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Kapitalismus - Die Ausgeburt der Hölle

18.056 Beiträge ▪ Schlüsselwörter: Wirtschaft, Armut, Kapitalismus ▪ Abonnieren: Feed E-Mail

Kapitalismus - Die Ausgeburt der Hölle

08.05.2026 um 20:07
Zitat von Fritzchen037Fritzchen037 schrieb:nd dass Du irgendwelche Leute durchgezogen hast, ist mal sowas von Kindergarten.
Genau das meine ich!
Der Kindergarten findet gerade genau hier an dieser Stelle statt.
Zitat von mitH2CO3mitH2CO3 schrieb:gestehen wir doch den Öl- und Gaskonzernen ihre durch die Decke gehenden Gewinne einfach zu. Sch... auf Steuern :Y:
Meine Firma ist sogar sehr abhängig davon.
Genauso wie zu der Corona Zeit. Wir haben das sehr gut überlebt, wozu einige hier anwesenden sowieso nicht in der Lage wären, weil das Verständnis eine Firma über schwierigen Zeiten zu bringen einfach nicht vorhanden ist.
Zitat von Fritzchen037Fritzchen037 schrieb:Sehr versierte Leute, ohne ökonomischen Sachverstand oder Beweise für ihre Behauptungen. Behauptungen und nichts weiter.
Sehe ich vollkommen anders.
Zitat von Fritzchen037Fritzchen037 schrieb:Und wenn Mensch nur für den Kapitalisten arbeitet und nicht für sich? Wieviel Prozent der Arbeit wird dann bezahlt und von was kauft er sich Brot?
Aushandeln. War schon immer so.
Bedeutet automatisch, man muss Leistung bringen. Sag mal, haste angst was zu liefern, oder warum kommst du auf "Vollautomatisierung".


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Kapitalismus - Die Ausgeburt der Hölle

08.05.2026 um 20:11
Zitat von Fritzchen037Fritzchen037 schrieb:1% von was, Äpfel oder Birnen? Und wieso "in" Unternehmen? Nicht von Unternehmen oder für Unternehmen?
Oh je...knapp daneben, es ist Pflaumen. In den Unternehmen wo ich bin zahle ich 1% an das Finanzamt, nach dem Schälen, in Form von Kernen.
Ich plane noch ein Unternehmen, da werde ich es mit faulen Kartoffeln probieren, die sind der Bringer.


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Kapitalismus - Die Ausgeburt der Hölle

08.05.2026 um 20:20
Zitat von ApexOneApexOne schrieb:Oh je...knapp daneben, es ist Pflaumen.
Ich hasse ja diese Vergleiche mit Äpfeln und Birnen!


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Kapitalismus - Die Ausgeburt der Hölle

08.05.2026 um 20:20
Zitat von SabresSabres schrieb:Aushandeln. War schon immer so.
Es ging darum, wenn's nicht so ist. Aushandeln sagt nichts darüber aus, was ist, wenn 100% unbezahlt bleibt. Und heutzutage ist es ausgehandelt. Also was willst Du denn? So wie heute oder 100% unbezahlt? Kannst Dich mal entscheiden?
Zitat von SabresSabres schrieb:Sag mal, haste angst was zu liefern, oder warum kommst du auf "Vollautomatisierung".
Oh je, Angst, vor was? Sag mal. Wenn Maschinen die Arbeit von Allen leisten, dann glaubst Du, dass ich nichts mehr zu tun hätte? Wahrscheinlich mehr als ohne, aber wahrscheinlich gehst Du von Dir aus? Also meine Antwort: Nein!

@ApexOne
Was denn nun? Ich denke Igno? Bleib mal Konsequent! Und dass Du was mit Pflaumen hast, habe ich schon vermutet. Na dann, bring mal schön die Kerne weg. Und die anderen 99% Kerne entsorgst Du sicher nicht umweltschädlich, vermute ich mal.


