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Der ALGII-/HartzIV-Thread

19.713 Beiträge ▪ Schlüsselwörter: Hartz IV, Sanktionen, BGE ▪ Abonnieren: Feed E-Mail

Der ALGII-/HartzIV-Thread

10.06.2021 um 13:03
Zitat von AbahatschiAbahatschi schrieb:Das Ziel lautet wohl DDR 2.0….da gab es auch ein soziales Netz.
Kann mich nich erinnern, dass es in der DDR ein soziales Netz gab, aber es gab eine Arbeitspflicht.
Wenn man hätte reich werden können, wär das vielleicht was für dich gewesen. :D

kuno


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Der ALGII-/HartzIV-Thread

10.06.2021 um 14:54
Zitat von OptimistOptimist schrieb:wenn man SO rangeht, dann wäre auch eine Krankenkasse unnötig. "die Gesunden zahlen ein und die Kranken profitieren -> voll ungerecht" ;)
Neee. wenn man wie Dir ran geht wäre es so: einzahlen und man kriegt nichts wenn man Krank ist.

Ich verstehe die Empörung nicht! wieso kann man von manchen Arbeitsfähigen erwarten dass sie für andere arbeiten und von anderen Arbeitsfähigen kann man nicht mal verlangen für sich zu arbeiten? Verrückt ist das.


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Der ALGII-/HartzIV-Thread

10.06.2021 um 15:58
Zitat von OptimistOptimist schrieb:wie meinst du das mit dem Spin, bzw. was genau hast du dabei im Sinn? Kurz, hast du dazu schon konkrete Ideen?
Zitat von OptimistOptimist schrieb:wenn alle kürzer arbeiten (was ich auch sehr begrüßen würde), wovon sollen dann die Leute leben? Der Staat müsste dann auch wieder einspringen und das könnte dann auch wieder zu diesem Problem führen oder?
"Spin" im Sinne des Verständnisses dieser Dienstleistung. Auch hier kann der "Ton die Musik machen". Gebe ich den Leuten Geld um sie noch gerade so abzuspeisen in einer Art "Elendsverwaltung"? Oder setze ich die Prämisse und die 'Vermarktung' ganz anders bzw. positiver, was nicht nur den Namen der Begrifflichkeit beinhaltet? Zwischen dem Narrativ eines negativ konnotierten Arbeitslosengeldes und einem 'Grundeinkommen' können Welten liegen und entsprechend mediales, staatliches oder gesellschaftlich transportiertes Selbstverständnis der Sache kann hier einen Unterschied machen in der Wahrnehmung und Akzeptanz.

Das klingt sicherlich etwas schwierig ausgedrückt. Der Kernpunkt ist, wie man das vermarktet und wie man das wahrnimmt und ob es eine gewisse adäquate* Abdeckung erlaubt oder gerade so reicht.

*adäquat im Sinne zukünftiger Wertschöpfung und so weiter





Wenn durch techn. Fortschritt die Wertschöpfung erschwinglicher und einfacher wird, kann ich es mir ggf. sogar staatlich leisten, eine Art "BGE" zu etablieren und es positiv zu vermarkten weil auch für die Leute genug über bleibt. Kein Luxusleben, dafür dann gerne Zusatzarbeit, dafür aber auch keine 'Elendseverwaltung' wo die Leute knapp klarkommen oder noch je nach individueller Lage Probleme haben. Natürlich nur unter der Prämisse, dass es finanziell und im Haushalt halt 'drin' ist.

Das wäre nämlich vom "Spin" und der Wahrnehmung her besser, als wenn man sinngemäß und negativ behaftet eine Heerschaar "technologischer Arbeitsloser" die quantitativ wie qualitativ nicht in ausreichendem Maße umschulen und umsatteln können mit geringen Beiträgen abspeise was ggf. soziale Konflikte und Unruheherde beschert. Das meine ich mit "Spin" halt. Ferner auch die Wahrnehmung der Gesellschaft auf die Benachteiligten; sind es sinngemäß und im Schnitt in der Wahrnehmung eher gebeutelte Hunde die nach Resten schnorren oder gar Schmarotzer oder sind es halt eher "Eigenständige" bzw. findet man dann neutralere bis positive Beschreibungen oder Kategorisierung.

