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Der ALGII-/Bürgergeld-Thread

21.013 Beiträge ▪ Schlüsselwörter: Hartz IV, Sanktionen, BGE ▪ Abonnieren: Feed E-Mail
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Der ALGII-/Bürgergeld-Thread

13.02.2010 um 17:31
@Jimtonic

sorry, glaube ich gern, dass es nervt, dich hier ständig wiederholen zu müssen - aber das sind halt leider oft die Nebenwirkungen bei Foren-Diskussionen.

Sicherlich... nicht jeder Hochqualifizierte hat eine Qualifikation, die gerade am Markt gefragt ist, aber wir haben auch haufenweise arbeitslose Qualifizierte, die keinen exotischen Studiengang aufweisen. Du "musst zum Großteil sagen: selbst schuld"? Ne, dem kann ich nicht zustimmen. Zum einen haben wir hier immer noch Bildungsfreiheit, unter der jeder das studieren kann und auch soll, was seinen Neigungen, Vorlieben und Fähigkeiten entspricht. Alles andere macht sowieso keinen Sinn. Und wo kämen wir da hin, wenn der Mensch sein gesamtes Leben nur noch an den Wünschen der Wirtschaft und des Kapitals orientieren und sich selber dabei völlig übergehen soll? Modernes Sklaventum haben wir auch so schon reichlich genug.
Zitat von JimtonicJimtonic schrieb:Wer dagegen durch eine Umentwicklung des Marktes arbeitslos wird, muss versuchen mit diesem Trend mit zu gehen und sich dahingehend weiterbilden.
Nicht, wenn die "Umentwicklung" des Marktes so aussieht: Mehr Effizienz und Gewinn, und noch mehr Effizienz und Gewinn, und noch viel mehr Effizienz und Gewinn. Aber selbst auf DIESE Umentwicklung wird eingegangen, nämlich mit immer geringer werdenen Lohnerwartungen. Aber irgendwann ist einfach eine Grenze erreicht.
Zitat von JimtonicJimtonic schrieb:Wie soll eine Wirtschaft deiner Meinung nach funktionieren, wenn noch weniger Menschen arbeiten? Sagen wir, es arbeiten nur noch 50% der Menschen und die andere Hälfte lässt sich bedienen.... glaubst du, die ersten 50% machen das lange mit?
Aber sicher! Niemand sagt, dass Arbeit vs. Nichtarbeit unterschiedslos sein soll.
Zum einen würde der Wert der Arbeit dadurch wieder ansteigen, was m. E. DRINGEND nötig ist; die Leute können zunehmend das tun, was sie wirklich gerne machen und müssen nicht irgendwas machen, nur um überleben zu können.
Zitat von JimtonicJimtonic schrieb:Und ich verstehe schon wieder nicht, warum mittlerweile zum zweiten mal die Juden ins Spiel gebracht werden? Oder war das Motto nicht bewusst gewählt? Dann solltest du damit vorsichtiger sein.
Mit den Juden hat das nichts zu tun, sondern mit einer Arbeitsideologie die an Fanatismus seit dem Dritten Reich nicht viel eingebüßt hat. Die Formen des Radikalismus' haben sich nur an die Gesellschaft und Zeit angepasst - vom Grundverständnis jedoch hat sich nichts geändert.
Zitat von JimtonicJimtonic schrieb:Paradigmenwechsel in punkto Arbeit... das wäre wohl ein Paradigmenwechsel in Richtung Untergang.
GENAU DIESES DENKEN meinte ich. Genau dieses Denken ist es, das dieses Dilemma schafft. Und es wird solange fortbestehen, bis es zur Eskalation kommt - erst dann wird ein Umdenken möglich sein. Das könnte man sich schenken, wenn man nicht soooo verbissen an längst überholte Werte festhalten würde.


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Der ALGII-/Bürgergeld-Thread

13.02.2010 um 17:38
@Valentini
Zitat von ValentiniValentini schrieb:Alles ist besser als dumm rummjammern und nur blöd zu schimpfen!
Natürlich... das wünscht sich die Politik und das Kapital: schön brav die Klappe halten, und spuren!