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Kapitalismus - Die Ausgeburt der Hölle

08.05.2026 um 20:22
Zitat von Fritzchen037Fritzchen037 schrieb:Und die anderen 99% Kerne entsorgst Du sicher nicht umweltschädlich, vermute ich mal.
Richtig, ich entsorge nicht umweltschädlich.
Zitat von Fritzchen037Fritzchen037 schrieb:Und dass Du was mit Pflaumen hast, habe ich schon vermutet.
Ständig, sogar in diesem Thread.


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Kapitalismus - Die Ausgeburt der Hölle

08.05.2026 um 20:23
Zitat von Fritzchen037Fritzchen037 schrieb:wenn 100% unbezahlt
100% werden niemals unbezahlt bleiben.
Ich kenne noch Zeiten, man konnte seine eigentliche Entlohnung sogar noch selbst aushandeln.
In kleineren Betrieben ohne Gewerkschaften ging das. Mir ist das sogar lieber.


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Kapitalismus - Die Ausgeburt der Hölle

08.05.2026 um 20:33
Zitat von ApexOneApexOne schrieb:Ständig, sogar in diesem Thread.
Vielleicht solltest Du einmal den Spiegel beiseite stellen? Oder die Bildschirmoberfläche etwas weniger auf Glanz polieren?
Zitat von SabresSabres schrieb:In kleineren Betrieben ohne Gewerkschaften ging das.
Geht aber nicht mehr in größeren Firmen oder im Laufe der Zeit, wenn bei Dir noch nicht Ende der Fahnenstange ist, sei froh. Ist aber nicht mehr überall so.

Und jede kleine Firma, wenn sie nicht gerade eine Nische bedient, die sich für große Firmen nicht lohnt und wo keine oder wenig Konkurrenz ist, muss, bei Strafe des Untergangs, wachsen. Bis das Kartellamt um die Ecke kommt.
Zitat von SabresSabres schrieb:100% werden niemals unbezahlt bleiben.
Weil es nicht geht, Zum einen ist die Reproduktionsrate des Menschen dafür nicht hoch genug, zum anderen müssen für bestimmte Tätigkeiten bestimmte Fähigkeiten und Fertigkeiten zuvor und dauerhaft (sich ständig an Veränderungen anpassen) erlernt werden.

Also kannst Du nur einen Kapitalismus haben, der 100% nicht erreicht. Und den Staat, den brauchen die Kapitalisten zum Ausgleich zu allen Anderen. Sonst könnten manche Menschen beim "Aushandeln" recht unfreundlich sein. Und wer soll sie dann davon abhalten?


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Kapitalismus - Die Ausgeburt der Hölle

08.05.2026 um 20:50
Zitat von peekaboopeekaboo schrieb:Wenn ich mich richtig erinnere, kam aber der Manchester-Kapitalismus dem 100% Kapitalismus ziemlich nahe.
Es wurde wenig bezahlt, aber es konnte ebenso nur wenig unbezahlt bleiben. Die Periode, die Du meinst zeichnete sich meines Wissen eher dadurch aus, dass Frauen und Kinder in die Arbeitswelt gezwungen wurden:
„Sofern die Maschinerie Muskelkraft entbehrlich macht, wird sie zum Mittel, Arbeiter ohne Muskelkraft oder von unreifer Körperentwicklung, aber größerer Geschmeidigkeit der Glieder anzuwenden. Frauen- und Kinderarbeit war daher das erste Wort der kapitalistischen Anwendung der Maschinerie!“ K. Marx, Kapital I, MEW 23, 416.

