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Legalisierung v. Cannabis - Der erste Schritt ist getan?

5.001 Beiträge, Schlüsselwörter: Deutschland, Berlin, Cannabis, Hanf, Coffe Shop
Dr.Thrax
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Legalisierung v. Cannabis - Der erste Schritt ist getan?

26.03.2015 um 15:02
nowhereman schrieb:Diese Jahrtausende alte Nutzpflanze und Genusspflanze hat erwiesenermaßen nur dann eine evtl schädigende Wirkung wenn der Konsument sich noch im Wachstum befindet oder ohnehin schon eine relativ labile Psyche aufweist.
Du machst einen Fehler in deiner Formulierung. Es ist keinesfalls erwiesen dass Cannabiskonsum nur unter den von dir beschriebenen Bedingungen gesundheitsschädigende Effekte begünstigt. Vielmehr ist es so, dass bislang starke Evidenz dafür vorliegt dass gewisse Prädispositionen dazu beitragen dass der jeweilige Konsument erhebliche gesundheitliche (dies schließt auch psychiatrische Folgen ein) Probleme entwickelt. Gerade aber die Auswirkungen des regelmäßigen Cannabiskonsums auf das Arbeitsgedächtnis werden noch immer kontrovers diskutiert und es kann keineswegs ausgeschlossen werden, dass in dieser Hinsicht eine schädigende Wirkung vom Cannabiskonsum ausgeht.

Um das zu unterstreichen zitiere ich aus einer Studie die im letzten Jahr veröffentlicht wurde:

"A past history of CUD (cannabis use disorder) may be associated with notable differences in hippocampal morphology and EM (episodic memory) impairments among adults with and without schizophrenia. Although the results may be compatible with a causal hypothesis, we must consider that the observed cannabis-related shape differences in the hippocampus could also be explained as biomarkers of a neurobiological susceptibility to poor memory or the effects of cannabis."

Es gibt zahlreiche Debatten darüber inwiefern der Cannabiskonsum (auch unter juristisch gesehen "erwachsenen" Menschen) die Entstehung psychischer Erkrankungen wie Depressionen, Angststörungen und zu guter letzt Schizophrenie begünstigt. Umgekehrt gibt es wie ich herauslese auch hier in der Diskussion eigentlich einen Konsens darüber dass das Vorliegen einer psychischen Labilität die Entstehung einer Substanzabhängigkeit begünstigt. Dieses Risiko wird immer so scheinheilig abgetan nach dem Motto "Ach, das sind so wenige, die psychisch für den Drogenkonsum prädisponiert sind; und die sind ja auch selbst Schuld daran wenn sie trotz ihrer psychischen Probleme Drogen nehmen...".

Die Realität sieht bedauerlicherweise völlig anders aus.
Likewise, a number of reviews have concluded that cannabis use only results in a significant increase in risk of schizophrenia when coupled with additional risk factors, in particular, an underlying genetic vulnerability.
Quelle: Wikipedia: Cannabis_and_schizophrenia

Ich übersetze mal: Der Cannabiskonsum hat nur dann einen signifikanten Anstieg des Risikos an einer Schizophrenie zu erkranken wenn zusätzliche Risikofaktoren, konkret: eine vorliegende genetische Prädisposition, vorliegen.

Es geht hier also um das Vorliegen einer genetischen Veranlagung, und nicht etwa darum dass man in irgendeiner weise akute Symptome aufgewiesen hätte. Woher soll aber man eigentlich wissen, ob man diese genetische Veranlagung in sich trägt? Das kann man nämlich nicht ohne eine genaue Untersuchung der von dem relevanten Gen kodierten Rezeptoren angefertigt haben zu lassen. Es ist also keineswegs so, dass jeder genau einschätzen können muss ob und wie stark er sich beim Konsum von Cannabis der Entstehung einer Substanzabhängigkeit aussetzt.

Auch das zweite Argument, nach dem man Menschen mit diagnostizierten Psychiatrischen Erkrankungen vorwirft, sie wüssten doch genau dass sie ein erhöhtes Risiko für eine Substanzabhängigkeit aufweisen, und dass sie demnach doch selbst daran Schuld seien wenn sie dennoch zu den Drogen greifen, ist in seinem ganzen argumentativen Aufbau menschenverachtend und für mich inakzeptabel.

