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Der ALGII-/Bürgergeld-Thread

21.069 Beiträge ▪ Schlüsselwörter: Hartz IV, Sanktionen, BGE ▪ Abonnieren: Feed E-Mail

Der ALGII-/Bürgergeld-Thread

28.05.2022 um 19:40
Zitat von shionoroshionoro schrieb:Wenn ich mit meinem mathe studium und meinem drehbuchstudium beim jobcenter vorstellig werde, wissen die mit mir nichts anzufangen
Mathematiker werden auch gerne mal von Versicherungen engagiert... Prämien ermitteln :)
Ich frage mich jedoch, wieso weist Du nichts damit anzufangen? Ich meine wir leben im digitalen Zeitalter.
Ich war auch mal arbeitslos, habe aber anstatt mich vom JC pampern zu lassen Eigeninitative entwickelt und mir Jobs aus dem Netz gesucht und gefunden.

Wenn Du aber mt Mathestudium und Drehbuchstudium nicht weist was Du machen sollst, wie sollen das dann die JC Mitarbeiter einordnen die noch weniger Kentnisse von Deiner Ausbildung haben?
Zitat von shionoroshionoro schrieb:aber bei studium oder bei gebrochenen lebensläufen, die mal dies, mal das gemacht haben, da braucht man orientierung, weil viele heutige berufe oft für außenstehende nicht klar überblickbar sind.
Siehe oben. Ein wirklich Arbeit suchender Mensch wird durchaus wissen was er in Zukunft machen möchte und seine Möglichkeiten ausloten.
Zitat von shionoroshionoro schrieb:Überhaupt ist es aber erstmal wichtig, dass das jobcenter zum experten für jobs wird
Ich bitte Dich.... bei der Vielzahl an Berufen/Studien ect. kann kein Mitarbeiter des JC seinem Kunden wirklich adäquat helfen.
Der Mitarbeiter kann nur vermitteln was angeboten wird.
Zitat von shionoroshionoro schrieb:Das Ziel muss doch sein, das Potenzial unserer Gesellschaft zu entfesseln.
Na da habe ich meine Zweifel.
Zitat von shionoroshionoro schrieb:Unser ziel sollte ja gerade sein, dass es in unserer gesellschaft keine drecksjobs mehr gibt
Ja klar. Erst einmal müssen wir definieren was Drecksjobs sind. Müllwagenfahrer? Nun... die verdienen ansich gut, ist allerdings ein Drecksjob.
Ebenso Rohr- und Kanalreinigung, Tief- Hochbau, Straßenbau ect. pp.
Wie also wird der Müll abgeholt wenn keiner mehr diesen Drecksjob machen soll?


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28.05.2022 um 19:42
Zitat von shionoroshionoro schrieb:Und viele wissen dann später nicht genau, wie sie damit Fuß fassen.
Ja, mag so sein, und? Wenn ich in meinem Leben,Beruf oder Firma einen Fehler gemacht habe, hatte es niemanden interessiert.
Zitat von shionoroshionoro schrieb:Das Ziel muss doch sein, das Potenzial unserer Gesellschaft zu entfesseln.
Ja, geht arbeiten und sucht nebenbei was Euch erfüllt…so richtig entfesselt.
Zitat von shionoroshionoro schrieb:Unser ziel sollte ja gerade sein, dass es in unserer gesellschaft keine drecksjobs mehr gibt, nicht, dass man die, die auf dem arbeitsmarkt schwierigkeiten haben, da reinvermittelt.
Die wird es weiterhin geben, weil zB auch mehrfach Studierte nicht das Klo hinter sich sauber lassen können.
Zitat von shionoroshionoro schrieb:Man muss sich dafür von der Logik freimachen, dass es um Faulheit und Drückebergertum ginge
Meine Meinung ist meine Meinung, basta.


