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Gendern zur Pflicht machen?

15.497 Beiträge ▪ Schlüsselwörter: Menschen, Weiblich, Transgender ▪ Abonnieren: Feed E-Mail

Gendern zur Pflicht machen?

14.03.2026 um 22:12
Zitat von ToxidToxid schrieb:wenn man geschlechtsunabhängig vom Beruf „Becke“ geredet hat
Die Becken.
Zitat von ToxidToxid schrieb:wenn das Geschlecht nicht bekannt war
Keine Ahnung, vermutlich der Becke, Vorrang des Maskulinum. Oder der Beck. Ich bezweifle dass das einheitlich war.
Zitat von ToxidToxid schrieb:im Kontext keine Rolle spielte?
Die Becken. Ist ja im Grunde die erste Frage. Ich kann mir nur schwer einen Kontext im mitteldeutschen vorstellen, wo man im Singular geschlechtsunabhängig reden will oder es keine Rolle spielt und man zusätzlich doch einen Artikel braucht oder ein anderes geschlechtsanzeigendes Wort. Und im Plural ist es eh schnuppe.
Worauf willst du hinaus? Dass es auch da ein generisches Maskulinum gibt? Ja, klar, ich hab da immer noch kein Problem damit.


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Gendern zur Pflicht machen?

14.03.2026 um 23:00
Zitat von paxitopaxito schrieb:Die Becken
Im Singular, macht doch überhaupt keinen Sinn im Plural. So wie jetzt für den Plural das Partizip II missbraucht wird, was im Singular genauso gM ist.
Zitat von paxitopaxito schrieb:Ich kann mir nur schwer einen Kontext im mitteldeutschen vorstellen, wo man im Singular geschlechtsunabhängig reden will oder es keine Rolle spielt und man zusätzlich doch einen Artikel braucht oder ein anderes geschlechtsanzeigendes Wort.
Das ist doch ständig so: "Ich gehe zum Bäcker", wenn ich da noch nie war, woher soll ich wissen, was für ein Geschlecht er hat und grundsätzlich spielt es auch keine Rolle. Trotzdem nutzt man das gM, so wie wahrscheinlich genauso damals "der Becke".
Zitat von paxitopaxito schrieb:Worauf willst du hinaus? Dass es auch da ein generisches Maskulinum gibt? Ja, klar, ich hab da immer noch kein Problem damit.
Dass es auch damals genau das Gleiche war wie heute, es macht keinen Unterschied. Es hat sich so entwickelt, da es die Sprache nicht unnötig kompliziert macht. Jetzt wird (wieder) versucht dabei ein Spagat hinzulegen, und die Genderbefürworter sind ja so gut wie gescheitert mit ihrem ideologischen Zeugs. Für mich ist dieser ganze neue Versuch des Genderns und sichtbar machen in etwa so, als wenn sich der Mann beschwert, dass bei "Damen und Herren" die Dame immer zuerst genannt wird oder der Mann der Frau die Tür aufhält und nicht andersrum. Das zu kritisieren wäre das gleiche für mich, wie das gM zu kritisieren. Nur tut es keiner, weil es einfach idiotisch ist, sich an sowas aufzugeilen.


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Gendern zur Pflicht machen?

15.03.2026 um 09:08
Zitat von ToxidToxid schrieb:"Ich gehe zum Bäcker"
da geht es um die Örtlichkeit, nicht um eine Person. Das ist umgangssprachlich für "ich gehe zur Bäckerei"


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15.03.2026 um 11:01
Zitat von TussineldaTussinelda schrieb:Das ist umgangssprachlich für "ich gehe zur Bäckerei"
Nicht zur "Beckeei"? "Bäckerei" ist doch voll maskulin sexistisch.

