Die Fronten sind weiterhin verhärtet:
Nach US-Einschätzung fehlt Putin jeder Weg Pfad aus dem Ukraine-Konflikt. Dennoch setzt der Kreml weiter auf eine Hinhaltetaktik.
Berlin – Russlands Präsident Wladimir Putin soll nach US-Geheimdienst-Informationen entschlossener denn je sein, den Ukraine-Krieg auf militärischem Weg zu gewinnen. Das berichtet der US-Nachrichtensender NBC unter Berufung auf Regierungskreise. Demnach sei Putin aufgrund hoher Truppenverluste und Kosten unter Druck, Gebiete einzunehmen.
Das Weiße Haus wollte sich laut NBC nicht zu dem Geheimdienstbericht äußern, sondern teilte mit: „Die Vereinigten Staaten werden sich weiterhin für eine friedliche Lösung des Konflikts einsetzen, wobei ein dauerhafter Frieden von der Bereitschaft Russlands abhängt, in gutem Glauben zu verhandeln.“
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Russische Truppen rücken aktuell unter anderem auf Pokrowsk im Südosten der Ukraine vor. Die Stadt liegt im Oblast Donezk nur wenige Kilometer neben der gleichnamigen Metropole, die Russland bereits zu Beginn der großflächigen Invasion 2022 eingenommen und in einem illegalen Referendum annektiert hatte. Der Kreml teilte mit, dass etwa 5000 ukrainische Soldaten in dem Gebiet eingekesselt seien. US-Beobachtungen und die Ukraine widersprechen dieser Einschätzung.
https://www.fr.de/politik/us-geheimdienst-putin-findet-keinen-ausweg-aus-ukraine-krieg-zr-94012655.htmlFür Putin wird hingegen der Krieg teurer und nun ist auch der Punkt erreicht, in dem die Folgen stärker beim russischen Volk ankommen, auch in Moskau oder St. Petersburg. Aber das heißt noch lange nicht, dass dies ebenfalls an der Front spürbar wird:
Moskau – Der russische Angriffskrieg auf die Ukraine ist teuer: Laut IWF-Daten und einer Studie vom Forschungsnetzwerk CEPR und dem Online-Policy-Portal VoxEU beläuft sich der kumulierte Wohlfahrtsverlust – die BIP-Lücke gegenüber der Vorkriegszeit – auf rund 1,69 Billionen US-Dollar. Das entspricht etwa der Größenordnung des Jahres-BIP von Spanien. Neben der entgangenen Wirtschaftsleistung gerät gleichzeitig der russische Haushalt unter Druck, was Präsident Wladimir Putin nun zu Einsparprogrammen treibt.
Ukraine-Krieg und Sanktionen verschärfen russische Finanzkrise – Putin muss sparen und Steuern erhöhen
Die Regierung setzt auf ein Effizienzprogramm für Verwaltung und Logistik des Verteidigungsressorts. Geplant sind weniger Papier- und Doppelwege, vereinfachte Berichts- und Genehmigungsprozesse, verbindliche Standards sowie der breite Umstieg auf elektronische Register und Anordnungen. Laut dem Finanzministerium sollen zudem der Dokumentenfluss und Serviceleistungen – etwa bei Vergünstigungen, im militärischen Gesundheitswesen, bei Bau- und Beschaffungsabläufen sowie bei Instandsetzung und Ausstattung – neu geordnet und beschleunigt werden.
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Die operative Militärfinanzierung ist von den Einsparungen allerdings nicht betroffen – im Gegenteil: Putin will seinen militärischen Arm weiter stärken und bestehende Defizite verringern. Bereits Ende September erklärte das Finanzministerium, dass die Finanzierung der Verteidigungs- und Sicherheitsbedürfnisse des Landes sowie die soziale Unterstützung für die Familien der Teilnehmer am Ukraine-Krieg „strategische Priorität“ besäßen.
Quelle:
https://www.fr.de/wirtschaft/finanzkrise-in-russland-putin-muss-sparen-und-erhoeht-die-steuern-zr-94014088.htmlDie Richtung stimmt jetzt mE, der Krieg muss für Putin aber noch fixer deutlich teurer werden, damit auch die Kapazitäten enden, durch Reformen und Steuermaßnahmen eingespartes Geld weiter ins Militär zu stecken.
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Heute hatten sich Trump und sein chinesischer Amtskollege Xi in Südkorea getroffen und sich auf ein paar Punkte verständigt. Das anvisierte 4h-Meeting ist es zwar nicht geworden, aber knapp die Hälfte:
SpoilerSeltene Erden: Im Streit um Chinas Exportkontrollen auf Seltene Erden ist nach Worten Trumps eine Übereinkunft erzielt worden. Die Vereinbarung gelte zunächst für ein Jahr, sagte Trump nach dem Treffen. Er hoffe, dass das der Begriff „Seltene Erden“ für „eine Weile aus unserem Vokabular verschwindet“. Laut Trump gilt die Vereinbarung für ein Jahr und kann dann nach Verhandlungen um ein weiteres Jahr verlängert werden.