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28.05.2022 um 20:00
Zitat von GwyddionGwyddion schrieb:Mathematiker werden auch gerne mal von Versicherungen engagiert... Prämien ermitteln :)
Ich frage mich jedoch, wieso weist Du nichts damit anzufangen? Ich meine wir leben im digitalen Zeitalter.
Ich war auch mal arbeitslos, habe aber anstatt mich vom JC pampern zu lassen Eigeninitative entwickelt und mir Jobs aus dem Netz gesucht und gefunden.

Wenn Du aber mt Mathestudium und Drehbuchstudium nicht weist was Du machen sollst, wie sollen das dann die JC Mitarbeiter einordnen die noch weniger Kentnisse von Deiner Ausbildung haben?
Da sind wir wieder dabei, dass man nicht von sich selbst ausgehen kann. Nicht jeder kann alles. Es stimmt, dass Mathematiker gesucht werden, das ist ein gutes Studium, versicherungen, Firmen (Heiztechnik ist ein heißer tipp), als Programmierer wenn man das kann, oft auch in Banken oder ähnliches.
Aber nicht jeder traut sich alles zu, nicht jeder kann sich gut verkaufen, nicht jeder weiß genau, wo er jetzt wirklich hin will und kann.

Und die letzte Frage von dir finde ich da bezeichnend: Ja, ich sollte experte für mein Fach sein. Aber sollte das JC nicht experte für Jobs sein, noch mehr als ich? Ich kann im internet recherchieren, aber da findet man auch nicht alles raus, da weiß man nicht, was gängig ist, wo möglichkeiten sind, wie man genau vorgehen kann.
Das muss man häufig in kleinarbeit selbst erfahren und das kann monate oder jahre dauern, bis man das wirklich gut versteht. Weiß doch jeder, wenn du wirklich ahnung haben willst, musst du erst mal ein paar jahre in einem job arbeiten, dann kannst du gute tipps geben, wie man da fuß fassen kann. Mit recherche alleine hat man oft immer noch falsche vorstellungen.

DA müsste man genau ansetzen, sodass das jobcenter für verschiede Profile von Arbeitslosen wirklich konzepte hat, wie man denen orientierung geben kann und was man denen vermitteln kann. Für meine begriffe kann man da mit praktika viel erreichen.
Arbeitet man halt mit betrieben zusammen (gerne gesetzlich so geregelt, dass bei einer bestimmten größe so und so viele plätze für Praktikanten da sein müssen), damit leute erstmal in einem dreimonatspraktikum oder so berufserfahrung bekommen oder über fortbildungen, gern mit anschluss an einen betrieb, wirklich mit dem jobmarkt in berührung kommen.

Für viele muss da aber das jobcenter eben helfen. Aber das ist besser, als wenn die 3 jahre hartzen und selbst nicht hinbekommen, einen job zu finden.
Wenn einer im ersten jahr oder wenigstens im zweiten jahr seiner hartz 4 karriere in ausbildung, praktkum, weiterbildung usw. vermittelt wird, dann wird der doch wesentlich eher im jobmarkt bleiben und da richtig reinkommen, als wenn er nur Zeitarbeitjobs vermittelt bekommt und ansonsten "eigeninitiative" gefragt ist. Dann ist er nämlich damit beschäftigt, sich aus den schlechten jobs rauszumogeln und kriegt es trotzdem nicht gebacken, sich selbst was bessere zu suchen. Das hilft doch niemandem.
Zitat von GwyddionGwyddion schrieb:a klar. Erst einmal müssen wir definieren was Drecksjobs sind. Müllwagenfahrer? Nun... die verdienen ansich gut, ist allerdings ein Drecksjob.
Ebenso Rohr- und Kanalreinigung, Tief- Hochbau, Straßenbau ect. pp.
Wie also wird der Müll abgeholt wenn keiner mehr diesen Drecksjob machen soll?
Nein, Müllwagenfahrer ist kein drecksjob für mich. Auch Rohr und Kanalreinigung, Straßenbau usw. sind keine Drecksjobs. Zumindest nicht zwangsläufig, kommt natürlich auf die arbeitsbedingungen an.