Wenn du erkennst, dass "Bäcker" semantisch Unterschiedliches meinen kann und auch so verwendet wird (ein Mann, der professionell backt, eine Person, die professionell backt oder sogar eine Örtlichkeit), wo ist dann überhaupt dein Problem? Wer anerkennt, dass Bäcker nicht nur Männer, sondern sogar völlig geschlechtslos Dinge bezeichnen kann und dass das im Kontext hervorragend funktioniert, der muss doch anerkennen, dass "Bäcker" als Wort geschlechtslos ist und ein Geschlechtsbezug allenfalls erst im Kontext entstehen kann. Wenn Bäcker sogar Örtlichkeiten meinen kann, warum soll es dann keine weiblichen Bäcker sondern nur Bäckerinnen bzw. "Bäcker*innen" geben? Gendern verabsolutiert Sprache und ignoriert einfach völlig, dass sie immer nur im Kontext verwendet und verstanden wird.


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15.03.2026 um 11:03
@Rerun
bei der Örtlichkeit ist es eben genau keine Personenbezeichnung. Das ist der Unterschied. Wie man es verwenden kann weiß ich, ich muss aber nicht jede Verwendung automatisch gut oder gerecht finden.


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15.03.2026 um 11:17
Zitat von TussineldaTussinelda schrieb:bei der Örtlichkeit ist es eben genau keine Personenbezeichnung.
Wow, da haste aber mal was richtig Intelligentes gesagt. Wer hätte gedacht, dass ein Ort keine Person ist? :lolcry:

PS: Das "Zauberwort" lautet übrigens Metonymie, ändert aber natürlich nichts an der Tatsache (sondern unterstreicht sie sogar noch einmal), dass Worte verschiedene (teils abweichende) Bedeutungen haben können, die sich insbesondere aus dem Kontext ergeben (und nicht etwa nur aus dem Genus *hust*).


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15.03.2026 um 11:24
Es ist aber eben nicht das Wort, sondern seine Verwendung und nein, du musst nicht jede Verwendung gut finden, aber das Gendern wendet sich ja gegen das Wort. Es soll duch "Backende" oder "Bäcker*innen" ersetzt werden. Es will das generische Maskulinum grundlegend und generell nicht anerkennen und vermeiden wie der Teufel das Weihwasser, nicht nur konkrete, im Einzelfall unklare Verwendungen. Diese im Einzelfall ggf. unklaren Verwendungen gab und gibt es in der Praxis eh kaum, weil auch die Sprecher und Schreiber wissen, wie sie formulieren können und müssen, um korrekt verstanden zu werden. Für Menschen die gendern darf "Bäcker" aber dogmatisch nur noch männliche Personen oder offenbar auch sachliche Örtlichkeiten bezeichnen. Aber weibliche Bäcker sind euer sprachlicher Todfeind. Gendern entkontextualisiert Sprache völlig.

Frauen aus der generischen Grundform herauszudefinieren halte ich für zutiefst sexistisch. In einer Welt, in der Frauen nur beste Bäckerinnen und nicht beste Bäcker sein können, wird die Spaltung der Geschlechter allenfalls größer als kleiner. Wer dauernd betont, dass Bäckerinen keine Bäcker und völlig disjunkte Kategorien seien, die einer kontinuierlichen Separatnennung bedürften, betont die Unterschiede und dass männliche und weibliche Bäcker offenbar etwas völlig anderes wären. Und eines ist inzwischen sehr klar: das Gendern wird sich flächendeckend nie wirklich durchsetzen. Es basiert halt auf zahlreichen Irrtümern und hat aufgrund der Sperrigkeit gegen die Effizienz und Effektivität des generischen Maskulinums einfach keine Chance. Es ist und wird auf ewig ein reiner Gesinnungsmarker, der vielzitierte Gesslerhut, bleiben, der nichts mit Sprache sondern nur mit Gesellschaft, Opportunismus und kindischem "Ich will aber" zu tun hat. Gendern ist linguistisch schlicht "teuer".


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Gendern zur Pflicht machen?

