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Selbstjustiz im folgenden Fall?

2.468 Beiträge, Schlüsselwörter: Deutschland, Mord, Vergewaltigung, Missbrauch, Selbstjustiz, Rechtsstaat
_Themis_
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Selbstjustiz im folgenden Fall?

03.01.2014 um 11:50
@Pallas

Gute Frage. Wenn du dich gegen einen bekannten Gewalttäer nicht ausreichend zur Wehr setzt, um so dein eigenen Leben zu schützen um noch schlimmere Gewalttaten abzuwenden, dann hast du dich nach der Juristerei nicht ausreichend gewehrt und quasi dein Einverständnis zu der Tat ausgedrückt.

Gilt dann eigentlich demnächst auch folgendes vor Gericht:
Herr Richter, als ich um die Ecke bog und das Opfer totschlug, da ging ich davon aus dass er das wollte. Jedenfalls hat er nicht in ausreichendem Maße sein Willen bekundet nicht totgeschlagen zu werden....


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pokpok
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Selbstjustiz im folgenden Fall?

03.01.2014 um 11:51
dasewige schrieb:die frage ist doch die,will ich verhindern das unschuldige verurteilt werden und somit in kauf nehme das schuldige davon kommen oder nehme ich es in kauf das unschuldige schuldig gesprochen werden, um soviel schuldige wie möglich zu verurteilen.
Um dem vorzubeugen wartet der sich Rächende eben auf das Urteil und ist somit ggf kein Unschuldiger mehr. Und hier setzt dann wieder die Moralkeule an.
Marcandas schrieb:Jene, wie @_Themis_, der hier groß den Rächer raushängen lässt und Gott und die Welt von seiner Schlagkraft überzeugen will, sind in meinen Augen einfach nur Forenneurotiker, die ihre unbefriedigte Geltungssucht dort ausleben wollen. Die Wirklichkeit sieht dann meist ganz anders aus!
Deine Teppichkante ist nicht so hoch wie du zu glauben scheinst. Du scheinst wohl Schwierigkeiten mit der Entscheidung; "hoch oder runter" zu haben. Fällt überhaupt nicht auf das du laufend persönlich werden musst.


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_Themis_
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Selbstjustiz im folgenden Fall?

03.01.2014 um 11:52
@Pallas
Pallas schrieb:Achja, und rtl.de ist für mich etwa gleich wie eine gewisse Zeitung mit großen Buchstaben ;)
Dann googel doch selbst, himmelarschundzwirn, der Fall ging seinerzeit breit durch die Presse und hat einen Aufschrei der Empörung hervorgebracht.


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03.01.2014 um 11:52
@_Themis_

Ich denke, dass solche "Skandalurteile" die Ausnahme und nicht die Regel sind. Aber anderseits, hätte er sie auch umbringen können. Ich denke, davor hatte sie besonders Angst.


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03.01.2014 um 11:53
@_Themis_
Jetzt wirst Du aber unnötig polemisch. Du versuchst noch nicht einmal, beide Seiten einer Situation zu beleuchten.

Ein Richter kennt nicht die Wahrheit. Er kann nur versuchen, aufgrund der Gesamtumstände möglichst der Wahrheit nahe zu kommen. Und wenn die Schilderung der Gesamtumstände Zweifel zurück lassen, dann kann man daran nichts ändern.


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_Themis_
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Selbstjustiz im folgenden Fall?

03.01.2014 um 11:54
@Pallas
Pallas schrieb:Aber anderseits, hätte er sie auch umbringen können. Ich denke, davor hatte sie besonders Angst.
Für empathielose und emotionsgestörte Juristen spielt das scheinbar keine große Rolle

Aber da greift Kurt Tucholsky mit seiner Aussage
„Er war Jurist und auch sonst von mäßigem Verstand.“


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03.01.2014 um 11:55
@pokpok
Hast Du eigentlich schon meine Beiträge gefunden, die Deine Thesen der letzten Beiträge an mich stützen?
_Themis_ schrieb:Für empathielose und emotionsgestörte Juristen spielt das scheinbar keine große Rolle
Da hast Du recht. Es spielt nur scheinbar keine Rolle.