Vorrangig geht es für mich da um typische Zeitarbeitsjobs oder callcenter mit wirklich schlechten arbeitsbedingungen. Wenn wir wenigstens über eine stelle in einem festen Betrieb reden würden, dann hätten wir schon ein Problem weniger.

Ich drück es mal so aus: Drecksjob ist für mich mindestlohn+schlechte arbeitsbedingungen+keine relevante zukunftsperspektive/Aufstiegsmöglichkeiten.
Als Straßenbauer hast du jetzt keine hammer aufstiegschancen zum straßenbau CEO (kannst aber meister werden), aber du verdienst deutlich über Mindestlohn und es ist zwar harte körperliche arbeit, aber ob man damit klarkommt, ist eine typfrage. Du bekommst keinen Mindestlohn und bist fest bei einem unternehmen angestellt. Der Job ist in Ordnung.

Das ist auch beim Müllwagenfahrer so.

Das ist beim Zeitarbeiter nicht so und beim Callcenterarbeiter auch oft nicht. Da hast du auch dann nicht so richtig die feste anstellung bei einem seriösen unternehmen oder stadt, sondern bist dann halt in einem großraumbüro bei huawai, hast schlechte arbeitsbedingungen und kannst als aufstiegsmöglichkeit mit minimal mehr gehalt vielleicht irgendwie ins untere management gehen, dafür aber viel mehr arbeiten.

Sowas kann ich auch von einem langzeitarbeitslosen nicht guten gewissens verlangen. Einen der zupacken kann, den kann ich in körperlich anspruchsvolle jobs vermitteln, wenn er sich da in praktika gut macht.
Einen der Reden kann und recherchieren kann, oder irgendwas studiert hat, den kann ich entsprechend ggf. in solchen Berufen irgendwo unterbringen über praktika, ausbildung, was weiß ich, zur not umschulung für irgendwas relevantes.

Aber ich möchte nicht, dass irgendwie in einen job ohne perspektive vermittelt wird, nur, damit er halt "arbeitet", obwohl da eigentlich nur menschen kaputtgemacht werden, weil man es mit manchen machen kann, da sie sonst nichts finden.

Wohlgemerkt: Natürlich kann man auch ein callcenter menschenwürdig gestalten, so isses nicht. Ist es aber oft nicht.


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28.05.2022 um 20:06
@shionoro
Nochmal zu den Leuten die was gelernt haben und es ihnen nicht gefällt.
Es ist nun mal so dass die Gesellschaft Kita, Schule, Ausbildungen und Studien subventioniert, daher frage ich schon wie oft die Gesellschaft das finanzieren soll?
Sind wir hier bei „wünsch Dir was“ und die Gesellschaft wird geknechtet um Leute zu finanzieren die irgendwann, vielleicht, mal schauen was zurück zahlen?
Eine Sache ist doch glasklar (falls schon vergessen), Sozialtöpfe werden nicht voller vom ständigen Rausnehmen, sondern nur vom Einzahlen.
Zitat von shionoroshionoro schrieb:Vorrangig geht es für mich da um typische Zeitarbeitsjobs oder callcenter mit wirklich schlechten arbeitsbedingungen. Wenn wir wenigstens über eine stelle in einem festen Betrieb reden würden, dann hätten wir schon ein Problem weniger.
Dann mach Dich stark für bessere Arbeitsgesetze, nicht für Hartz4 Geschenke.


