@suffel
suffel schrieb:Die Erbschaftssteuer sollte eigentlich sowieso ganz abgeschafft werden. Wenn deine Eltern mit ihrem bereit versteuertem Einkommen etwas kaufen, dafür ebenfalls Steuern zahlen und du es dann erst solltest du dafür keinen Cent zahlen müssen, egal ob 1 haus oder 500 Häuser.
Du willst die Erbschaftsteuer komplett abschaffen? Dann sag ich dir mal was: Für Vermögen ab 26 Millionen Euro wird die doch jetzt schon nicht mehr gezahlt. Dank der Verschonungsbedarfsprüfung können nämlich Großerben vor dem Finanzamt behaupten, sie wären bedürftig und ZACK: Steuerlast gegen null.
Also wenn man ehrlich ist, müsste man dieses System genau umdrehen und zwar sollten die kleinen Erben - also die, die ein Haus oder eine kleine Wohnung erben - komplett entlastet werden, denn die zahlen ja heute schon, weil deren Freibeträge klein sind.
Aber bei denen, die drei, vier oder gar 500 Häuser erben, da sollte die Erbschaftsteuer auf jeden Fall bleiben. Oder besser noch: Da sollte sie endlich mal richtig greifen, statt durch solche Schlupflöcher ausgehebelt zu werden.
Also nein, die Erbschaftsteuer sollte nicht komplett abgeschafft werden, sondern nur da, wo es wirklich wehtut - bei den normalen Leuten und sie sollte da verschärft werden, wo heute schon Milliarden steuerfrei vererbt werden...
@Gwyddion
Gwyddion schrieb:Und zack.. werden mit den Stiftungen Projekte unterstützt, die dem ehemaligen Inhaber der Geldsumme am Herzen liegen. Unser Staat kann mit Geld nicht umgehen.. trotz einiger Rekordeinnahmen an Steuersätzen.
Mag ja sein, dass der Staat nicht perfekt mit Geld umgeht, wobei es nicht der Staat selbst ist, der nicht mit Geld umgehen kann, sondern die Verwalter des Staates, sprich Politiker oder Parteien, die übrigens alle 4 Jahre wechseln, wie du ja sicherlich wissen wirst...
Aber das ist doch noch lange kein Freibrief, um Steuern einfach komplett zu umgehen. Zumal der Staat jedes Jahr Rekordsteuereinnahmen erzielt. Und diese Einnahmen steigen vor allem deshalb, weil Löhne und Preise steigen, nicht weil die Wirtschaft wirklich wächst. Der Staat hat hohe Einnahmen, aber die kommen ja vor allem von den Lohnabhängigen über die Lohnsteuer, nicht von den großen Unternehmen und genau deshalb ist es ja so ärgerlich, wenn Milliardäre sich mit solchen Konstrukten aus der Verantwortung ziehen. Der kleine Mann zahlt und zahlt und zahlt und der große spart, spart und spart.
Die Frage ist doch, wer entscheidet eigentlich, welche Projekte da gefördert werden? Beim Dieter Schwarz ist das klar - er selbst entscheidet das. Er behält die Kontrolle über die Stiftung und lenkt das Geld dahin, wo es ihm oder seinem Unternehmen nützt. Bildung ist ja schön und gut, aber wenn die Stiftung gezielt Fachkräfte für Lidl und Kaufland heranzieht, ist das kein neutrales Gemeinwohl mehr.
Und mal ehrlich: Wäre es nicht demokratischer, wenn der Staat über Steuereinnahmen entscheidet, wofür Geld ausgegeben wird, anstatt das ein Milliardär nach seiner eigenen Pfeife tanzt und dabei noch Steuern spart?
Gwyddion schrieb:Das "eigene Vermögen" ist nun aber in einer Stiftung untergebracht. Da kann man nicht einfach mal so dran um sich eine neue Yacht zu kaufen.
Ich würde das ebenso halten und eine Stiftung bevorzugen, wäre ich Milliardär. Dann könnte ich wenigstens mitbestimmen für welche mir am Herzen liegenden Projekte das Geld ausgegeben rsp. investiert wird. Tipp: Fahrradwege in Peru wären nicht meine Priorität... auch keine Kanzleramtserweiterung.
Du sagst es doch selbst: "Dann könnte ich wenigstens mitbestimmen, für welche mir am Herzen liegenden Projekte das Geld ausgegeben wird."
Und genau das ist doch der Punkt. Man behältt die Kontrolle - über Milliarden, die eigentlich mal versteuert werden müssten.
Klar, man kann sich davon keine Yacht kaufen, weil das Vermögen in der Stiftung geparkt wurde, das ist richtig, aber darum geht es nicht.
Es geht darum, dass ein einziger Milliardär nach seiner eigenen Nase entscheidet, wohin das Geld fließt - ohne demokratische Legitimation, ohne Kontrolle und sowas....
Das ist keine Wohltätigkeit, das ist Machtausübung mit Geld, das dem Staat eigentlich als Steuer zustehen würde.
Und zu deinem Peru-Beispiel: Da schießt du dir selbst ins Knie. Die Radwege in Lima sind kein Charity-Projekt aus Herzensgüte.
Die sind Teil eines Fünf-Milliarden-Dollar-U-Bahn-Projekts, bei dem deutsche Firmen wie Siemens und Herrenknecht kräftig mitverdienen. Das ist eine Investition in deutsche Geschäftsinteressen, verpackt als Entwicklungshilfe.
Und genau das meine ich: Kapitalisten und Konzerne nutzen Stiftungen und "wohltätige" Projekte, um ihre eigenen wirtschaftlichen Interessen durchzudrücken und sparen dabei noch Steuern.
Also erzähl mir hier bitte nichts von irgendwelchen Fahrradwegen in Peru. Da geht's um Aufträge, nicht um Nächstenliebe.