Alles soll besser sein als "blöd zu schimpfen"? Ne, sicher nicht!
Zitat von ValentiniValentini schrieb:Sein Ding selbst in die Hand zu nehmen sollte schon jedem zugemutet werden dürfen
Ahhh... ok, deine Schlussfolgerung ist also, dass das Problem darin liegt, dass die Leute ihr Ding nicht selbst in die Hand nehmen. Woher willst du das wissen, dass das so wäre? Weil dir das RTL und SAT und die BILD so sagt? Weil du mal wieder im Fernsehen jemanden gesehen hast, der arbeitslos ist und gejammert hat und nicht sein Ding in die die Hand nahm? Oder machst du das daran fest, dass Leute es wagen, sich über das System zu beklagen?


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Der ALGII-/Bürgergeld-Thread

13.02.2010 um 17:42
@rasco

Diese Schlussfolgerung hast du alleine gezogen. Ich beziehe mich nur darauf dass hier oft zu lesen ist dass das Amt was machen muss, und die böse, böse Sachbearbeiterin hat keinen Job für die Leute....immer nur die anderen aber niemals man selbst

Ich finde Hartz4 gar nicht mal so schlecht, wenn man diverse Unstimmigkeiten endlich mal beseitigt hat


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Der ALGII-/Bürgergeld-Thread

13.02.2010 um 18:19
Zitat von ValentiniValentini schrieb:Alles ist besser als dumm rummjammern und nur blöd zu schimpfen! Sein Ding selbst in die Hand zu nehmen sollte schon jedem zugemutet werden dürfen
Natürlich gibt es keine Vollbeschäftigung aber die persönlichen Chancen verbessern sich nicht wenn man den Kopf in den Sand steckt
Das ist alles, was ich auf den letzten Seiten versucht habe, deutlich zu machen.
Leider will und wird es keiner der verbitterten schimpfenden Rohrspatzen je verstehen, dass er hauptsächlich selbst Schuld ist an seiner Lage, die er so beklagt.

@eckhart
Du hast offensichtlich nichts von dem verstanden, was ich geschrieben habe. Du wetterst munter weiter drauf los und alles, was ich hier immer wieder antworten muss, sind Dinge, die ich Seiten vorher schon geschrieben habe.
Zitat von eckharteckhart schrieb:Da Du so auf das Thema bestehst: Hartz4 - das ist hauptsächlich eine Menge von Menschen, die nach einem Vollzeitjob noch zur Arge rennen, ihre Privatsphäre offenbaren, um einen zum Überleben notwendigen Aufstockungsbetrag zu erhalten.
Falsch. Das machst du vielleicht, aber damit bist du einer der wenigen, die noch versuchen, aus ihrer miserablen Lage etwas zu machen. Die meisten haben sich bereits dann aufgegeben, wenn sie die erste Absage erhalten.... und dieser Zustand dauert dann im schlimmsten Falle ein ganzes Arbeitsleben lang. DAS FINDEST DU GUT?

Unternehmer, die sich an der schlechten Lage von Arbeitslosen gesundstoßen, sind natürlich zu verurteilen. Dabei musst du aber zwischen denen unterscheiden, die versuchen billige Arbeitskräfte zu bekommen, um Gewinne zu machen, und denen, die die Dummheit mancher H4-Empfänger schlichtweg ausnutzen.
Ein Kumpel von mir arbeitete mal bei einer Service-Gesellschaft, die an Haustüren Vodafone-Verträge für Handy und DSL verkauften. Den meisten Reibach machten sie an den Haustüren von Sozialwohnungen. Warum? Weil die Leute zu dumm waren, um einen 5. Handyvertrag und einen 3. sinnlosen DSL-Vertrag nicht zu unterschreiben. Genau das ist diese Gruppe von H4-Empfängern, denen man an die Wäsche gehen müsste... denn wer bezahlt ihren 5. Handyvertrag? Klaro... der Steuerzahler!
Zitat von eckharteckhart schrieb:Aber wenn man nicht mehr weiter weiß, hält man sich an einem Wort auf - eine bewährte Praxis !
:D
Es ist wirklich so... ich verzweifle hier. Leute glauben lieber an ihre Märchen, als an Fakten.