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28.05.2022 um 20:14
Zitat von AbahatschiAbahatschi schrieb:Dann mach Dich stark für bessere Arbeitsgesetze, nicht für Hartz4 Geschenke.
Das geht ja Hand in Hand. Das mit der Zeitarbeit ist ja erst im Zuge von Hartz 4 entstanden. Sonst hätten die gar nicht die leute, die da verzweifelt bei ihnen vorstellig werden. Mit Hartzis kann man das halt am ehesten machen.
Zitat von AbahatschiAbahatschi schrieb:Nochmal zu den Leuten die was gelernt haben und es ihnen nicht gefällt.
Es ist nun mal so dass die Gesellschaft Kita, Schule, Ausbildungen und Studien subventioniert, daher frage ich schon wie oft die Gesellschaft das finanzieren soll?
Sind wir hier bei „wünsch Dir was“ und die Gesellschaft wird geknechtet um Leute zu finanzieren die irgendwann, vielleicht, mal schauen was zurück zahlen?
Eine Sache ist doch glasklar (falls schon vergessen), Sozialtöpfe werden nicht voller vom ständigen Rausnehmen, sondern nur vom Einzahlen.
So oft wie nötig, wie oft denn sonst? Geknechtet wird dabei niemand, es geht um sinnvolle aktivierung von arbeitspotenzial. Wenn du denkst, da ist nichts zu holen,w arum dann sanktionieren? Dann kannst du das auch direkt lassen.


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28.05.2022 um 20:22
Zu dem letzten absatz:

Dann zahlt man halt und das wars. Aber das ist nicht meine Sicht darauf. Meine Sicht ist, dass Arbeit sinnvoll verteilt werden muss, damit idealerweise die leute die arbeit machen, die sie am besten können und die sie gern machen und der rest wenigstens eine stabile arbeitsstelle hat, die ihn vor Armut schützt und anständige Arbeitsbedingungen hat.

Dazu muss man aber logischerweise gerade bei denen Ansetzen, die Schwierigkeiten haben, herausfinden, was diese Schwierigkeiten sind und überblicken, wie man sie sinnvoll lösen könnte oder sie , schlimmstenfalls, wenigstens so aus dem system entfernt, dass sie ihr auskommen alimentiert bekommen und nicht gegängelt werden.

Was wir heute machen, ist einerseits potenzial unserer gesellschaft nicht zu nutzen (weil es schwer ist, sich umzubilden oder die entsprechende orientierung und hilfestellung für manche arbeitswege zu bekommen), andererseits viele unsere maßnahmen sinnlos oder kontraproduktiv sind (menschen in zeitarbeit zu drücken schützt nicht vor Armut und integriert sie nicht in de jobmarkt, es ist keine langfristige perspektive).

Und genau das muss man ändern. Und die ewigen bilder vom faulen "Arno Dübel" Arbeitslosen sind dabei nicht besonders hilfreich. Man ist nicht faul, nur weil man Zeitarbeit ablehnt oder andere solche Arbeiten. Die aller wenigsten menschen sagen "ich will gar nichts machen, punkt" oder "ich will nur superstar werden, sonst nix". Und die, die das tun, lassen sich dabei auch von sanktionen nicht schrecken.


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28.05.2022 um 20:27
Zitat von shionoroshionoro schrieb:So oft wie nötig, wie oft denn sonst?
Ach so Hans Wurst darf irgendwas mit Medien machen, dann Jura, dann irgendwas Soziales und hält die Stühle in den Schulen, Kurse und Studien warm.
Zitat von shionoroshionoro schrieb:Geknechtet wird dabei niemand
Doch, der Steuerzahler, der darf diese ganzen Hirngespinnste zahlen…ohne diese Abgaben wäre er reicher oder müsste nicht solang arbeiten, was auch gesünder und erhöhte Lebensqualität wäre.
Zitat von shionoroshionoro schrieb:es geht um sinnvolle aktivierung von arbeitspotenzial.
Das ist ein reiner Bullshit Satz - welches Arbeitspotenzial hat jemand der nicht weiss was er will? Was soll da aktiviert werden…20 Jahre Studium?

Mein Vorschlag, ab dem zweiten Studium oder Ausbildung zahlt man das selbst, wegen mir nachher, da wirst auf einmal sehen wie zielgerichtet und effizient die Leute sich um ihre Zukunft kümmern.


