nichts zu tun...
Ach, auf einmal.....
Kleiner Exkurs, um mal klarzustellen, was so zum guten Ton gehört:
„Frau Dr. Müller“ – das klingt ein wenig steif. Doch den Doktortitel wegzulassen, ist keine gute Idee. Wer den Titel hat, sollte damit angesprochen und angeschrieben werden. „Das gehört zum guten Ton“, sagt Agnes Jarosch vom Deutschen Knigge-Rat.
Quelle:
https://www.apotheke-adhoc.de/nachrichten/detail/panorama/umgangsformen-knigge-doktortitel-gehoert-zur-anrede/#Arztgespräche sind doch ein Paradebeispiel, wo jeder von uns schon einmal mit einer promovierten Frau zu tun hatte.
Hier geht es um einen persönlichen Austausch in einem professionellen Rahmen.
Justsaying schrieb:
superuschi schrieb:Im direkten Kundengespräch gibt es kein generisches Maskulinum.
Natürlich gibt es das!
Frauen werden immer mal wieder mit 'Kunde' angesprochen; kein Grund, sich das zu Herzen zu nehmen bzw. ueberzubewerten.
Oder nimm als Beispiel Frau Dr. Sowieso.
Da sagt man doch auch: Guten Tag, Frau Doktor Sowieso.'
'Richtiger' - wenn man auf die Verwendung der femininen Form Wert legt - wäre es jedoch zu sagen:
"Guten Tag, Frau Doktorin Sowieso".
Warum wehrt Ihr Euch
@Tussinelda @Groucho @superuschi so dagegen, hier einer Frau die feminine Form ihres Titels zuzugestehen?
Beitrag von Tussinelda (Seite 285)Beitrag von superuschi (Seite 285)Beitrag von superuschi (Seite 285)Diese Frauen, die promoviert haben, haben eine Leistung erbracht, indem sie den Doktortitel erworben haben.
Hier ist es doch sehr bezeichnend für unsere Gesellschaft, dass diesen Frauen im Sprachgebrauch die feminine Form des Titel verweigert wird.
Schauen wir doch mal in den Duden - die Form 'Doktorin' existiert im Deutschen und es spricht überhaupt nichts dagegen, diese zu verwenden:
Besonders wichtig sind feminine Formen natürlich dort, wo es konkret um Frauen geht, die mit einem Titel oder einer Berufsbezeichnung benannt und/oder direkt angesprochen werden. Zu nahezu allen solchen Titeln und Berufsbezeichnungen existieren die femininen Entsprechungen, die sich auch weitestgehend durchgesetzt haben.
Direkte Anrede:
Sehr geehrte Frau Staatssekretärin / Ministerialrätin / Oberschulrätin …
Bei manchen Titeln schwankt der Gebrauch allerdings auch: Zum Beispiel hat sich in der schriftlichen Anrede der feminine Titel Professorin zwar weitgehend durchgesetzt; in gesprochener Sprache sind dagegen (noch?) die Formen Frau Professor und Frau Professorin üblich. Bei den Formen Doktor/Doktorin ist die Bezeichnung Doktorin seltener und überwiegend in Österreich gebräuchlich, meist heißt es
also nach wie vor Frau Doktor. Allerdings machen Sie überhaupt nichts falsch, wenn Sie eine Frau mit Frau Doktorin anreden.
Quelle: Seite 37
https://www.hugendubel.info/annot/564C42696D677C7C393738333431313734333537357C7C504446.pdf?sq=16Auch die Leibnitz Gesellschaft empfiehlt die Verwendung der feiminen Form in der direkten Anrede.
Bei der direkten Ansprache empfiehlt es sich, Berufs-, Amts- und Funktionsbezeichnungen für Frauen mit den jeweils femininen Formen zu bilden. Also: Herr Professor Mustermann, aber Frau Professorin Musterfrau. Ebenso richtig, aber bisher noch wenig gebräuchlich, ist die feminine Form beim Doktorgrad, also Frau Doktorin Musterfrau.
Hier sei noch an weibliche Bezeichnungen wie Bundeskanzlerin, Bundesministerin, Staatssekretärin, Amtsfrau, Referentin, Diplomkauffrau, Vertrauensfrau, Ingenieurin oder Friseurin erinnert.
Quelle:
https://www.leibniz-gemeinschaft.de/fileadmin/user_upload/Bilder_und_Downloads/Über_uns/Chancengleichheit/Empfehlungen_gendersensible_Sprache.pdfEs ist derzeit unüblich, gerade in Deutschland.
Aber wenn einem wirklich an einen sprachlichen Umgang miteinander gelegen ist, der das Geschlecht einer Person adequat berücksichtigt, warum ruht Ihr Euch in diesem Fall darauf aus, dass etwas 'nicht gebräuchlich' ist - während ihr gleichzeitig gegen die Verwendung des genereischen Maskulinum des Wortes 'Kunde' Sturm lauft?
superuschi schrieb:Sofern du aber in eine persönliche Anrede übergehst, hat das gM nichts darin zu suchen!
@superuschi Du widersprichst Dich Dir hier selbst.
Und das passiert leicht - man redet, wie man es gewohnt ist.
Wenn es einem persönlich betrifft, also hier, dass nicht die feminine Form eines Begriffes auf Dich bezogen angewendet wurde, dann stößt Dir das auf - was einerseits verständlich ist. Aber andererseits passiert es Dir auch, dass Du eben anderen Frauen besagte weibliche Form nicht zugestehst.
Und es passiert uns allen, weil eben so in unseren Sprachmustern drin sind. Oder weil wir die Verwendung des generischen Maskulinums ok finden.
Aber Sprache verändert sich und auch Frau Merkel hat es irgendwann geschafft, dass die Anrede 'Frau Bundeskanzlerin' zunehmend gebräuchlicher wurde.
https://grammis.ids-mannheim.de/fragen/3050