@rotzlöffel
rotzlöffel schrieb:was WARheit bedeutet
Berichte doch mal etwas über die 900.000 Juden, die aus arabischen Staaten vertriebenen wurden.
Semha Alwaya, eine Anwältin aus San Francisco, die einst aus dem Irak floh, schrieb in einem Beitrag für den San Francisco Chronicle im März 2005, ihre Geschichte werde von der Welt ignoriert „weil sie jenen, die Israel für alle Probleme des Nahen Ostens verantwortlich machen, nicht genehm ist."1 Sie weist darauf hin, dass die Organisation der Vereinten Nationen seit 1949 mehr als hundert Resolutionen in Bezug auf die palästinensischen Flüchtlinge verabschiedet hat, aber keinen einzigen zu den jüdischen Flüchtlingen aus den arabischen Ländern.
Die UNO mache eine klare Unterscheidung zwischen dem „Rückkehrrecht" für Millionen Flüchtlinge, selbst in das ursprüngliche Israel (der Grenzen vor 1967) und den Rechten dieser jüdischen Flüchtlinge.
Obwohl die Zahl der geflohenen Juden die der palästinensischen Flüchtlinge übersteigt, ist ihre Causa dem Vergessen preisgegeben. Während jene sich im Fokus des Friedensprozesses befinden und von einer enormen bürokratischen UNO Maschinerie betreut werden, mit dem Zweck, sie in Flüchtlingslagern zu halten, waren die 900.000 aus arabischen Staaten vertriebenen Juden nicht jahrelang Flüchtlinge. Die meisten, ca. 650,000, gingen nach Israel, da es das einzige Land war, das bereit war, sie aufzunehmen.
Siehe auch Avi Beker, „Perpetuating the Tragedy: The United Nations and the Palestinian Refugees", in Malka Hillel Shulewitz, Hrsg., The Forgotten Million: The Modern Jewish Exodus from Arab Countries (London: Cassell, 1999), S. 142-152; zur Flüchtlingsintegration in Israel siehe Yehuda Dominitz, "Immigration and Absorption of Jews from Arab Countries", in Shulewitz, ebd. S. 155-184
Am 16. Mai 1948, einen Tag nach Israels Unabhängigkeitserklärung, publizierte die Times auf ihrer Titelseite einen Bericht mit der Schlagzeile: „Juden in ernster Gefahr in allen muslimischen Ländern"8. Die Zeitung erwähnte, dass „der UNO seit fast vier Monaten ein Appell vorlag, mit dem Aufruf zu einer umgehenden und dringenden Erörterung der Lage der jüdischen Bevölkerung in den arabischen und muslimischen Ländern". Im Untertitel des Zeitungsartikel stand: „In Afrika und Asien sind neuhunderttausend Juden der Wut ihrer Feinde ausgesetzt" und Berichte zur schwindenden Sicherheit der Juden, einschließlich gewalttätiger Zwischenfälle, wurden zitiert. Die Times berichtete weiter, dass laut einem vom Politischen Komitee der Arabischen Liga erlassenen Gesetz, alle jüdischen Bürger dieser Länder „als Gehilfen des jüdischen Minderheitsstaates Palästina" gelten würden. Dies weist deutlich auf eine klare arabische Strategie hin, die jüdischen Bürger auszuweisen, wobei damit gerechnet wurde, dass sie in Israel Zuflucht finden würden.
Samuel G. Freedman, "Are Jews Who Fled Arab Lands to Israel Refugees, Too?" New York Times, 11. Oktober 2003
Innerhalb weniger Jahre wurden jüdische Gemeinden, die im Nahen Osten seit mehr als 2500 Jahren existiert hatten, brutal vertrieben oder sie mussten ihr Leben in Sicherheit bringen…Syrische Juden waren bereits 1945 mit Beschränkungen bei der Auswanderung nach Israel konfrontiert, und Ihre Besitztümer fielen teilweise der Brandschatzung und der Plünderung zum Opfer, einschließlich der Großen Synagoge in Damaskus. Im Dezember 1947 ereilte die Juden von Aleppo, die siebzehntausend Seelen zählende, größte jüdische Gemeinde des Landes, ein folgenschwerer Pogrom….Im Jemen galten die Juden schon seit jeher als Bürger zweiter Klasse. Bereits um 1880 wanderten 2500 Juden nach Jerusalem und Jaffa aus, und infolge des Verfalls ihrer Lebensbedingungen siedelten sich zwischen 1923 und 1945 weitere Siebzehntausend in Aden und Palästina an. Exzesse und Massaker ereigneten sich aber auch in Aden, das von den Briten kontrolliert wurde…Daraus ist ersichtlich, dass die Evakuierung von mehr als hunderttausend Juden nach Israel in den Jahren 1949-1951 durch den irakischen Antisemitismus ausgelöst wurde und als Widerhall auf die Aufrufe irakischer Führer zur Vertreibung der Juden und zu einem Bevölkerungsaustausch gesehen werden muss….Eine ähnliche Verfolgungswelle fand auch in Ägypten und Libyen statt, wo es 1945 zu Ausschreitungen gegen und Massaker an Hunderten von Juden kam und Synagogen und Gemeindegüter zerstört wurden…Auch in den nordafrikanischen Staaten Marokko, Algerien und Tunesien waren die Juden immer wieder Wellen von antijüdischen Anschlägen ausgesetzt, aber dank des Schutzes der französischen Behörden, die ihre eigenen Konflikte mit den Arabern hatten, waren sie nicht so gewalttätig.
Die Darstellung der Lage der Juden in den arabischen Ländern basiert auf den folgenden Publikationen: Norman A. Stillman, The Jews of Arab Lands in Modern Times (Philadelphia, Jewish Publication Society, 1991); Martin Gilbert, The Jews of Arab Lands (London: British Board of Jewish Deputies, 1976); Ya’akov Meron, „Why Jews Fled the Arab Countries", Middle East Quarterly, September 1995, S. 47-54; Raphael Patai, The Vanished Worlds of Jewry (New York: Macmillan, 1980)
Norman A. Stillman, The Jews of Arab Lands in Modern Times, S. 116; Moshe Gat, The Jewish Exodus from Iraq 1948-1951 (London: Frank Cass, 1997), S. 7
http://www.david.juden.at/kulturzeitschrift/70-75/74-becker.htm