Ich bin wie gesagt bei jetziger Lage kein Fanboy des BGE. Ich denke schlicht, je nach technischer und gesellschaftlicher Entwicklung wird so eine Form notwendig. Der "Spin" kann auch viel beeinflussen und da schließt sich thematisch der Kreis wieder. Speist man dann eher eine Heerschar mit Arbeitslosengeld in einer Art Elendsverwaltung ab oder räumt man mit positiver Konnotation eine Art "BGE" ein und setzt den Fokus mehr auf die zur Verfügung stehende Freizeit und ggf. Selbstverwirklichung? Das sind alles komplexe Aspekte die zu einer gesellschaftlichen Stabilisierung beitragen können oder nicht.

Darum geht es mir quasi.
Zitat von kuno7kuno7 schrieb:Man kann sehr sicher davon ausgehen, dass viele Jobs wegfallen. Berufskraftfahrer und Supermarktkassiererin sind die beliebtesten Beispiele, aber auch Bankangestellte oder Versicherungsmakler wird es treffen.
Noch gibt es aber einige Bereiche wo ein Mangel an Arbeitskräften herrscht, hier sollte man primär ansetzen das Problem zu lindern, indem man die nachgefragten Stellen attraktiver macht.
Wenn wir jedoch realistisch sind wird zeitnah nicht jede Person die in einem Job arbeitet der wegfällt umsatteln können - hier müsste ggf. auch das Bildungssystem gar bis zu radikale Änderungen erfahren damit künftige Personen auf künftig noch relevante Jobs umgesattelt bzw. vorbereitet werden. Alles kann, nichts muss. So könnte in Schulen mehr IT-Ausbildung oder Lehre einfließen, als Beispiel. Oder eben anderes, was noch Zukunft hat. Ich mutmaße aber: Der technologische Wandel mit seinen Folgen trifft uns schneller, als dass wir auch proaktiv Schritt halten könnten. Ergo werden wir in dieser abstrakten Übergangs- oder Adaptionsphase nun mal mit den Folgen umgehen müssen, wie mehr Arbeitslosen die nicht zeitnah, teils und individuell gesehen nie umsatteln können.

Ich werde jemanden der sinngemäß ein Leben lang am Fließband Dinge oder Arbeitsschritte kombinierte oder erstellte nicht von heute auf morgen zum IT-Experten oder Sicherheitsexperten oder Ökonom machen können - es sei denn das private und natürliche Interesse an den Themen ist schon da. Da muss ich sonst aber kurzum schon Jobs finden die (zeitnah) quasi zumutbar und ausführbar sind.

Teilweise aber schwierig, wenn viele dieser Alternativjobs (je nach Skill-Level) auch bedroht sind. Fabrik schließt, weil Robotik den Arbeiter darin ersetzt? Handwerk oder Reinigung auch schwierig weil gleiches Spiel dort. Wenn Robotik adaptiver wird wird man irgendwann vielleicht erwägen: Wieso noch menschliche Reinigungs- oder Produktionskräfte, wenn Roboter es 24/7 bzw. im Wechsel auch und günstiger können?
Zitat von AbahatschiAbahatschi schrieb:Das kannst Du am Besten beantworten, Du sagst ja dass Jobs wegfallen.
Da umgehst du jetzt die Frage, die an dich gerichtet war. Du hattest ja geschrieben:
Zitat von AbahatschiAbahatschi schrieb:Die Anzahl der Beschäftigten steigt und steigt, Fazit im Forum: die Jobs verschwinden.
Kontextuell wird also der ("meiner/unserer") Prognose des Jobverlusts widersprochen, weil gerade die Anzahl der Beschäftigten steigen würde -> Wieso, auf welcher Datenlage? Oder nur ein Eindruck? Das eine (aktuell Zuwachs) muss nicht zwingend dem anderen (langfristiger Verlust von Arbeitsstellen) widersprechen.