Viele Menschen die psychische Probleme haben, haben oft auch Schwierigkeiten ihre Probleme anzuerkennen und vor allem darüber mit anderen Menschen zu reden. Es muss auch gar nicht mal sein, dass diese Menschen überhaupt offiziell als psychisch krank diagnostiziert sind, obwohl sie alle Bedingungen für eine psychiatrische Störung aufweisen würden. Derartige Fälle gibt es in allen Altersgruppen. Und diesen Menschen liegt es dann häufig nahe ihre Probleme mit psychoaktiven Substanzen wie Cannabis zu verdrängen. Doch es findet in der gängigen vorwurfsvollen Argumentationsweise eine unsachgemäße Verkehrung der Tatsachen statt. Es ist nämlich keinesfalls so, dass diese Menschen trotz der statistisch nachweisbaren Evidenz, nach der sie eine Hochrisikogruppe für die Entwicklung einer Substanzabhängigkeit darstellen, Drogen konsumieren. Vielmehr ist es doch so, dass diese statistische Evidenz nur deswegen existiert weil die Menschen ein höheres Risiko aufweisen die Drogen zu konsumieren. Es ist eine völlig absurde Logik von Menschen, die statistisch belegbar zu einer Gruppe gehören, die häufiger Drogen konsumiert und dementsprechend auch häufiger eine Abhängigkeit entwickeln, zu verlangen dass sie genau das einfach mal nicht tun. Diese Logik funktioniert überhaupt nicht und entbehrt jeglichem Feinverständnis für die vorliegenden Daten.


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Legalisierung v. Cannabis - Der erste Schritt ist getan?

