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Rassismus

18.155 Beiträge ▪ Schlüsselwörter: Rassismus, AFD, Migranten ▪ Abonnieren: Feed E-Mail

Rassismus

05.04.2020 um 10:50
@Tussinelda

Ich möchte das jetzt nicht gleich als soziologische Studie anlegen, aber meine Erinnerung ist Folgende:

In den 70er Jahren noch haben viele Menschen Schwarze nicht für gleichwertig erachtet. Das war völlig daneben. Dennoch waren das nicht alles hasserfüllte Rechtsradikale. Das war leider mainstream. Hätte die gleichen Leute, die Schwarze nicht für vollnahmen, jemand auffordern wollen: Die bringen wir um, hätten die mit selbstverständlicher Entrüstung dagegen protestiert.
Damals existierte in meiner Erinnerung ein Rassismus, der ganz klar Abwertung enthielt, aber keinen Hass.

Deren rassistisches Weltbild wurde oft dann revidiert, wenn sie einen Schwarzen persönlich kennenlernten und in dem Rahmen dann rassistische Vorurteile recht leicht über Bord werfen konnten. Das wäre bei einem hasserfüllten Rechtsradikalen sicher anders. Der wäre nicht offen dafür, überkommene Vorurteile zu revidieren.


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05.04.2020 um 10:53
@Narrenschiffer

Ich hatte Dich wohl missverstanden. Ich hatte 'untrinkbar' mit sozial geächtet gleichgesetzt. Du meintest offensichtlich mit 'untrinkbar' ungenießbar.

In Deinem Sinne untrinkbaren Kaffee kenne ich eher aus Frankreich. In sehr günstigen Hotels erhält man da heute noch eine Riesentasse mit hellbraunem Wasser unter dem Oberbegriff Kaffee. Wenn man da einen Tropfen Milch reintut, ist der direkt strahlendweiss.


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05.04.2020 um 11:10
Zitat von sacredheartsacredheart schrieb:In den 70er Jahren noch haben viele Menschen Schwarze nicht für gleichwertig erachtet. Das war völlig daneben. Dennoch waren das nicht alles hasserfüllte Rechtsradikale. Das war leider mainstream. Hätte die gleichen Leute, die Schwarze nicht für vollnahmen, jemand auffordern wollen: Die bringen wir um, hätten die mit selbstverständlicher Entrüstung dagegen protestiert.
Damals existierte in meiner Erinnerung ein Rassismus, der ganz klar Abwertung enthielt, aber keinen Hass.
und noch einmal, Rassismus ist nicht nur dann Rassismus, wenn er bis zu Hass oder gar Morden geht. Du relativierst gerade. Weil man Schwarze Menschen nicht umbringen will, ist man kein Rassist? Dass man diese Menschen abwertet, ausgrenzt, als fremd, exotisch, ungebildet, unzivilisiert betrachtet ist kein bzw. irgendwie nicht so schlimmer Rassismus? Leiden Betroffene denn nicht darunter, ist es wirklich erst dann schlimmer Rassismus, wenn man jemanden umbringen will?
Zitat von sacredheartsacredheart schrieb:Deren rassistisches Weltbild wurde oft dann revidiert, wenn sie einen Schwarzen persönlich kennenlernten und in dem Rahmen dann rassistische Vorurteile recht leicht über Bord werfen konnten.
Keinesfalls. Da wurde nur EINE Ausnahme gemacht, das wurde aber nicht auf andere Schwarze Menschen übertragen. Pauschalisiert und abgewertet wurde fröhlich weiter.


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05.04.2020 um 11:32
Zitat von sacredheartsacredheart schrieb:Von daher würde ich nie wegen einer Äußerung in den 70er Jahren, die das Wort Neger enthält, jemanden als Rassisten abstempeln.
Nur weil sie sich ihres Rassismus nicht bewusst waren, waren sie keine Rassisten?

Vielleicht solltest du dir Rassismus nicht nur mit Messer im Mund und nach Blut schreiend vorstellen?