„Indem die Maschinerie alle Glieder der Arbeiterfamilie auf den Arbeitsmarkt wirft, verteilt sie den Wert der Arbeitskraft des Mannes über seine ganze Familie. Sie entwertet daher seine Arbeitskraft. Der Ankauf der in 4 Arbeitskräften z. B. aufgeteilten Familie kostet vielleicht mehr als früher der Ankauf der Arbeitskraft des Familienoberhaupts, aber dafür treten 4 Arbeitstage an die Stelle von einem, und ihr Preis fällt im Verhältnis zum Überschuss der Mehrarbeit der vier über die Mehrarbeit des einen. Vier müssen nun nicht nur Arbeit, sondern Mehrarbeit für das Kapital liefern, damit eine Familie lebe.“ K. Marx, Kapital I, MEW 23, 417.

„Durch den überwiegenden Zusatz von Kindern und Weibern zum kombinierten Arbeitspersonal bricht die Maschinerie endlich den Widerstand, den der männliche Arbeiter in der Manufaktur der Despotie des Kapitals noch entgegensetzte.“ K. Marx, Kapital I, MEW 23, 424.
Quelle: https://www.marx-forum.de/marx-lexikon/lexikon_m/maschinerie.html

Aus: https://www.marx-forum.de/marx-lexikon/inhalt.html

@Sabres
Und falls Du schon vor der Wende Bundesbürger warst, kennst Du bestimmt noch eine Zeit, als die Ehemänner die gesamte Familie ernähren konnten.


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Kapitalismus - Die Ausgeburt der Hölle

08.05.2026 um 20:50
Zitat von Fritzchen037Fritzchen037 schrieb:Geht aber nicht mehr in größeren Firmen
Würde ich mir schon wünschen. Wir alleine haben in der Firma schon einige sehr junge Individuen, die fast das gleiche Geld bekommen wie ich, sich allerdings sehr oft richtige failures leisten und sich unfassbar oft krank melden.
Zitat von Fritzchen037Fritzchen037 schrieb:Weil es nicht geht, Zum einen ist die Reproduktionsrate des Menschen dafür nicht hoch genug,
Ne komm schon.
Zitat von Fritzchen037Fritzchen037 schrieb:zum anderen müssen für bestimmte Tätigkeiten bestimmte Fähigkeiten und Fertigkeiten zuvor und dauerhaft (sich ständig an Veränderungen anpassen) erlernt werden.
Da bin ich absolut bei dir. Das ist ein sehr wichtiger Aspekt. Nennt sich Flexibilität und Lernfähigkeit. Schau mal in die Firmen und diejenigen, mit welchen Bewerbungen sie es zu tun haben.


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Kapitalismus - Die Ausgeburt der Hölle

08.05.2026 um 20:54
Zitat von SabresSabres schrieb:Wir alleine haben in der Firma schon einige sehr junge Individue
Kenn ich, bin ich bei Dir.
Zitat von SabresSabres schrieb:unfassbar oft krank melden.
Da wünsche ich mir auch mehr Transparenz. Krankschreibung, Krankenbesuch, Prüfung des Grundes.
Zitat von SabresSabres schrieb:Ne komm schon.
Naja, 9 Monate nicht mal Brot, das kannst wohl kaum Aushalten?


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Kapitalismus - Die Ausgeburt der Hölle

08.05.2026 um 21:08
Zitat von Fritzchen037Fritzchen037 schrieb:Naja, 9 Monate nicht mal Brot, das kannst wohl kaum Aushalten?
Ah ha, jetzt glaube ich zu wissen, woher der Wind weht.


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Kapitalismus - Die Ausgeburt der Hölle

08.05.2026 um 23:15
Ja, Reproduktion des Menschen ist auch schwerfällig formuliert, aber der bestmögliche wissenschaftliche Ausdruck. :)


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Kapitalismus - Die Ausgeburt der Hölle