Das kann ich jetzt aber nicht beantworten, sondern nur du.


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10.06.2021 um 16:01
Zitat von WardenWarden schrieb:Kontextuell wird also der ("meiner/unserer") Prognose des Jobverlusts widersprochen, weil gerade die Anzahl der Beschäftigten steigen würde -> Wieso, auf welcher Datenlage? Oder nur ein Eindruck?
Bitteschön (2020 wäre nicht relevant):
https://de.statista.com/statistik/daten/studie/3267/umfrage/anzahl-der-erwerbstaetigen-in-deutschland-seit-dem-jahr-1991/


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Der ALGII-/HartzIV-Thread

10.06.2021 um 16:24
Zitat von AbahatschiAbahatschi schrieb:Bitteschön (2020 wäre nicht relevant):
https://de.statista.com/statistik/daten/studie/3267/umfrage/anzahl-der-erwerbstaetigen-in-deutschland-seit-dem-jahr-1991/
Okay - das zeigt, dass scheinbar (teils interessanterweise) eine Steigung seit 1991 vorliegt, insgesamt. Aber widerspricht es damit der Prognose? Ich denke nicht.


https://techjury.net/blog/jobs-lost-to-automation-statistics/#gref
(Englischer Artikel, gehe davon aus, dass der Leser es dahingehend versteht. Sonst bitte um Übersetzung / alternativquelle bitten wenn einem automatische Übersetzung nicht hilft)

Der Artikel zeigt plakativ (das Netz ist voll von solchen Prognosen, ich nahm ad-hoc diese), was man grob bis 2030 erwarten kann. Es gab teilweise "decline", teils wurden auch neue Jobs geschaffen. Die Kernprognose scheint aber anhand der vermuteten Werte auch wieder zu sein, dass die neuen Jobs nicht so zahlreich sein werden, wie die gestrichenen. Vielleicht hatten wir bis dato einen Trend mit der zunehmenden Beschäftigung, vielleicht ist da derzeit einfach noch Spielraum zwischen langsam wegfallenden und neu geschaffenen Jobs. Der scheint aber gem. Pronose zu kippen, sprich die Luft müsste irgendwann dünner werden.

Der Jobzuwachs wird nicht ewig anhalten können. Ich kann bei insgesamt (oder später noch mehr) schwindenden Jobs nicht erwarten, mehr und mehr Leute in solchen Tätigkeiten beschäftigen zu können, weil von nix nix kommt.

Pro Land und je nach Entwicklung / Status geht man grob davon aus, dass ein Fünftel bis ein Drittel einer 'Workforce', also aller Arbeitenden, ihre Jobs verlieren könnte. Anders ausgedrückt: Bis zu einem Drittel (!) aller Arbeiter könnte sich hier gezwungen sehen, umsatteln zu müssen.

Kurzum: Ob aktueller Zuwachstrend oder nicht, scheinbar sind dennoch perspektivisch viele Jobs in Gefahr.