15.03.2026 um 12:31
Zitat von TussineldaTussinelda schrieb:da geht es um die Örtlichkeit, nicht um eine Person. Das ist umgangssprachlich für "ich gehe zur Bäckerei"
Ah, ach so, ich denke es ist ein großes Problem, wenn man es so sagt. Dann ist „ich gehe zum Arzt“ auch nur eine Örtlichkeit und steht umgangssprachlich für Arztpraxis. Na dann ist doch alles in Butter, was regen sich Genderbefürworter denn auf? Ich gehe zum Tischler, da ist natürlich die Holzwerkstatt gemeint. 😉


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15.03.2026 um 12:33
Zitat von ToxidToxid schrieb:was regen sich Genderbefürworter denn auf?
kannste hier im thread nachlesen......wobei "aufregen" übertrieben ist und aus meiner Sicht eher auf die Gender-Gegner zutrifft :)


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15.03.2026 um 13:00
Zitat von x-ray-2x-ray-2 schrieb am 11.03.2026:Ja... Das sagst du...^^
Das sind Fakten, nicht meine Meinung.
Sobald du bspw "Meine Damen und Herren" oder "liebe Schüler und Schülerinnen" sagst, genderst du.

Wikipedia: Gendern
Zitat von x-ray-2x-ray-2 schrieb am 11.03.2026:Ich hingegen dachte, der Sinn des Genderns sei das Inkludieren... Ist dem denn nicht so...?
Nöö, der Sinn des Genderns ist "Sichtbarmachung"
(Aber abgesehen davon: Wenn du jemanden explizit nennst, inkludierst du diese Person(-en))


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15.03.2026 um 13:16
Zitat von GrouchoGroucho schrieb:Wenn du jemanden explizit nennst, inkludierst du diese Person(-en))
Nein, genau das Gegenteil ist der Fall. Man exkludiert. Wer seperat genannt wird gehört eben nicht dazu. "Mein Damen und Herren, liebe Ne..." ist ganz sicher nicht inkludierend. Schafft zwar "Sichtbarkeit" aber diese Sichtbarkeit ist ja gerade Exklusion durch Betonung der Andersartigkeit. Wirklich inklusiv ist eben nur die generische Form ohne Ansehen anderer Aspekte der Personen.


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15.03.2026 um 13:23
Zitat von RerunRerun schrieb:Wer seperat genannt wird gehört eben nicht dazu
Hmm, bleiben wir mal beim einen Beispielen:

"Meine Damen und Herren"
Gehören jetzt beide nicht "dazu"?
Oder trifft es nur die Zweitgenannten?

"Liebe Schüler und Schülerinnen"

So dass im ersten Fall die Herren und im zweiten Fall die Schülerinnen nicht dazu gehören?

Merkste selber, was für ein Quark deine Behauptung ist?
Zitat von RerunRerun schrieb:Schafft zwar "Sichtbarkeit" aber diese Sichtbarkeit ist ja gerade Exklusion durch Betonung der Andersartigkeit
Der Quark umformuliert wird nur breit nicht stark... (frei nach Goethe :D )
Ansonsten siehe oben
Zitat von RerunRerun schrieb:. "Mein Damen und Herren, liebe Ne..." ist ganz sicher nicht inkludierend.
Rassismus ist nie inkludierend, hat aber mit gendern null zu tun.
Zitat von RerunRerun schrieb:Wirklich inklusiv ist eben nur die generische Form ohne Ansehen anderer Aspekte der Personen.
Magerquark


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15.03.2026 um 14:35
Zitat von NoumenonNoumenon schrieb:Bedeutet das nun aber, dass "Bäcker" NICHT von "backen" kommt? Nö, natürlich nicht. "Bäcker" ist das Nomen agentis zu "backen". Und das war auch im Urgermanischen schon so.
Zitat von paxitopaxito schrieb:Im urgermanischen gab es weder backen noch Bäcker. Schmarrn.
Doch, siehe:

https://en.wiktionary.org/wiki/Reconstruction:Proto-Germanic/bak%C4%85
https://en.wiktionary.org/wiki/Reconstruction:Proto-Germanic/bak%C4%81rijaz
Zitat von NoumenonNoumenon schrieb:Allerdings beantwortet diese Erklärung noch nicht die eigentliche Frage: Warum haben sich keine vollständig symmetrischen Systeme ohne generische Form etabliert?
Zitat von paxitopaxito schrieb:Aus genau diesem Grund. Vor dem Bäcker gibt es das über Jahrhunderte.
Ist leider Unfug. Es gibt null Evidenz dafür, dass ein vollständig symmetrisches System über viele Jahrhunderte hinweg stabil als Norm existierte und dann auf einmal aufgrund patriarchaler Gesellschaftsstrukturen "ersetzt" wurde, im Gegenteil. Bitte genau lesen, was ich schreibe, ich wähle meine Worte in der Regel mit Bedacht - Zitat:

Das mag sicherlich eine Rolle dabei gespielt haben, warum sich das Maskulinum gegenüber dem Femininum als unmarkierte, generische Form durchgesetzt hat. Allerdings beantwortet diese Erklärung noch nicht die eigentliche Frage: Warum haben sich keine vollständig symmetrischen Systeme ohne generische Form etabliert?
Zitat von NoumenonNoumenon schrieb:Ein zentraler Faktor hierfür dürfte die Sprachökonomie sein. Sprachen verfolgen nämlich zwei gegenläufige Tendenzen: Einerseits sollen sie möglichst konkrete und differenzierte Aussagen ermöglichen, andererseits folgen sie auch einer Strategie der Abstraktion und Vereinfachung.
Zitat von paxitopaxito schrieb:Nope. Zur gleichen Zeit als sich Bäcker durchsetze gab es die Alternative „der/die Becke“. Ökonomischer geht nicht. Habe ich bereits alles dargelegt.
Es ist und bleibt faktisch falsch bzw. widerspricht mir in keinster Weise. Ja, es gab "Becke" sowohl im Femininum wie im Maskulinum (so wie es heutzutage bspw. "Quark" im Maskulinum und Neutrum gibt...).
Nichtsdestotrotz gab es auch im Fall von "Becke" trotz existierender Paarform (der/die Becke) aber eine Defaultform (der Becke), bei der das biologische Geschlecht unmarkiert ist. Und das war übrigens auch im Lateinischen schon so, dass trotz formaler Unterscheidung mit Hilfe von -arius/-aria die maskuline Variante in der Regel als unmarkierte Defaultform galt. Und so ist es ja auch heute noch im Deutschen, dass trotz formaler Unterscheidung zwischen "Bäcker" und "Bäckerin" das Maskulinum als unmarkierte Defaultform bzw. abstrahierend vom Geschlecht verwendet wird.
Zitat von NoumenonNoumenon schrieb:Aus diesem Grund hat sich die konsequente Paarform sprachhistorisch auch nicht wirklich durchgesetzt.
Zitat von paxitopaxito schrieb:Unsinn. Im gleichen Zeitraum wäre es schlicht „Die Becken backen Backwaren“ gewesen. Stattdessen setzte sich der Bäcker durch, den man anschließend mit ner -in Endung wieder verweiblicht. Daran ist nix sprachökonomisch sparsam.
Okay, du hast ganz große Probleme damit, zwischen Singular und Plural sowie unmarkierten und markierten Begriffen zu unterscheiden. Verstehe ich. Ist aber - zum Glück - nicht mein Problem. :)
Zitat von NoumenonNoumenon schrieb:Du scheinst - wenn ich dich richtig verstehe - zu meinen, der Grund liege in patriarchalen Gesellschaftsstrukturen.
Zitat von paxitopaxito schrieb:Korrekt. Nicht allein, aber der Zusammenhang ist recht eindeutig.
Sprachentwicklung wird vor allem beeinflusst durch Sprachökonomie, Lautwandel, Morphologisierung (Grammatikalisierung), Standardisierung, aber natürlich auch durch gesellschaftliche, kulturelle Umstände, klar.