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28.05.2022 um 20:33
Zitat von AbahatschiAbahatschi schrieb:ch so Hans Wurst darf irgendwas mit Medien machen, dann Jura, dann irgendwas Soziales und hält die Stühle in den Schulen, Kurse und Studien warm.
Nein. Das habe ich auch nicht gesagt.
Zitat von AbahatschiAbahatschi schrieb:Doch, der Steuerzahler, der darf diese ganzen Hirngespinnste zahlen…ohne diese Abgaben wäre er reicher oder müsste nicht solang arbeiten, was auch gesünder und erhöhte Lebensqualität wäre.
Und inwiefern ist das knechten? Der muss ja auch sinnlose Jobcentermaßnahmen zahlen. Reicher wird niemand dadurch, wenn Menschen in Arbeitslosigkeit verbleiben, obwohl sie durch praktika o.ä. in den arbeitsmarkt integriert werden könnten.
Zitat von AbahatschiAbahatschi schrieb:Das ist ein reiner Bullshit Satz - welches Arbeitspotenzial hat jemand der nicht weiss was er will? Was soll da aktiviert werden…20 Jahre Studium?

Mein Vorschlag, ab dem zweiten Studium oder Ausbildung zahlt man das selbst, wegen mir nachher, da wirst auf einmal sehen wie zielgerichtet und effizient die Leute sich um ihre Zukunft kümmern.
Wenn er kein arbeitspotenzial hat, warum nicht dann einfach alimentieren ohne sanktionen oder anforderungen? Ist ja eh nichts zu holen.
Und natürlich zahlt man keine 15 Studiengänge. Aber wenn es wenigstens ein geregeltes system geben würde, um einen 20-40 jährigen einen zweiten Bildungsweg zu ermöglichen (und ihm auch beim finden einer guten Möglichkeit zu helfen), das wäre doch schonmal was.


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28.05.2022 um 20:35
Zitat von shionoroshionoro schrieb:Nein, Müllwagenfahrer ist kein drecksjob für mich.
Na siehste... für andere schon. Die würden dann doch lieber bei einer Beheizung und kaum Bewegung vor dem Rechner und Telefon
im Callcenter Platz nehmen. Ausserdem arbeitet man dort eher Wetterunabhängig und läuft sich nicht die Füße wund.

Es ist immer alles Ansichtssache.

Für mich mal zum Abschluß und vlt. für Dich als Denkanregung:

Man kann nicht jeden aus der Gesellschaft in Arbeit bringen, man kann nicht jeden Menschen von der Geburt bis hin zum Ableben pampern und ihm die Eigeninitiative völlig aus der Hand nehmen. Dein Plan die Gesellschaft zu entfesseln würde sich quasi in Luft auflösen da ein gepamperter Mensch der Null Eigeninitiative aufbringt auch nicht wirklich zu entfesseln ist. Auch das müsste ihm dann jemand sagen.
Zitat von shionoroshionoro schrieb:Wenn er kein arbeitspotenzial hat, warum nicht dann einfach alimentieren ohne sanktionen oder anforderungen?
So wie Arno Dübel? Den würde ich persönlich gerne einmal zur Arbeit zwingen. Und wenn er nur im Rahmen seiner Möglichkeiten den Wald kehrt. Dann würde er außer billigen Selbstdarstellungen in den Medien wenigstens etwas zur Entfesselung der Gesellschaft beitragen.

https://www.focus.de/kultur/kino_tv/arno-duebel-deutschlands-bekanntester-arbeitsloser-will-schauspieler-werden_id_97951320.html


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28.05.2022 um 20:39
Zitat von shionoroshionoro schrieb:Wenn er kein arbeitspotenzial hat, warum nicht dann einfach alimentieren ohne sanktionen oder anforderungen? Ist ja eh nichts zu holen.
Aber leben kann er ja. Es gibt einen Haufen Jobs die aus häuslichen Tätigkeiten bestehen, Putzen, Kochen, Einkaufen gehen, Auto Fahrrad fahren.
Das kann er beruflich auch machen.
Zitat von shionoroshionoro schrieb:Und inwiefern ist das knechten?
Na ja, wenn 5-10% des Bruttos in solchen Massnahmen gehen, könnte man diese selbst nutzen oder eben diese Zeit weniger arbeiten.
Es kann nicht sein das Hans Wurst alles darf, aber sein Beitragszahler nur arbeiten und zahlen.
Zitat von shionoroshionoro schrieb:Nein. Das habe ich auch nicht gesagt.
Kommt jetzt wieder die Phase wo Du deine eigenen Beiträge vergisst? Doch, genau das hast Du geschrieben:
Zitat von shionoroshionoro schrieb:So oft wie nötig, wie oft denn sonst?