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Der ALGII-/HartzIV-Thread

05.07.2021 um 01:05
Zitat von shionoroshionoro schrieb am 10.06.2021:Wie verdient denn jeder sein Geld, wenn es keine Arbeit mehr gibt?
So lange dein Müll nicht gelernt hat, sich selber wegzuschaffen und zu verbrennen oder verbuddeln, so lange wird es auch Arbeit geben.
Zitat von shionoroshionoro schrieb am 10.06.2021:Und warum sollten wir alle gleich Arm sein, wenn mehr Wohlstand da ist als vorher?
Wenn du 100 Wohlstand auf ungerecht auf 100 Leute aufteilst, hast du einen mit 90 Wohlstand, und 99 teilen sich die restlichen 10.
Wenn du 100 Wohlstand gerecht auf 100 Leute aufteilst, haben alle 1 Wohlstand.
Was sich nicht ändert, ist der Wohlstand, der da ist.
Wenn mehr Leute Wohlstand haben wollen, müssen andere dafür ärmer werden. Wenn ich dir von meinem sauer verdienten Gehalt mehr Geld abgeben soll als bisher, habe ich weniger Geld, und damit weniger Wohlstand. Ich werde ärmer, du wirst reicher. Gefallen kann das naturgemäß nur einem - und das bin ganz sicher nicht ich.
Zitat von WardenWarden schrieb am 10.06.2021:Wenn wir jedoch realistisch sind wird zeitnah nicht jede Person die in einem Job arbeitet der wegfällt umsatteln können - hier müsste ggf. auch das Bildungssystem gar bis zu radikale Änderungen erfahren damit künftige Personen auf künftig noch relevante Jobs umgesattelt bzw. vorbereitet werden.
Korrekt. Unser Bildungssystem gibt es gar nicht her die potentiellen Arbeiter in künftig (d.h. wenn wir alle schon in der Erde verrottet sind) wegfallenden Berufen in dann notwendigen Berufen zu etablieren, denn diese werden zwangsläufig komplexer werden. Und wer mal mit Schulkindern im Bus gesessen hat, der auf dem Weg zu einer Schule war, der weiß: Nicht jeder ist für komplexe Tätigkeiten geeignet.
Zitat von WardenWarden schrieb am 10.06.2021:Der Artikel zeigt plakativ
Ich frag mal ganz plakativ: Wer schrubbt 2030 den Boden in unserem Büro? Ein Roboter? Es ist noch gar nicht so lange her, da hat man sich vorgestellt, im Jahr 2020 mit fliegenden Autos durch die Gegend zu eiern. Eine Vollautomatisierung ist noch weit, weit weg. Und bis dahin werden - vorausgesetzt die Technik wird sich entsprechend entwickeln, und dann großflächig im Einsatz sein - weiterhin Menschen benötigt, die diese Technik bauen, sie installieren, warten und bedienen.
Die Menschheit steht immerhin nicht zum ersten Mal an dem Punkt an dem prophezeit wird, man wird in absehbarer Zeit nicht mehr arbeiten können/dürfen/müssen, weil die Technologie uns die Arbeit abnimmt/wegnimmt. Was hat man nicht Angst vor dem Computer gehabt, dem Arbeitsplatzvernichter schlechthin... und heute sitzen wir da, und unser ganzes Wirtschaftssystem ruht auf den Schultern von Excel-Tabellen...

Die Weltbevölkerung wächst, konsumiert immer mehr... nein, da habe ich keine Angst, dass das alles im großen Stil von Maschinen übernommen wird, und wir alle nur noch in Fetzen in einer Holzhütte hausen, weil wir keine Arbeit mehr haben/brauchen.

Laut einer unveröffentlichten Studie hat die Automatisierung 1,5 Mio Jobs gekostet - und gleichzeitig über 3 Mio geschaffen:

https://www.sueddeutsche.de/wirtschaft/automatisierung-jobs-roboter-1.4278998

Vielleicht ist die genaue Studie mittlerweile zugänglich, ich war jetzt zu faul zum Suchen. Interessant finde ich allerdings den letzten Satz:
Nach einer Studie des Weltwirtschaftsforums verfügt noch nicht mal jeder zweite Deutsche über das Wissen, das die Jobs der Zukunft erfordern.
Dann mal ran an die Bücher!


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Der ALGII-/HartzIV-Thread

05.07.2021 um 15:56
@chriseba

Zugegeben, das ist jetzt meine schlichte eigene Prognose basierend auf Vermutungen und (wahrgenommenen) Daten die nicht (mehr) zwingend aktuell oder akkurat sein müssen.