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15.03.2026 um 16:19
Zitat von NoumenonNoumenon schrieb:Doch, siehe:
Du willst mir nun hoffentlich kein protogermanisches Wort als ein hochdeutsches verkaufen? Nein? Gut, worüber reden wir hier.
Zitat von NoumenonNoumenon schrieb:Ist leider Unfug
Da hast du recht. Ich hab dein „ohne generische Form“ nicht gelesen. Mea Culpa, mea maxima culpa. Das hatte ich aber auch nicht behauptet, im Gegenteil. Meine Einwände gegen @gagitsch im Besonderen und meine Darlegungen zum Wort Bäcker haben mit dem gM nix zu tun.
Zitat von NoumenonNoumenon schrieb:Und das war übrigens auch im Lateinischen schon so, dass trotz formaler Unterscheidung mit Hilfe von -arius/-aria die maskuline Variante in der Regel als unmarkierte Defaultform galt.
Tut mir Leid aber mit „unmarkierte Defaultform“ tue ich mich da schwer. -arius ist klar männlich, nicht unmarkiert. Und ja das wurde generisch verwendet. Darauf weise ich doch sogar hin. Und ja auch im althochdeutschen und mittelhochdeutschen gibt es das generische Maskulinum. Hab ich nie bestritten oder thematisiert. Von daher nochmal: worüber willst du an der Stelle mit mir streiten?
Zitat von NoumenonNoumenon schrieb:Okay, du hast ganz große Probleme damit, zwischen Singular und Plural sowie unmarkierten und markierten Begriffen zu unterscheiden. Verstehe ich. Ist aber - zum Glück - nicht mein Problem.
Ich weiß nicht wovon du sprichst.
Zitat von NoumenonNoumenon schrieb:Sprachentwicklung wird vor allem beeinflusst durch Sprachökonomie, Lautwandel, Morphologisierung (Grammatikalisierung), Standardisierung, aber natürlich auch durch gesellschaftliche, kulturelle Umstände, klar.
Eben. Ich hab das nie als alleinige Ursache dargestellt. Ich sage klar, dass es da einen Zusammenhang gibt und das man den kritisieren kann. Nicht mal muss, wieso auch. Also nochmal, über was genau streitest du mit mir?
Zitat von RerunRerun schrieb:In einer Welt, in der Frauen nur beste Bäckerinnen und nicht beste Bäcker sein können, wird die Spaltung der Geschlechter allenfalls größer als kleiner.
Sorry, aber das liest sich wie ein Plädoyer für eine Umbenennung des Berufs…


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15.03.2026 um 20:13
Zitat von paxitopaxito schrieb:Du willst mir nun hoffentlich kein protogermanisches Wort als ein hochdeutsches verkaufen? Nein? Gut, worüber reden wir hier.
Naja, wir reden u.a. über die sprachgeschichtliche Entwicklung von "Bäcker", welche bis ins Urgermanische zurückgeht und dort bereits als Nomen agentis gebildet wird.
Zitat von paxitopaxito schrieb:Meine Einwände gegen @gagitsch im Besonderen und meine Darlegungen zum Wort Bäcker haben mit dem gM nix zu tun.
Gut, aber deine Einwände gegen @gagitsch musst du entsprechend mit @gagitsch diskutieren, nicht mit mir. Wenn ich mich in die Diskussion zweier Parteien einmische, heißt weder, dass ich die Position der einen Partei zu 100% unterstütze, noch die der anderen.
Zitat von paxitopaxito schrieb:Von daher nochmal: worüber willst du an der Stelle mit mir streiten?
Naja, lies doch die zitierten Passagen, dazu sind sie doch da. :)
Zitat von NoumenonNoumenon schrieb:Aus diesem Grund hat sich die konsequente Paarform sprachhistorisch auch nicht wirklich durchgesetzt.
Zitat von paxitopaxito schrieb:Unsinn. Im gleichen Zeitraum wäre es schlicht „Die Becken backen Backwaren“ gewesen. Stattdessen setzte sich der Bäcker durch, den man anschließend mit ner -in Endung wieder verweiblicht. Daran ist nix sprachökonomisch sparsam.
Zitat von NoumenonNoumenon schrieb:Okay, du hast ganz große Probleme damit, zwischen Singular und Plural sowie unmarkierten und markierten Begriffen zu unterscheiden. Verstehe ich. Ist aber - zum Glück - nicht mein Problem. :)
Zitat von paxitopaxito schrieb:Ich weiß nicht wovon du sprichst.
Naja, du sprachst von "Becken" - das ist Plural. Und im Plural existiert im Deutschen keine Genusunterscheidung, denn die Genusmarkierung beschränkt sich ausschließlich auf den Singular. Das ist eine typische Eigenheit der deutschen Sprache, siehe etwa:
Wikipedia: Genus#Numerus

Und das ist bspw. auch bei so berühmten Beispielen wie "Studierender" vs. "Studierende" oder "Forschender" vs. Forschende" so:
https://de.wiktionary.org/wiki/Studierender
https://de.wiktionary.org/wiki/Studierende
https://de.wiktionary.org/wiki/Forschender
https://de.wiktionary.org/wiki/Forschende
(spannend übrigens, wie es bei "Forschende" noch gar keinen richtigen Eintrag gibt, was sehr schön zeigt, dass wir es hier nicht mit gewohntem Sprachgebrauch zu tun haben, sondern eben Neusprech...)