26.03.2015 um 17:27
Edit: Ich beziehe mich mit meinem Beitrag auf Erwachsene!
Dr.Thrax schrieb: Zudem ist es übrigens nicht nur eine reine Spekulation, dass die Preise für Marihuana durch die Legalisierung und damit der Zugänglichkeit auf dem freien Markt und der zunehmenden wirtschaftlichen Konkurrenz der Anbieter, gesenkt werden sollen. Im Gegenteil: Dies ist ein wesentlicher Baustein des Konzeptes der Bekämpfung der Drogenkartelle (in den USA). Erst dadurch dass die Preise des im Handel verfügbaren Cannabis diejenigen unterbieten, welche von den Drogenkartellen angeboten werden, gelingt es nämlich das angestrebte Ziel - nämlich die Zerschlagung der Drogenkartelle - durch marktwirtschaftliche Mechanismen zu erreichen. Kurzum: Die private Wirtschaft soll in Konkurrenz zu den mexikanischen Drogenhändlern treten und diesen die Kunden abnehmen um sie dadurch auszubremsen.
Aus wirtschaftlicher Sicht ist durchaus zu erwarten, dass der Preis sinken wird. Dadurch wird wahrscheinlich auch der Konsum steigen (entsprechende Studie hast du ja schon angeführt). Da ist nur die Frage, ob die Bundesstaaten ihre regulatorische Funktion nutzen werden und die Steuern erhöhen. Damit kann der Preisverfall effektiv verhindert werden, wenn dies notwendig erscheint.
Dr.Thrax schrieb:Das was hier als "self-medication hypothesis" beschrieben wird ist nicht selten das soziopsychologische Äquivalent dafür wenn Cannabis-Konsumenten ihren Konsum damit begründen, dass sie das Gras nutzen um mal "abschalten" zu können. Es handelt sich dabei um eine Selbstmedikation, die es dem Konsumenten ermöglicht den belastenden Gedanken mithilfe der psychoaktiven Wirkung, die das THC entfaltet, zu entfliehen.
Das Problem dabei ist nur, dass die Wirkung von Cannabis belastende Gedanken nicht effektiv unterdrücken kann. Zwar beschreiben viele den Rausch mit stimmungsaufbessernden Eigenschaften - was ich nicht bestätigen kann -, aber die Gedanken werden ungerichteter. Letzteres kann zwar wirklich etwas von den schlechten Gedanken ablenken, aber tendenziell wird wohl bei einem solchen Setting das High unangenehmer und psychotischer. Dazu wäre eine Studie mal interessant :)
Dr.Thrax schrieb:Die Gefahr der Abhängigkeit wird dann dadurch begünstigt dass die Rezeptoren, an denen THC wirkt ein Toleranzverhalten entwickeln, welches die erforderliche Dosis zur Erzielung einer psychoaktiven Wirksamkeit immer weiter steigert.
Die Toleranzentwicklung ist ziemlich komplex. Pauschal stimmt deine Aussage nicht. Es existiert eine Toleranzbildung, die jedoch selektiv nur manche Aspekte der Akutwirkung umfasst. Gerade negative Auswirkungen werden dadurch geringer, wodurch auch höhere Dosen möglich werden. Aber eine Abhängigkeit begünstigen kann das natürlich dennoch.
Dr.Thrax schrieb:Es steht für mich also völlig außer Frage, dass man der privaten Wirtschaft mit dieser Freigabe des Cannabishandels zum Nicht-medizinischen Gebrauch Tür und Tor dafür öffnet, die uns ohnehin schon an allen Ecken und Enden lawinenartig entgegenkommende kommerzielle Gehirnwäsche dann eben auch auf Cannabisprodukte auszuweiten.
Alles eine Frage der Regulierung. Mit einem generellen Werbeverbot und anderen Bestimmungen an die Abgabestellen kann man das aber weitgehend verhindern.
Dr.Thrax schrieb:Und ich habe die Debatte im Deutschen Bundestag zu diesem Thema live mitverfolgt und sah mich in meinem Bild von den Grünen als pseudohumanistische Opportunistenpartei, die mit dem Erzeugen einer privatwirtschaftlichen Zugänglichkeit dieser Droge unter dem bigotten Deckmantel des Jugendschutzes, wieder einmal einen radikalkapitalistischen und laisse-faire-liberalistischen Kurs fahren, den sich nicht einmal mehr die FDP zu propagieren wagen würde. Aber was mich eigentlich sogar noch mehr staunen ließ war die Tatsache, dass ausgerechnet die Fraktion der Linken diesen Vorstoß zur Marktliberalisierung einer weiteren potenziell Abhängig machenden Droge unterstützte.
Die Grünen verwenden wohl Cannabis, um sich irgendwie von der SPD und der CDU differenzieren zu können. Die betreiben mittlerweile alle so ähnliche Politik, dass es für sie schwierig ist Wähler zu bekommen. Die FDP setzt sich inzwischen auch für eine Legalisierung ein.
Die Linke unterstützt den Gesetzentwurf, da diese auch die Drogenpolitik ändern möchte. Viel mehr Möglichkeiten als den Weg der Grünen gibt es nicht, wobei die Linke tendenziell Social Clubs bevorzugt, was auch die Probleme der Marktwirtschaft deutlich reduziert.
Dr.Thrax schrieb:A past history of CUD (cannabis use disorder) may be associated with notable differences in hippocampal morphology and EM (episodic memory) impairments among adults with and without schizophrenia.
(Abschnitt v.a. bezüglich Strukturänderungen im Hirn)
Eigentlich alle diese Studien haben eine Signifikanz und Fehlerbalken, die es in sich haben. Bisher habe ich nur eine Studie zur Hirnmorphologie gesehen, die qualitativ sowie quantitativ aussagekräftige Ergebnisse erzielt hat. Sie kommt aus Colorado und fand in 79 (Zahl aus dem Gedächnis) Probanden keine Änderung. Das Gros der anderen Studien arbeitet mit weniger als 20 Probanden.
Falls man jetzt davon ausgeht, dass die Hirnstruktur durch Cannabis geändert wird (was im begrenzten Rahmen auch logisch ist), stellt sich noch die Frage, in wie weit diese reversibel sind. Aber auch hier ergibt sich das selbe Bild: Die Studien, die eine bleibende Veränderung festgestellt haben, sind hochgradig oberhalb der Signifikanz oder weisen andere Mängel auf (zeitliche Nähe zum Konsumende bspw.). Die Studien, die eine vollständige Reversibilität gefunden haben wollen, haben da weniger Mängel.
Der Cannabiskonsum hat nur dann einen signifikanten Anstieg des Risikos an einer Schizophrenie zu erkranken wenn zusätzliche Risikofaktoren, konkret: eine vorliegende genetische Prädisposition, vorliegen.
Studien, die überhaupt einen kausalen Zusammenhang entdecken können, kommen bisher mehrheitlich zu dem Schluss, dass Cannabis das Risiko für Psychosen und Schizophrenie nicht erhöht. Dabei ist aber zu beachten, dass diese Studien aufgrund ihres Designs eher schlechte Signifikanz aufweisen. Dabei werden Personen mit sehr hohem Risiko über mehrere Jahre beobachtet und regelmäßig untersucht. Das ist teuer...

