paxito schrieb:So ums 8. Jahrhundert rum, als die -arius Form Verwendung fand. Das kommt unserem heutigen Verständnis von "Beruf" wohl am nächsten.
Das 8.Jrd sehen ich auch so ca als Zeit der Berufsbildung in Mitteleuropa, und da kommen wir zu dem Punkt um den es mir geht. Die Tätigkeit als das tun beschrieben durch das Verb ist weit älter als der Beruf, somit kann die Berufsbezeichnung hier der durch den Artikel vermännlichte Bäcker ja nur durch das sachliche Verb abstammen, in welcher Epoche du auch blicken magst, gibt das Verb vor wie der Tätige beschrieben wird. Und das Verb ist sächlich, die Berufsbezeichnugen wird dann durch den Artikel erst geschlechtlich zugeordnet durch dessen grammatikalische Regeln, und nicht durch Zünfte die erste ca im 12.Jrd entstanden in Mitteleuropa und somit erst rd 400 Jahre später als die Bezeichnungen bereits existierten Einfluss nehmen konnten...
paxito schrieb:Nein. Wir reden über Bäcker, nicht über Pfister. Bäcker hat keinen lateinischen Stamm, darum ist das an dem Punkt einfach nicht wichtig.
Bäcker und Pfister sind die selben Tätigkeiten. Woher Bäcker kommt hatten wir ja.....
paxito schrieb:Nö. Das behauptest du weiter stumpf, zeigen kannst du das nicht. Wie auch? Es gab keinen historischen Zeitraum wo sich aus dem Verb die Berufsbezeichnung gebildet hat.
Paxito, ey, wie soll denn sich ein Beruf als Bezeichnung bilden ohne die Grundlage der Tätigkeit als getane Sache, also das Verb. malen = Maler, backen = Bäcker, gerben = Gerber, egal welche sprachlichen und zeitlichen Abwandlungen die Verben erfahren haben, stehen rein zeitlich die Verben vor der Beruf, nur darum geht es doch.
Es kam doch nicht einer um die Ecke und legte erst die Berufsbezeichnung fest, bevor man wusste was dieser Mensch denn tut, rein von seiner Aufgabe her.
paxito schrieb:Unsere Diskussion entzündete sich daran, dass Du behauptet hast diese Begriffe hätten keinen Genus und der würde erst durch Zauberhand durch die Artikel entstehen.
Ja und Nein, Ja weil ich mich da etwas präzisiert habe und nein, weil ich dabei bleiben muss, dass die Tätigkeit , das Verb, sächlich ist und der Artikel dann durch die grammatikalischen Regeln der Berufsbezeichnung bzw dem Nomen zugeordent wird.
Und das meine Ansicht nicht belegbar ist, stimmt nicht wenn es sogar den hier mehrfach genannte Fachbegriffe gibt. Ebenso gibt es deutsche Regeln dazu:
Hier sind die Hauptmethoden:
1. Infinitiv als Nomen (Infinitivierung)
Die einfachste Methode ist die Verwendung des Infinitivs (Grundform) als Nomen. Diese Nomen sind immer neutral ("das").
essen das Essen
lernen das Lernen
reisen das Reisen
2. Ableitung vom Verbstamm (Konversion)
Nomen können direkt aus dem gekürzten Verbstamm gebildet werden, oft unter Wegfall der Infinitivendung "-en". Das Geschlecht variiert (der, die, das).
besuchen der Besuch
fliegen der Flug
raten der Rat
anrufen der Anruf
3. Ableitung mit Suffixen (Endungen)
Verben können durch spezifische Nachsilben (Suffixe) in Nomen umgewandelt werden. Die häufigsten sind:
-ung (oft für Vorgänge):
landen die Landung,
warnen die Warnung
-er (oft für Personen/Handelnde):
lehren der Lehrer,
bauen der Bauer
-e (oft für Zustände/Handlungen):
liebe die Liebe,
reisen die Reise
-nis (oft für Ergebnisse):
kennen die Kenntnis,
erlauben die Erlaubnis
-ling (oft für Personen):
finden der Findling
-ei (oft für Tätigkeiten):
heucheln die Heuchelei
4. Ableitung mit Präfixen (Vorsilben)
Manchmal wird das Nomen durch Hinzufügen eines Präfixes (meist Ge-) gebildet, oft in Kombination mit dem Verbstamm.
reden das Gerede
denken der Gedanke
Beispiele für die Ableitung:
Verb (Infinitiv) Nomen (Ableitung) Methode
baden das Baden Infinitiv
baden das Bad Verbstamm
baden der/die Badende Partizip (als Nomen)
wandern die Wanderung Suffix -ung
wandern der Wanderer Suffix -er
streiten der Streit Verbstamm
besprechen die Besprechung Suffix -ung