Doch, natürlich waren wir damals rassistisch als wir unbedarft (und ohne böse Absicht) 'N****' gesagt haben


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05.04.2020 um 11:33
Zitat von sacredheartsacredheart schrieb:Damals sagten manche Menschen zu Kaffee Negerschweiss und hatten damit eher die Absicht, den Kaffee abzuwerten als den Schwarzen
Der Satz, bzw der Ausdruck, den man früher wohl so lapidar daher redete, ist dermaßen rassistisch gegenüber den Menschen, dass ich geneigt bin auf der Stelle verzweifelt loszuheulen.
Es wurde damit in keinster Weise der Kaffee abgewertet, sondern eine Menschengruppe. Wenn man sich dabei auf das Getränk hätte beziehen wollen, dann hätten sich andere beschreibende Begrifflichkeiten finden lassen, die nichts mit der Hautfarbe eines Menschen zu tun haben - sondern evtl mit Farbe ansich.
Aber den Vergleich zu ziehen, das zu dünner Kaffee ".... Schweiss" wäre (das ist so ekelhaft, dass ich es nichtmal ausschreiben möchte) - ist einfach nur verachtend und grundlegend rassistisch.
Zitat von sacredheartsacredheart schrieb:In den 70er Jahren noch haben viele Menschen Schwarze nicht für gleichwertig erachtet. Das war völlig daneben. Dennoch waren das nicht alles hasserfüllte Rechtsradikale. Das war leider mainstream. Hätte die gleichen Leute, die Schwarze nicht für vollnahmen, jemand auffordern wollen: Die bringen wir um, hätten die mit selbstverständlicher Entrüstung dagegen protestiert.
Damals existierte in meiner Erinnerung ein Rassismus, der ganz klar Abwertung enthielt, aber keinen Hass.
Und die beide Arten von Rassismus, die du dort beschreibst, sind gleichwertig ekelerregend.
Der dumme Rassismus, der einfach nur mit-und nachgeplappert wird, weil es ja jeder so macht und flächendeckend Standartmeinung zu sein scheint - und der aus Hass entstandene Rassismus, der sich in Gewalt äußert und Menschen das Leben kostet oder ernsthaft in Gefahr bringt.
Was meinst du wie "Hass-Rassismus" entsteht und wo er seine Wurzeln tief in den Boden schlägt? Richtig, im Dumm-Rassismus...denn da liegt der Nährwert, den es brauch um irgendwann Hass daraus wachsen zu lassen.
Kein Rassist kommt auf die Welt und hasst einfach bestimmte Menschengruppen. Nein der wird schön gefüttert mit "alle sagen das ja"... und "mein Gott, man wird ja wohl noch ein Späßchen machen dürfen"... Und "der Kaffee schmeckt wie.... Schweiss".
Die Wurzeln schlagen sich erstr
echt tief in den Boden, wenn man bestimmten Menschengruppen bestimmte Eigenarten/Einzigartigkeiten anhaftet und IRGENDEINER aus dieser beschriebenen Menschengruppe dieser Eigenart hingibt - dann kommt es nämlich dicke "war ja wieder klar... der Schwarze hat wieder dies und das"... Oder "typisch deutsch ey, war ja klar das der 38 mal zusticht".

Ich bekomme echt Ausschlag in den Synapsen wenn ich diese stereotypisierei lese (nicht von dir, deine Beiträge habe ich alle richtig verstanden ;) ), mit abartigen Begründungen dass es zu bestimmten Zeiten völlig normal war rassistisch zu sein. Dies sollte als Mahnmal wahrgenommen werden und nicht als heutige Erklärung für irgendwelche menschenverachtenden Sätze.
Zitat von GrouchoGroucho schrieb:Doch, natürlich waren wir damals rassistisch als wir unbedarft (und ohne böse Absicht) 'N****' gesagt haben
Richtig!


