China und USA sperren sich gegen deutsche Importe
Sowohl China als auch die USA werden dabei immer weniger zu Abnehmern deutscher Exporte. Zwar bleiben die USA der größte Absatzmarkt für deutsche Produkte im Ausland, doch der Export schrumpfte um mehr als neun Prozent. Besonders Autos und dazugehörige Teile, ein traditionell starkes Segment unter den deutschen Lieferungen, litten unter den verschärften US-Zöllen - der Umsatz ging um 17,8 Prozent zurück.
Der Warenhandel nach China brach um fast zehn Prozent ein, während gleichzeitig der Umsatz bei den Importen mit mehr als 170,6 Milliarden mittlerweile mehr als doppelt so hoch liegt. Das Handelsdefizit mit der Volksrepublik beträgt damit inzwischen fast 90 Milliarden Euro.
Quelle:
https://www.tagesschau.de/wirtschaft/deutschland-handel-china-100.htmlHier sieht man schon die Widersprüche, die sich zwischen den nationalistischen, kapitalistischen Staaten auftun, die im internationalen Wettstreit miteinander stehen.
Im Grunde wollen alle, dass die Produktionsmittel ins eigene Land kommen.
Importe sind etwas, das man grundsätzlich vermeiden möchte, und Exporte sind etwas, das man eigentlich steigern möchte.
Das bedeutet, dass jeder Nationalstaat die Produktionsmittel ins eigene Land holen und einen Exportüberschuss erzielen möchte. Also man möchte die anderen bei sich verschulden lassen - was ja ein Exportüberschuss bedeutet: Wenn ich mehr zu dir exportiere, als du zu mir importierst, dann verschuldest du dich bei mir.
Wenn das im Grunde das Interesse eines jeden Nationalstaates ist, dann sehen wir schon, dass es sich nicht um eine friedliche Weltordnung handelt, sondern um eine, die auf Konkurrenz und Kampf beruht...
Und der einzige Grund, warum sich einige Nationalstaaten wie zum Beispiel Deutschland für lange Zeit das Recht herausnehmen konnten und noch können, andere zu überwältigen und mit ihren Exporten die Wirtschaft dort zu deindustrialisieren, liegt einfach an den Mitteln, die der jeweilige Nationalstaat zur Verfügung hat.
In Deutschland beispielsweise konnte man mit der Agenda-Politik von Schröder und den Grünen die Lohnstückkosten massiv senken.
Dadurch sind die Arbeiter ärmer gemacht worden, und dadurch konnte man besser exportieren - was natürlich für den Binnenmarkt schlecht war, denn dieser ist ja in Deutschland zurückgegangen, weil die Arbeiterklasse weniger Geld in der Tasche hatte. Auch das ist ein Widerspruch der kapitalistischen Weltordnung.
Eine exportfokussierte Wirtschaft verarmt die Bevölkerung im Land und um die Exporte international durch günstige Preise attraktiv zu machen, muss man die Löhne drücken...
Das heißt, wir haben bereits so viele Widersprüche auf dem Tisch, dass man sagen muss: Dieses System ist wirklich komplett abgefuckt...
Ich meine, der einzige Grund, warum der Kapitalismus überhaupt so lange funktioniert hat - in den letzten 80 Jahren - ist der, dass dieses kapitalistische, dysfunktionale, degenerative System mit unfassbar billigen und sehr breit verfügbaren Energien versorgt worden ist.
Also das Öl war unfassbar billig und sehr umfassend verfügbar, und man konnte den globalen Süden hervorragend ausbeuten, indem man die eigene Wirtschafts- und Militärmacht genutzt hat, um diese Rohstoffe in die eigenen Länder zu importieren. Dabei hat man sogar noch Profit gemacht, weil man diesen Ländern die eigene Wirtschaftslogik aufgezwungen hat.
Länder wie Deutschland, Großbritannien oder die USA haben nicht einfach von iranischen Unternehmen gekauft, sondern sind hingegangen und haben die Ölquellen mit ihren eigenen Unternehmen besetzt.
Das haben sie im Iran, in Libyen und in Venezuela gemacht. Also in all diesen Ländern sind westliche Imperialisten einfach hin und haben die Ölquellen besetzt. Und dann hatte man diese billige Energie, die in unfassbar großen Mengen verfügbar war. Nur so konnte dieses kapitalistische System überhaupt eine Weile überleben.
Aber jetzt sehen wir, dass die Krisen so allumfassend und überall zutage treten, dass eigentlich niemand mehr glauben kann, dass das noch lange gut geht.