Aber egal wie man es auch nimmt: Cannabis ist für die Gesundheit wesentlich ungefährlicher als Alkohol. Wie genau die einzelnen Gefahren zu beurteilen sind, müssen bessere und aufwendigere Studien zeigen. Fakt ist aber, dass durch die Gesetzeslage die Qualität und Quantität stark leidet. Aber es ist schon witzig zu sehen wie Studien, die die Gefährlichkeit von Cannabis aufzeigen sollen, eben dies nicht schaffen. Außer scheinbar durch Minimierung des Untersuchungsumfanges. Aber da spielt zum Glück die Signifikanz und die Standardabweichung nicht mit :)


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Leibhaftiger
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Legalisierung v. Cannabis - Der erste Schritt ist getan?

26.03.2015 um 17:50
@Madboy
Madboy schrieb:Cannabis ist für die Gesundheit wesentlich ungefährlicher als Alkohol.
sitzt du daheim auf dem sofa und trinkst ein bier oder rauchst nen joint...dann ist beides ungefährlich. und alleine dein problem. machst du aber eins der beiden vor oder beim autofahren wird es sehr gefährlich! ziemlich jedem wird es egal sein was du dir daheim alles reinziehst...aber das, vor dem die meisten menschen angst haben ist der missbrauch von drogen, und das wird zu 100% passieren...nicht nur das wir jetzt schon jede menge besoffene im strassenverkehr haben, nun kommen auch noch bekiffte dazu! cannabis ist angstlösend...also eigentlich etwas was man im strassenverkehr überhaupt nicht haben möchte!


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Legalisierung v. Cannabis - Der erste Schritt ist getan?

26.03.2015 um 18:06
Leibhaftiger schrieb:sitzt du daheim auf dem sofa und trinkst ein bier oder rauchst nen joint...dann ist beides ungefährlich.
Und weiter? Extremsport ist auch gefährlich. Oder Joggen. Der Großteil der Jogger ruiniert sich ihre Gesundheit, was nachher die Gesellschaft über die Krankenkasse bezahlen muss. Fakt ist: Leben ist gefährlich.
Leibhaftiger schrieb:und alleine dein problem.
Aber nur, wenn die Folgen für die Gesundheit auch selbst getragen werden.
Leibhaftiger schrieb: machst du aber eins der beiden vor oder beim autofahren wird es sehr gefährlich!
Ja echt? Auch essen während der Fahrt ist gefährlich. Oder Sex. Oder am Radio rumfuchteln.
Leibhaftiger schrieb:aber das, vor dem die meisten menschen angst haben ist der missbrauch von drogen, und das wird zu 100% passieren
Drogenmissbrauch ist ein Problem. Aber der kausale Zusammenhang erschließt sich mir nicht.
Leibhaftiger schrieb:nicht nur das wir jetzt schon jede menge besoffene im strassenverkehr haben, nun kommen auch noch bekiffte dazu!
Na klar. Nur weil ich diesen Beitrag verfasst habe fahren alle bekifft durch die Gegend. Oder wenn man es legalisieren würde. Oder etwa nicht? Common sense ist hier gefragt.
Leibhaftiger schrieb:cannabis ist angstlösend...also eigentlich etwas was man im strassenverkehr überhaupt nicht haben möchte!
Deswegen ist es ja auch verboten. Und zwar sogar in so weit, dass sogar fast alle kontrollierten Kiffer ihren Führerschein abgeben müssen, obwohl sie nicht berauscht gefahren sind. Dagegen darf man mit 0,5 Promille noch fahren. Letzteres steigert das Unfallrisiko um über 200%. Fahren unter akuter Cannabiswirkung steigert dieses um etwa 100%. Nur, damit du mal die Größenordnungen gehört hast.

Davon ab regst du dich über Dinge auf, die in keinem kausalen Zusammenhang mit meinen Aussagen stehen. Wenn du gegen eine Legalisierung von Cannabis bist oder sonst wie Probleme mit dem Zeug hast, ist das deine Meinung. Gerne darfst du mich auch von dieser überzeugen. Aber dazu brauchst du Inhalte und vielleicht auch mal Shift.


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Legalisierung v. Cannabis - Der erste Schritt ist getan?

