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Kapitalismus - Die Ausgeburt der Hölle

18.083 Beiträge ▪ Schlüsselwörter: Wirtschaft, Armut, Kapitalismus ▪ Abonnieren: Feed E-Mail

Kapitalismus - Die Ausgeburt der Hölle

um 17:24
Zitat von mitH2CO3mitH2CO3 schrieb:ch spreche vom Gegenwert, den ÜBER-Reiche für ihre Arbeit (Tätigkeiten in iwelchen Stiftungen oder Holdings) erhalten. Sie erhalten kein Gehalt, sondern stattdessen Aktien etc. Die Einkommenssteuer greift dafür nicht, sondern sie nutzen die Kapitalertragssteuer, also die Abgeltungssteuer, welche höchstens um die 26% liegt
Aber da greift die Körperschaftssteuer, nicht die Kapitalertragssteuer. Die tun ja nicht als Privatpersonen ihre Gehälter beziehen - sondern über Kapitallgesellschaften, und da greift die Körperschaftssteuer die bei uns hier in Österreich zb bei 23% liegt. Erst wenn das Geld aus dem Verkauf oder die Dividenden an das Privatkonto landen kommt die Kapitalertragssteuer ins Spiel.
Zitat von mitH2CO3mitH2CO3 schrieb:im Gegensatz zur Einkommenssteuer, bei welcher der Spitzensatz bei 45% liegt. Ist doch cool, so eine Möglichkeit zu haben. Hast du die auch :ask:
Bei uns ist die bei 55%. Ich würde die Möglichkeit definitiv sofort nutzen sobald ich in der Position wäre ein erfolgreiches Unternehmen zu führen welches ich idealerweise in GmbH umwandle und dann ein zweites Unternehmen als Holding Gesellschaft gründe welches dann als ein steuerlicher und rechtlicher Schutz- und Sparschirm für meine GmbH dient und wenn ich reich genug wäre würde ich auch eine Privatstiftung und eine gemeinnützige Stiftung gründen, beide hätten massive Vorteile für mich und ich würde das dennoch offensichtlich auch für wohltätige Zwecke nützen bzw. die letztere Stiftung.


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Kapitalismus - Die Ausgeburt der Hölle

um 17:39
Zitat von bgeowehbgeoweh schrieb:Was du hier schreibst ist sachlich einfach falsch.
Ich hab' so gelesen, und nicht studiert. Nach meinem Verständnis kann man sich als Aufsichtsrat auch nur mit Aktien vergüten lassen. Ferner greift noch nicht mal die Abgeltungssteuer gleich, wenn man die Aktien nur hält und nicht verkauft. Das ist doch dann schon ne "feine" Vorgehensweise für jemand, der möglichst wenig Steuern auf seine Tätigkeiten zahlen möchte. Der "Normalo" hat solche Möglichkeit ja nicht.

Ich verstehe nicht, was an dieser Darstellung sachlich falsch sein soll.


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Kapitalismus - Die Ausgeburt der Hölle

um 17:41
Zitat von mitH2CO3mitH2CO3 schrieb:Nach meinem Verständnis kann man sich als Aufsichtsrat auch nur mit Aktien vergüten lassen.
Nochmal: wenn du dich als Aufsichtsrat mit Aktien vergüten lässt, wird das genau so versteuert als wäre dir der Gegenwert der Aktien als Gehalt ausgezahlt worden. Die beiden Varianten sind steuerlich komplett identisch. Du sparst dadurch keinen Cent Steuer.


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Kapitalismus - Die Ausgeburt der Hölle

um 17:50
Zitat von bgeowehbgeoweh schrieb:Du sparst dadurch keinen Cent Steuer.
Ok, das nehm' ich jetzt mal so hin. Nur weshalb steht dann in jeder Tabelle, dass die ÜBER-Reichen nur 26% Steuern zahlen (was ja ziemlich genau der Höhe der Abgeltungssteuer entspricht)?

Bild 31.05.26 um 17.27Original anzeigen (0,9 MB)
https://www.netzwerk-steuergerechtigkeit.de/wp-content/uploads/2024/04/Besteuerung_Reichtum_D_Aut_CHE.pdf


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Kapitalismus - Die Ausgeburt der Hölle

um 17:55
Zitat von mitH2CO3mitH2CO3 schrieb:Nur weshalb steht dann in jeder Tabelle, dass die ÜBER-Reichen nur 26% Steuern zahlen (was ja ziemlich genau der Höhe der Abgeltungssteuer entspricht)?
Weil das Fantasierechnungen sind, bei denen noch dazu wild Steuern, Sozialabgaben und weitere Abgaben zusammengewürfelt werden. Steht übrigens auch in dieser Tabelle direkt in der ersten Fußnote: "Werte basierend auf vereinfachenden Annahmen". Was auch Sinn macht, die echten Werte unterliegen ja zum Großteil dem Steuergeheimnis.