Dass Leerverkäufe wieder erlaubt sind, wusste ich noch nicht, danke für die Info.
Zeigt ja, dass der Kapitalmarkt wieder auf relativ sicheren Füßen steht, so dass risikoreiche Anlageformen wieder gestattet sind. Das ist auch kein Problem, solange die Bonitäten von Marktteilnehmern richtig bewertet würden (Stichwort: Rating). Daran muss in jedem Fall gearbeitet werden.
Schön aber, dass du die Definition von Leerverkäufen aus einem dieser Privatmedien nimmst, die du ja eigentlich verbannt hast :D steck deine Nase mal in ein Buch mit dem Thema "Finanzwirtschaft" oder ähnlichem ;)

Der Spruch von Dirty Harry ist übrigens sehr gut, den merk ich mir :D
Zitat von eckharteckhart schrieb:Bestimmt hat Dir noch kein Professor gesagt, dass gerade es diese Gruppe war und ist, die nie auf die Uhr geschaut hat, die gegen das Arbeitszeitgesetz verstoßend, die Gleitzeitregelung ausgetrickst hat, um heimlich unbezahlte Überstunden und Sonntags- arbeit zu machen.
Da spricht offenbar der verbitterte, ungerecht behandelte aus dir. Ich habe großen Respekt vor derartiger Einsatzbereitschaft, aber wenn sie am Markt vorbei geht, nützt es leider nichts. Es ist schwer zu verstehen, dass aufopferungsvolle Arbeit nicht belohnt wird, aber wenn es die falsche Arbeit ist, dann wird man dafür sogar bestraft.
Aber zum fünften oder sechsten mal: das meine ich nicht mit Sozialschmarotzern. Warum nur lest ihr immer das, was ihr lesen wollt. Unglaublich verkappte Menschen hier :(
Zitat von eckharteckhart schrieb:Ja, es gibt Arbeit ohne Ende !
Ja, es gibt genügend qualifizirte und überqalifizierte arbeitslose Menschen, die diese Arbeit gern machen würden, weil sie es nicht ertragen, dass diese Arbeit unerledigt liegen bleibt.
Aber diese Arbeit bringt keinen Profit. Sie verursacht nur Kosten !
Woher sollen die Löhne für diese Arbeit kommen. Welcher Unternehmer sollte soche Arbeitsplätze, die eben erst abgeschafft wurden wieder neu erschaffen ?
Wohlgemerkt: "Wegrationalisiert" ist eine Lüge - Die Arbeit übernimmt kein Automat. Sie bleibt liegen !
Ja, auch wegrationalisierte Stellen können später wieder geschaffen werden. Das ist u.U. eine Eigenart des Marktes, auf dem diese Unternehmen agieren.
Wenn Arbeit liegen bleibt, dann ganz sicher nicht mutwillig, sondern notgedrungen.
Über wegrationalisierte Stellen bei steigenden Gewinnen habe ich bereits eine Quelle gepostet, die dir die Zusammenhänge deutlich und hoffentlich verständlich machen wird. Such mal auf den vorigen Seiten, ich bin jetzt zu faul ;)
Bezahlte Praktika ? So zahlt sich eben Qualifikatin aus ?
Nun sind wir also an einem Punkt angelangt, wo mir die Worte im Mund herumgedreht werden. War ja eigentlich klar, dass es dazu wieder kommen würde :D
Lies dir bitte nochmal genau den Absatz von Waldmensch durch, der mich zu dieser Aussage brachte. Ich sage nur: utopisch und hypothetisch - oder anders gesagt: auf einer Skala von 1 bis 10 ist 2 besser als 1 ;)
Zitat von eckharteckhart schrieb:Ja ! Arbeitslose bekommen ernsthaft dort Arbeitsangebote !
Die Kriminalpolizei und Verbraucherschützer warnen ständig vor Schneeballsystemen !
Ouh da hast du wieder ein Wort aufgeschnappt und es im vollkommen falschen Zusammengang verwendet. Das ist fast wie bei manchen Frauen... du kannst reden und reden, um sie von etwas zu überzeugen und du kannst noch so gute Argumente haben - aber erst wenn du sagst "das hilft kleinen Eisbärenbabys" sind sie sofort auf deiner Seite :D
Dann lese ich da noch Sachen wie "kriminelle Energie" und "dunkle Geschäfte". Bist du sicher, dass du die Privatsender verbannt hast? :D
Sorry aber mehr kann ich dazu nicht sagen... es ist Quatsch, der an den Haaren herbei gezogen ist.... und dass Westerwelle in einem Vorstand sitzt, und Sarah Wagenknecht nicht, sollte wohl einleuchten :D

Leute, ich habe wirklich wirklich keine Lust mehr. Immer mehr verkappte Kommunisten und verbitterte Systemgegner kriechen hier aus ihren Löchern. Es wäre lustig, wenn es nicht so traurig wäre...
Ich möchte eurer Überzeugung jetzt nicht mehr im Weg stehen. Meckert über die Politik, wählt die Linkspartei und lebt euer Leben weiter - ob genügsam mit H4 oder strebsam gegen H4. Früher oder später kommt ihr trotzdem an einen Punkt, wo ihr euch fragen werdet, ob es wirklich immer nur die POLITIKER sind, die Schuld an eurer Lebenslage haben.