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05.04.2020 um 11:34
Zitat von sacredheartsacredheart schrieb:Wer in den 50er bis 70er Jahren das Wort Neger benutzt hat, wird sich einer negativen Konnotation wahrscheinlich nicht bewusst gewesen sein. Wir haben noch in der 2. Klasse in den 70er Jahren ein Lied namens 'Negeraufstand in Havanna' im Rahmen des regulären Musikunterrichts gesungen. Ich hatte mir mit 8 Jahren auch nicht viel dabei gedacht. Ein schwarzer war damals ein Neger, auch wenn man ihn nicht verächtlich machen wollte.
Wenn da jetzt in der ersten hälfte des letzten Jahrhunderts stehen würde, würde ich dir eher recht geben, aber so muss ich auch hier wieder dagegen sprechen. In den 50 ern bis 70 ern waren ja auch leute Erwachsen und Lehrer, die das 3. Reich noch mit erlebt haben. Die sind in einer Gesellschaft aufgewachsen, in der Rassismus und Antosemitismus noch viel normaler waren. Die Leute dieses alters fanden es also noch normaler, so über schwarze zu reden weil es allgemein verbreitet war.

Trotzdem war das Rassistisch, es war trotzdem Menschenverachtend, das schlimme ist, das es damals ok war. Es ist schon wahnsinnig, das mancher sich hier einen unbefangenen Umgang mit dem N Wort wieder wünscht.
Zitat von sacredheartsacredheart schrieb:Damals lebten hier halt auch nur sehr wenige schwarze Menschen.
Das könnte durchaus ein grund dafür sein, warum es Klischees so viel leichter hatten. Wissenslücken wurden mit Fantasie, dem erlernten und Stereotypen gefüllt.
Zitat von sacredheartsacredheart schrieb:Aber ich denke, dass Hass in den meisten Köpfen dennoch keine Rolle spielte.
Glaub ich auch nicht, aber jenes Bild sorgte doch zumindest dafür, dass man schwarze nicht so ernst nahm wie einen weißen. Manchmal hab ich auch das Gefühl, dass es ein ähnliches bild über Latinos noch gibt.

Irgendwelche gut aussehende, groß gewachsenen, perfekten Liebhaber die gut Tanzen können. Und natürlich sind alle Frauen unfassbar schön und die Kerle sind Temperamentvoll. Kommt mir zumindest so rüber.

Wir wohl noch dauern, bis sich die Kultur der Stereotypen komplett entledigt hat.
Zitat von sacredheartsacredheart schrieb:Das war leider mainstream
Dann war der Mainstream Rassistisch. Da der Mainstream immer das wiederspiegelt, was große teile glauben und denken, und so von vielen gedacht wurde, war der Mainstream wohl Rassistisch.


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Rassismus

05.04.2020 um 11:35
@Tussinelda
Zitat von sacredheartsacredheart schrieb:ch möchte das jetzt nicht gleich als soziologische Studie anlegen, aber meine Erinnerung ist Folgende:
Ich berichte also aus meiner persönlichen Erinnerung.
Zitat von TussineldaTussinelda schrieb:Keinesfalls. Da wurde nur EINE Ausnahme gemacht, das wurde aber nicht auf andere Schwarze Menschen übertragen. Pauschalisiert und abgewertet wurde fröhlich weiter.
Das schreibst Du dazu, als ob Du die älteren Menschen, die in den 70er Jahren Teil meines Umfelds waren, auch noch besser beurteilen könntest als ich. Woher kommt denn diese Expertise?
Zitat von TussineldaTussinelda schrieb:und noch einmal, Rassismus ist nicht nur dann Rassismus, wenn er bis zu Hass oder gar Morden geht.
Ich hatte doch selbst geschrieben, dass das Rassismus war.

@Tussinelda
@Tussinelda

Ich unterstelle vielen Menschen damals einen unbedarften Rassismus. Dadurch wird der ja nicht besser. Den würde ich jetzt aber nicht 1:1 gleichsetzen mit Menschen, die heutzutage irgendwo Jagd auf ausländisch aussehende Menschen machen. Das ist nämlich kein unbedarfter mainstream. Das ist eine abseitige bewusst getroffene Einstellung, die für die Betroffenen sicher auch gefährlicher ist.

Es ist ein Unterschied, ob ein Mann in den 70er Jahren von der Nachbarin meiner Oma belächelt wurde oder aktuell von erklärten Nazis verfolgt wird. Wenn ich ein Schwarzer wäre, würde ich beides nicht gut finden, ich würde aber auch nicht Beides gleichsetzen.