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03.01.2014 um 11:56
_Themis_ schrieb:Dann googel doch selbst, himmelarschundzwirn, der Fall ging seinerzeit breit durch die Presse und hat einen Aufschrei der Empörung hervorgebracht.
Eigentlich solltest du ja die Artikel darüber posten, aber wenn du nicht willst, ist es mir auch egal.
_Themis_ schrieb:Für empathielose und emotionsgestörte Juristen spielt das scheinbar keine große Rolle
So kalt das auch klingt, aber Empathie gehört nicht in Gerichtssäle. Jedenfalls nicht seitens von Profis, oder wie immer man die nennen kann.


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_Themis_
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Selbstjustiz im folgenden Fall?

03.01.2014 um 11:57
@kleinundgrün

Polemisch? Der Richter hatte keine Ahnung?
Es wurde vor Gericht ganz klar gesagt dass sich das Mädchen nicht genug gewehrt hatte. Das warum (bekannter Gewalttäter der auch noch doppelt so alt war) und so weiter spielte keine Rolle.
Die Urteilsbegründung lautete nicht dass es Zweifel gab, sondern darauf dass sich das Mädchen nicht ausreichend zur Wehr gesetzt hatte.


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03.01.2014 um 11:57
@_Themis_
_Themis_ schrieb:Für empathielose und emotionsgestörte Juristen spielt das scheinbar keine große Rolle
dieser satz zeigt, dass du keine ahnung von unserem rechtssystem hat.

unser rechtssystem ist nicht empathielos und es kennt wohl auch emotionen.

wäre es so wie du sags, würde es keine differenzierung geben.


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DieSache
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03.01.2014 um 11:58
Ich denke in fast jedem der von einem solchen Schicksal getroffen wird rumort es emotional ordentlich und ich kann auch die Wut, den Hass und die Ohnmachtsgefühle Betroffener Eltern/Angehörigen verstehen, kann nachvollziehen dass dabei Rachegelüste aufkommen und es zu einer Affekt-Vergeltungstat kommt, aber ich halte sie nach wie vor nicht für ein probates Mittel, als Alternative zu unserer Rechtssprechung. In dubio pro reo, denn auch Tatverdächtige haben ihre Menschenrechte (sieh jüngstes Beispiel mit Peggy!). Wenn eine Schuld eindeutig festgestellt und unumstößlich bewiesen ist, sollte es dennoch in deren Hände liegen diese Tat zu bestrafen, die dazu auch berufen sind, sprich Richter, Staatsanwaltschaft und Vollzugsanstalt!

Ich kann es mir nunmal einfach nicht vorstellen, dass es das erfahrene Leid und den Verlust leichter erträglicher macht wenn jeder selbst zum Richter und Henker wird!


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03.01.2014 um 11:59
@Pallas
Pallas schrieb:So kalt das auch klingt, aber Empathie gehört nicht in Gerichtssäle. Jedenfalls nicht seitens von Profis, oder wie immer man die nennen kann.
in kontrollierter form gehört sie wohl in unseren gerichtssälen.


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_Themis_
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Selbstjustiz im folgenden Fall?

03.01.2014 um 12:00
So, ganz ohne Rachsucht muss ich jetzt zu Tisch. Vielleicht stelle ich mir beim Zerschneiden des Schnitzel ja das ein oder andere vor....^^


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03.01.2014 um 12:02
@_Themis_
Ich habe mal ein Beispiel für Dich, damit das etwas plastischer wird:

Folgende Situation:
Du gehst in einer Bar auf einen Typ zu lächelst und sagst: Hey, gib mir doch ein Bier aus". Du meinst das nicht mal unfreundlich und wenn er es nicht macht, ist es Dir auch egal.

Aus Sicht des anderen stellt es sich folgendermaßen dar: Ein 2-Meter-Schrank mit Lederjacke und wildem Grinsen im Gesicht will ein Bier von ihm. Dem Typ schlottern die Knie, erst letztens ist er von so einem Kerl bedroht worden. Er bringt kein Wort heraus, zahlt Dein Bier und verschwindet.