26.03.2015 um 19:28
Madboy schrieb:Und weiter? Extremsport ist auch gefährlich. Oder Joggen. Der Großteil der Jogger ruiniert sich ihre Gesundheit, was nachher die Gesellschaft über die Krankenkasse bezahlen muss. Fakt ist: Leben ist gefährlich.
Ha, da war ich auch in keinem kausalen Zusammenhang mit deinem Beitrag @Leibhaftiger

Wie dem auch sei verstehe ich dein Problem nicht. Klar, Drogenmissbrauch gibt es. Den wird es immer geben, egal was man sich ausdenkt. Die Frage lautet daher, wie man diesen am besten reduziert bekommt.
Deine Angst mit bekifften Fahrern ist auch begrenzt berechtigt. Aber wie ich schon schrieb ist das ja verboten. Aber wenn jetzt Cannabis in irgend einer Form legalisiert wird, was ich aus deinem Beitrag so deute, als hättest du davor bedenken, dann heißt das nicht, dass daraus Rauschfahrten entstehen. Denn heute machen das ja auch schon Leute, auch wenn 98% aller medial aufgegriffener Fälle keine Rauschfahrt im eigentlichen Sinne darstellen.

Es ist zwei Faktoren, die eine Erhöhung der Rauschfahrten bewirken könnten:

1. Zunahme der Konsumentenzahlen.
Nach allen bisher erhobenen Daten gibt es keinen direkten Zusammenhang zwischen Konsumentenzahlen und Gesetzeslage. Daher ist eine Legalisierung nicht per se mit einer bewussten Steigerung von Konsumenten gleichzusetzen. Daneben gibt es aber drei elementare Faktoren, die die Anzahl an Konsumenten bestimmen: a) Preis der Ware b) Verfügbarkeit c) Werbung. Alle drei sind über entsprechende Regulierung begrenzbar. Eine Legalisierung bedeutet auch nicht kategorisch eine Erhöhung der Verfügbarkeit, da Cannabis eh überall verfügbar ist.

2. Toleranz gegenüber Drogenfahrten.
Schwierig zu Umfassen, da es ein kulturelles Problem darstellt. Aus Sicht des Gesetzgebers hat man aber diverse Möglichkeiten, dies zu verhindern. Die Einführung eines vergleichbaren Grenzwertes zu Alkohol ist eine Maßnahme. Diese ist sogar ziemlich wichtig, da es heute egal ist, ob man mit 3ng/l oder 80ng/l THC fährt. Ersterer Wert lässt auf keine Rauschwirkung schließen und somit keine Beeinträchtigung für die Fahrtauglichkeit, letzteres ist ein eindeutig stark berauschter Fahrer. Aber heute ist in beiden Fällen der Lappen weg, weswegen es für häufige Konsumenten eben egal ist, ob sie direkt nach dem Joint oder am nächsten Tag fahren.
Ansonsten kann man die Kontrolldichte erhöhen, Aufklärung, Kampagnen... Man sieht an der Reduktion der Alkoholfahrten, dass hier viel Einfluss ausgeübt werden kann. Aber dies erfordert eben einen entsprechenden gesetzlichen Rahmen.
Versuch mal heute eine Medienkampagne gegen bekifftes Fahren finanziert zu bekommen. Die werden dich auslachen.


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Legalisierung v. Cannabis - Der erste Schritt ist getan?

26.03.2015 um 19:34
@Leibhaftiger

Cannabis ist angstlösend ? Nicht dein Ernst ? ich lehne mich sogar soweit aus dem Fenster zu behaupten das wirklich berauscht Fahrer (damit meine ich Fahren direkt nach dem Konsum) vorsichtiger fahren als andere ;) (Die Sache mit der Reaktionsfähigkeit ist ne andere , deshalb direkt nach Konsum sollte man es strikt vermeiden).

8 -12 std nach dem Konsum seh ich jedoch keine Gefahr dahingehend ;)


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Legalisierung v. Cannabis - Der erste Schritt ist getan?

26.03.2015 um 20:15
Leibhaftiger schrieb:nicht nur das wir jetzt schon jede menge besoffene im strassenverkehr haben, nun kommen auch noch bekiffte dazu!
Stimmt, daran hatte ich gar nicht gedacht - im Moment fährt ja niemand bekifft, das fängt erst bei einer Legalisierung an.
Leibhaftiger schrieb:cannabis ist angstlösend...also eigentlich etwas was man im strassenverkehr überhaupt nicht haben möchte!
Völliger Unsinn, gerade auf den Straßenverkehr bezogen.