08.05.2026 um 23:53
Zitat von Fritzchen037Fritzchen037 schrieb:Richtige Stiftungen (was immer das sein soll, erkläre mal Du oder @MayorQuimby) und Einzelunternehmen nicht
Genau so ist es und das auch aus guten Gründen. Beide sind im Grunde und de facto Privatpersonen oder juristische Personen bzw. Stiftungen sind juristische Person, keine Kapitalgesellschaften. Für Stiftungen gibt es mittlerweile das Transparenzregister wo man nun auch offenbar limitiert reinschauen kann wie bei Aktiengesellschaften und Gesellschaften mit beschränkter Haftung aber da kann der Ottobürger auch nicht so reinschauen wie bei AG oder GmbH, man braucht einen begründeten Bedarf um da reinschauen zu dürfen. Was ich als Selbstständiger verdiene geht den Ottobürger nichts an, es ist mein privates Risiko für welches ich selbst hafte im Gegensatz zu den Kapitalgesellschaften die nur beschränkt haften und dafür aber ihre Bilanzen offenlegen müssen für die Öffentlichkeit die übrigens ja auch potenziell aus Investoren besteht die wissen wollen wie das Unternehmen so aufgestellt ist. Was will man von mir mit einem Einzelunternehmen?
Dazu mache ich mich hier verwundbarer gegenüber der Konkurrenz und es braucht nicht jeder Nachbar von mir wissen wie viel Geld ich konkret verdiene.
Zitat von Fritzchen037Fritzchen037 schrieb:Also, wer muss noch was offenlegen? Oder andersherum, wem willst Du Geheimhaltung zugestehen? Vielleicht "falschen Stiftungen"? Ich wäre dafür die Transparent zu machen und Du?
Moment mal, also wenn du neben all diesen Dingen die er erwähnte obendrauf sagst
Zitat von Fritzchen037Fritzchen037 schrieb:Volle Transparenz für Alle für Alles was eingenommen wird.
dann gehe ich davon aus du meinst wortwörtlich alles was eingenommen wird soll mit absoluter Transparenz der Öffentlichkeit offengelegt werden. Anders gesagt, komplette Abschaffung des Rechts auf finanzielle Privatsphäre und Datenschutzes. Die Ersten die da sofort in Existenzbedrohung geraten würden wären die Kleinunternehmen inklusive Einzelunternehmer und Freiberufler. Danach folgen die anderen.

Es geht nicht darum in einer absoluten Geheimhaltung zu sein, das geht ja nicht und auch Stiftungen sind da keine Ausnahme. Aber es gibt Limits und das zurecht. Selbst Kapitalgesellschaften haben nicht jedes kleine Detail aus ihren Einnahmen der Öffentlichkeit offenzulegen und das aus verschiedenen Gründen, es wäre eine Katastrophe wenn sich alle Unternehmen komplett bloßstellen würden inbesondere vor Konkurrenz und auch die Investoren etc. hätten ein riesiges Problem damit und die Geschäftspartner. Jeder würde dann zb. wissen welcher Kunde wie viel eingezahlt hat beim Unternehmen, wer wie viel Rabatt bekommen hat usw. usw. Das sind Dinge die keinesfalls was die Öffentlichkeit angehen. Nicht mal die Miteigentümer alias Aktionäre und die Investoren haben Zugriff auf solche Daten bzw. limitierten Zugriff auf solche Details auch wenn es da individuelle Verhandlungen gibt bzgl. was man einsehen darf und was nicht. Das sind Geschäftsgeheimnisse.


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Kapitalismus - Die Ausgeburt der Hölle

09.05.2026 um 02:27
Zitat von Fritzchen037Fritzchen037 schrieb:aber der bestmögliche wissenschaftliche Ausdruck. :)
Na denn....
Wenn du überhaup das bist, wofür du dich ausgibst kann ich nur sagen, man wächst mit den Aufgaben. Dafür braucht es keine wissenschaftliche Aussage oder Ausdruck.
Zitat von VenomVenom schrieb:Aber es gibt Limits und das zurecht.
Das nennt sich Gesetz zum Schutz von Firmengeheimnissen.
Korrekt und das finde ich sehr wichtig.