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05.04.2020 um 11:39
Zitat von sacredheartsacredheart schrieb:Ich unterstelle vielen Menschen damals einen unbedarften Rassismus.
Freut mich, dass wir dich relativ schnell überzeugen konnten.
Eben klang das noch so
Zitat von sacredheartsacredheart schrieb:Von daher würde ich nie wegen einer Äußerung in den 70er Jahren, die das Wort Neger enthält, jemanden als Rassisten abstempeln.
Zitat von sacredheartsacredheart schrieb:Wenn ich ein Schwarzer wäre, würde ich beides nicht gut finden, ich würde aber auch nicht Beides gleichsetzen.
Das tut doch auch keiner.


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05.04.2020 um 11:39
Zitat von sacredheartsacredheart schrieb:Ich unterstelle vielen Menschen damals einen unbedarften Rassismus
Den gibt es aber heute noch. Wahrscheinlich hat so ziemlich jeder so ein Klischee im Kopf, deshalb führt man auch derartige Debatten.

Selbst ich ertappe mich manchmal noch dabei, irgendwelche Klischees zu bedienen, mir ist aber klar, dass das Klischees sind.


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05.04.2020 um 11:41
Zitat von sacredheartsacredheart schrieb:Es ist ein Unterschied, ob ein Mann in den 70er Jahren von der Nachbarin meiner Oma belächelt wurde oder aktuell von erklärten Nazis verfolgt wird. Wenn ich ein Schwarzer wäre, würde ich beides nicht gut finden, ich würde aber auch nicht Beides gleichsetzen.
Die erklärten Nazis rechtfertigen sich gern mit der Omi aus den 70er Jahren und geben verbal zu Protokoll, dass Oma Inge schon früher recht hatte, als sie den "anderen" belächelt hat.
Und Oma muss ganz schön hängengeblieben sein, wenn man über eine andere Hautfarbe lachen muss.
Soviel halt zum Nährwert des Dumm-Rassismus und welche Wurzeln er schlägt. / edit : schlagen kann
Perfektes Beispiel.


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05.04.2020 um 11:48
Zitat von GoldboyGoldboy schrieb:Es ist schon wahnsinnig, das mancher sich hier einen unbefangenen Umgang mit dem N Wort wieder wünscht.
@Goldboy

Da will ich ja gar nicht hin zurück, darum geht es mir doch gar nicht.
Zitat von GoldboyGoldboy schrieb:Das könnte durchaus ein grund dafür sein, warum es Klischees so viel leichter hatten. Wissenslücken wurden mit Fantasie, dem erlernten und Stereotypen gefüllt.
Ein relevanter Bestandteil waren auch die früher so beliebten Reiseromane, die - es waren Romane - sehr blumig ausgeschmückt wurden, dazu von Menschen, die oft Deutschland kaum jemals verlassen hatten. Karl May ist sicherlich ein beispiel dafür. Auch wenn er den 'edlen Wilden' propagiert hat, hatte er ein aus heutiger Sicht zutiefst rassistisches Weltbild.
Zitat von GoldboyGoldboy schrieb:Manchmal hab ich auch das Gefühl, dass es ein ähnliches bild über Latinos noch gibt.

Irgendwelche gut aussehende, groß gewachsenen, perfekten Liebhaber die gut Tanzen können. Und natürlich sind alle Frauen unfassbar schön und die Kerle sind Temperamentvoll. Kommt mir zumindest so rüber.
Temperamentvoll ist meine Frau schon. Und unsere Familie in Südamerika ist sehr lebendig. Tatsächlich hat Tanz einen viel zentraleren Stellenwert im Leben als üblicherweise in Europa. Auf ganz normalen Familienfeiern im Wohnzimmer wird üblicherweise getanzt. Im Kindergarten wird nahezu jeden tag getanzt. Allerdings trägt dort niemand einen Fummel, den man mit südamerikanischen Samba Girls assoziieren würde. Es gibt tatsächlich kulturelle Unterschiede. Die müssen ja gar nicht schlecht sein. Die darf man auch wahrnehmen oder wie in meinem Fall mit Freude genießen. Man darf Menschen nur nicht auf das Plakative reduzieren.
Zitat von GoldboyGoldboy schrieb:Dann war der Mainstream Rassistisch. Da der Mainstream immer das wiederspiegelt, was große teile glauben und denken, und so von vielen gedacht wurde, war der Mainstream wohl Rassistisch.
Das war wohl so. Ich fände es nur falsch, wenn man einzelne Äußerungen aus dem zeitlichen Kontext herausreißen würde und daraus Menschen eine völlig unbegreifliche Haltung unterstellen würde.

