@Jedimindtricks Wenn du meinst, eine etwaige politische Tendenz des Autors würde das Argument angreifen, die russischen Truppen waren nicht ausreichend groß für eine Kontrolle über die Gesamtukraine, dies war somit auch nicht das Ziel, ist die Last bei dir das zu zeigen. Einfach zu sagen: "lies mal" ist mir zu wenig.
Fedaykin schrieb:Nimm iraqi freedom 2003, da waren die Truppen in Relation zu Bevölkerung auch gering.
Genau das hatte ich vor, ohnehin anzusprechen.
Es waren damals 310.000 bis 320.000 Soldaten. Was war ihr Ziel?
Jedenfalls nicht das Land zu annektieren oder unter dauernde Kontrolle zu bringen. Vielmehr war das Ziel ein regime change, da Saddam Hussein als Diktator von Irak beseitigt werden sollte - dies war noch das liegengebliebene Erbe aus der Zeit von Bush daddy. Die USA gingen davon aus, dass Saddam sehr unbeliebt im Irak ist und die Bevölkerung ihn loswerden wollte. Die Invasionsarmee hatte nicht die Aufgabe, auf Dauer den Irak zu kontrollieren. Was dann folgten sollte, war nicht klar, man dachte, die Bevölkerung würde sich freuen, Saddam los zu sein (stimmte auch in gewisser Weise) und dann irgendwas anderes als Regierung haben, das für die USA zumindest nicht schlechter sein wird.
Was waren die Unterschiede?
Die gut 300.000 waren alle für die Einnahme von Baghad ausgerichtet und ca. 100.000 sind auch direkt auf Bagdad marschiert. Es gab keine Konzentration auf einem bestimmten Teil, wie in der Ostukraine.
Fedaykin schrieb:Deine ursprüngliche These ear ja das Kiew Mut Ablenkung war
Habe ich nicht gesagt, vielmehr ging es darum, dass es einen Alternativplan gab bzw. dass die Annexion der Ostukraine eigenständiger Plan bzw. Kriegsziel war.
(Bin mir nicht sicher, ob ich den Text oben richtig verstanden habe: was ist "ear", was ist "Mut"?)
Fedaykin schrieb:alle haben von Regime Change gesprochen, was zeitgleich Ende der Kampfhandlungen nach dich ziehen sollte und zu einem Weißrussland 2.0
Hätte führen können
Russland hätte die Ukraine ganz anders aufgeteilt usw.
Dann erkläre doch mal, wie das gehen soll. Also sagen wir, den 35.000 russischen Soldaten wäre es durch den Überraschungsangriff gelungen, das Regierungsviertel zu stürmen, Selenski zu töten oder gefangenzunehmen oder in die Flucht zu schlagen, und wahrscheinlich ebenfalls noch andere Regierungsmitglieder.
Die Russen konnten dann aber Kiev auf keinen Fall kontrollieren oder gar die ganze Ukraine, da die ukrainische Armee im Zweifel vielleicht sogar um einen Faktor 10 größer sein konnte.
Das Problem habe ich bereits hier beschrieben:
Panaetius schrieb am 13.02.2026:Also du meinst, wenn die russische Armee durch einen Überraschungsangriff in Kiev einzieht, den Kopf des Selenski im Triumph aufführt, und Medwedtschuk zum "ewigen Diktator" ausruft, der dann ein Drittel des Staatsgebiets permanent an Putin überschreibt, dann rufen 44 Millionen Ukrainer (ok - von denen wären einige dann ja Russen ... oder so) - ohne irgendwelchen äußeren Zwang - "Yippie" und die gesamte Armee der Ukraine sagt: "Wir wollen in Zukunft lieber mit Putin gegen die NATO ziehen, als unsere Freunde und Verwandten im Osten vor grausamer Ermordung und Vergewaltigung zu schützen"? Es ist egal, dass wir gestern noch alle in die NATO reinwollten. Und wenn Putin dann wieder abzieht, lässt er eine Besatzungsgarnison dar, und das ist es dann gewesen. Stellst du es dir etwa so vor? Oder wie sonst?
Meinetwegen war das etwas polemisch überspitzt, aber eigentlich wollte ich nur von dir wissen, wie du dir dieses "Weißrussland 2.0" in Kiev vorstellst, wie das Regime eingesetzt und dann verteidigt werden konnte.
Und da kam nie was...
Möchtest du den nicht darauf antworten und wenn nein, warum nicht? Möchtest du gar nichts dazu sagen?