Lassen wir aber mal den genauen Zeitraum aussen vor: Ich glaube, dass am Ende doch mehr Jobs wegfallen als neu geschaffen oder aufgefangen werden können. Zumindest einen "Zeitraum X" lang, ehe ggf. nachhaltiger gesellschaftlicher Wandel das auch wieder abfedert.

Ich sehe da kritische Punkte ab wann das der Fall sein könnte - also dass erst mal viele Jobs wegfallen: Wenn KI/Robotik gewisse Meilensteine erreicht.

Plakative Beispiele:
- Selbstfahrende Autos (warum dann noch Taxi- oder LKW-Fahrer?)
- Robotik mit humanoider Plattform und adäquater KI, um im jeweiligen (beruflichen) Alltag zu bestehen

Die Putzkräfte die ich in meiner Umgebung z.B. sehe, könnte man durch einige wenige Roboter ersetzen. Die sind ggf. weniger und in der Erstanschaffung erst mal teurer, aber auf längere Sicht einfach billiger. Diese würden durch ihre Form her wie Menschen Reinigungsarbeiten vornehmen. Sind sie weniger und bräuchten sie ggf. länger, so könnten diese wiederum kompensieren, indem sie nachts (weiter) arbeiten oder gewisse Dinge sogar Samstags/Sonntags verrichten, unter der Annahme, Nachts/Samstags/Sonntags ist kein regulärer Betrieb.

LKW Fahrer? Neulich einen Bericht (weiß nicht mehr wo und in der Chronik ist er nicht, kann ich bei Bedarf raussuchen, dann gerne melden. Wer selbst stöbern will, Suchbegriffe ca. "England Versorgungsengpass" o.Ä. - da tauchen mehrere Artikel auf) gesehen wo England die Kraftfahrer ausgehen und das in Versorgungsschwierigkeiten mündet. Im Artikel stand ferner was davon, dass je nach Auflage und Bürokratiefaktor und Steueranwendung der Job selbst am Ende für viele nicht (mehr) lukrativ genug ist und man sich dagegen entscheidet.

Es könnte gut sein, dass diese Berufe mit Robotik bzw. sicher selbst fahrenden Fahrzeugen irgendwann ganz entfallen; be- und entladen könne man schließlich am Start- und Zielort durch anderes Personal oder auch Roboter. Ggf. fährt sogar ein Roboter einfach mit um im Bedarfsfall eingreifen zu können oder sonstige Formalitäten zu erledigen - wie ein Fahrer, nur am Ende vermutlich billiger und fast Allzeit bereit.





Vielleicht kommt es auch ganz anders. Ich denke aber, Maschinen werden perspektivisch weiter in das berufliche und soziale/private Umfeld des Menschen vordringen und eben auch Aufgaben übernehmen. Gar nicht wenige. Was dann die anderen machen die die Jobs ergriffen hätten - keine Ahnung. Umsatteln, was anderes. Ob jeder aber die reale Chance hat oder ergreifen wird, das wird die Zeit zeigen.


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Der ALGII-/HartzIV-Thread

05.07.2021 um 16:10
@Warden

Das Automatisierung und Robotik immer mehr Einzug ins Berufs- und sicher auch Privatleben haben werden, steht ganz ausser Frage. Der Mähroboter oder der Roomba sind da erst der Anfang. Ob die Menschheit allerdings überhaupt ein derartiges Interesse hat, bezweilfe ich persönlich aber echt ganz, ganz stark. Zumindest nicht in der Form, dass uns Maschinen möglichst viel abnehmen und so weiter. Umso größer wäre das Desaster im Falle eines hypermodernen Krieges, wo man eben keine Atombomben mit "BOOOM!" mehr wirft, sondern auf EMP setzt. Ein ganzes Land, ein ganzer Kontinent auf Knopfdruck in der Steinzeit - und keiner mehr da der weiß, wie man per Hand ein Haus baut oder Auto fährt.