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Kapitalismus - Die Ausgeburt der Hölle

um 17:59
Zitat von mitH2CO3mitH2CO3 schrieb:Nur weshalb steht dann in jeder Tabelle, dass die ÜBER-Reichen nur 26% Steuern zahlen (was ja ziemlich genau der Höhe der Abgeltungssteuer entspricht)?
Weil die Steuern der Unternehmen nicht drin stehen..letzter Versuch, mit ChatGPT:
Prompt:
angenommen ich habe in deutschland ein unternehmen was 10 Mio Gewinn erwirtschaftet und das möchte ich mir auszahlen, was ist die summe der steuern drauf? wieviel bekomme ich raus, zahlt das Unternehmen auch was (Standort wäre München)
Antwort:
Kurz gesagt: Bei einer GmbH mit 10 Mio. € Gewinn in München hast du immer zwei Steuer-Ebenen:

1. Steuern auf Unternehmensebene (GmbH)
2. Steuern bei Auszahlung an dich (Gesellschafter)

Ich rechne dir das einmal sauber durch.



1. Ebene: Steuern in der GmbH (vor Ausschüttung)

In München gilt ungefähr:

* Körperschaftsteuer: 15 %
* Solidaritätszuschlag darauf: 0,825 %
* Gewerbesteuer München (Hebesatz ~490 %): ca. ~17 %

👉 Gesamtsteuerlast GmbH: ca. 32–33 %



Rechnung

Gewinn: 10.000.000 €

* Steuern GmbH (~33 %):
→ ca. 3.300.000 €
* Verbleibender ausschüttbarer Gewinn:
→ ca. 6.700.000 €



2. Ebene: Ausschüttung an dich privat

Wenn du dir die 6,7 Mio. € als Dividende auszahlen lässt:

Standardfall (Abgeltungsteuer)

* 25 % Kapitalertragsteuer
* 5,5 % Soli auf die Steuer
→ effektiv ca. 26,375 %



Rechnung

6.700.000 €

* Steuern privat (~26,4 %):
→ ca. 1.768.000 €
* Netto bei dir:
→ ca. 4.932.000 €
Steuerbelastung: 50,68%..das steckt der Staat ein.
Dazu kommen privat noch die Pflichten zur Kranken- und Pflegeversicherung.

Fazit: die Tabelle ist unvollständig.


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Kapitalismus - Die Ausgeburt der Hölle

um 18:03
Zitat von bgeowehbgeoweh schrieb:Weil das Fantasierechnungen sind, bei denen noch dazu wild Steuern, Sozialabgaben und weitere Abgaben zusammengewürfelt werden.
Das sind doch keine Idioten diese Leute. Die erstellen Modelle nach den zugänglichen Daten. Die denken sich doch nicht einfach was aus, um damit den Milliardären zu schaden. Es geht um die Ursachen von Ungleichheit. Und wenn feststellbar ist, dass das Steuersystem ein "löchriger Käse" ist, der insb. die ÜBER-Reichen privilegiert, dann wird doch da was dran sein. Sind ja genug ÜBER-Reiche selbst unterwegs, die das bestätigen, und reformiert haben wollen.

Ich kapiere nicht, weshalb ein Konsens über diese Ursachen nicht möglich ist. Bekannte Wirtschaftswissenschaftler wie Stiglitz erzählen doch keine ausgedachten oder ideologisch besetzten Dinge.


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Kapitalismus - Die Ausgeburt der Hölle

um 18:08
Zitat von mitH2CO3mitH2CO3 schrieb:Das sind doch keine Idioten diese Leute. Die erstellen Modelle nach den zugänglichen Daten. Die denken sich doch nicht einfach was aus, um damit den Milliardären zu schaden. Es geht um die Ursachen von Ungleichheit. Und wenn feststellbar ist, dass das Steuersystem ein "löchriger Käse" ist, der insb. die ÜBER-Reichen privilegiert, dann wird doch da was dran sein. Sind ja genug ÜBER-Reiche selbst unterwegs, die das bestätigen, und reformiert haben wollen.
Verfügbare Daten: Nahe Null
Vereinfachende Annahme: Die Multimilliardäre beziehen den allergrößten Teil ihrer Einkünfte als Kaptialerträge
"Rechnung": Auf Kapitalerträge entfällt nur die Abgeltungssteuer
Conclusio: Uiuiui, da kommt ja näherungsweise die Abgeltungssteuer als Steuersatz raus, Eiderdaus, Potzblitz!
Zitat von mitH2CO3mitH2CO3 schrieb:Bekannte Wirtschaftswissenschaftler wie Stiglitz erzählen doch keine ausgedachten oder ideologisch besetzten Dinge.
Ja, doch, quasi nur noch - auf der Ebene der Wirtschaftswissenschaft (also wo es um ganze Gesellschaftsmodelle geht) geht es quasi nur noch um Ideologie. Auf jeden Stiglitz kommt ein Milton Friedman, auf jeden Piketty ein Laffer.


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Kapitalismus - Die Ausgeburt der Hölle

um 18:11
Zitat von bgeowehbgeoweh schrieb:Ja, doch, quasi nur noch - auf der Ebene der Wirtschaftswissenschaft (also wo es um ganze Gesellschaftsmodelle geht) geht es quasi nur noch um Ideologie. Auf jeden Stiglitz kommt ein Milton Friedman, auf jeden Piketty ein Laffer.
Und woher soll man dann noch wissen was wahr ist?


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