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28.05.2022 um 20:44
Zitat von GwyddionGwyddion schrieb:Man kann nicht jeden aus der Gesellschaft in Arbeit bringen, man kann nicht jeden Menschen von der Geburt bis hin zum Ableben pampern und ihm die Eigeninitiative völlig aus der Hand nehmen. Dein Plan die Gesellschaft zu entfesseln würde sich quasi in Luft auflösen da ein gepamperter Mensch der Null Eigeninitiative aufbringt auch nicht wirklich zu entfesseln ist. Auch das müsste ihm dann jemand sagen.
: Der Optimalfall wäre, dass man alle die in arbeit bringt, die das potenzial dazu haben und alle die, die das potenzial nicht haben, anderweitig unterstützt und ihnen dann einfach das geld schickt, ohne sich weiterhin bei ihnen um arbeit zu bemühen, sondern diese kräfte in den rest investiert.
Das wäre das optimum, was man momentan aus der hart 4 "belegschafft" herausholen kann.

Und das schöpfen wir bei weitem nicht aus, ferner auch nicht aus dem restlichen arbeitsmarkt, wie viele leute, die mehr könnten, in jobs feststecken, die unter ihrem potenzial sind (und damit natürlich diese jobs für andere blockieren).

das sollten wir aber ausschöpfen, darum braucht man eine realistischere einschätzung und einen erwachsenen umgang mit der problematik, abseits davon, dass man arbeitslose als faul brandmarkt, worte wie "gepampert" nutzt oder da so typische holzhammerlogik ansetzen will.


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28.05.2022 um 20:46
Zitat von shionoroshionoro schrieb:anderweitig unterstützt und ihnen dann einfach das geld schickt, ohne sich weiterhin bei ihnen um arbeit zu bemühen,
Da bin ich absolut gegen. Das könnte Schule machen und unsere klammen Kassen noch mehr belasten.
Wer arbeitsfähig ist kann trotzdem etwas für die Gesellschaft tun und sei es in Helferjobs für die Kommunen. Bezahlt wird er ja trotzdem.


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Der ALGII-/Bürgergeld-Thread

28.05.2022 um 20:49
Zitat von shionoroshionoro schrieb:Das wäre das optimum,
Ich finde deine Ansicht gut. Die Frage ist, wie will man das erkennen. Auch dafür sind lange Prozesse, Beobachtungen oder Gutachten nötig.
Und da wird manch einer sicher falsch eingeordnet.
Oder es ändert sich und ist in einem Jahr völlig anders.
Da fehlt es an sicheren Kriterien.

Man könnte es nur völlig freistellen, ob sich jemand mit dem Grundeinkommen (das wäre es dann) zufrieden gibt, oder doch lieber arbeiten geht.

Ich finde diese Idee nicht schlecht. Denn die allermeisten würden sich nicht wohl fühlen und gehen lieber arbeiten.
Besonders die, die meinen, Hartz IV wäre so ein tolles Unterfangen.
Zitat von shionoroshionoro schrieb:Und das schöpfen wir bei weitem nicht aus,
Absolute Zustimmung. Effizient geht anders.


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28.05.2022 um 20:51
Es gibt übrigens den Fall, dass Leute tatsächlich kein Arbeitspotenzial haben - und dann auch nix mehr fürs Jobcenter machen müssen. Und trotzdem Geld kriegen. Die sind aber dann bei anderer Stelle. Und das muss erst ein Gutachter feststellen.