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ronin7
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Legalisierung v. Cannabis - Der erste Schritt ist getan?

26.03.2015 um 22:17
@Wanagi

Ich glaube wir missverstehen uns wir reden doch von Mariuahna oder? Das ist aber keine Droge wie sie gern beschrieben wird sondern eine Pflanze die aus einem Samen wächst. Ebenso könnte ich dich fragen warum dir Kartoffeln oder Tomaten wichtig sind.


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Legalisierung v. Cannabis - Der erste Schritt ist getan?

26.03.2015 um 23:47
ronin7 schrieb:Das ist aber keine Droge wie sie gern beschrieben wird sondern eine Pflanze die aus einem Samen wächst.
in meinem Umfeld früher, gern Missbrauch mit (legal (!) aus Samen kultivierten) Brugmansia betrieben - allein die Vorstellung sowas mit Führung eines PKW zu kombinieren .....zum Glück schaltet sich bei sowas wohl meist entweder gesunder Menschenverstand oder absolute Fahruntüchtigkeit davor ;)

allerdings, verglichen mit anderen Dingen die aus Samen oder Mycelien hervor wachsen, geht Cannabis wohl echt eher im Richtung Tomaten, Kartoffeln und anderer ungiftiger Solanaceae
apropos, was diese ganzen (mMn reichlich übertriebenen) Streckmythen angeht, gibt klassische Haschrezepte die Datura beinhalten .......irgendwo in Indien, west indies, anderswoinFremde


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Legalisierung v. Cannabis - Der erste Schritt ist getan?

27.03.2015 um 09:08
@ronin7
Was hat bitte der Begriff "Droge" damit zu tun ob es aus Samen wächst oder chemisch hergestellt wird?
ronin7 schrieb:Ebenso könnte ich dich fragen warum dir Kartoffeln oder Tomaten wichtig sind.
Meines Wissens haben Kartoffeln und Tomaten keine psychoaktive Wirkung...


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Legalisierung v. Cannabis - Der erste Schritt ist getan?

27.03.2015 um 16:47
Iwie frag ich mich grad ob es möglich ist Cannabis und Tomaten o.ä. genetisch so zu versplicen das man THC-haltige Tomaten bekommt...


Schnell zum Patentamt bevor jemand von Monsanto das liest...


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ThunderBird1
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Legalisierung v. Cannabis - Der erste Schritt ist getan?

27.03.2015 um 18:12
@Wanagi

Naja, es gibt natürliche Drogen und künstlich hergestellte Drogen. Cannabis wächst ja eigentlich von alleine und wurde auch damals sehr wahrscheinlich häufig genutzt und verbreitet sich durch starke Samenbildung.

Die Nutzpflanze ohne starke Wirkstoffe ist glaube ich auch sehr wichtig für Lebewesen aller Art, und auch wie im Namen begrifflich schon enthalten, sehr nutzvoll in jeglicher Hinsicht.


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Legalisierung v. Cannabis - Der erste Schritt ist getan?

27.03.2015 um 19:35
@ThunderBird1
Der Begriff "Droge" bezieht sich ja nicht auf den natürlichen Ursprung
aus Wikipedia: Droge
Als Droge werden im deutschen Sprachgebrauch stark wirksame psychotrope Substanzen und Zubereitungen aus solchen bezeichnet.
--
ThunderBird1 schrieb:Die Nutzpflanze ohne starke Wirkstoffe ist glaube ich auch sehr wichtig für Lebewesen aller Art, und auch wie im Namen begrifflich schon enthalten, sehr nutzvoll in jeglicher Hinsicht.
Ja aber 99% verwenden diese "Nutzpflanze" als Droge also ist meine Frage wieso für einige sie so wichtig ist, dass sie auf die Legalisierung pochen müssen.


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ThunderBird1
ehemaliges Mitglied

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Legalisierung v. Cannabis - Der erste Schritt ist getan?

27.03.2015 um 19:45
@Wanagi
Wanagi schrieb:Der Begriff "Droge" bezieht sich ja nicht auf den natürlichen Ursprung
Was ist uA mit psychoaktiven Pilzen?
Wanagi schrieb:Als Droge werden im deutschen Sprachgebrauch stark wirksame psychotrope Substanzen und Zubereitungen aus solchen bezeichnet.
Damit kann man natürlich eine Menge rummixen.

