FrankM schrieb:Type Investigations und Business Insider hatten zusammen den Zeitraum 2015 bis 2021 untersucht.
59 Schüsse, davon 23 tödlich, fast alle Opfer waren unbewaffnet
Es gab keine Hinweise darauf, daß einer der Schützen angeklagt wurde
Zz-Jones schrieb:In 44 Fällen hat ICE unter Trump schon geschossen.
Darin enthalten auch der neuste Vorfall, der mir noch gar nicht bekannt war.
frauZimt schrieb:Genau das ist meine Befürchtung.
Wenn man sich ein bisschen mehr mit ICE beschäftigt, tun sich wirklich Abgründe auf. Gleiches Vorgehen, gleiche Unterstellungen. Wie sehr gelogen und vertuscht wird, zeigt auch der Fall Marimar Martinez.
Marimar Martinez war im vergangenen Oktober auf dem Weg, Kleidung zu spenden, als sie in Brighton Park, einem überwiegend von Latinos bewohnten Viertel in Chicago, Bundesbeamte der Einwanderungsbehörde bemerkte. Diese waren im Rahmen der „Operation Midway Blitz“ vor Ort, die die Stadt mit Razzien terrorisiert hatte. Als Martinez sie sah, folgten sie und andere ihnen hupend und „la migra“ rufend in ihren Fahrzeugen, um andere vor den Einwanderungsbeamten zu warnen . Augenblicke später kam es kurzzeitig zu einer Berührung zwischen ihrem Fahrzeug und dem eines Grenzschutzbeamten . Dieser stieg aus und eröffnete das Feuer; er traf sie fünfmal.
[...]
Das US-Heimatschutzministerium bezeichnete Martinez als „inländischen Terroristen“ und legte seine Version der Ereignisse dar: Der Beamte Charles Exum habe in Notwehr gehandelt, nachdem er „von Fahrzeugen gerammt und von zehn Autos eingekesselt“ worden sei, erklärte Sprecherin Tricia McLaughlin in einer Stellungnahme . Martinez, der angeblich in der Vorwoche in einem Geheimdienstbericht wegen „Doxing von Agentendaten“ und Online-Drohungen aufgetaucht war, wurde beschuldigt, den Beamten mit einer „halbautomatischen Waffe“ bedroht zu haben.
Sie wurde wegen Körperverletzung, Behinderung und Störung der Arbeit eines Bundesbeamten angeklagt
[...]
Die Vorwürfe des Heimatschutzministeriums gegen die 30-jährige Lehrerin Martinez waren so haltlos, dass sie nicht einmal vor Gericht verhandelt wurden. In der Anklageschrift wurden lediglich zwei Fahrzeuge erwähnt, die den Grenzschutzbeamten folgten, und eine Waffe wurde mit keinem Wort erwähnt. Vor Gericht argumentierte Martinez' Anwalt, dass die Aufnahmen der Körperkamera zeigten, dass Exum absichtlich Martinez' Auto gerammt hatte, nicht umgekehrt. Exum selbst räumte ein , dass der Fahrzeugkontakt seitlich und kein Frontalzusammenstoß gewesen sei. Nach dem Zusammenstoß habe er „Tu was, Schlampe!“ ("Do something, bitch") gerufen, bevor er das Feuer eröffnete, argumentierte Parente vor Gericht. Und entgegen McLaughlins Aussage habe Martinez keine Drohung gegen Bundesbeamte ausgesprochen, sagte ihr Anwalt, die Staatsanwaltschaft habe ihm dies mitgeteilt
"Do something, bitch"... erinnert an "Fucking bitch"... Beleidigungen scheinen zum Umgangston der ICE Beamten zu gehören. Im o.g. Fall prahlte der
ICE Beamte (Exum) später auch noch vor seinem Bruder und in einer Gruppe von Kollegen in einem Chat mit den 5 Schüssen, die er abgegeben hatte.
Exums Textnachrichten zeigten auch, wie er mit der Schießerei prahlte. „Ich bin bereit für eine weitere Runde ‚Verarschen und sehen, was passiert‘“, schrieb er. Und später: „Ich habe 5 Schüsse abgegeben, und sie hatte 7 Löcher. Merkt euch das, Jungs.“
Desweiteren schrieb er, dass er sich auf eine "weitere Runde freue".
Eine weitere, geschwärzte Nachricht vom 5. Oktober, dem Tag nach der Schießerei, lautete: „Cool. Ich bin bereit für eine weitere Runde ‚einfach mal rumalbern und sehen, was passiert‘.“
"Rumalbern und schauen was passiert..." zeigt sehr genau, wie er seinen Job sieht. Natürlich kann man das nicht auf alle ICE Beamten übertragen, aber ich bin mir sicher, dass er nicht der Einzige ist, der so tickt.
Interessant ist auch, wie "gut" Beweismittel gesichert wurden. Vertuschung par excellence.
Unterdessen wurde das in den Vorfall verwickelte Regierungsfahrzeug nach Maine, über 1.600 Kilometer von Chicago entfernt, gefahren. „Das Heimatschutzministerium (DHS) wies den hauseigenen Mechaniker der Grenzpatrouille an, alle angeblichen Schäden zu beseitigen – im Grunde genommen wurde nur der Lack ausgetauscht“, behauptete Parente gegenüber HuffPost. „Dadurch konnten wir unseren Experten nicht mehr hinzuziehen, der hätte beweisen können, dass es tatsächlich das Fahrzeug des ICE-Beamten war, das ihren Wagen gestreift hatte
Die Anklage gegen Martinez und ihren Begleiter wurde abgewiesen. Ermittlungen gegen den Schützen - Fehlanzeige.
https://abcnews.go.com/US/5-shots-7-holes-border-patrol-supervisor-appeared/story?id=127249645https://www.huffpost.com/entry/marimar-marinez-dhs-renee-good_n_696181d6e4b024bfe0b93fa6https://lailluminator.com/2026/01/08/ice-shooting/