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Der ALGII-/Bürgergeld-Thread

13.02.2010 um 18:20
achso, das ging @eckhart


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Der ALGII-/Bürgergeld-Thread

13.02.2010 um 18:35
Zitat von rascorasco schrieb:Warum ist das doofe Volk nur nicht schon früher auf diese "geniale" Lösung der wundersamen Ballvermehrung gekommen?
Weil unsere blitzgescheiten Eliten schon viel viel eher auf das "geniale Wunder" der virtuellen Vermehrung ihrer Vermögen, bei gleichzeitig höchst reeller Verknappung des reeellen Tauschmittels Geld gekommen sind.
Ein Volk, dass das nicht schnallen will, muss ich tatsächlich langsam als doof ansehen. :)
Es werden nur immer Sündenböcke gesucht: Hart4-Empfänger, Migranten, Ausländer ...
Zitat von rascorasco schrieb:Die Formen des Radikalismus' haben sich nur an die Gesellschaft und Zeit angepasst - vom Grundverständnis jedoch hat sich nichts geändert.
Völlig richtig !
Ja wirklich, so lange dauert das mindestens schon an !
@Valentini
Zitat von ValentiniValentini schrieb:Ich finde Hartz4 gar nicht mal so schlecht, wenn man diverse Unstimmigkeiten endlich mal beseitigt hat
Was hlifts, wenn bei Dir die Unstimmigkeiten wachsen ?
Es liegt nämlich weder an der Sachbearbeiterin, noch am Hartz4- Empfänger !
Es liegt auch nicht an irgendwelchen ominösen "Anderen" und auch nicht an jedem Individuum selbst.
Es liegt am System.


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Der ALGII-/Bürgergeld-Thread

13.02.2010 um 18:43
@rasco
Stimmt schon, ein gewisses Maß an Individualität muss schon gegeben sein. Aber wer studiert denn bitte nur, um zu studieren? Das Ziel ist ja nicht das Studium, sondern die Zeit danach! Von daher sollte man sein Studium nach beiden Argumenten wählen: Interessen und Markt.

Mit der Umentwicklung meinte ich die Verschiebung der Branchen. Wer sich jetzt zum Bergbau-Arbeiter ausbilden lässt, macht irgendwas falsch - das meine ich damit.
Mehr Gewinn und mehr Effizienz - ja, das sind die Ziele des Marktes und danach werden die freien Stellen bestückt. Wenn das in einem geregelten Rahmen bleibt und weiterhin Gründsätze gelten wie: Behinderte werden bei gleicher Qualifikation bevorzugt oder Frauen werden bei gleicher Qualifikation bevorzugt (das soll keinesfalls im Zusammenhang miteinander stehen) - dann ist auch dieser Trend auf dem Markt durchaus anpassbar. Wenn die Unternehmen "besser" werden müssen, dann müssen das auch die Mitarbeiter. Where is the problem? Unwürdige Arbeitsbedingungen? Haben damit nichts zu tun - wie schon auf den Seiten zuvor beschrieben.
Zitat von rascorasco schrieb:Aber sicher! Niemand sagt, dass Arbeit vs. Nichtarbeit unterschiedslos sein soll.
Zum einen würde der Wert der Arbeit dadurch wieder ansteigen, was m. E. DRINGEND nötig ist; die Leute können zunehmend das tun, was sie wirklich gerne machen und müssen nicht irgendwas machen, nur um überleben zu können.
Hehehe :D und wer macht die Arbeiten, die KEINER machen will? Die bleiben einfach liegen oder wie? Lassen wir die Müllsäcke eben vor den Türen stehen... macht halt derjenige, der gerade will :D
Nene so gehts nicht. Wenn jeder nur arbeitet, um sich selbst zu verwirklichen, entsteht ein großes Ungleichgewicht zwischen dem, was gemacht werden kann und was gemacht werden muss.
Wie kann man den Wert der Arbeit steigern? Hmm vielleicht durch (die böse) Technologie? Vielleicht wird der Müll dann wirklich automatisch abgeholt und jeder kann nur noch das machen, was er will ;)
Zitat von rascorasco schrieb:Mit den Juden hat das nichts zu tun, sondern mit einer Arbeitsideologie die an Fanatismus seit dem Dritten Reich nicht viel eingebüßt hat. Die Formen des Radikalismus' haben sich nur an die Gesellschaft und Zeit angepasst - vom Grundverständnis jedoch hat sich nichts geändert.
Heyhey, da verbindest du zwei unterschiedliche Sachen.
Was im 3. Reich geschehen ist, war grausam - das heißt jedoch nicht, dass die Arbeitsmoral zu dieser Zeit ebenso grausam war. Im Gegenteil: die Wirtschaft hatte einen phänomenalen Aufschwung erhalten, und das nicht nur wegen der später einsetzenden Kriegsproduktion. Von daher muss man schon unterscheiden zwischen Fanatismus und Fachismus - und einer Arbeitsmoral, die zweifelsohne besser war, als bei einigen heute.
Zitat von rascorasco schrieb:GENAU DIESES DENKEN meinte ich. Genau dieses Denken ist es, das dieses Dilemma schafft. Und es wird solange fortbestehen, bis es zur Eskalation kommt - erst dann wird ein Umdenken möglich sein. Das könnte man sich schenken, wenn man nicht soooo verbissen an längst überholte Werte festhalten würde.
Ok, dann schildere bitte nochmal, wie du dir dieses Umdenken vorstellst und ich werde dir genau sagen, an welchen Punkten es nicht funktioniert.