Wenn weniger als 3h täglich gehen. (Da werden alle möglichen Stellen berücksichtigt, auch die under dem Qualifikationsniveau das derjenige vielleicht mit sich bringt.) Schwere Depressionen können da schon ausreichen.

Ob dann vielleicht noch 1 oder 2 Stunden geht und bei der Sozialhilfe derjenige trotzdem was tun soll - darauf guckt dann keiner mehr. Wäre wohl nicht wirtschaftlich genug, das einzufordern bzw. zu prüfen. Zumal man das ja mit den Gutachtern kennt - wenn man sich online Urteile anguckt:

Jobcentergutachter sagt das eine (bzw. der von der Agentur für Arbeit) - Sozialamt zweifelt an. Dann kommt Rentenversicherungsträger mit nem andern Gutachten. Und am Ende vielleicht durch mehrere Instanzen Gericht und man ist bei 3-4 Gutachtern mit 5 unterschiedlichen Meinung und die letzte Instanz Gericht (kostet auch alles Geld) darf sich den raussuchen, der am besten gefällt.

Einzig bei solchen erwerbsunfähigen Personen (unter 3h täglich) bei denen noch Kinder mit Unterhaltsanspruch existierne - grad kleine Kinder - da habe ich schon Urteile gelesen wo (ging aber um ne Frau mit gesundheitl. Problemen) die Familienrichter die verdonnerten doch nen Job sich zu suchen. (Frag mich nur was das bringt, wenn das eh angerechnet würde auf die Sozialhilfe und dann trotzdem nix zum Unterhaltzahlen übrig wäre.) Aber da sind Richter üblicherweise streng und glauben nicht mal dem Jobcenter und prüfen in Eigenregie nochmal ob jemand sich bewirbt, etc. (Bei denen die noch erwerbsfähig sind.)


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28.05.2022 um 20:52
Zitat von GwyddionGwyddion schrieb:Da bin ich absolut gegen. Das könnte Schule machen und unsere klammen Kassen noch mehr belasten.
Wer arbeitsfähig ist kann trotzdem etwas für die Gesellschaft tun und sei es in Helferjobs für die Kommunen. Bezahlt wird er ja trotzdem.
Warum sollte das Schule machen? Schon jetzt wurde nur noch selten sanktioniert wenn man sich nicht um jobs gekümmert hat, zur not legt man halt widersprüche ein oder arbeitet halt scheiße und fliegt an tag 1 raus, die ämter sind so überlastet, die kümmern sich dann nicht mehr um dich. Und es gab auch nur noch 30% kürzung. Ist da die zahl der H4ler großartig gestiegen?

Warum sollte man Helferjobs vermitteln anstatt diese Helferjobs vernünftig zu bezahlen? Das ist doch wie diese nullnummer mit 1 Euro Jobs, wo man sich billige Arbeitssklaven machen wollte. Das ist genau das gegenteil von dem, was wir brauchen.

ENtweder man vermittelt da einen echten job, oder man alimentiert halt.
Zitat von BundeskanzleriBundeskanzleri schrieb:Ich finde deine Ansicht gut. Die Frage ist, wie will man das erkennen. Auch dafür sind lange Prozesse, Beobachtungen oder Gutachten nötig.
Und da wird manch einer sicher falsch eingeordnet.
Oder es ändert sich und ist in einem Jahr völlig anders.
Da fehlt es an sicheren Kriterien.

Man könnte es nur völlig freistellen, ob sich jemand mit dem Grundeinkommen (das wäre es dann) zufrieden gibt, oder doch lieber arbeiten geht.