Ich für meinen Teil finde die Idee auch nicht ganz so geil, nur mit KI statt Pilot in den Urlaub zu fliegen. Der Pilot kann die Maschine im Notfall mit mechanischen Mitteln zu einer vielleicht ruppigen, aber immer noch sicheren Landung bringen. Der Computer ist abgestürzt und macht dann gar nix mehr.

In meiner Branche ist ein solches Szenario auf mittelfristige Sicht ohnehin völlig undenkbar. Technik ist nicht fehlerfrei, und fehlerhafte Technik kann sich nicht selbst überwachen und reparieren. Was wir machen, kann akut keine Maschine, und wird das aus absehbare Zeit auch nicht können, da müssen noch ganz viele neue Haushaltsroboter erfunden werden, bevor das mal so weit ist.

Gerade in der Gastronomie oder Urlaubsbespaßung stelle ich mir durch Roboter ersetztes Personal auch nicht wirklich prickelnd vor. Der Mensch will interagieren, er will mit Menschen sprechen. Sieht man ja wunderbar daran, wie blank die Nerven während der Lockdowns lagen. Das irgendjemand künftig mit dem Robo-Kellner spricht, statt mit einem Menschen - nee, mit dem Gedanken werde ich nicht warm. Der Roboter reagiert nicht so, wie ein menschlicher Kellner, egal wie gut er programmiert ist.
Putzroboter sind da eine andere Sache. Klar, die können schon Böden schrubben, oder den Pool saugen. Aber bis einer davon das eingebaute Reinigungstuch wechselt, die Wand hochkrabbelt und dann mit der Fensterscheibe weitermacht - das dauert wohl echt noch sehr, sehr lang.
Ich glaube was du da vor Augen hast, ist dann schon die ganz, ganz weit entfernte Zukunft, die sicher durchaus so kommen könnte.


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Der ALGII-/HartzIV-Thread

05.07.2021 um 16:53
Zitat von chrisebachriseba schrieb:Gerade in der Gastronomie oder Urlaubsbespaßung stelle ich mir durch Roboter ersetztes Personal auch nicht wirklich prickelnd vor. Der Mensch will interagieren, er will mit Menschen sprechen. Sieht man ja wunderbar daran, wie blank die Nerven während der Lockdowns lagen. Das irgendjemand künftig mit dem Robo-Kellner spricht, statt mit einem Menschen - nee, mit dem Gedanken werde ich nicht warm. Der Roboter reagiert nicht so, wie ein menschlicher Kellner, egal wie gut er programmiert ist.
Wieso? Ich verweise auf Science-Fiction. Man darf jetzt nicht beim Roboter gedanklich stehen bleiben, dass er ein grobes sozial klobiges Metallkonstrukt ist / bleiben muss. Man kann durchaus bei technischer Prognose erwarten, dass man soweit gehen könnte, sie menschenähnlich (bzw. verwechselbar) zu bestücken und durch Big Data und KI learning auch entsprechende menschliche Verhaltensweisen zu imitieren.

Das kann so weit wie in "Detroit: Become Human" gehen wo Roboter dank Technik an sich humanoide robotische Grundformen haben aber durch "morphing" Menschen deckungsgleich imitieren können und sie per Gesetz dazu gezwungen werden, gekennzeichnet (via Kleidung) zu werden. Ohne die Kleidung und ein technisches Gerät an der Schläfe würde man sie rein visuell erst mal nicht unterscheiden können.

Es kann auch sein, dass man so etwas bewusst verbietet um gewisse Grenzen zu wahren. Es kann aber auch anders kommen. Da wird man dann nicht mehr zwingend große Unterschiede erkennen, wenn es toleriert und möglich gemacht wird.

Ob all das (ähnlich wie science fiction, also auch science fiction der nahen Zukunft binnen weniger Jahrzehnte) noch zu unseren Lebzeiten eintreten wird, sei dahingestellt oder offen. Klar.

