@Gwyddion
Gwyddion schrieb:Die Unternehmer sind nicht egal... Sie tragen das finanzielle Risiko, müssen Märkte erschließen, Gewinne für Expansion oder Innovation generieren, laufen immer Gefahr das Gewährleistungs-, Garantiefälle eintreten .. usw.
Tragen eigentlich nur Unternehmer Risiko oder auch Lohnarbeiter?
Gwyddion schrieb:Sie bieten Arbeitsplätze und der Arbeiter, der ansonsten keine Einnahmequelle hätte, erhält Lohn/Gehalt.
Ja, aber Unternehmer bieten nur deshalb Arbeitsplätze an, weil sie die Arbeitskraft brauchen - nicht aus Nächstenliebe. Der Arbeiter erhält 'nen Lohn, erwirtschaftet aber meist ein Vielfaches davon.
Und der Arbeiter wäre ohne den Unternehmer auch nicht komplett perspektivlos Es gibt auch andere Modelle - Genossenschaften, Staatsbetriebe, Selbstständigkeit usw. Der Unternehmer hingegen kann ohne Arbeiter nichts produzieren...
@ApexOne
ApexOne schrieb:Selbstverständlich ginge das, der Staat will es aber nicht (s. Gesetze zur Scheinselbstständigkeit).
Unabhängig davon, warum soll es keine Fabrik geben wo zB alle Mitarbeiter eine Rechnung stellen? Angst um Lohnfortzahlung, Kündigungschutz?
Selbst wenn der Staat alle Gesetze zur Scheinselbstständigkeit abschaffen würde - könnten schon rein logisch nicht alle Menschen Unternehmer sein. Warum? Weil in jeder Wertschöpfungskette irgendjemand die Arbeit tun muss, für die andere bezahlen. Wenn jeder eine Rechnung schreibt, wer bezahlt die dann? Am Ende müssten alle füreinander zahlen - das ist ein Nullsummenspiel ohne echten Mehrwert.
Zu deinem absurden Fabrik-Beispiel: Eine Fabrik, in der alle Mitarbeiter eine Rechnung stellen, wäre dann ja keine Firma mehr, sondern ein loser Verbund von Soloselbstständigen. Dann gäbe es auch keinen gemeinsamen Betrieb, keine abgestimmten Prozesse, keine gemeinsame Infrastruktur und vor allem gäbe es dann keine Lohnfortzahlung im Krankheitsfall, keinen bezahlten Urlaub, keinen Kündigungsschutz, keine betriebliche Altersvorsorge usw....
Die Leute wollen genau diese Sicherheiten nicht aufgeben. Und das ist kein Zeichen von Verweichlichung, wie du vielleicht vorwerfen würdest, sondern von Vernunft.
Die Frage ist also nicht, warum der Staat das verbietet, sondern, warum die Menschen das nicht wollen? Und die Antwort ist: Weil sie Risiken tragen, die Unternehmer nicht tragen.
ApexOne schrieb:Ja, das brauchst Du mir nicht sagen. Bei Dir schwingt aber mit dass die Unternehmer nichts tun, das ist Schade und entsprich nicht Wahrheit.
Da hab ich mich wohl etwas unklar ausgedrückt. Ich sage nicht, dass Unternehmer nichts tun - das wäre tatsächlich Unsinn. Natürlich organisieren, investieren sie, sie tragen Verantwortung und oft auch finanzielle Risiken. Das hat auch einen Wert.
Mein Punkt ist ein anderer: Wert entsteht grundsätzlich durch Arbeit. Das heißt, ein Unternehmer kann noch so gut organisieren, wenn niemand die Maschinen bedient, die Software schreibt, die Ware packt oder die Kunden berät, bleibt halt der Wohlstand aus. Unternehmer lenken und ermöglichen Wertschöpfung, aber sie sind nicht ihre Quelle.
Das soll kein Angriff auf Unternehmer sein. Es ist nur ne Klarstellung, wer letztlich das System trägt. Und das sind die, die arbeiten, aber eben nicht allein diejenigen, die oben stehen...