Ich finde diese Idee nicht schlecht. Denn die allermeisten würden sich nicht wohl fühlen und gehen lieber arbeiten.
Besonders die, die meinen, Hartz IV wäre so ein tolles Unterfangen.
Ich bin ja auch jetzt nicht der experte dafür, wie man das genau umsetzen kann. Aber wenigstens müsste man darauf hinarbeiten, dass man sich diesem optimum nähern kann.
UNd dafür muss sich eine entscheidende ansicht ändern: Dass alle hartz 4 empfänger faul sind und zur arbeit gezwungen werden müssen, und druck das alleinige mittel ist (und geschrei nach eigeninitiative), was man hat.
Das stimmt nicht, diese ansicht, ist bei vielen leuten aber immer noch vorherrschend. UNd das ist toxisch.


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28.05.2022 um 20:58
Zitat von BundeskanzleriBundeskanzleri schrieb:Besonders die, die meinen, Hartz IV wäre so ein tolles Unterfangen.
3,5 Mio finden es anscheinend nicht so ganz schlecht, denn die würden sonst auf die Strasse gehen oder arbeiten.


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28.05.2022 um 21:00
Zitat von AbahatschiAbahatschi schrieb:Aber leben kann er ja. Es gibt einen Haufen Jobs die aus häuslichen Tätigkeiten bestehen, Putzen, Kochen, Einkaufen gehen, Auto Fahrrad fahren.
Das kann er beruflich auch machen.
shionoro schrieb:
Und inwiefern ist das knechten?
Das fällt unter Alltagsbegleitung.
Um diesen langfristig ausführen zu dürfen, sind Schulung Pflicht.
Hab es über ein Jahr gemacht.

@shionoro
Je nach Haushalt - Betreuung..
Kann dies anstrengend werden!

Wieder zurück zu meiner Heimat: Abteilung Unterhaltung


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28.05.2022 um 21:27
Zitat von AbahatschiAbahatschi schrieb:Aber leben kann er ja. Es gibt einen Haufen Jobs die aus häuslichen Tätigkeiten bestehen, Putzen, Kochen, Einkaufen gehen, Auto Fahrrad fahren.
Das kann er beruflich auch machen.
Nein, nicht unbedingt. Zu einer regulären Arbeit gehört Struktur, Pünktlichkeit, soziales Miteinander im Team, Anweisungen verstehen und ausführen, usw. usw.

Und tatsächlich sind manche kaum oder gar nicht in der Lage ihren eigenen Alltag zu strukturieren.

Mag nicht der Durchschnitt sein, aber es sind sicher mehr als man denkt.
Zitat von AbahatschiAbahatschi schrieb:3,5 Mio finden es anscheinend nicht so ganz schlecht, denn die würden sonst auf die Strasse gehen oder arbeiten.
Ich meine Leute, die eine Arbeit haben und denken, den Beziehern geht es so gut. Wenn das der Fall wäre, steht es jedem frei, sich dort auch anzumelden.
Also ist es wohl auch nicht so schlecht, eine Arbeit zu haben.


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28.05.2022 um 21:41
Zitat von BundeskanzleriBundeskanzleri schrieb:Also ist es wohl auch nicht so schlecht, eine Arbeit zu haben.
Aktuell sehe ich so, gerne deine Meinung dazu:
Arbeit bringt mehr Pflichten, Zeitverlust und Gesundheitsschädigung mit sich als der H4 Bezug und finanziert diesen auch noch, daher finde ich deine bauernschlaue Witze mit der einfachen Umkehr der Aussage etwas deplaziert.
Zitat von BundeskanzleriBundeskanzleri schrieb:Und tatsächlich sind manche kaum oder gar nicht in der Lage ihren eigenen Alltag zu strukturieren.
Dann sollten wir ihnen mehr Geld geben, weniger Pflichten, dann klappt es, nicht wahr?


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28.05.2022 um 21:45
Zitat von AbahatschiAbahatschi schrieb:bauernschlaue Witze
Kann ich nirgends erkennen.
Zitat von AbahatschiAbahatschi schrieb:mehr Geld geben, weniger Pflichten, dann klappt es, nicht wahr?
Hab ich nicht gesagt, ich bezog mich auf deine Aussage oben, dass es reicht um einen Job auszuüben, wenn man "leben kann".


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