Der mainstream war damals auch homophob. Die Rechtsprechung war homophob. Meine Eltern haben mich damals noch vor 'Homos' gewarnt. Das macht sie aber nicht zu irren Schwulenhassern, sondern nur zu Kindern ihrer Zeit.


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05.04.2020 um 11:54
Zitat von sacredheartsacredheart schrieb:Ein relevanter Bestandteil waren auch die früher so beliebten Reiseromane, die - es waren Romane - sehr blumig ausgeschmückt wurden, dazu von Menschen, die oft Deutschland kaum jemals verlassen hatten. Karl May ist sicherlich ein beispiel dafür.
Ja, das witzige ist doch, das so ein Karl May Roman für solche Reisen dass ist, was Rosemunde Pilcher für Liebesbeziehungen ist.
Zitat von sacredheartsacredheart schrieb:Temperamentvoll ist meine Frau schon. Und unsere Familie in Südamerika ist sehr lebendig. Tatsächlich hat Tanz einen viel zentraleren Stellenwert im Leben als üblicherweise in Europa. Auf ganz normalen Familienfeiern im Wohnzimmer wird üblicherweise getanzt. Im Kindergarten wird nahezu jeden tag getanzt. Allerdings trägt dort niemand einen Fummel, den man mit südamerikanischen Samba Girls assoziieren würde. Es gibt tatsächlich kulturelle Unterschiede. Die müssen ja gar nicht schlecht sein. Die darf man auch wahrnehmen oder wie in meinem Fall mit Freude genießen. Man darf Menschen nur nicht auf das Plakative reduzieren.
Ja, weil in manchen Deutschen das Vorurteil über deutsche noch verankert zu sein scheint, dass ein richtig erwachsener Mensch selten spaß hat und zum lachen in den Keller geht.
Zitat von sacredheartsacredheart schrieb:Der mainstream war damals auch homophob. Die Rechtsprechung war homophob. Meine Eltern haben mich damals noch vor 'Homos' gewarnt. Das macht sie aber nicht zu irren Schwulenhassern, sondern nur zu Kindern ihrer Zeit.
Damals war die Gesellschaft gegen alle und alles was anders war.


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05.04.2020 um 11:55
@Foxy.Vapiano

Was Du ansprichst, wird so existieren.

Ich würde nur den Umkehrschluss ungern zulassen: Nämlich dass Oma Inge (frei erfunden gelebt 1904 - 1971) eine saublöde Rechtsradikale gewesen sein muss, weil sie Schwule eklig fand und dachte, dass 'Neger' sehr einfach strukturiert sind.

Einfach strukturiert wäre ihr Enkel, wenn er aus der Erinnerung an Oma Inges Weltbild ableitet: Das damaligen Weltbild ist eine unverrückbare Wahrheit.

Oma Inge hat ja auch im Wartebereich vom Bürgeramt noch eine Zigarette nach der anderen geraucht. Und Opa Erich hat die alten Autoreifen in den 50er Jahren auch noch im Hof mit verbrannt. Das ist alles heute schwer vorstellbar. Dumm wäre nur, wer heute noch das Gleiche täte.


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05.04.2020 um 12:01
Zitat von GoldboyGoldboy schrieb:Ja, weil in manchen Deutschen das Vorurteil über deutsche noch verankert zu sein scheint, dass ein richtig erwachsener Mensch selten spaß hat und zum lachen in den Keller geht.
@Goldboy

Leider ist das ja nicht nur ein Vorurteil. Es gibt wirklich viele Deutsche, die gerne jammern, ihre Nachbarn terrorisieren, weil die mal grillen oder einen Geburtstag feiern und die gerne die Polizei rufen, wenn jemand falsch parkt. Die Leute existieren ja wirklich und könnten vielleicht, wenn sie mal ein paar Wochen bei einer ganz normalen Familie in Südamerika leben würden, ihren Horizont erweitern und Lebensfreude gewinnen.