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Kapitalismus - Die Ausgeburt der Hölle

09.05.2026 um 10:21
@Optimist
Zitat von OptimistOptimist schrieb am 18.04.2026:da wenden die Kapitalisten ein: aber er hat doch viel Verantwortung und Risiko 😉
Das Ding ist: Wenn du Kapital hast, dann hast du Macht. Und wenn es schlecht läuft, entlässt du einfach Angestellte oder erhöhst die Preise. Oder wenn es ganz schlecht läuft, verkaufst du einfach das Unternehmen und chillst dann auf den Malediven. Nichts mit Verantwortung. Nichts mit Risiko.

Da gibt es auch noch Leute, die sagen: „Oh, wenn du Wohnraum vermietest, dann hast du so eine schwere Verantwortung - die Instandhaltung der Häuser usw.“

Was ein Bullshit. Denn wenn alles so schlimm, so verantwortungsvoll und so quälend wäre, dann würden diese Leute die Sachen doch verkaufen. Ich hätte damit kein Problem. Sie können mir alle ihre Immobilien geben. Kein Problem. Ich mache das schon. Ich nehme ihnen diese schwere Last ab. :D
Zitat von OptimistOptimist schrieb am 18.04.2026:Sie sagen, ohne ihre Firma hätten die Arbeiter ja auch kein Geld.
Was entgegnest du dem?
Der Denkfehler, den viele machen, ist zu glauben, dass das Geld vom Kapitalisten kommt. Das ist aber falsch. Das Geld kommt nicht vom Kapitalisten, sondern von den Arbeitern, die dieses Geld erwirtschaftet haben.

Die Reihenfolge ist immer:

1. Der Arbeiter schafft durch seine Arbeit einen Wert.

2. Dieser Wert wird in Form von Geld umgesetzt.

3. Ein sehr kleiner Teil dieses Geldes wird als Lohn an den Arbeiter ausgezahlt.

4. Der Rest - der Mehrwert - fließt an den Kapitalisten.

Oder noch etwas anders gesagt: Arbeit schafft Wert - Wert wird zu Geld - Geld landet beim Kapitalisten. Nicht umgekehrt.

Der Kapitalist stellt lediglich die Mittel (Maschinen, Rohstoffe, Räume) bereit - aber auch diese wurden ursprünglich durch fremde Arbeit hergestellt.

@Sabres
Zitat von SabresSabres schrieb:Ich bin für 100% Kapitalismus. Keine Steuern mehr, keine gesetzliche Rentenversicherung mehr. Keine gesetzliche Krankenversicherung.
Ich würde den ganzen Sozialstaat sofort abschaffen.
Meiner Ansicht nach wärst du als Lohnarbeiter (besitzlose Klasse) in einem 100%igen Kapitalismus vollständig deiner Schutzmechanismen beraubt. Deine Arbeitskraft wäre dann nur noch reine Ware, und du wärst ausschließlich vom Verkauf derselben abhängig - ohne Mindestlohn, ohne jeglichen Kündigungsschutz und ohne Arbeitszeitregelungen.

Dein Lohn würde dann allein durch Angebot und Nachfrage bestimmt. Für alle Lohnarbeiter (Arbeitnehmer) käme es zu maximaler Ausbeutung:

Der Kapitalist würde einfach deinen Arbeitstag verlängern und die Intensität steigern, während dein Lohn auf das physische Existenzminimum sinken würde.