Chinas Handelsministerium teilte mit, dass die USA die Maßnahme vom 29. September zurücknehmen, mit der chinesische und andere Firmen auf einer schwarzen Liste für Exportbeschränkungen landeten.
Peking hat die Beschränkungen der Seltenen Erden als Druckmittel in den Handelsgesprächen eingesetzt und damit gedroht, den Zugang von US-amerikanischen und verbündeten Herstellern zu kritischen Mineralien zu beschränken, die für die Hightech-Fertigung von Smartphones, Düsentriebwerken und anderen weitverbreiteten Produkten notwendig sind.
Zölle: Zudem kündigte Trump an, Fentanyl-Zölle auf chinesische Produkte um 10 Prozentpunkte zu senken. Diese zusätzlichen Importgebühren in Höhe von ursprünglich 20 Prozent hatte Trumps Regierung wegen der tödlichen Fentanyl-Krise in den USA eingeführt. Washington warf Peking seit Längerem vor, nicht genug zu unternehmen, um die Lieferung der zur Herstellung für das synthetische Opioid benötigten Stoffe zu unterbinden. Damit betragen die Zölle gegen chinesische Produkte laut Trump ab sofort 47 Prozent.
Sojabohnen: China will nach Angaben von Trump „riesige Mengen“ an Sojabohnen aus den USA importieren. Chinas Staatschef Xi Jinping habe zugestimmt, „riesige Mengen an US-Sojabohnen und weiteren Agrarprodukten zu kaufen“, sagte er. Peking hatte auf Trumps hohe Importzölle mit hohen Zöllen auf Sojabohnen reagiert, dies traf die Soja-Farmer in den USA hart.
Ukraine-Krieg: „Die Ukraine war ein sehr wichtiges Thema“, sagte Trump. Beide Seiten hätten sich darauf geeinigt, beim Ukraine-Krieg stärker zusammenzuarbeiten. „Wir haben lange darüber gesprochen und wir werden beide zusammenarbeiten, um zu sehen, ob wir etwas erreichen können.“ Xi werde „uns dabei helfen, und wir werden bei der Ukraine zusammenarbeiten“, fuhr Trump fort.
Computer-Chips: Vieles bleibt nach dem Treffen noch im Vagen. Beim Thema Chips scheint es kein Ergebnis gegeben zu haben. Trump betonte die Rolle der USA als Schiedsrichter und verwies darauf, dass China mit dem US-Chiphersteller Nvidia und anderen sprechen werde. Was dabei rauskommt, ist aber offen.
Nvidias Computer-Chips gelten als besonders leistungsstark und werden unter anderem für die Entwicklung von Künstlicher Intelligenz eingesetzt. Auch bedingt durch die Sorge der USA, das chinesische Militär könnte die Chips für seine Entwicklungen nutzen, konnte Nvidia bislang nach längerem Verhandeln einen leistungsschwächeren Chip in der Volksrepublik verkaufen – den H20.
Taiwan: Medien hatten vor dem Treffen spekuliert, ob die USA im Gegenzug für ein Entgegenkommen Chinas im Handelsstreit ihre Haltung gegenüber dem Inselstaat Taiwan, den sie mit Waffen unterstützen, ändern könnten. Trump sagte vor Journalisten nach dem Treffen, man habe nicht über Taiwan gesprochen.
Quelle: https://www.welt.de/politik/ausland/article6902c2d95afbdf36c840d262/usa-und-china-ukraine-zoelle-chips-worueber-trump-und-xi-sprachen.htmlGerade bei den großen Streitthemen zwischen den beiden Weltmächten, seltene Erden und Halbleiter, blieben die Vereinbarungen noch vage. China lässt sich sein Druckmitteln mit den Erden nicht aus der Hand nehmen, die USA hingegen, die bei den Chips die Nase vorn haben, lieferten ebenfalls keine konkreten Absichtsbekundungen. Wird sich zeigen, wie viel davon umgesetzt wird oder besser gesagt, wie ernsthaft da die Verlautbarungen der jeweiligen Machthaber sind.
Und dann war da noch:
USA wollen wieder Atomwaffen testen
Kurz vor dem Treffen hatte Trump angekündigt, die USA würden ihre Atomwaffentests wieder aufnehmen. Anlass seien unter anderen in den vergangenen Tagen Russlands Versuche mit einer atomgetriebenen Unterwasserdrohne und einer atomwaffenfähigen Marschflugrakete gewesen.
Trump hatte zuvor zudem Interesse daran bekundet, ein Atomabkommen mit China auszuhandeln, um die Atomwaffenbestände zu reduzieren. „Aufgrund der Testprogramme anderer Länder habe ich das Kriegsministerium angewiesen, mit der Erprobung unserer Atomwaffen auf gleicher Basis zu beginnen“, erklärte Trump. „Dieser Prozess wird sofort beginnen.“