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Der ALGII-/Bürgergeld-Thread

13.02.2010 um 18:46
@Valentini
Zitat von ValentiniValentini schrieb:Ich beziehe mich nur darauf dass hier oft zu lesen ist dass das Amt was machen muss, und die böse, böse Sachbearbeiterin hat keinen Job für die Leute....immer nur die anderen aber niemals man selbst
Das Amt ist nicht zum Spass da, und die Mitarbeiter werden nicht als Selbstzweck von Steuergeldern finanziert, sondern dafür, dass sie ihren Job machen! Und zu dem gehört es auch, die Leute bei ihren Bemühungen zu unterstützen.


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Der ALGII-/Bürgergeld-Thread

13.02.2010 um 18:53
@rasco

In erster Linie müssen sie die Leute "verwalten", d.h. neue Anträge entgegen nehmen, überprüfen und genehmigen oder ablehnen und bei der Fülle an Antragsstellern ist eine weitere Hilfe derzeit kaum möglich. Sich Arbeit zu suchen ist in erster Linie Aufgabe und Pflicht des Arbeitssuchenden


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13.02.2010 um 19:09
@Jimtonic
Zitat von JimtonicJimtonic schrieb:Von daher sollte man sein Studium nach beiden Argumenten wählen: Interessen und Markt.
Sehe ich auch so. Erst die Symbiose von Beidem ist ein Erfolgsgarant.
Zitat von JimtonicJimtonic schrieb:Behinderte werden bei gleicher Qualifikation bevorzugt oder Frauen werden bei gleicher Qualifikation bevorzugt (das soll keinesfalls im Zusammenhang miteinander stehen) - dann ist auch dieser Trend auf dem Markt durchaus anpassbar.
Das halte ich für eine falsche Herangehensweise, die Benachteiligung seitenverkehren würde.
Zitat von JimtonicJimtonic schrieb:Wenn die Unternehmen "besser" werden müssen, dann müssen das auch die Mitarbeiter. Where is the problem? Unwürdige Arbeitsbedingungen? Haben damit nichts zu tun - wie schon auf den Seiten zuvor beschrieben.
Das Problem ist, dass die Unternehmen aber gerade nicht "besser" werden, sondern ganz im Gegenteil der Trend unvermindert weiter zu immer mehr Leistungsforderung bei immer geringerem Kapitaleinsatz geht.
Hehehe und wer macht die Arbeiten, die KEINER machen will? Die bleiben einfach liegen oder wie? Lassen wir die Müllsäcke eben vor den Türen stehen... macht halt derjenige, der gerade will
Es gibt genügend, die auch solche Arbeiten machen wollen und sie gerne machen. Und wenn solche Arbeit auch entsprechend gewürdigt (auch finanziell) statt abgewertet wird, dann wird es daran sicherlich nicht scheitern.
Zitat von JimtonicJimtonic schrieb:Wenn jeder nur arbeitet, um sich selbst zu verwirklichen, entsteht ein großes Ungleichgewicht zwischen dem, was gemacht werden kann und was gemacht werden muss.
Das sehe ich nicht so: die Menschen sind grundverschieden. Was du selber vielleicht als verwirklichung ansiehst, kann für einen anderen der blanke Horror sein. Ich selber z. B. bin Jurist und höre in meinem Bekanntenkreis ständig "oh gott, das könnte ich nie machen, staubtrocken, ätzend, stinklangweilig, öde, trocken, vieeeeel zu theoretisch.....". Mich hingegen erfüllt es absolut.
Zitat von JimtonicJimtonic schrieb:Wie kann man den Wert der Arbeit steigern? Hmm vielleicht durch (die böse) Technologie? Vielleicht wird der Müll dann wirklich automatisch abgeholt und jeder kann nur noch das machen, was er will