Ich sehe jetzt aber keine Hürde, Roboter menschengleich zu schaffen. Oder nenne man sie von mir aus "Androide" oder "Synths", etc.

Der Punkt gen Thread wäre dann aber, dass man durch die Angleichung vermutlich noch mehr Stellen ersetzen könnte, was mehr Arbeitslose (oder Umzuschulende) verursachen würde.


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Der ALGII-/HartzIV-Thread

05.07.2021 um 17:01
@Warden

Arbeitsmarkt 4.0 ist natürlich ein Thema, dass wir uns alle gedanklich auch daran anpassen sollten auch.
Aber Detroit Become Human ist ein Sprung, der so groß ist dass er unrealistisch wirkt.

Zeitgleich zur maschinellen Rationalisierung wird der persönliche Schwerpunkt im zwischenmenschlichen Bereich immer größer und wichtiger.

In der Pflege wird es maschinelle Hilfe geben, Ecoskelette werden flächendeckend Einzug erhalten aber es wird den Menschen nie ersetzen.
Medizinisches Personal etc wird man nie ersetzen können.


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Der ALGII-/HartzIV-Thread

05.07.2021 um 17:11
Zitat von WardenWarden schrieb:Wieso? Ich verweise auf Science-Fiction.
Ja, habe ich auch so verstanden. Das ist aber eine Zukunft, die du nicht mehr erlebst, und ich auch nicht. Und unsere Enkelkinder vermutlich ebenfalls nicht. Eine so sprunghafte Entwicklung traue ich dem Ganzen dann doch nicht zu. Eine KI wird auch nie die Empathie eines Menschen imitieren können, ein Roboter wird nie spüren, wie es dem Gegenüber geht. Er wird nur analysieren können, und anhand vorgegebener Parameter die geeignete Reaktion darauf zeigen. Das ist aber nicht menschlich, denn Menschlichkeit beinhaltet auch Fehler, falsches Verhalten, zuviel Nähe, zuviel Distanz, was auch immer.

Kurzum: ein Roboter, egal wie hoch entwickelt, wird niemals das ersetzen können, was wir unter "menschliche Nähe" verstehen, keine Entscheidung aus dem Bauch heraus treffen. Also, Stand heute versteht sich. Ich glaube aber auch ehrlich gesagt nicht, dass sich das jemals ändern wird. Wir haben ja schon alle mal vom Touring-Test gehört. Und bekanntermaßen sollte man sich die Frage stellen: Wovor muss man mehr Angst haben? Einem Roboter, der diesen Test besteht, oder einem Roboter, der den Test absichtlich nicht besteht?
Zitat von CapspauldinCapspauldin schrieb:Aber Detroit Become Human ist ein Sprung, der so groß ist dass er unrealistisch wirkt.
Trotzdem ein todgutes Spiel mit faszinierender Story.


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Der ALGII-/HartzIV-Thread

05.07.2021 um 17:13
Zitat von chrisebachriseba schrieb:Trotzdem ein todgutes Spiel mit faszinierender Story.
Ohne Frage und der geistige Vorgänger Heavy Rain sowie dessen Vorgänger Fahrenheit waren bombastisch.

Nur bewegen wir uns da im Androidenbereich ähnlich Data aus Star Trek und mit Verlaub, wir schaffen es nicht mal Staubsaugerrobotor zu entwickeln, sie sich nicht festfahren.

Es wird kommen, es wird garantiert kommen sofern wir vorher nicht vom Planeten gefurzt werden. Nur ist die Gefahr für den Arbeitnehmer bzw dessen Arbeitsplatz nach wie vor überschaubar.


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Der ALGII-/HartzIV-Thread

23.07.2021 um 14:27
Zitat von kuno7kuno7 schrieb am 10.06.2021:Kann mich nich erinnern, dass es in der DDR ein soziales Netz gab, aber es gab eine Arbeitspflicht.
Der Arbeitsdruck in der DDR war geringer, auch in der Sowjetunion, da herrschte der berühmte Schlendrian.
In Behörden (in Büros) arbeiteten die nur im Schneckentempo, und das auch nur ein paar Stunden am Tag -
und trotzdem hats irgendwie funktioniert.