Deshalb reden Genderbefürworter auch so unglaublich gerne im Plural, weil sich im Deutschen die Genera nämlich nur im Singular unterscheiden, aber nicht im Plural. :D

Ja, und anschließend sprichst du plötzlich wieder vom Singular ("...setzte sich der Bäcker durch..."). Du vermischst hier also verschiedene Kategorien des Numerus, so kommen wir nicht weiter, lass' uns doch bitte beim Singular (bspw. "der/die becke") bleiben aus o.g. Gründen.

Und wenn wir beim Singular bleiben, dann lässt sich der Genus in der Regel schlecht verstecken bzw. muss mit dem Genus dann auch "...die Wortform anderer Wörter übereinstimmen, die sich auf das Substantiv beziehen, im Deutschen beispielsweise die Form von Artikeln, Adjektiven und Pronomen", wie man bei Wiki (Genus) nachlesen kann. Du machst es dir also sehr einfach, wenn du sagst, dass es doch "der/die becke" gab und damit haben wir eine vollständig symmetrische Form. Nö, haben wir eben nicht. Das ist ähnlich, als würde man behaupten, dass wir doch mit "der/die Studierende" eine vollständig symmetrische Form hätten. Die Endung -e ist hier in beiden Fällen gleich, weil der Artikel das Genus bereits zeigt (nennt man auch "schwache Deklination", siehe etwa die Wiktionary-Links oben), das war's im Prinzip aber auch schon. Schon bei einfachsten Sätzen wie "ein_ Studierender hat gestern seinen Rucksack vergessen" war es das mit der "sprachlichen Gleichberechtigung". Und das wird bei "der/die becke" nicht anders gewesen sein.


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15.03.2026 um 20:49
Zitat von NoumenonNoumenon schrieb:Naja, wir reden u.a. über die sprachgeschichtliche Entwicklung von "Bäcker", welche bis ins Urgermanische zurückgeht und dort bereits als Nomen agentis gebildet wird.
Hab ich nie bestritten, im Gegenteil, Ähnliches schrob ich selbst. Aber „Bäcker“ ist gewiss nicht irgendein protogermanischer Vorläufer.
Zitat von NoumenonNoumenon schrieb:Gut, aber deine Einwände gegen @gagitsch musst du entsprechend mit @gagitsch diskutieren, nicht mit mir.
Du hast dich in die Diskussion zwischen mir und gagitsch eingeschaltet, und mich gefragt ob ich denn überhaupt das „Nomen Agentis“ verstünde. Dabei hast du einen Satz aus dem Zusammenhang gerissen. Dass genau das im gleichen Beitrag erklärt wird ist dir entgangen? War dir schnuppe? Idk. Meinen Punkt hast du im Kern jetzt mehrfach bestätigt. Also nochmal: ich hab wirklich keine Ahnung worüber du nun reden willst?
Zitat von NoumenonNoumenon schrieb:Naja, lies doch die zitierten Passagen, dazu sind sie doch da. :)
Ich würde nicht fragen, wenn das daraus hervorginge. Ich hab das Gefühl du willst einfach nur irgendwas sagen, das keinen Bezug zu mir hat. Kannst du gerne, aber warum sprichst du mich dann an?
Zitat von NoumenonNoumenon schrieb:Naja, du sprachst von "Becken" - das ist Plural.
Das ist dein Satz. Der war im Plural. „Bäcker backen Backwaren.“ Entschuldige das ich einen Artikel eingeschmuggelt habe.
Zitat von NoumenonNoumenon schrieb:Ja, und anschließend sprichst du plötzlich wieder vom Singular
Weil es da um das Wort geht, nicht um seine konkrete Verwendung im Singular oder Plural.
Zitat von NoumenonNoumenon schrieb:wie man bei Wiki (Genus) nachlesen kann
Toll.
Zitat von NoumenonNoumenon schrieb:Das ist ähnlich, als würde man behaupten, dass wir doch mit "der/die Studierende" eine vollständig symmetrische Form hätten
Dann habe ich missverstanden was du mit „vollständig symmetrisch“ meinst. Spielt das nun irgendeine Rolle? Ist dir das wichtig? Hat es was mit dem zu tun was ich so von mir gab? Kannst du bitte irgendeinen Zusammenhang herstellen?