Der Wert von Arbeit ließe sich auch durch Anerkennung statt Druck und Ausbeutung steigern - wie wär's z. B. damit ;)
Zitat von JimtonicJimtonic schrieb:Was im 3. Reich geschehen ist, war grausam - das heißt jedoch nicht, dass die Arbeitsmoral zu dieser Zeit ebenso grausam war. Im Gegenteil: die Wirtschaft hatte einen phänomenalen Aufschwung erhalten, und das nicht nur wegen der später einsetzenden Kriegsproduktion. Von daher muss man schon unterscheiden zwischen Fanatismus und Fachismus - und einer Arbeitsmoral, die zweifelsohne besser war, als bei einigen heute.
Im 3. Reich wurde nicht lange gefragt, was jemand will, welche Neigungen er hat, ob er sich wohlfühlt oder nicht, sondern was er leistet und was seine Leistung und Funktionalität wert ist. Arbeit wurde als einer der höchsten Werte betrachtet - erst weit danach kam der Mensch. Der Mensch als Funktionseinheit! Daran hat sich leider bis heute nicht viel geändert. Das Ganze muss in eine Umkehrung: der Mensch soll nicht der Arbeit für deren Erfüllung dienen, sondern Arbeit soll dem Menschen für dessen Erfüllung dienen.
Zitat von JimtonicJimtonic schrieb:Ok, dann schildere bitte nochmal, wie du dir dieses Umdenken vorstellst und ich werde dir genau sagen, an welchen Punkten es nicht funktioniert.
Ein paar Ansätze habe ich hier schon benannt. Aber ab davon.... was du hier so vollmundig versprichst, könntest du nicht im Ansatz einhalten.


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rasco ehemaliges Mitglied

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Der ALGII-/Bürgergeld-Thread

13.02.2010 um 19:14
@Valentini
Zitat von ValentiniValentini schrieb:In erster Linie müssen sie die Leute "verwalten", d.h. neue Anträge entgegen nehmen, überprüfen und genehmigen oder ablehnen und bei der Fülle an Antragsstellern ist eine weitere Hilfe derzeit kaum möglich.
Nein! Dafür gibt es gesonderte Einrichtungen, und die nennt sich in den Agenturen "Leistungsabteilung". Die sog. "Fallmanager" haben hingegen die Aufgabe, die Leute aktiv zu unterstützen.
Zitat von ValentiniValentini schrieb:Sich Arbeit zu suchen ist in erster Linie Aufgabe und Pflicht des Arbeitssuchenden
Und du meinst, daran würde es scheitern? Na, dann hör dich mal bei Arbeitssuchenden um, was die z. T. für einen immensen Aufwand betreiben. Die Mär von "Deutschlands frechster Arbeitsloser" aka BILD beschreibt Einzelfälle, von denen auf Biegen und Brechen versucht wird, sie als "so sieht's aus in Deutschland" an den Mann zu bringen.


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Der ALGII-/Bürgergeld-Thread

13.02.2010 um 19:27
@rasco

Ich schrieb ja aber auch unter welchen Vorzeichen es zu sehen ist und da nannte ich die derzeitige Flut an Antragstellern. Und damit keiner zu lange auf die Genehmigung und somit sein Geld warten muss, werden diese Fallmanager eben dafür eingesetzt dass die Anträge alle in der angemessenen Frist bearbeitet werden können.
Aber hier ist, und da gebe ich dir natürlich Recht, dringender Handlungsbedarf erforderlich


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Der ALGII-/Bürgergeld-Thread