Aus seiner Sicht ganz klar ein Raub (oder eben räuberische Erpressung). er dachte, Du faltest ihn zusammen, wenn er Dir nicht das Bier ausgibt.

Aus Deiner Sicht war gar nichts.

Und nun? Ab in den Knast mit Dir?


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DieSache
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03.01.2014 um 12:03
@dasewige
@Pallas

ich bin der Meinung gerade im Gericht, sollte Humanität vorhanden sein und gewahrt werden, gerade auch um zu verstehen was dazu führte, dass ein Mensch so aus der sozialen Gemeinschaft fiel und zum Täter wurde, denn nicht nur die Urteile sind entscheident, wichtiger ist zu wissen wodurch es zur Tat kam und wie man diesen Taten künftig präventiv entgegenwirken kann. Kein Mensch wacht am Morgen auf und entscheidet sich Täter zu werden, das ist ein langer Weg bis zu diesem Punkt!


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03.01.2014 um 12:03
_Themis_ schrieb:Die Urteilsbegründung lautete nicht dass es Zweifel gab, sondern darauf dass sich das Mädchen nicht ausreichend zur Wehr gesetzt hatte.
Wenn Du die Begründung noch bitte kurz einstellen könntest.


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Selbstjustiz im folgenden Fall?

03.01.2014 um 12:04
_Themis_ schrieb:Dann googel doch selbst, himmelarschundzwirn, der Fall ging seinerzeit breit durch die Presse und hat einen Aufschrei der Empörung hervorgebracht.
Ja, und dann gibt es auch Fälle, in denen mutmasslich Vergewaltiger unschuldig jahrelang im Knast sassen, zuletzt auch ganz gross in der Presse. Wie blöd für die Verwandten des Opfers, wenn sie den der vorläufigen Kastration oder Todesstrafe zugeführt hätten, wie hier so oft gefordert.

Fehlurteile können bei neuen Beweisen revidiert werden. Ein Lynchmord oder Folter nicht. Und daher kommt Selbstjustiz nicht in Frage.


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03.01.2014 um 12:04
dasewige schrieb:in kontrollierter form gehört sie wohl in unseren gerichtssälen.
Natürlich, aber hier meine ich, wenn der Verstand deswegen vollkommen abgeschaltet wird.

Auch ein Richter, die Staatsanwaltschaft, Zeugen können von einem schrecklichen Fall innerlich aufgewühlt sein, auch wenn sie es nicht zeigen. Sind ja Menschen und keine Roboter.


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Selbstjustiz im folgenden Fall?

03.01.2014 um 12:07
@DieSache


deswegen,findet auch eine verhandlung statt, auch wenn der täter gestanden hat.
man könnte ja auch einfach nach einem geständnis ein urteil fällen ohne verhandlung.

@Pallas

und durch empathie kann ein richter zu den richtigen fargen kommen währen der verhandlung.


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Marcandas
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Selbstjustiz im folgenden Fall?

03.01.2014 um 12:08
@DieSache
DieSache schrieb:Ich denke in fast jedem der von einem solchen Schicksal getroffen wird rumort es emotional ordentlich und ich kann auch die Wut, den Hass und die Ohnmachtsgefühle Betroffener Eltern/Angehörigen verstehen, kann nachvollziehen dass dabei Rachegelüste aufkommen und es zu einer Affekt-Vergeltungstat kommt, aber ich halte sie nach wie vor nicht für ein probates Mittel, als Alternative zu unserer Rechtssprechung. In dubio pro reo, denn auch Tatverdächtige haben ihre Menschenrechte (sieh jüngstes Beispiel mit Peggy!). Wenn eine Schuld eindeutig festgestellt und unumstößlich bewiesen ist, sollte es dennoch in deren Hände liegen diese Tat zu bestrafen, die dazu auch berufen sind, sprich Richter, Staatsanwaltschaft und Vollzugsanstalt!

Ich kann es mir nunmal einfach nicht vorstellen, dass es das erfahrene Leid und den Verlust leichter erträglicher macht wenn jeder selbst zum Richter und Henker wird!
Das hier ist einer der wenigen Beiträge, der es zusammenfassend auf den Punkt bringt.


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