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16.03.2026 um 08:36
Zitat von paxitopaxito schrieb:Es ist doch eindeutig das es schon vorher den Berufsbegriff gab.
Vorher? Wann vorher? Vor dem Verb als Tätigkeitsbeschreibung? Bitte sage wann du vorher meinst, sonst kann ich dir nicht folgen.
Zitat von paxitopaxito schrieb:Was wirklich 0 Relevanz für die Formen im deutschen hat, da es sich hier keine lateinische Wurzel gibt. Gut möglich das es sich so verhält, wir reden aber über Bäcker und nicht über Pfister.
Da wirst du regional wohl deutlich trennen müssen.
Zitat von paxitopaxito schrieb:Irgendwann in grauer Vorzeit gab es da eventuell mal den Punkt an dem das gemacht wurde, das spielt hier aber heute keine Rolle mehr.
Achso...... Also nimmst du dir eine Zeitlich Punkt der für dich passt, als es den Beruf schon gab und zu negieren, was ich sage?
Zitat von paxitopaxito schrieb:Also weil es irgendwann mal irgendein Verb gab und vermutlich daraus eine Personenbezeichnung wurde die vielleicht, vielleicht auch nicht neutral war - zeigen kannst du das nicht, nicht im Ansatz - deswegen ist die konkrete historische Entstehung von Begriffen wie "Bäcker" und deren klar patriarchale Prägung irgendwie egal?
Also ich zeige auf, das aus einem Verb dann eine Berufsbezeichnung wurde, du widersprichst dem mit dem Argument, s.o., das das ggf mal so war aber keine Rolle spielt. Sry aber ich weiß nicht wie ich es dir erläutern soll. Nomen agentis ist das Argument was bereits gebracht wurde.


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16.03.2026 um 09:21
Das eigentliche Problem ist doch, dass die Bezeichnung Bäcker und Lehrer maskuline Bezeichnungen sind, sonst gäbe es ja gar kein genereisches Maskulinum. Das übersehen hier wohl alle. Es bedeutet, dass das Wort für eine oder mehrere männliche Personen verwendet wird und aber auch generisch verwendet werden kann. Nur ist eben nicht klar, wann Frauen mitgemeint sein sollen und wann nicht, sie können also jederzeit ausgeschlossen sein. Es wird also nur über den Kontext deutlich, so es diesen gibt oder dieser das hergibt. Und DAS ist das Problem. Ich verstehe wirklich nicht, wie man das konsequent ignorieren kann und wie man meinen kann, dies hätte nix mit dem Patriarchat zu tun.


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16.03.2026 um 09:30
Zitat von TussineldaTussinelda schrieb:Nur ist eben nicht klar, wann Frauen mitgemeint sein sollen und wann nicht, sie können also jederzeit ausgeschlossen sein. Es wird also nur über den Kontext deutlich, so es diesen gibt oder dieser das hergibt. Und DAS ist das Problem. Ich verstehe wirklich nicht, wie man das konsequent ignorieren kann und wie man meinen kann, dies hätte nix mit dem Patriarchat zu tun.
Dann würde jede Berufsbezeichnung in jeder Sprache egal wie alt oder jung die Sprache ist, patriarchisch "gebildet" worden sein, unabhängig von dem irgendwann benannten Tätigkeitsverb. Willst du das zum Ausdruck bringen?


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16.03.2026 um 09:44
@gagitsch
ich bin bei der deutschen Sprache. Und ich habe exakt geschrieben, was ich zum Ausdruck bringen will, mit zwei Beispielen der deutschen Sprache.


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