Zudem würde dich eine industrielle Reservearmee aus systemnotwendig hoher Arbeitslosigkeit dazu zwingen, jede Bedingung deines Arbeitgebers zu akzeptieren, da du dann in permanenter Konkurrenz zu anderen Lohnarbeitern stehen würdest.
Zitat von SabresSabres schrieb:Wenn es soweit ist, werde ich dem Staat maximalen Schaden zufügen, indem ich alles was ich im Leben erarbeitet habe, im Ausland ausgebe und verheize
Mit deinen paar Kröten, die du dann im Ausland ausgibst, wirst du dem Staat aber keinen messbaren Schaden zufügen. Der Staat würde dein Weggehen nicht einmal bemerken - schon gar nicht, wenn du zu dem Zeitpunkt bereits in Rente bist. Deine Arbeitskraft steht ihm dann ohnehin nicht mehr zur Verfügung. Du drohst ihm mit einem Rachefeldzug, bei dem du die wichtigste Waffe - deine aktive Arbeitsleistung - gar nicht mehr einsetzen kannst. Im besten Fall ist das eine peinliche Selbstüberschätzung, im schlimmsten Fall eine reine Fantasie, die nur deinem eigenen Frust Luft macht, aber keinerlei reale Wirkung entfaltet....


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Kapitalismus - Die Ausgeburt der Hölle

09.05.2026 um 11:22
Zitat von VenomVenom schrieb:Was ich als Selbstständiger verdiene geht den Ottobürger nichts an, es ist mein privates Risiko für welches ich selbst hafte Was will man von mir mit einem Einzelunternehmen?
Transparenz, im Hinblick z.B. auf die Verantwortung, die sich aus GG § 14, Abs. 2 ergibt. Ein Steuersystem wie das Deutsche, das Überreiche privilegiert, schwächt das gesamte System, den Staat, uns. Es schafft eine extreme Ungleichheit.

Ich hatte hier ja bereits hinsichtlich Norwegens Steuern verlinkt:
Einkommensteuern

Die Einkommensteuer ist die primäre Einnahmequelle des norwegischen Staates. Sie wird auf verschiedene Einkommensarten erhoben, darunter Lohn, Gehalt, Gewinne aus selbstständiger Arbeit und Einkünfte aus Kapital. Das System ist progressiv gestaltet, was bedeutet, dass höhere Einkommen einem höheren Steuersatz unterliegen. Es gibt jedoch auch verschiedene Freibeträge und Abzugsmöglichkeiten, die die steuerliche Belastung für Durchschnittsbürger mildern sollen. Das Prinzip der Einkommensteuer ist einfach: Wer mehr verdient, zahlt proportional mehr.
Lohn- und Gehaltssteuer (Personbeskatning)

Dies ist die häufigste Form der Einkommensteuer für Arbeitnehmer. Der Steuersatz wird auf Bruttolohn oder -gehalt angewendet, abzüglich bestimmter abzugsfähiger Posten. Für Arbeitgeber ist die korrekte Abführung der Lohnsteuer ein wesentlicher Bestandteil ihrer Pflichten.

Einkommen aus selbstständiger Arbeit und Unternehmen (Næringsinntekt)

Selbstständig Erwerbstätige und Unternehmen unterliegen ebenfalls der Einkommensteuer. Hier sind die Regeln komplexer, da sie auch Betriebsausgaben und Abschreibungen berücksichtigen.

Kapitaleinkommensteuer (Kapitalinntekt)

Einkünfte aus Zinsen, Dividenden, Veräußerungsgewinnen aus Wertpapieren und Immobilien fallen unter die Kapitaleinkommensteuer. Diese wird typischerweise mit einem festen Satz besteuert, der sich von der progressiven Einkommensteuer auf Erwerbseinkommen unterscheidet.

Vermögensteuer (Formuesskatt)

Norwegen erhebt eine Vermögensteuer auf das Nettovermögen natürlicher Personen. Dies umfasst Vermögenswerte wie Immobilien, Aktien, Bankguthaben und andere Wertanlagen, abzüglich bestehender Schulden. Die Vermögensteuer soll zur Verteilungsgerechtigkeit beitragen und sicherstellen, dass auch wohlhabende Bürger einen Beitrag zur Finanzierung des Staates leisten.

