Tussinelda schrieb:hier mal ein passender Artikel, wie ich finde:Ein Ort ohne weiße Menschen?
Quelle: https://www.zeit.de/zett/2023-06/rassismus-betroffene-schutzraeume-rueckzug
ich empfehle denen, die verstehen wollen, worum es geht und warum das kein Rassismus gegen weiße Menschen ist, diesen Artikel ganz zu lesen.
Was mir als erstes aufgefallen ist (noch bevor ich den Kommentar las), hat gleich der erste Kommentator beschrieben:
"Sie werden nicht gefragt, wo sie wirklich herkommen, was bei ihnen zu Hause traditionell gegessen wird, warum ihre Haare so wachsen oder wie es in ihren Heimatländern aussieht."
Ein Absatz später:
"Dort tauschen sie Erfahrungen mit Afrohaaren aus, sprechen frei über ihre Kultur oder die ihrer Eltern"
Irgendwie witzig
Ich war neugierig zu erfahren, wie denn der permanente Rassismus denn konkret aussieht, und habe mir deshalb den Artikel zu Gemüte geführt. Jetzt habe ich den Eindruck, der würde primär daraus bestehen, dass gefragt würde, was zuhause traditionell gegessen wird, woher jemand kommt und was es mit den Haaren auf sich hat. Das sind wirklich die erstgenannten Erlebnisse, wofür man Erholung in abgeschotteten Safes-Spaces benötigt? Das ist das übliche, was Schwarze erleben, die in ein Feibad gehen, dass sie sich auf die Wiese legen und sogleich fragt jemand "Wie ist denn das mit deinen Haaren"?
Und ja, ich kann mir vorstellen, dass jemand davon genervt ist, aufgrund einer Besonderheit auf bestimmte Themen angesprochen zu werden, die damit zusammenhängen. Nur ist das noch lange kein Rassismus. Jemand, der mit 22 eine Glatze hat, wird bestimmt auch öfter auf seine Haarpracht angesprochen als jemand mit normalen Haaren.
Desweiteren:
Safe Spaces wollen das Gegenteil erreichen: Sie sollen BIPoC ermöglichen, genauso an der Gesellschaft teilzunehmen, wie auch weiße Menschen das tun. Viele Schwarze Kinder reisen nicht mit regulären Anbietern in Ferienlager, aus Angst vor Rassismus.
Aus Angst vor Rassismus wird also nicht an der Gesellschaft teilgenommen, sondern in abgeschotteten Gruppen, und nennt das dann "Teilnahme an der Gesellschaft"? Soll man es doch "Sie sollen BIPoC ermöglichen, genauso Reiseerlebnisse zu haben, wie auch weiße Menschen das tun." nennen, dann würde das zumindest stimmen.
Und wie die "Mikroaggression" und "Rassimus" auch aussehen kann, habe ich auch schon erlebt. Ich hatte mich einer schwarzen Person nicht ganz erwartungsgemäss verhalten - also nicht unhöflich oder so, sondern sozusagen "inhaltlich" - und das wurde dann gleich auf die Hautfarbe bezogen. Dabei hatte das überhaupt nichts damit zu tun. Um das mit einem Vergleich zu verdeutlichen: Jemand verteilt Mediamarkt-Gutscheine auf der Strasse. Ich lehne ab, weil ich mir denke "Ist ja nett, aber ich habe schon so viel Krempel zuhause, ich will nicht noch mehr" und der Gutscheinverteiler macht daraus "Aha, von einem Schwarzen nimmt der Rassist also keine Gutscheine an".
sacredheart schrieb:Wenn etwas grundsätzlich richtig ist, müsste es in alle Richtungen denkbar sein. Ich kann mir vorstellen, was los wäre, wenn es in einem Freibad im Ruhrgebiet, in dem es zahlreiche Aggressionen aus jungen migrantischen Gruppen in der Vergangenheit gegeben hatte und die würden einen migrantenfreien Tag anbieten, weniger wegen Mikro- sondern der stattgehabten Makroaggressionen und zwar im Bad selbst.
In der Schweiz gabe es ja letztes Jahr dieses Freibad, das im Prinzip genau das gemacht hat. Es hatte allerdings den Vorteil, dass es das mit der allgemeinen Bestimmung "Nur für Ortsansässige" erreichen konnte, aber genau die Problemklientel migrantische Personen aus dem benachbarten Frankreich damit ausgesperrt hatte.
Dieses Jahr gibt es glaube ich auch wieder eine einschränkende Regel, etwas abgeschwächter, aber genau weiss ich es gerade nicht aus dem Kopf.