Wenn ich mir in den Familien, die ich in Südamerika kenne (kein Anspruch auf Statistik) nur mal den Umgang mit älteren Familienmitgliedern anschaue, können viele Deutsche viel lernen. Das hat natürlich nicht nur private Gründe. Die Abschiebung von älteren Menschen ist dort auch lange nicht so institutionalisiert wie bei uns.


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05.04.2020 um 12:02
Zitat von sacredheartsacredheart schrieb:Das macht sie aber nicht zu irren Schwulenhassern, sondern nur zu Kindern ihrer Zeit.
warum so extrem, man muss kein irrer Schwulenhasser sein und ist trotzdem homophob. ich lehne Deine verharmlosenden Ergüsse bezügliche grupenbezogener Menschenfeindlichkeit in jeder Hinsicht ab. Ich verstehe auch nicht, was das soll, ehrlich gesagt. So ein bisschen Rassist ist zwar scheisse, aber hey, es gibt ja auch die krassen Rassisten :shot: und damals war das eben Zeitgeist *kotzwürg*
Nein, es war damals wie heute, wie zu jeder Zeit gruppenbezogene Menschenfeindlichkeit. Fertig.

Ach übrigens, meine Eltern sind sehr alt und waren weder jemals homophob, noch Rassisten, benutzten aber auch das Wort "Neger", bis genau zu dem Tag, wo ihnen ein Schwarzer Mensch erklärt hat, warum sie das nie sagen sollten, da es rassistisch ist und sie somit rassistische Sprache verwenden. Sie haben darüber nachgedacht, reflektiert und kamen zu dem Schluss, dass sie vollkommen ignorant waren und null empathisch diesbezüglich, niemals einen Gedanken daran verschwendet zu haben, über diese Bezeichnung überhaupt nachzudenken. Sie haben sich zutiefst geschämt und sich entschuldigt. Und nicht mit dämlichen Erklärungsversuchen versucht, sich rauszureden.


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Rassismus

05.04.2020 um 12:08
Zitat von sacredheartsacredheart schrieb:Ich würde nur den Umkehrschluss ungern zulassen: Nämlich dass Oma Inge (frei erfunden gelebt 1904 - 1971) eine saublöde Rechtsradikale gewesen sein muss, weil sie Schwule eklig fand und dachte, dass 'Neger' sehr einfach strukturiert sind.
Keine saublöde Rechtsradikale; aber saublöden Rassismus an den Tag gelegt hat sie mit ihrer Denke auf jedenfall. Für mein Empfinden.
Ob mit dem typischen Standartdenken wie früher oder dem heutigen sensibilisierten (da ist noch Luft nach oben) - so über andere Menschen zu urteilen, nur weil jeder es so macht, zeigt mir einfach, dass nicht viel Denksubtanz da war.
Wenn ich da an meinen unfiktiven Opa denke, der damals schon in der Kneipe saß und sich verachtend über Hitler äußerte und dafür viele Jahre in den Knast kam - obwohl die Zeiten des Tyrannen bereits vorbei waren - zeigt ja, dass es eben auch (aus meiner Sicht) richtig denkende gab, die sich nicht gescheut haben Rassismus im Keim ersticken zu wollen.
Es auf die frühere Zeit schieben zu wollen ist mir einfach zu plump Naiv, denn es gab mehr Menschen wie meinen Opa - die sich der Rassisten-Flappierei nicht hingegeben haben sondern klar einstanden für ihre Denke. Und dadurch sogar ihren Job verloren als Polizist.
Zitat von sacredheartsacredheart schrieb:Oma Inge hat ja auch im Wartebereich vom Bürgeramt noch eine Zigarette nach der anderen geraucht. Und Opa Erich hat die alten Autoreifen in den 50er Jahren auch noch im Hof mit verbrannt. Das ist alles heute schwer vorstellbar. Dumm wäre nur, wer heute noch das Gleiche täte.
Oma Inge und Opa Erich haben sich dabei aber nicht gedanklich zur Herrenrasse erhoben sondern einfach nur eine geraucht und einen Reifen gewechselt.
Wenn sie über einen schwarzen lachten, waren sie dumm-rassistisch. Punkt. Egal was früher erlaubt war und was nicht - es war dumm!