Beim Extasy z.B. wird ja oft der Wirkstoff verändert, soweit ich weiss.
Wanagi schrieb:Ja aber 99% verwenden diese "Nutzpflanze" als Droge also ist meine Frage wieso für einige sie so wichtig ist, dass sie auf die Legalisierung pochen müssen.
Die Nutzpflanze hat einen sehr grossen ökonomischen Vorteil, der wohl leider nicht ansatzweise genutzt wird und hat auch keinen Nutzen als Droge. ;)


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Legalisierung v. Cannabis - Der erste Schritt ist getan?

27.03.2015 um 19:48
@Wanagi

Immer dieses besorgt sein... Es spielt überhaupt keine Rolle ob cannabis ein bisschen ungesund ist oder nicht... Wer es nehmen will soll es nehmen dürfen wenn er sich der Sache bewusst ist.


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Legalisierung v. Cannabis - Der erste Schritt ist getan?

27.03.2015 um 19:55
Wanagi schrieb:Der Begriff "Droge" bezieht sich ja nicht auf den natürlichen Ursprung
ThunderBird1 schrieb:Was ist uA mit psychoaktiven Pilzen?
Wanagi schrieb:Als Droge werden im deutschen Sprachgebrauch stark wirksame psychotrope Substanzen und Zubereitungen aus solchen bezeichnet.
ThunderBird1 schrieb:Damit kann man natürlich eine Menge rummixen.
Beim Extasy z.B. wird ja oft der Wirkstoff verändert, soweit ich weiss.
Sorry @ThunderBird1 aber ich weiss nicht genau was du mit den 2 Antworten mitteilen willst, ich erkenne da gerade keinen plausiblen Zusammenhang zu @Wanagi Posts?!

Nichts für ungut!

LG


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ThunderBird1
ehemaliges Mitglied

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Legalisierung v. Cannabis - Der erste Schritt ist getan?

27.03.2015 um 19:57
@Tyryon

Hab Ihr/Ihm ja nur was erklärt, oder war da irgendwas nicht zutreffend?


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Legalisierung v. Cannabis - Der erste Schritt ist getan?

27.03.2015 um 20:01
Wanagi schrieb:Der Begriff "Droge" bezieht sich ja nicht auf den natürlichen Ursprung
Da hat er doch recht, was hat das mit Psychoaktiven Pilzen zu tun?

Und hier
Wanagi schrieb:Als Droge werden im deutschen Sprachgebrauch stark wirksame psychotrope Substanzen und Zubereitungen aus solchen bezeichnet.
ThunderBird1 schrieb:Damit kann man natürlich eine Menge rummixen.
Beim Extasy z.B. wird ja oft der Wirkstoff verändert, soweit ich weiss.
weiss ich jetzt überhaupt nicht, wo der zusammenhang sein soll.
Wie gesagt, nichts für ungut, ist mir gerade nur so aufgefallen!

LG


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ThunderBird1
ehemaliges Mitglied

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Legalisierung v. Cannabis - Der erste Schritt ist getan?

27.03.2015 um 20:03
@Tyryon
Tyryon schrieb:Da hat er doch recht, was hat das mit Psychoaktiven Pilzen zu tun?
Dann ist Cannabis also keine Droge, da es natürlichen Ursprung ist? Kaffee ist auch eine Droge. ;)
Tyryon schrieb:weiss ich jetzt überhaupt nicht, wo der zusammenhang sein soll.
Wie gesagt, nichts für ungut, ist mir gerade nur so aufgefallen!
Nur Begriffserklärungen. ;)


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Legalisierung v. Cannabis - Der erste Schritt ist getan?

27.03.2015 um 20:10
Ich glaube wir schreiben gerade aneinander vorbei ;)
Wanagi schrieb:Der Begriff "Droge" bezieht sich ja nicht* auf den natürlichen Ursprung
Da wo ich jetzt den Stern im Zitat gesetzt habe, dort müsste ein "ausschliesslich" stehen, weisst du jetzt was ich meine?
Also: Der Begriff Droge bezieht sich ja nicht ausschliesslich auf den natürlichen Ursprung.
ThunderBird1 schrieb:Kaffee ist auch eine Droge.
Dito!

LG


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