13.02.2010 um 19:36
@rasco
Zitat von rascorasco schrieb:Das halte ich für eine falsche Herangehensweise, die Benachteiligung seitenverkehren würde.
Wird aber genau so praktiziert! Siehst du in nahezu jedem Bewerbungsformular als Hinweis.
Finde ich auch gut, denn dadurch sollen ja gerade benachteiligte Gruppen ebenso in den Betrieb integriert werden.
Zitat von rascorasco schrieb:Das Problem ist, dass die Unternehmen aber gerade nicht "besser" werden, sondern ganz im Gegenteil der Trend unvermindert weiter zu immer mehr Leistungsforderung bei immer geringerem Kapitaleinsatz geht.
Gerade das bedeutet für ein Unternehmen "besser" werden ;)
Das muss nicht auf Kosten der Mitarbeiter gehen, sondern kann schon bei verschiedenen Kostenfaktoren anfangen.
Zitat von rascorasco schrieb:Es gibt genügend, die auch solche Arbeiten machen wollen und sie gerne machen. Und wenn solche Arbeit auch entsprechend gewürdigt (auch finanziell) statt abgewertet wird, dann wird es daran sicherlich nicht scheitern.
...und wer bezahlt das? Der Staat? Wer bezahlt all die Lohnerhöhungen?
Btw: Müllfahrer erhalten tatsächlich ein recht ordentliches Gehalt durch Zuschläge... vor allem weil sie einem höheren Risiko unterliegen, krank zu werden.
Zitat von rascorasco schrieb:Das sehe ich nicht so: die Menschen sind grundverschieden. Was du selber vielleicht als verwirklichung ansiehst, kann für einen anderen der blanke Horror sein. Ich selber z. B. bin Jurist und höre in meinem Bekanntenkreis ständig "oh gott, das könnte ich nie machen, staubtrocken, ätzend, stinklangweilig, öde, trocken, vieeeeel zu theoretisch.....". Mich hingegen erfüllt es absolut.
Ich rede nicht von Jura oder anderen Spezialgebieten... ich rede von Arbeiten, die wirklich "keiner" machen will. Ich glaube nicht, dass es eine gleiche Anzahl an Leuten gibt, die gerne Sportwagen testen und die gerne Klos putzen. Wenn es 100 Leute gibt, die gerne Sportwagen testen würden, aber nur einen Platz als Sportwagentester... was machen dann die anderen 99? Zu Hause sitzen?
Wenn 100 Klos geputzt werden müssen, aber nur einer will das gerne machen... was passiert dann? Wird er sich für seinen Traum zu Tode schuften? Glaubst du nicht, dass er sich verarscht vorkommen wird? Vor allem, wenn er dann getadelt wird, weil er nicht alle 100 Klos geschafft hat?
Sicherlich... wenn der Kloputzer-Job besser honoriert wird, würden ihn mehr Leute machen... aber wer bezahlt das? Der Staat? Das Unternehmen?
Keiner von beiden könnte es auf Dauer bezahlen ;)

Das Problem an deinem Ansatz ist schlichtweg: die Menschen sind nicht so. Das ist überhaupt das Problem von Sozialismus in jeglicher Form. Der Leistungsträger fühlt sich immer ungerecht behandelt, weil er entweder zu gering entlohnt wird, oder Arbeiten machen muss, für die er eigentlich zu qualifiziert ist.

Nehmen wir an, man bietet dir zwei Möglichkeiten:
A: Du alleine bekommst eine Gehaltserhöhung von 10.000 Euro
B: Du bekommst eine Gehaltserhöhung von 50.000 Euro, aber alle anderen auch.

...unter der Annahme, dass die Preise konstant bleiben. Was würdest du tun?
70-80% der Menschen würden Möglichkeit A nehmen. Warum? Weil Wohlstand erst dann wirklich etwas wert ist, wenn man mehr hat, als der Durchschnitt.
Verstehst du das Problem? ;)


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Der ALGII-/Bürgergeld-Thread

