YpersephoneYheute um 16:26
Bergfreund schrieb:
Bei der Auswahl der Theorien mit den wenigsten Widersprüchen sicher auf Platz 2 im Fotofinish hinter Fallwind.
Leider nein. Nach den Daten der nächstgelegenen Wetterstationen (siehe hier), herrschte am Dyatlov-Pass in den Wochen davor, sowie am 1./2. Februar trotz Temperaturschwankungen höchstwahrscheinlich durchweg Dauerfrost, was - wie ich den Links entnehmen konnte - einen NIGG-Effekt, der vorzugsweise im Dezember und April-März auftritt, unwahrscheinlich macht.
Davon abgesehen, kann man ein flatterndes (bei Schneelast: durchhängendes) Zelt nicht mit einem Gebirgskamm gleichsetzen. In dem von mir verlinkten Post gibt es ein Video, welches ab 4:40 den Sachverhalt gut veranschaulicht:
https://www.youtube.com/watch?time_continue=279&v=fbZjcKl3Z6oNach meinem Dafürhalten ist es hochgradig unwahrscheinlich, dass sich am Dyatlov-Zelt derart große Mengen Triebschnee angesammelt haben konnten.
Jo, die Wetterdaten habe ich auch berücksichtigt.
Wie man (unten) sieht war die Temperatur aber einmal knapp am Gefrierpunkt - und gemessen wurde ja nicht vor Ort.
Zumal in den Tagebüchern von "warmen Wind" berichtet wurde - warm kann da natürlich relativ sein.
Deshalb hatte ich aber auch noch von den wiederholten (starken) Temperaturschwankungen (aber nicht "Plusgrade") geschrieben - diese sind immer ein Gefahrenpotential für Lawinenbildung. --> siehe im Text der Hinweis auf Gefahrenmuster 6 (kalter Schnee und Wind) neben dem Gefahrenmuster mit NIGG-Effekt.
lMystery / von Bergfreund am 10.09.2018
Bergfreund schrieb:
passato schrieb:
Ausserdem gibt es andere Quellen die nur von -15 bis -18 Grad sprechen,
Ich habe das verglichen mit dem Bericht bzw. Diagramm Temperaturverlauf auf der Wetterkarte (von Station Burmantovo, 66 km entfernt) : auch diese Aussage kann gut stimmen, denn in den sechs Tagen vor dem Vorfall war der Temperaturverlauf -2' C , -10'C, dann 3 x um - 15' C , dann hoch auf -4.8' C am 31.01.
Bzgl. Schneewechte "oberhalb Zelt" hatte ich mich unklar ausgedrückt - gemeint war natürlich die Schneekante am Hang oberhalb des Zeltes - nicht direkt am Zelt - wie in den verlinkten Skizzen zu sehen. Zwischen Kante Richtung Kamm und Zelt war die Windgeschwindigkeit geringer (genau das war ja die Absicht warum das Zelt tief eingegraben wurde) - die Spechte haben es auch nicht exakt in Westrichtung (vorherrschende Windrichtung) aufstellen können mit der Zeltlängsachse.
Wenn dort durch die Temperaturschwankungen die Schneebindung in den Schichten fragil ist, rutscht mit/ohne (abbrechende) Schneewechte u.U. wie auf der angekippten Ladefläche eines Muldenkippers irgendwann der ganze Schnee nach bis die angelegte Schneeauffanggrube voll ist, da können verschiedene Ursachen als Auslöser in Betracht kommen . Da muss auch überhaupt keine Schneewechte vorhanden sein.