Seidenraupe schrieb:meinst du, R0 bleibt auch nach der Lockerung der lock-down Maßnahmen weiterhin unter dem wert eins?
Seidenraupe schrieb:gilt der Umkehrschluss dann auch: ohne lockdown bleibt R0 unter eins?
R0 ändert sich gar nicht. Das ist (im Prinzip) ein fixer Wert, die "Basisreproduktionszahl" eines Erregers, angegeben in Menschen, die ein Infizierter ansteckt, wenn keinerlei Gegenmassnamen getroffen werden. Für CoV-2 ist er noch nicht wirklich sicher erfasst, ua wg fehlender Feldstudien. Es wird laut RKI ein Wert zwischen 2 und 3,3 angenommen.
Wikipedia: Basisreproduktionszahlhttps://www.rki.de/DE/Content/InfAZ/N/Neuartiges_Coronavirus/Steckbrief.html (Archiv-Version vom 23.04.2020)Was sich ändert ist "R" dass ist die "Nettoreproduktionszahl" und der Wert, wieviel Erreger zu einem bestimmten Zeitpunkt tatsächlich ansteckt. Wenn die 1 ist, ist die Ausbreitung auf einem Plateau, wenn er unter 1 ist, ebbt die Ausbreitung ab.
In Deutschland ist R - sofern die Zahlen zuverlässig sind - bereits unter 1.
D.h. die Zahl der Covid-19-Infektionen in Deutschland seit einiger Zeit nimmt ab.
Besonders wichtig sind in dem Zusammenhang breit angelegte epidemiologische Feldstudien, die die Anzahl der Infizierten, Genesenen, Infektionen je Haushalt usw zuverlässig erfassen. Also das was Streecks Team in Gangelt machte.
Da RKI hat jetzt beschlossen, dass ab Mitte Mai, dass sie so eine Studie starten wird, erste Ergebnisse werden im Juni erwartet.
Bisschen gemächlich, wenn ich mir die Bemerkung mal erlauben darf.
Bundesweite bevölkerungsrepräsentative seroepidemiologische Studie: Durch die Bestimmung von Antikörpern gegen SARS-CoV-2 in einer bundesweit repräsentativen Stichprobe soll die tatsächliche Verbreitung, Immunität, der Anteil asymptomatische Infektionen, die tatsächliche Sterberate und Risikofaktoren für einen schweren Verlauf in der Bevölkerung in Deutschland besser abgeschätzt werden. Untersucht werden sollen 15.000 Personen ab 18 Jahre an 150 Studienorten, die Probanden werden zusätzlich u.a. zu klinischen Symptomen, Vorerkrankungen, Gesundheitsverhalten, Lebensumstände und psychischer Gesundheit befragt. Studienbeginn ist voraussichtlich Mitte Mai 2020, erste Ergebnisse werden im Juni 2020 erwartet.
https://www.rki.de/DE/Content/Service/Presse/Pressemitteilungen/2020/05_2020.html (Archiv-Version vom 20.04.2020)