Nettovermögen als Bemessungsgrundlage: Die Steuer wird auf das gesamte Vermögen nach Abzug aller Schulden berechnet.
Freibeträge: Es gibt Freibeträge, die dazu dienen, eine moderate Vermögensteuer erhoben werden zu lassen und kleinere Vermögen zu schonen.
https://nlsnorwayrelocation.no/das-norwegische-steuersystem-einfach-erklart/

Auch durch eine derartige Gestaltung (u.a. weniger "Schlupflöcher" für Überreiche, Vermögenssteuer) liegt der Gini-Index in Norwegen aktuell um 0,27 % was zu den niedrigsten Ungleichheitswerten international gehört. In Deutschland liegt er um 0,8%. Bei 1 gehört einer Person alles ... Diddel Schwarz scharrt schon mit den Hufen ...

Die Transparenz der Einkünfte hat in Norwegen weder zum Bürgerkrieg noch zu Insolvenzen von Kleinbetrieben geführt.
Das sind Ängste, die aus bestimmten Befürchtungen resultieren. Welche genau das sind, können Betroffene ja mal selbst reflektieren 😐


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Kapitalismus - Die Ausgeburt der Hölle

09.05.2026 um 11:30
Zitat von mitH2CO3mitH2CO3 schrieb:Transparenz, im Hinblick z.B. auf die Verantwortung, die sich aus GG § 14, Abs. 2 ergibt. Ein Steuersystem wie das Deutsche, das Überreiche privilegiert, schwächt das gesamte System, den Staat, uns. Es schafft eine extreme Ungleichheit.
Das Finanzamt hat doch den Überblick, nur bei Kleinunternehmerpauschalisierung hat der Staat gesagt "wir lassen den Kleinunternehmer pauschal 20% oder 45% des Umsatzes als Betriebsausgabe ausgeben selbst wenn man deutlich drunter ist. Dann kann man zusätzlich Sozialbeiträge bzw Versicherung als Ausgabe anrechnen lassen. Der Staat toleriert das bewusst um den kleinen Unternehmer zu entlasten.

Nichts davon geht den Ottobürger was an.


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Kapitalismus - Die Ausgeburt der Hölle

09.05.2026 um 11:36
Zitat von VenomVenom schrieb:Nichts davon geht den Ottobürger was an.
Ich denke schon, hatte ja gerade auf den Kontext zwischen Eigentum und Allgemeinheit hingewiesen.

Es ist hier halt nicht üblich über Einkünfte und Vermögen zu sprechen, im Sinne von Zahlen nennen etc. Da müßte man mal langsam umdenken. Ich erwarte jetzt aber nicht, dass du deine Zahlen hier offenlegst ;) sondern in so einem behördlichen System wie in Norwegen halt.

Einen weiteren großen Gewinn würde ich echt in der Sichtbarmachung - der nach wie vor vorhandenen Gehaltsunterschiede zwischen Frauen und Männern - sehen.


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Kapitalismus - Die Ausgeburt der Hölle

09.05.2026 um 11:36
Zitat von peekaboopeekaboo schrieb:Denkfehler, den viele machen, ist zu glauben, dass das Geld vom Kapitalisten kommt. Das ist aber falsch. Das Geld kommt nicht vom Kapitalisten, sondern von den Arbeitern, die dieses Geld erwirtschaftet haben.

Die Reihenfolge ist immer:

1. Der Arbeiter schafft durch seine Arbeit einen Wert.

2. Dieser Wert wird in Form von Geld umgesetzt.

3. Ein sehr kleiner Teil dieses Geldes wird als Lohn an den Arbeiter ausgezahlt.

4. Der Rest - der Mehrwert - fließt an den Kapitalisten.

Oder noch etwas anders gesagt: Arbeit schafft Wert - Wert wird zu Geld - Geld landet beim Kapitalisten. Nicht umgekehrt.

Der Kapitalist stellt lediglich die Mittel (Maschinen, Rohstoffe, Räume) bereit - aber auch diese wurden ursprünglich durch fremde Arbeit hergestellt
Nö...

Der Denkfehler ist, dass ein System dich dahin zwingt.