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05.04.2020 um 12:09
Zitat von TussineldaTussinelda schrieb:Ach übrigens, meine Eltern sind sehr alt und waren weder jemals homophob, noch Rassisten, benutzten aber auch das Wort "Neger", bis genau zu dem Tag, wo ihnen ein Schwarzer Mensch erklärt hat, warum sie das nie sagen sollten, da es rassistisch ist und sie somit rassistische Sprache verwenden. Sie haben darüber nachgedacht, reflektiert und kamen zu dem Schluss, dass sie vollkommen ignorant waren und null empathisch diesbezüglich
@Tussinelda

Ich verstehe nicht, warum Du mir so entrüstet widersprichst, wenn Du eigentlich eine recht ähnliche Beobachtung gemacht hast.

Deine Eltern haben in ihrer Sprache rassistische Stereotype bedient. Im Rahmen eines persönlichen Kontaktes haben sie das dann revidiert. Genau die Beobachtung habe ich doch weiter oben auch beschrieben.

Und da würde ich eben den Unterschied sehen: Wer damals unreflektiert so ein Wort benutzt hat, war deswegen noch kein Rechtsradikaler, sondern vielleicht ein ganz normaler empathischer Mensch und daher gerne bereit, seine Wortwahl zu ändern und die dahinterliegende Mentaliät zu ändern.

Wenn jemand heute diesen Begriff verwendet, wird es aber vermutlich jemand sein, der so verbohrt ist, sich nicht zu hinterfragen.


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05.04.2020 um 12:09
Zitat von sacredheartsacredheart schrieb:Die Leute existieren ja wirklich und könnten vielleicht, wenn sie mal ein paar Wochen bei einer ganz normalen Familie in Südamerika leben würden, ihren Horizont erweitern und Lebensfreude gewinnen.
Die frage ist doch, wie viele Menschen ticken letztlich tatsächlich so, und wären es genug um daraus eine feste Aussage zu machen? Vielleicht bezeichnen wir einen Deutschen der Kritisiert auch schneller als Jammerer, ein schwarzer der Rappt wird vielleicht eher als dumm abgestempelt. Ein Arabisch stämmiger Mensch muss sich vielleicht schneller anhören, das er ein Rückständiger Macho ist und einem Juden sagt man schneller nach Geldgierig zu sein.

Aufgrund der vorherschenden Vorurteile gehen die Leute halt schneller hin, und werfen irgendjemanden vor dies und jenes zu sein. Und das ist das Problem, da es weder Objektiv noch sonst irgendwas ist.


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05.04.2020 um 12:17
Zitat von sacredheartsacredheart schrieb:Deine Eltern haben in ihrer Sprache rassistische Stereotype bedient. Im Rahmen eines persönlichen Kontaktes haben sie das dann revidiert. Genau die Beobachtung habe ich doch weiter oben auch beschrieben.
nein, hast Du nicht, es ging nämlich nicht darum festzustellen, der "Neger" entspricht gar nicht irgendwelchen Klischees, DAS Denken hatten meine Eltern nie, es ging darum, dass sie trotzdem eine Bezeichnung nutzten, die rassistisch ist und nie darüber nachdachten.
Zitat von sacredheartsacredheart schrieb:Und da würde ich eben den Unterschied sehen: Wer damals unreflektiert so ein Wort benutzt hat, war deswegen noch kein Rechtsradikaler, sondern vielleicht ein ganz normaler empathischer Mensch und daher gerne bereit, seine Wortwahl zu ändern und die dahinterliegende Mentaliät zu ändern.
und nochmal falsch, wer dieses Wort benutzte und an die Klischees und Stereotype glaubte, der benutzte nicht nur rassistische Worte, sondern dachte rassistisch. Und fand das auch noch ganz normal.


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