Da könnte man natürlich einwenden, dass die Sowjetunion aus wirtschaftlichen Gründen kollabiert ist (wegen Schlendrian!).
Das stimmt aber nicht so ganz, die SU hatte zum Zeitpunkt ihrer Auflösung mehr Auslandsvermögen als Schulden,
ausserdem wurde ein großer Teil der Wirtschaftsleistung fürs Militär verpulvert.


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24.07.2021 um 07:01
Zitat von AbahatschiAbahatschi schrieb am 10.06.2021:Ich verstehe die Empörung nicht! wieso kann man von manchen Arbeitsfähigen erwarten dass sie für andere arbeiten und von anderen Arbeitsfähigen kann man nicht mal verlangen für sich zu arbeiten? Verrückt ist das.
Wie kommst du darauf sowas überhaupt verlangen zu können von einem anderen das er arbeitet?


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24.07.2021 um 07:09
Zitat von McMurdoMcMurdo schrieb:Wie kommst du darauf sowas überhaupt verlangen zu können von einem anderen das er arbeitet?
Oh, dabei habe ich an der Rechtssprechung gehalten, war gar nicht meine Idee.

Aber wie kommt eigentlich einer auf die Idee Geld zu verlangen und es auch mir wegzunehmen WEIL ich arbeite? Das ist in der Tat unverschämt.


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Der ALGII-/HartzIV-Thread

24.07.2021 um 07:24
Zitat von AbahatschiAbahatschi schrieb:Oh, dabei habe ich an der Rechtssprechung gehalten, war gar nicht meine Idee.
In welchem Gesetz wird verlangt das man arbeitet?


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Der ALGII-/HartzIV-Thread

24.07.2021 um 10:01
Zitat von McMurdoMcMurdo schrieb:In welchem Gesetz wird verlangt das man arbeitet?
Ich schrieb „Rechtssprechung“, kennst Du den Unterschied zu einem Gesetz?
Egal, das BGH hat entschieden dass 30% Sanktionen in Ordnung sind und das was alle Kommunisten verdrängen: die Gesellschaft darf zu Recht erwarten und verlangen dass grundsätzlich jeder für seinen Unterhlat selbst aufkommt.
Ich weiss dass es anstrengender ist als Kohle von anderen abzuzwacken.
Zitat von AbahatschiAbahatschi schrieb:Aber wie kommt eigentlich einer auf die Idee Geld zu verlangen und es auch mir wegzunehmen WEIL ich arbeite?
Hast Du hierzu eine Antwort??


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Der ALGII-/HartzIV-Thread

24.07.2021 um 10:14
Zitat von AbahatschiAbahatschi schrieb:Ich schrieb „Rechtssprechung“, kennst Du den Unterschied zu einem Gesetz?
Um recht sprechen zu können bedarf es einer gesetzlichen Grundlage. Aber war natürlich klar das du kein Gesetz zitieren kannst das zur Arbeit verpflichtet. ;)


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Der ALGII-/HartzIV-Thread

24.07.2021 um 10:48
Zitat von AbahatschiAbahatschi schrieb:Hast Du hierzu eine Antwort??
Das nennt man Steuer und die meisten Menschen verstehen sogar, warum es vernünftig is, in einer Gesellschaft notwendige gemeinnützige Aufgaben durch den Staat durchführen zu lassen. Da dieser dafür Geld benötigt, erhebt er Steuern.
Klar soweit? :)

kuno


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Der ALGII-/HartzIV-Thread

24.07.2021 um 11:01
Zitat von kuno7kuno7 schrieb:Da dieser dafür Geld benötigt, erhebt er Steuern.
Für Bedürftige, kein Thema. Für Schmarotzer? Eindeutig nein.


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