2 Unterschriften und meine monatliche Rate geht zum Kredittilgen in mein Eigenheim

Ist meine Heizung kaputt kümmere ich mich selber

Ist meine dach kaputt... Ich bin dran
Zitat von peekaboopeekaboo schrieb:Was ein Bullshit. Denn wenn alles so schlimm, so verantwortungsvoll und so quälend wäre, dann würden diese Leute die Sachen doch verkaufen
Genau Bullshit... es ist nicht schwer für den Vermieter. Er legt die Kosten um.

Du zahlst Miete für "keine Verantwortung und kein "drum kümmern""

Das kostet Geld.

Dem weinst du hinterher und machst "das System verantwortlich"

Dabei bist du frei: steige aus !!!

Ach kein Geld, außerhalb willst du nicht wohnen und Oma Elfriede gegenüber hat auch h einen sooooo billigen AltMietvertrag ???

Ja die Wirren der Gleichmacherei.... steige aus und schaffe für dich...

Aber nööööö.... das wäre mit Arbeit verbunden...eigener sich selbst unbezahlter Arbeit


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Kapitalismus - Die Ausgeburt der Hölle

09.05.2026 um 15:25
Zitat von peekaboopeekaboo schrieb:Das Ding ist: Wenn du Kapital hast, dann hast du Macht.
Welche Macht denn?
Zitat von peekaboopeekaboo schrieb:Und wenn es schlecht läuft, entlässt du einfach Angestellte oder erhöhst die Preise. Oder wenn es ganz schlecht läuft, verkaufst du einfach das Unternehmen und chillst dann auf den Malediven. Nichts mit Verantwortung. Nichts mit Risiko.
a) die erhöhten Preise muss keiner zahlen. Übrigens, die Mehrheit der Unternehmen versucht die Preise zu senken.
b) man zahlt doch Arbeitslosenversicherung, da übernimmt man bereits Verantwortung. Dass es funktioniert sieht man an 5,5 Millionen Langzeitarbeitslosen und weitere Unterstützte.
Zitat von peekaboopeekaboo schrieb:Was ein Bullshit. Denn wenn alles so schlimm, so verantwortungsvoll und so quälend wäre, dann würden diese Leute die Sachen doch verkaufen. Ich hätte damit kein Problem. Sie können mir alle ihre Immobilien geben. Kein Problem. Ich mache das schon. Ich nehme ihnen diese schwere Last ab. :D
Geben oder an Dich verkaufen?
Zitat von peekaboopeekaboo schrieb:Der Denkfehler, den viele machen, ist zu glauben, dass das Geld vom Kapitalisten kommt. Das ist aber falsch. Das Geld kommt nicht vom Kapitalisten, sondern von den Arbeitern, die dieses Geld erwirtschaftet haben.
Hmm, also wenn ein Unternehmen pleite geht, sind die Mitarbeiter schuld weil sie das Geld nicht erwirschaften?
Zitat von peekaboopeekaboo schrieb:Die Reihenfolge ist immer:
1. Der Arbeiter schafft durch seine Arbeit einen Wert.
2. Dieser Wert wird in Form von Geld umgesetzt.
3. Ein sehr kleiner Teil dieses Geldes wird als Lohn an den Arbeiter ausgezahlt.
4. Der Rest - der Mehrwert - fließt an den Kapitalisten.
Und...wo sind die Punkte wo der Unternehmer die Möglichkeit überhaupt dazu schafft? Warum lassen sich Leute anstellen und wählen doch nicht die Selbstständigkeit wo sie laut deinen Ausführungen kein Risiko haben?
Zitat von peekaboopeekaboo schrieb:Oder noch etwas anders gesagt: Arbeit schafft Wert - Wert wird zu Geld - Geld landet beim Kapitalisten. Nicht umgekehrt.
Das hatten wir öfters, der Staat verdient viel mehr an dem Arbeiter als der Arbeitgeber.


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