Panaetius schrieb:Die Ukraine hätte, zumindest im Laufe der Zeit, ein Millionenheer aufbieten können. Bereits die aktive Armee war viel grüßer als die russische.
In der Schlacht um Kiew waren auf russ. Seite ungefähr 15.000 Mann beteiligt, auf ukr. Seite rund 18.000. Als Angreifer hätten die Russen natürlich viel mehr gebraucht, aber es gab kein extremes Missverhältnis. Alles lief darauf hinaus ob die Ukrainer wegrennen oder überlaufen. Das taten sie nicht und deswegen hatte Russland am Ende keinen Erfolg. Aber es war nicht so, das hier ein paar tausend Russen gegen hunderttausende Ukrainer antraten.
Panaetius schrieb:Da hätten ein paar tausend, auch ein paar zehntausend als Besatzungsmacht, um die Gesamtukraine auf Dauer militärisch zu kontrollieren, auf keinen Fall gereicht.
Es ist auch sehr unglaubwürdig, dass Putin dies erwogen haben könnte. Eine Annexion gegen eine Armee, die um den Faktor 10 bis 100 größer ist? Zu rechnen, dass sie "wegläuft"? und dann nie wiederkommt? Ein Invasionsheer muss für eine Annexion um einen Faktor größer sein als die Verteidiger.
Die ukr. Armee war nur theoretisch um den Faktor 10 oder so höher. Praktisch war sie mehr oder weniger gleich stark. Was natürlich in der Defensive mehr als ausreicht, da der Angreifer schon um den Faktor 3 bis 5 zahlenmäßig überlegen sein sollte. Also hatten die Russen keine Chance, aber nicht, weil sie 100:1 unterlegen waren.
Und ja, natürlich kann Putin dies erwogen haben. Warum denn nicht? 2014 und auch teilweise 2015 rannten die ukr. Soldaten weg, auf der Krim liefen nicht wenige über, andere taten nichts und wehrten sich nicht einmal. Es muss hier also kein Wahnsinn vorliegen. Es reicht als Erklärung, wenn Putin und/oder seine Berater einfach nur dumm waren.