@Optimist
Optimist schrieb am 18.04.2026:da wenden die Kapitalisten ein: aber er hat doch viel Verantwortung und Risiko 😉
Das Ding ist: Wenn du Kapital hast, dann hast du Macht. Und wenn es schlecht läuft, entlässt du einfach Angestellte oder erhöhst die Preise. Oder wenn es ganz schlecht läuft, verkaufst du einfach das Unternehmen und chillst dann auf den Malediven. Nichts mit Verantwortung. Nichts mit Risiko.
Da gibt es auch noch Leute, die sagen: „Oh, wenn du Wohnraum vermietest, dann hast du so eine schwere Verantwortung - die Instandhaltung der Häuser usw.“
Was ein Bullshit. Denn wenn alles so schlimm, so verantwortungsvoll und so quälend wäre, dann würden diese Leute die Sachen doch verkaufen. Ich hätte damit kein Problem. Sie können mir alle ihre Immobilien geben. Kein Problem. Ich mache das schon. Ich nehme ihnen diese schwere Last ab.
:D
Optimist schrieb am 18.04.2026:Sie sagen, ohne ihre Firma hätten die Arbeiter ja auch kein Geld.
Was entgegnest du dem?
Der Denkfehler, den viele machen, ist zu glauben, dass das Geld vom Kapitalisten kommt. Das ist aber falsch. Das Geld kommt nicht vom Kapitalisten, sondern von den Arbeitern, die dieses Geld erwirtschaftet haben.
Die Reihenfolge ist immer:
1. Der Arbeiter schafft durch seine Arbeit einen Wert.
2. Dieser Wert wird in Form von Geld umgesetzt.
3. Ein sehr kleiner Teil dieses Geldes wird als Lohn an den Arbeiter ausgezahlt.
4. Der Rest - der Mehrwert - fließt an den Kapitalisten.
Oder noch etwas anders gesagt: Arbeit schafft Wert - Wert wird zu Geld - Geld landet beim Kapitalisten. Nicht umgekehrt.
Der Kapitalist stellt lediglich die Mittel (Maschinen, Rohstoffe, Räume) bereit - aber auch diese wurden ursprünglich durch fremde Arbeit hergestellt.
@Sabres
Sabres schrieb:Ich bin für 100% Kapitalismus. Keine Steuern mehr, keine gesetzliche Rentenversicherung mehr. Keine gesetzliche Krankenversicherung.
Ich würde den ganzen Sozialstaat sofort abschaffen.
Meiner Ansicht nach wärst du als Lohnarbeiter (besitzlose Klasse) in einem 100%igen Kapitalismus vollständig deiner Schutzmechanismen beraubt. Deine Arbeitskraft wäre dann nur noch reine Ware, und du wärst ausschließlich vom Verkauf derselben abhängig - ohne Mindestlohn, ohne jeglichen Kündigungsschutz und ohne Arbeitszeitregelungen.
Dein Lohn würde dann allein durch Angebot und Nachfrage bestimmt. Für alle Lohnarbeiter (Arbeitnehmer) käme es zu maximaler Ausbeutung:
Der Kapitalist würde einfach deinen Arbeitstag verlängern und die Intensität steigern, während dein Lohn auf das physische Existenzminimum sinken würde.
Zudem würde dich eine industrielle Reservearmee aus systemnotwendig hoher Arbeitslosigkeit dazu zwingen, jede Bedingung deines Arbeitgebers zu akzeptieren, da du dann in permanenter Konkurrenz zu anderen Lohnarbeitern stehen würdest.
Sabres schrieb:Wenn es soweit ist, werde ich dem Staat maximalen Schaden zufügen, indem ich alles was ich im Leben erarbeitet habe, im Ausland ausgebe und verheize
Mit deinen paar Kröten, die du dann im Ausland ausgibst, wirst du dem Staat aber keinen messbaren Schaden zufügen. Der Staat würde dein Weggehen nicht einmal bemerken - schon gar nicht, wenn du zu dem Zeitpunkt bereits in Rente bist. Deine Arbeitskraft steht ihm dann ohnehin nicht mehr zur Verfügung. Du drohst ihm mit einem Rachefeldzug, bei dem du die wichtigste Waffe - deine aktive Arbeitsleistung - gar nicht mehr einsetzen kannst. Im besten Fall ist das eine peinliche Selbstüberschätzung, im schlimmsten Fall eine reine Fantasie, die nur deinem eigenen Frust Luft macht, aber keinerlei reale Wirkung entfaltet....