@suffel
suffel schrieb:aber das spielt keine Rolle, wenn dein Vater etwas von seinem versteuerten Geld kauft und dafür wiederum Steuern zahlt dann ist es sein Recht diesen Besitz egal wie viel er wert ist an dich zu vererben ohne das du dafür nochmal Steuern zahlen musst.
Nein, eben nicht vollständig. Der Vater hat sein Einkommen versteuert, ja, aber die Wertsteigerung des Hauses oder Unternehmens über Jahrzehnte, wurde nie versteuert und der Erbe wurde für diesen Vermögenszuwachs noch nie besteuert. Nochmal: Das wäre das erste Mal.
suffel schrieb:das ist abzocke hier eine Erbschaftsteuer zu verlangen
Dann ist die Lohnsteuer auch Abzocke, denn dein Arbeitgeber zahlt dir ja auch kein "unversteuertes" Geld. Nach deiner Logik müsste alles, was irgendwann mal mit versteuertem Geld gekauft wurde, für immer steuerfrei bleiben. Dann gäbe es keine Mehrwertsteuer, keine Grundsteuer, nichts. Dein "Argument" macht also keinen Sinn.
suffel schrieb:hat es nicht 60mio bar als liquide Mittel auf der Bank liegen um diese Steuer zu zahlen.
Dafür gibt es doch schon Lösungen: Stundung, Ratenzahlung, Entnahme aus den Erträgen. Und wenn das alles nicht reicht, gibt es ja noch die Verschonungsbedarfsprüfung - die bei Großerben die Steuer oft komplett erlässt... Das Problem ist also längst gelöst, du tust nur so, als wäre es das nicht.
suffel schrieb:der Staat hat auch 0 Risiko getragen
Hat er nicht? Wer hat denn die Straßen gebaut, auf den die Waren transportiert werden? Wer hat denn die Schulen finanziert, die die Mitarbeiter ausgebildet haben? Wer sorgt denn für Rechtssicherheit, Vertragsfreiheit und Infrastruktur? Der Staat war hier immer stiller Teilhaber. Ohne ihn würde kein Unternehmen laufen...
suffel schrieb:3 Häuser erspart und gekauft hat
Genau da liegt ja der Deckel begraben. Die kleinen Erben mit einem oder zwei Häusern leiden unter der Erbschaftsteuer, nicht die Milliardäre mit 300 Häusern, weil die halt Schlupflöcher wie die Verschonungsbedarfsprüfung nutzen.
Also dreh mal dein Argument um. Für die kleinen Erben gehört die Erbschaftsteuer abgeschafft und für die Großkapitalisten nicht...
suffel schrieb:aber keine Milliardärs Familie ist aus Glück Milliardär
Mag ja alles sein, dass einer mal bei Null angefangen hat, aber dass sich seine Ur-Ur-Enkel heute noch auf "seinen" Lorbeeren ausruhen, ist keine Leistung mehr. Irgendwann hört die "Leistung" auf und dann fängt das Privileg an. Und genau da setzt die Erbschaftsteuer an. Nicht bei dem, der es "erarbeitet" hat, sondern bei dem, der es geschenkt bekommt.
suffel schrieb:das ist abzocke
Ähm, du beschwerst dich über Abzocke, hast aber schon mitbekommen, dass du im Kapitalismus lebst, oder? Ich meine, der Kapitalismus ist ein einziges System von Abzocke bzw. Ausbeutung.
Der Kapitalist zockt den Arbeiter ab, indem er sich den Mehrwert von ihm nimmt, obwohl der Arbeiter alles erwirtschaftet hat. Der Landlord zockt den Mieter ab, indem er Miete verlangt... und der Staat, der größte Kapitalist von allen, zockt alle ab, indem er Steuern kassiert. Das ist nun mal das kapitalistische System, in dem wir leben.
Wenn du nicht willst, dass abgezockt wird, dann setze dich für ein anderes Wirtschaftssystem ein, aber solange du im Kapitalismus lebst, brauchst du dich nicht darüber beschweren, wenn auch der Staat seinen Anteil will - und sei das beim Erbe.
suffel schrieb:Es wurde also erwirtschaftet.
Von wem eigentlich? Der Milliardär selbst stand vielleicht mal an der Spitze, aber das Vermögen wird doch nicht von ihm allein erwirtschaftet.... Da sind Tausende Arbeiter, die sich tagtäglich den Buckel krumm schuften, Lager einräumen, Kassen bedienen, Lkw fahren usw...
Die erwirtschaften den Mehrwert, nicht der Milliardär auf den Malediven... Der kassiert nur ab. Und wenn er dann stirbt, sollen die Erben das ganze Vermögen steuerfrei bekommen? Wirklich? Und die Arbeiter, die alles erwirtschaftet haben, bekommen nichts und der Staat, der die Infrastruktur dafür bereitstellt, soll auch leer ausgehen?