13.02.2010 um 19:39
@Jimtonic
Interessant, dass DVAG, AWD und Bonnfinanz (zB.) bei Dir ehrenwerte Gesellschaften sind ! Was hälst Du von der italienischen Mafia ? :D
Westerlein war es wenigstens noch peinlich und er versuchte es zu vertuschen, als ihm seine DVAG zum Wahlerfolg gratulierte. :D
Zitat von JimtonicJimtonic schrieb:Ja, auch wegrationalisierte Stellen können später wieder geschaffen werden. Das ist u.U. eine Eigenart des Marktes, auf dem diese Unternehmen agieren.
Unsere verrottende Infrastruktur wird kaum auf die Eigenarten des Marktes warten können !
Weißt Du eigentlich, über wie viele einsturzgefährdete Brücken, Kabelschächte und Kanalisationen Du täglich fährst ? (Nur ein Beispiel unter vielen) :D
Kommt es Dir nicht komisch vor, dass sich beim DSL- Ausbau in einem angeblich "modernsten Telefonnetz" nichts tut und nichts tun wird? (Hinderniss Nr.1 für IT-Branche)
Zitat von JimtonicJimtonic schrieb:Ich habe großen Respekt vor derartiger Einsatzbereitschaft
Ich inzwischen nicht mehr !
Denn sie wurde von Psychopathen ausgenutzt !
Die Definition von Leerverkäufen stand zufällig in dieser erstbesten Meldung.
Die gleiche Meldung kam sinngemäß ähnlich in allen Medien.
Um die Definition ging es nicht. Ich setzte sie als bekannt voraus.
Mit Finanzwirtschaft habe ich mich, denke ich, genug beschäftigt, und das garantiert vielseitiger, als Du.
Oder kennst Du: "Zukunft kann man nicht kaufen" (Gahrmann/Osmers)
"Die fragwürdigen Grundlagen der Ökonomie" (Brodbeck) oder beispielsweise wenigstens
"Welt mit Zukunft" (Radermacher) ?

Die Mainstream- Finanzwirtschaft/Wissenschaftsliteratur lasse ich beiseite, weil sie die Einseitigkeit und Verknöcherung verkörpert !
Was soll man von Wirtschaftsweisen, Chefvolkswirten, Bankern und ähnlichen "Experten halten, die allesamt behaupten, die Krise hätte man nicht vorhersehen können ?
Welchen Wert hat es, deren Bücher noch zu lesen ? Wie ich es leider getan habe.
Deren Bücher führen mir nur ihre zum Himmel schreiende Inkompetenz vor !

"Probleme kann man nie mit derselben Denkweise lösen,
durch die sie entstanden sind."
(Albert Einstein)


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Der ALGII-/Bürgergeld-Thread

13.02.2010 um 20:00
Zitat von JimtonicJimtonic schrieb:wenn der Kloputzer-Job besser honoriert wird, würden ihn mehr Leute machen... aber wer bezahlt das? Der Staat? Das Unternehmen?
Keiner von beiden könnte es auf Dauer bezahlen
Weil das gesamte System falsch ist !
Das gesamte Kosten-Verständnis ist falsch !
Abgeschriebene Atomkraftwerke sind aus Sicht der Betreiber Gelddruckmaschinen !
Unter Berücksichtigung der wahren Kosten sind sie das Unrentabelste, was es überhaupt geben kann.

Gerade wenn eine Arbeit niemand machen will, muss sie so hoch honoriert werden, dass eine Nachfrage nach ihr entsteht !
Bei Sportwagentestern-Testern werden nicht mal durchschnittliche Löhne nötig sein.
Tätigkeiten mit hoher Verantwortung braucht man so lange nicht hoch zu entlohnen,
solange bei Versagen keine andere Konsequenz als eine Millionenabfindung "droht".


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Der ALGII-/Bürgergeld-Thread

13.02.2010 um 20:13
@Jimtonic
Zitat von JimtonicJimtonic schrieb:Weil Wohlstand erst dann wirklich etwas wert ist, wenn man mehr hat, als der Durchschnitt.
So denken "Saurier" !

Eine erstklassige Definition für diesen kranken Zustand:
Die 356 wohlhabendsten Familien der Welt erfreuen sich zusammen eines Reichtums, der mittlerweile das Jahreseinkommen von 40 Prozent der gesamten Menschheit übertrifft. Die drei allerreichsten Familien, Bill Gates, Warren Buffet und die Waltons von der Wal-Mart-Supermarktkette, verfügen zusammen über mehr Vermögen, als dem Jahreseinkommen der 940 Millionen ärmsten Menschen auf der Erde entspricht.

Ja, ja ich weiß, die spenden alle. Alle machen überall mit.


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Der ALGII-/Bürgergeld-Thread

13.02.2010 um 20:18
Und alle, die die Probleme mit einer anderen Denkweise lösen wollen, als mit der Denkweise, die die Probleme verursacht hat, werden als Kommunisten diffamiert.


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13.02.2010 um 20:20
Ne @eckhart das stimmt aber nicht. Die werden als Kapitalistensäue diffamiert.


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13.02.2010 um 20:24
H 4 soll umbenannt werden.

Hartz-IV Umbenennung

Macht alle mit! :)


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Der ALGII-/Bürgergeld-Thread

13.02.2010 um 20:25
@pprubens
Mit einer ANDEREN Denkweise !
Seit wann denken Kapitalisten anders ?


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